Nach dem Skitag in Brigels hatten wir etwas mehr Fahrtstrecke vor uns. Über den Julierpass und den Berninapass ging es nämlich bis Aprica. Dort war ich in 2022 schon einmal erfolglos durchgefahren - das Skigebiet war nämlich wegen Wind zu gewesen, ebenso Piani di Bobbio, was damals mein Plan A gewesen wäre.
In Aprica hatten wir ein eher einfaches B&B gebucht, kleines Zimmer, sauber, relativ neu, nix besonderes. Zum Abendessen gab es klassisch Pizza und vorher noch Sciatt - alles war sehr gut.
Danach wollte ich gerne noch auf einen Absacker in einen Pub der angeblich bis 2:00 geöffnet hat, tatsächlich war er aber um 22:00 schon zu, wahrscheinlich war echt sehr wenig los.
Im Ort hing überall noch die Weihnachtsdeko.
Der ganze Ort wird wohl auch viel von Tschechen besucht. Wir sahen viele tschechische Autos und auch ein paar Busse, und die Beschilderungen im Skigebiet war neben Italienisch, Deutsch und Englisch auch auf Tschechich. In diesen Sprachen war auch die Speisekarte in unserer Pizzeria. Und eine italienische Skifahrerin aus der Gegend, Elisa Maria Negri, startete auch bei Olympia für Tschechien. Aber das nur nebenbei.
Schließlich landeten wir in einer Bar names Nighttrain - dabei gibt es direkt in Aprica gar keinen Bahnhof... In die Bar kann man durchaus mal gehen, ist soweit ganz nett für nen Absacker.
Das Frühstück im B&Bwar dann typisch italienisch: Croissants, Kuchen, Toastbrot und Zwieback mit Butter, Marmelade und Nutella, außerdem Kaffee, Saft und Joghurt. Wir hatten tatsächlich mit so etwas gerechnet, geht schon mal.
Leider trat dann auch die Wettervorhersage so ein wie vorausgesagt: Nebel beim Blick vom Balkon.
Also entschieden wir uns für einen 4h-Skipass statt dem Tagespass, v.a. da der Niederschlag ab Nachmittag zunehmen sollte.
Um 9:40 passierten wir dann das Drehkreuz an der Sesselbahn Baradello.
Irgendwie haben wirs wohl mit Sesselbahnen mit Mittelstation, wie in Brigels gibts das nämlich auch in Aprica.
Im Nebel fahren wir erstmal die direkten schwarzen Pisten W und U.
Trotz schlechter Sicht gingen die Pisten gut zu fahren, denn sie waren noch recht frisch präpariert und es war außer uns auch niemand sonst dort unterwegs.
Danach machen wir uns zum anderen Ende des Skigebietes auf. Dabei nehmen wir einmal den Schlepper Salina, dessen Trasse im Nebel durch den Wald richtig gemütlich wirkt.
Was in Italien nicht alles gefährlich ist...
Die Kreuzung der Pisten D und D1 ist etwas arg verfangzaunt, aber hier stört es eigentlich nicht, im Gegenteil, das ganze ist wirklich eher sicher.
An anderen Stellen sinds mir persönlich etwas zu viele Zäune, insbesondere, wenn ein Zaun ohne Not zwei aneinander grenzende Pisten trennt.
Der neueste Lift des Gebietes ist die Gondel Magnolta aus dem Jahr 2023.
Die alte Gondelstation wird oben noch genutzt.
Mir kommt der Gedanke: typisch italienisch...
Wir nehmen noch die 4-SB Piana Galli, wobei wir bei der 2. Wiederholung der Totalen gerne die Piste A1 nutzen wollten, jedoch war diese geschlossen. Die Verbindung in Gegenrichtung ebenso. Also: Querung nur untenrum.
Einmal landen wir dann auch etwas tief an der Talstation des Schleppliftes Puncera, so dass wir diesen Graffer-Lift eher ungeplant nochmal nach oben nehmen.
Auf der Piste C, kurz bevor man wieder zum Mittelteil des Skigebietes quert.
Zu dem Zeitpunkt war die Sicht eher etwas besser.
Schließlich gings zur Gondelbahn Palabione, wo sich ein etwas eigenwilliger Turm befand.
Auch Nahe der Bergstation befindet sich ein höchst eigenwilliges Gebäude, das wohl nicht mehr so richtig genutzt wird.
Das nächste Ziel war der höchste Punkt des Skigebietes. Dafür brauchten wir aber erstmal die 4-SB Quadrifoglio, eine Sesselbahn mit sehr vielen niedrigen Stützen.
Weiter gings mit dem Tellerlift Dosso Pasò. Und siehe da? Man war zumindest über dem Nebel, aber immer noch unter den Wolken.
Blick zur Seite.
Wie viele Stop-Schilder braucht man eigentlich? Ein weiteres ist noch verdeckt...
Obere Umlenkrolle.
Bevor es ganz zürück ging, machten wir nochmal einen Ausflug zur Magnolta-Gondel. Dieses Mal war die Sicht noch ein bisschen besser, dafür nahm der Niederschlag zu.
