Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Fachforum für Seilbahntechnik: Technische Diskussionen zu Kuppelsystemen, Steuerungen, Seilrechnung und Innovationen im Seilbahnbau.
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phifue
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Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von phifue »

Ich habe mal eine technische Frage zur Einstellung der Fahrgeschwindigkeiten einer aktuellen 10er D-Line.
Konkret geht es mir um die neue Loischkopfbahn im Brandnertal.
Diese hat eine einseitige Mittelstation mit circa 24m Bahnsteig, direkt am Anfang und am Ende werden die Türen geöffnet bzw. geschlossen. Die Länge braucht es auch um im Sommer die Bikecabs in der Mittelstation komplett nutzen zu können
Bei einer kompletten Fahrt muss diese logischerweise durchquert werden. Das ist bei viel Betrieb, wenn die Bahn mit fast 5 m/s fährt kein Problem. Aber wenn wenig los ist und die Bahn mit circa 3,8 m/s unterwegs ist dauert es 1:20 min bis die Mittelstation durchquert ist.
Im Vergleich dazu hat die Alpkopfbahn in Serfaus eine Mittelstation die nur halb so lang ist und fällt damit auch deutlich weniger ins Gewicht bei der Fahrzeit.

Klar ist, dass eine Bahn bei Höchstgeschwindigkeit logischerweise auch schneller durch die Stationen fährt. Verständlicherweise wird diese aber bei weniger Betrieb nicht gefahren.

Meine Frage bezieht sich darauf ob es bei der D-Line technisch möglich wäre ohne Umbauten, die Bahn alleine in der Mittelstation statt 0,3 m/s nun 0,4 m/s fahren zu lassen. Und die restliche Strecken bzw Stationsgeschwindigkeiten bei in dem Fall 3,8 m/s bzw 0,3 m/s zu lassen.
So könnte man sich ohne höhere Kosten auf Seiten der Bergbahnen, alleine 20 Sekunden Fahrzeit einsparen.

Wenn das möglich wäre, ist dann auch eine reibungslose Umstellung im laufenden Betrieb möglich, wenn die komplette Fahrgeschwindigkeit erhöht wird?

Tirolldk
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Tirolldk »

phifue hat geschrieben: 10.04.2026 - 18:32 Ich habe mal eine technische Frage zur Einstellung der Fahrgeschwindigkeiten einer aktuellen 10er D-Line.
Konkret geht es mir um die neue Loischkopfbahn im Brandnertal.
Diese hat eine einseitige Mittelstation mit circa 24m Bahnsteig, direkt am Anfang und am Ende werden die Türen geöffnet bzw. geschlossen. Die Länge braucht es auch um im Sommer die Bikecabs in der Mittelstation komplett nutzen zu können
Bei einer kompletten Fahrt muss diese logischerweise durchquert werden. Das ist bei viel Betrieb, wenn die Bahn mit fast 5 m/s fährt kein Problem. Aber wenn wenig los ist und die Bahn mit circa 3,8 m/s unterwegs ist dauert es 1:20 min bis die Mittelstation durchquert ist.
Im Vergleich dazu hat die Alpkopfbahn in Serfaus eine Mittelstation die nur halb so lang ist und fällt damit auch deutlich weniger ins Gewicht bei der Fahrzeit.

Klar ist, dass eine Bahn bei Höchstgeschwindigkeit logischerweise auch schneller durch die Stationen fährt. Verständlicherweise wird diese aber bei weniger Betrieb nicht gefahren.

Meine Frage bezieht sich darauf ob es bei der D-Line technisch möglich wäre ohne Umbauten, die Bahn alleine in der Mittelstation statt 0,3 m/s nun 0,4 m/s fahren zu lassen. Und die restliche Strecken bzw Stationsgeschwindigkeiten bei in dem Fall 3,8 m/s bzw 0,3 m/s zu lassen.
So könnte man sich ohne höhere Kosten auf Seiten der Bergbahnen, alleine 20 Sekunden Fahrzeit einsparen.

