Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
Wo die piste auf der von Hirli trifft, gibt es ein Bach, wo man offenbar anderthalb a zwei Meter Naturschnee braucht um die Piste öffnen zu können.
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NeusserGletscher
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
Ich war um die Feiertage und in der Woche danach in der Destination.
Dass mir die Zermatter Seite nicht so zusagt, habe ich oft erwähnt. Leider hat auch die diesjährige Situation an meiner Einschätzung nichts geändert. Irgendwie enden die schönsten Pisten in einer spiegelglatten, trichterförmig zulaufenden Mausefalle. Howette, Hirli, Weiße Perle. Am besten hat mir noch die Brunnjeschbord gefallen. Die war überwiegend griffig. Leider liegt die im Winter zum größten Teil im Schatten. Die Gifthittli war auch nahezu perfekt. Die obere National habe ich am Tag der Eröffnung gefahren, das war Klumpeneis vom feinsten. Offenbar hat man den Einstieg zum Ziehweg am Plateau von Hohtälli etwas verlegt und damit entschärft.
Leider war auch Italien diesmal eine Enttäuschung. Die roten Pisten in Valtournenche waren überwiegend hart und glatt. Stellenweise spiegelglatt. Auch die roten am Bec Carré. Einzig die Ventina bot durchgängig eine hervorragende Performance. Ein paar Blankeisstellen im oberen Bereich konnte man umfahren. Bis ins Tal war die Piste zwar auch an den bekannten Stellen hart, aber mit guten Kanten und guter Technik problemlos zu fahren. Die blauen auf der Westseite waren schön, aber auch keine Herausforderung. Cieloalto war leider auch eisig.
Selbstverständlich war es über Weihnachten voll. Dieses Jahr aber noch voller als letztes Jahr. Eine Limitierung gibt es offenbar nicht. Lieber verärgert man die Kunden, die langfristig gebucht haben, bevor man auf die Einnahmen der Tagesgäste verzichtet. Richtig unangenehm war der Montag nach Weihnachten. Am Dienstag bin ich offenbar gegen den Zyklus gefahren, da war es wie ausgewechselt.
Einmal mehr ist mir aufgefallen, wie viele ungeübte Skifahrer im Gebiet unterwegs sind. Ich muss ständig zurück schauen, ob nicht irgend ein Kamikaze Fahrer im Backseat von hinten unkontrolliert heran rauscht. Deppen, die einen knapp vor den Skispitzen schneiden, habe ich auch mehr als nur einmal erlebt. Vielleicht ist Weihnachten wirklich nicht die beste Zeit, um nach Zermatt zu fahren. Die Woche nach Silvester ist deutlich leerer und macht mehr Spaß.
Gastronomisch hat sich auch einiges geändert. Othmars Skihütte ist leider offenbar dauerhaft geschlossen. Ich war, soweit ich mich erinnere, vor zwei Jahren noch dort. Letztes Jahr war sie aber bereits zu. Öffentliche Hinweise sucht man allerdings vergeblich. Das Banner gegenüber Patrullarve hängt weiterhin dort. Die Hütte auf Furgg war auch diesmal nicht offen. Ein Highlight war die Bar an der Talstation in Valtournenche. Die meisten (alle?) Pizzen für unter 10 €, das hat Seltenheitswert. Groß und lecker waren sie auch noch. Auf Zermatter Seite war Fluhalp wie immer eine sichere Bank. Wobei das Preisniveau sich dem Bankensektor angeglichen hat. Aber Qualität und Service stimmen dort. Was in Zermatt keine Selbstverständlichkeit ist.