Irgendwie wollte ich auch ein bisschen unterhalb queren, also nahmen wir die nicht geöffnete Piste O namens "K" - diese Namensgebung versteh auch wer will.
Im Mittelteil waren doch sehr viele braune Stellen, so dass ich schon verstehen kann, dass die Piste nicht offiziell geöffnet ist.
Ein Ausflug ins Anfängerparadies muss auch sein.
Die letzten paar Abfahrten verbrachten wir an der 4-KSB Baradello, die ja durchaus auch einige Varianten zu bieten hat, steilere und flachere.
Auch dort gibt es pilzartige Gebäude.
Auf der Piste U war die Sicht so gut wie noch nie an diesem Tag.
Blick auf die Mittelstation.
Im Tal wo blau und schwarz zusammen kommen.
Nochmal die 4-KSB Baradello, weils so schön ist.
Der Parkplatz war etwas matschelig.
Als wir die Skipässe dann zurückgeben wollten, um das Pfand zurück zu bekommen, war die Kasse leider zu. Aber es stand auf einem Zettel, man könne das Pfand in der Schirmbar oder im Hotel Funivia bekommen. Also gingen wir ins Hotel und bekamen den vollen Betrag ganz unkompliziert ausgezahlt. Im Gegenzug konsumierten wir dann beide noch einen Espresso im Hotel.
Liebes Ski-Arlberg: so muss das funktionieren! Diese kleine Spitze sei mir gestattet, denn in Warth hatten wir echt schon mehrfach Probleme, das Pfand zurück zu bekommen, so dass ich fast annehmen muss, das Ganze hat System:
- schon mehrmals waren alle Kassen zu, so dass eine Rückgabe der Keycards nicht möglich war (das war noch vor der Automaten-Zeit). Auf Nachfrage im Sportgeschäft neben der Talstation bot man uns einmal an, die Keycards für 2€ zurück zu nehmen, bei 5€ Pfand eigentlich eine Frechheit. Klar kann das Sportgeschäft nix dafür, dass die Kassen zu sind aber kundenfreundlich wäre es, eine ordentliche Rückgabe zu ermöglichen
- dieses Jahr war auch wieder eine Freude: Jägeralp Kasse zu und Automaten waren hinter dem Rolltor. Gut, wir fahren ja eh an der Steffisalp vorbei. Dort waren die Kassen auch zu, immerhin ermöglichen die Automaten eine Rückgabe, aber... man muss den Betrag auf eine Kreditkarte zurückbuchen lassen. Also halte ich meine Kreditkarte hin, diese wird aber nicht akzeptiert. Was macht der Automat also? Druckt mir einen Schuldschein aus, den ich an der Kasse gegen Geld einlösen kann. Sorry, aber das ist mit Abstand die schlechteste Lösung, denn diese Saison komm ich nicht mehr an eine Kasse, also müsste ich den Schuldschein mindestens ein Jahr lang daheim rumliegen lassen und darf ihn dann im nächsten Jahr nicht vergessen... Warum ermöglicht der Automat nicht zumindest eine Wahl, die aus "andere Bankkarte probieren", "Keycards zurückerhalten", "Schuldschein ausstellen". Gut, wir konnten den Schuldschein noch an den Bruder von meinem Freund übergeben, der einen Tag länger blieb, aber blöd ist das trotzdem, andere haben diese Möglichkeit nicht.
Bei einem grundsätzlich teuren Skiurlaub fallen zwar 10€ nicht allzu sehr ins Gewicht, aber irgendwie ärgert mich das schon, weil das ganze System eigentlich darauf hinarbeitet, das Pfand einfach zusätzlich einzusäckeln.
Aber zurück zu Aprica: das Gebiet eignet sich ganz gut zum Höhenmeterfressen. Trotz schlechter Sicht und teils langsamen Liften schafften wir über 9300 Höhenmeter innerhalb des 4h-Skipasses. Die Pisten waren nett trassiert, es gab nur ganz wenige Schiebestücke und italientypisch war an vielen Stellen gut beschneit und auch gut präpariert. Ich würde auch sagen: das Skigebiet schaut vom Pistenplan her langweiliger aus als es tatsächlich ist. Auch hier fahre ich gerne mal wieder hin. An diesem Tag war es aber auch gut, nach gut 4h aufzuhören, denn der Regen wurde leider immer stärker - so gesehen alles richtig gemacht.
Unsere weitere Fahrtstrecke führte uns über Ponte di Legno...
und den Tonalepass
, wo auf halber Höhe noch eine alte Gondel rumsteht.
Ab dem Tonalepass wurde dann das Wetter auch besser, es kam sogar etwas die Sonne raus.
Die nächsten zwei Nächte verbringen wir im Val di Sole. Wir kamen heute so schön rechtzeitig an, dass sich für Flo noch eine Laufrunde und für mich ein ausgedehnter Besuch des Wellness-Bereiches ausging. Das Hotel selbst ist nicht superschick, aber grundsolide.
Auch das Abendessen hat uns gut geschmeckt.
Vorspeisen vom Buffet
Bresaola als Hauptgericht