Wenn das möglich wäre, ist dann auch eine reibungslose Umstellung im laufenden Betrieb möglich, wenn die komplette Fahrgeschwindigkeit erhöht wird?
Wie soll das bei einer durchgehenden Sektion wie der am Loischkopf funktionieren? Für mich unlogisch! Aber die Experten können es sicher klären.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Greithner »

Als Leihe sollte es gehen, wenn man dies elektrisch einstellen kann. Werden die Reifenfördere per Riemen vom Seil angetrieben, müsste man wenn man könnte den Elektromotor im Bahnsteigbereich aber eben schneller einstellen, möchte man mit 0,4 m/s fahren wollen. Am Übergang von den Station zu den Beschläunigern sehe ich keine Probleme. Was aber nicht gehen sollte ist, wenn man unter dem Betrieb umstellen möchte, aber der Abstand in der Station bereits ausgereitzt ist. Man müsste wenn man möchte es davor einstellen so wenn man Geschwindigkeiten wechseln möchte genug Platz zur Verfügung hat.

Eine interessante Frage! :o

EDIT: Denn wenn in der Station schneller gefahren wird, ist der Abstand größer. Dadurch wird eine oder mehrere Gondeln nicht benötigt. Das müsste man beim beschicken mit berücksichtigen, oder man hat von Haus aus eine oder zwei Kabinen weniger und kann so vor Ort entscheiden.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Damit das funktioniert muss mindestens ein Teil der Beschleuniger und Verzögerer separat angesteuert werden können. Sind die kompletten Einheiten mechanisch verbunden, auch wenn sie nicht mechanisch mit dem Seil verbunden sind, ist das nicht möglich.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Greithner »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 11.04.2026 - 00:00 Damit das funktioniert muss mindestens ein Teil der Beschleuniger und Verzögerer separat angesteuert werden können. Sind die kompletten Einheiten mechanisch verbunden, auch wenn sie nicht mechanisch mit dem Seil verbunden sind, ist das nicht möglich.
Das ist dann Grundvoraussetzung. Auserdem muss auch das System selbst regeln wenn die Geschwindigkeit mal veringert wird, aber auch wenn man dann doch mal 6,5 m/s fahren möchte auf der Strecke. Mit einer Variable sicherlich lösbar.

Die einzige Frage was ich da noch hätte ist wie der Übergang verzöger/beschleuniger am besten lösbar wäre, sollte eine Geschwindigkeitsanpassung von 0,3 auf 0,4 m/s doch zu viel von einem auf das andere Rad sein. Ohne einer technischen Anpassung stelle ich mir dies schwierig vor, kann aber bei der kleinen Summe wahrscheinlich ignoriert werden.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Skiwelt07 »

Unter laufendem Betrieb werden dann wie schon angesprochen die abstände unterschiedlich, kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendeine BB das machen würde, extra irgendwie anders zu verschicken dafür, denen ist es egal ob du 1:20 oder 1:00 durch die MS fährst :wink: , den meisten gästen warscheinlich auch, aus diesem Grund kann ich mir auch nicht vorstellen dass DM das extra verbaut(also die wie Seilbahnjunkie gesagt hat separat ansteuern lässt).
Technisch möglich ist das aber sicherlich
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Wost.EUB
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Wost.EUB »

Wegen 1:20 Minuten Fahrzeit mehr?
Dann bräuchtest einen Motor, der den Förderer immer Konstant "schneller" fahren lässt.

Aber ob sich das Auszahlt ist doch auch fragwürdig.
Dann hast ja den Sinn der langsamen Durchfahrt ja nicht mehr gegeben.
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phifue
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von phifue »

Wost.EUB hat geschrieben: 16.04.2026 - 20:30 Aber ob sich das Auszahlt ist doch auch fragwürdig.
Dann hast ja den Sinn der langsamen Durchfahrt ja nicht mehr gegeben.
Die langsame Durchfahrt braucht man ja nur wegen der Bikecabs im Sommer damit die komplett um 360° gedreht werden können Sonst wäre die Mittelstation auch nicht so lang.
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Wost.EUB
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Wost.EUB »

Ja und im Winter werden sie schon schneller fahren als wie 3,8 m/s oder?