Abgesehen, dass die Infrastruktur diesem Andrang über die Feiertage nicht mehr gewachsen ist, ist mir aufgefallen, wie wenig benutzbare Toiletten es im Skigebiet gibt. Sie bezeichnen sich als „Premium-Destination“, aber beim „Geschäft“ unterbieten sie noch das Niveau Deutscher Autobahn Raststätten. Zu wenig Sitzgelegenheiten, teilweise defekt und optisch sauber war bestenfalls die Hälfte. Wischtests habe ich keine durchgeführt. Ich verlasse mich lieber auf mein Fläschchen Sterilium, welches mein ständiger Begleiter in meiner Jackentasche ist. Wieso haben sich Desinfektionsspender auf dem WC in dieser „Premium“-Destination noch nicht durchgesetzt?
Ein Ärgernis der besonderen Art war einmal mehr diese unselige Skigebietsverbindung über 3.900 Meter. Selbst bei schönstem Wetter nötigt einen bei kalten Temperaturen schon der Fahrtwind, das Gesicht vollständig zu schützen, sonst gibt es ganz schnell Gefrierbrand wie ohne Melitta. Die Talfahrt über GRII ist weiterhin für Skifahrer nicht im Ticket includiert. Die Alternative über die Schlepperkette hat die abgehobene Geschäftsführung erfolgreich sabotiert.
Dieser Matterhorn-“Express“ ist die betonierte Verhöhnung des Kunden. In Ischgl hätten sie längst eine leistungsfähige 3s vom Talboden bis auf Trockener Steg gebaut. Und in der Folge eine leistungsfähige Bahn auf direktem Weg an oder über die Grenze. In Zermatt wird man dagegen Premium-mäßig verschaukelt und mit einer Bahn transportiert, die kein Gipfelchen, keine Talmulde und keine Milchkanne auslässt. Vor einigen Jahren lief zu Spitzenzeiten wenigstens noch die PB Furi-TS. So aber dauert es inklusive dem Transfer mit dem chronisch überlasteten Ortsbus und der wenig erbaulichen Abfahrt vom kleinen Matterhorn deutlich über eine Stunde, bevor man vom Skikeller aus die Grenze erreicht. In Ischgl dauert es grad halb so lange. Auch bis zur Skihalle in Neuss.
Ich habe schon vor Jahren meinem Hotelier gegenüber erwähnt, dass ich nicht wegen sondern trotz der Bergbahnen nach Zermatt fahre. Ich denke, ich werde nächstes Jahr Ischgl versuchen. Den Berichten über die Feiertage zu Folge arbeiten die leistungsorientiert und geben sich Mühe, aus den vorhandenen Bedingungen das beste für den Kunden heraus zu holen. Dafür zahlen sie halt keine so obszöne Dividende an ihre Aktionäre, sondern investieren den Betriebsgewinn wieder in die Verbesserung ihrer Infrastruktur. Man merkt dies vor allem an der Leistungsfähigkeit der dortigen Transportanlagen, am Pistenangebot und an den Öffnungszeiten.
Fazit: Zermatt ist ein super tolles Premium Skigebiet. Bis auf sein Management, die überlastete Infrastruktur, manche Pisten, die Örtlichkeiten, die Öffnungszeiten und die Beschneiung.
Dass mir die Zermatter Seite nicht so zusagt, habe ich oft erwähnt. Leider hat auch die diesjährige Situation an meiner Einschätzung nichts geändert. Irgendwie enden die schönsten Pisten in einer spiegelglatten, trichterförmig zulaufenden Mausefalle. Howette, Hirli, Weiße Perle. Am besten hat mir noch die Brunnjeschbord gefallen. Die war überwiegend griffig. Leider liegt die im Winter zum größten Teil im Schatten. Die Gifthittli war auch nahezu perfekt. Die obere National habe ich am Tag der Eröffnung gefahren, das war Klumpeneis vom feinsten. Offenbar hat man den Einstieg zum Ziehweg am Plateau von Hohtälli etwas verlegt und damit entschärft.
Leider war auch Italien diesmal eine Enttäuschung. Die roten Pisten in Valtournenche waren überwiegend hart und glatt. Stellenweise spiegelglatt. Auch die roten am Bec Carré. Einzig die Ventina bot durchgängig eine hervorragende Performance. Ein paar Blankeisstellen im oberen Bereich konnte man umfahren. Bis ins Tal war die Piste zwar auch an den bekannten Stellen hart, aber mit guten Kanten und guter Technik problemlos zu fahren. Die blauen auf der Westseite waren schön, aber auch keine Herausforderung. Cieloalto war leider auch eisig.
Selbstverständlich war es über Weihnachten voll. Dieses Jahr aber noch voller als letztes Jahr. Eine Limitierung gibt es offenbar nicht. Lieber verärgert man die Kunden, die langfristig gebucht haben, bevor man auf die Einnahmen der Tagesgäste verzichtet. Richtig unangenehm war der Montag nach Weihnachten. Am Dienstag bin ich offenbar gegen den Zyklus gefahren, da war es wie ausgewechselt.
Einmal mehr ist mir aufgefallen, wie viele ungeübte Skifahrer im Gebiet unterwegs sind. Ich muss ständig zurück schauen, ob nicht irgend ein Kamikaze Fahrer im Backseat von hinten unkontrolliert heran rauscht. Deppen, die einen knapp vor den Skispitzen schneiden, habe ich auch mehr als nur einmal erlebt. Vielleicht ist Weihnachten wirklich nicht die beste Zeit, um nach Zermatt zu fahren. Die Woche nach Silvester ist deutlich leerer und macht mehr Spaß.
Gastronomisch hat sich auch einiges geändert. Othmars Skihütte ist leider offenbar dauerhaft geschlossen. Ich war, soweit ich mich erinnere, vor zwei Jahren noch dort. Letztes Jahr war sie aber bereits zu. Öffentliche Hinweise sucht man allerdings vergeblich. Das Banner gegenüber Patrullarve hängt weiterhin dort. Die Hütte auf Furgg war auch diesmal nicht offen. Ein Highlight war die Bar an der Talstation in Valtournenche. Die meisten (alle?) Pizzen für unter 10 €, das hat Seltenheitswert. Groß und lecker waren sie auch noch. Auf Zermatter Seite war Fluhalp wie immer eine sichere Bank. Wobei das Preisniveau sich dem Bankensektor angeglichen hat. Aber Qualität und Service stimmen dort. Was in Zermatt keine Selbstverständlichkeit ist.
Abgesehen, dass die Infrastruktur diesem Andrang über die Feiertage nicht mehr gewachsen ist, ist mir aufgefallen, wie wenig benutzbare Toiletten es im Skigebiet gibt. Sie bezeichnen sich als „Premium-Destination“, aber beim „Geschäft“ unterbieten sie noch das Niveau Deutscher Autobahn Raststätten. Zu wenig Sitzgelegenheiten, teilweise defekt und optisch sauber war bestenfalls die Hälfte. Wischtests habe ich keine durchgeführt. Ich verlasse mich lieber auf mein Fläschchen Sterilium, welches mein ständiger Begleiter in meiner Jackentasche ist. Wieso haben sich Desinfektionsspender auf dem WC in dieser „Premium“-Destination noch nicht durchgesetzt?
Ein Ärgernis der besonderen Art war einmal mehr diese unselige Skigebietsverbindung über 3.900 Meter. Selbst bei schönstem Wetter nötigt einen bei kalten Temperaturen schon der Fahrtwind, das Gesicht vollständig zu schützen, sonst gibt es ganz schnell Gefrierbrand wie ohne Melitta. Die Talfahrt über GRII ist weiterhin für Skifahrer nicht im Ticket includiert. Die Alternative über die Schlepperkette hat die abgehobene Geschäftsführung erfolgreich sabotiert.
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Ich habe schon vor Jahren meinem Hotelier gegenüber erwähnt, dass ich nicht wegen sondern trotz der Bergbahnen nach Zermatt fahre. Ich denke, ich werde nächstes Jahr Ischgl versuchen. Den Berichten über die Feiertage zu Folge arbeiten die leistungsorientiert und geben sich Mühe, aus den vorhandenen Bedingungen das beste für den Kunden heraus zu holen. Dafür zahlen sie halt keine so obszöne Dividende an ihre Aktionäre, sondern investieren den Betriebsgewinn wieder in die Verbesserung ihrer Infrastruktur. Man merkt dies vor allem an der Leistungsfähigkeit der dortigen Transportanlagen, am Pistenangebot und an den Öffnungszeiten.
Fazit: Zermatt ist ein super tolles Premium Skigebiet. Bis auf sein Management, die überlastete Infrastruktur, manche Pisten, die Örtlichkeiten, die Öffnungszeiten und die Beschneiung.
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
Danke für die lebhafte und humorvolle Schilderung.NeusserGletscher hat geschrieben: 20.01.2026 - 11:44 Ich war um die Feiertage und in der Woche danach in der Destination.
....
In Ischgl dauert es grad halb so lange. Auch bis zur Skihalle in Neuss.![]()
Ich habe schon vor Jahren meinem Hotelier gegenüber erwähnt, dass ich nicht wegen sondern trotz der Bergbahnen nach Zermatt fahre. Ich denke, ich werde nächstes Jahr Ischgl versuchen. Den Berichten über die Feiertage zu Folge arbeiten die leistungsorientiert und geben sich Mühe, aus den vorhandenen Bedingungen das beste für den Kunden heraus zu holen. Dafür zahlen sie halt keine so obszöne Dividende an ihre Aktionäre, sondern investieren den Betriebsgewinn wieder in die Verbesserung ihrer Infrastruktur. Man merkt dies vor allem an der Leistungsfähigkeit der dortigen Transportanlagen, am Pistenangebot und an den Öffnungszeiten.
Fazit: Zermatt ist ein super tolles Premium Skigebiet. Bis auf sein Management, die überlastete Infrastruktur, manche Pisten, die Örtlichkeiten, die Öffnungszeiten und die Beschneiung.
Ich fahre gerne nach Zermatt, würde aber nie vor Mitte Februar anreisen: die Sonne steht einfach nicht hoch genug.
Viele der von Dir angesprochenen Punkte kann ich bestätigen, aber bei Sonne und häufig wärmeren Temperaturen sieht die Welt schnell anders aus...
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judyclt
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
Vielleicht ist Weihnachten wirklich nicht die beste Zeit, um nach Zermatt zu fahren
So ist es. Fahr in der Woche nach Ostern. Dann hast du fast alle Kritikpunkte zu niedrigeren Kosten beseitigt.
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gfm49
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
Je nachdem wie spät Ostern ist, fangen sie da aber schon an, einzelne Anlagen stillzulegen.judyclt hat geschrieben: 20.01.2026 - 18:48 So ist es. Fahr in der Woche nach Ostern. Dann hast du fast alle Kritikpunkte zu niedrigeren Kosten beseitigt.
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
Genau: "Schliessung Gebiete Sunnegga/Rothorn und Gornergrat: 20. April 2026" Quelle: https://www.matterhornparadise.ch/de/in ... fe/skipass
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Re: Zermatt-Cervinia-Valtournenche 25/26
2026 kein Problem - da ist Ostern recht früh am 06.04. 2025 war aber Ostern am 20.04. und da war für Gornergrat/Rothorn am 21.04. Saisonende angesagt (wie das dann wirklich lief angesichts der massiven Schneefälle um Ostern herum weiß ich nicht). Und um diese Zeit fände man mit Sicherheit z.B. am Höhtälli noch schöne Hänge.jannick93 hat geschrieben: 20.01.2026 - 20:55Genau: "Schliessung Gebiete Sunnegga/Rothorn und Gornergrat: 20. April 2026" Quelle: https://www.matterhornparadise.ch/de/in ... fe/skipass