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Drahtseil
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Drahtseil »

Grundsätzlich hat man zwei Möglichkeiten zur Verzögerung (schiefe Ebene mal ausgeschlossen):
  • Gleichbleibende Antriebsdrehzahl (am Beginn der Verzögerungsstrecke) und variable Übersetzung zwischen den Förderreifen
  • Variable Antriebsdrehzahl (am Beginn der Verzögerungsstrecke) und gleichbleibende Übersetzung zwischen den Förderreifen
Bei Variante 1 wird der Verzögerungseinheit zumeist direkt vom Förderseil mit konstanter Drehzahl angetrieben. Das Verhältnis zwischen Seilgeschwindigkeit und Stationsgeschwindigkeit wird dann mechanisch durch die Übersetzung der einzelnen Reifenförderer bzw. deren Riemenscheiben erreicht, wobei i_Ges=i_1*i_2*...*i_n gilt. Das resultierende Verzögerungsprofil ist dabei systembedingt nicht linear, sondern ergibt sich aus der diskreten bzw. kontinuierlichen Staffelung der Einzelübersetzungen. Dieses lässt sich jedoch nicht ohne technischen Umbau ändern, im laufenden Betrieb schon gar nicht.

Bei Variante 2 ist i_Ges=1, da sich alle Förderreifen der Verzögerungsstrecke mit der gleichen Geschwindigkeit drehen. Der Antrieb bzw. die Steuerung errechnet sich dann abhängig von Eingangsgeschwidnigkeit v_0, Umlaufgeschwindigkeit v_1 und Verzögerungsstrecke s_ver ein Bewegungsprofil v(t) bzw. n(t). Einfachste Variante wäre als lineares Profil, wobei hier der Ruck am Anfang und Ende maximal wäre, was mechanisch unschön ist. Daher wäre Sinus- (oder Cosinus-), S-Kurven-, Polynom- (meist 5. Grades oder höher) oder ein Sigmoidprofil das Mittel der Wahl. Vorteil ist, dass sich das Profil in Echtzeit an die aktuelle Ist-Geschwindigkeit anpasst und somit flexibel auf variable Anfangs- und Endgeschwindigkeiten anpassbar ist. Nachteil ist die Fehleranfälligkeit, die höhere technische Komplexität und die damit verbundenen Kosten und die meist nicht vorhandene, technische Notwendigkeit. Typsiche Beispiele für solche Systeme wären DLM's/DMC's oder z.B. alte Habegger Anlagen mit Riemenverzögerung.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Bjoerndetmold »

Greithner hat geschrieben: 10.04.2026 - 23:32 EDIT: Denn wenn in der Station schneller gefahren wird, ist der Abstand größer. Dadurch wird eine oder mehrere Gondeln nicht benötigt. Das müsste man beim beschicken mit berücksichtigen, oder man hat von Haus aus eine oder zwei Kabinen weniger und kann so vor Ort entscheiden.
Wenn alle X Sekunden eine Kabine in die Station einfährt, kommt auch alle X Sekunden eine wieder heraus. Egal ob die Kabinen in der Station mit 0,5 m/s bewegt werden oder mit Lichtgeschwindigkeit.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von phifue »

Wost.EUB hat geschrieben: 16.04.2026 - 21:32 Ja und im Winter werden sie schon schneller fahren als wie 3,8 m/s oder?
An vollen Tagen schon, aber an den vielen nur bedingt da reicht die Kapazität von 1600 p/h komplett aus. 6 m/s wird die Anlage eh fast nie fahren. Die 2100 p/h bei 5 m/s reichen locker.

Im Sommer wird die Bahn wohl zwischen 3,5 und 4 m/s fahren. Mehr funktioniert mit den Bikecabs laut Aussagen vor Ort nicht wirklich.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Skiwelt07 »

Bjoerndetmold hat geschrieben: 16.04.2026 - 23:35
Greithner hat geschrieben: 10.04.2026 - 23:32 EDIT: Denn wenn in der Station schneller gefahren wird, ist der Abstand größer. Dadurch wird eine oder mehrere Gondeln nicht benötigt. Das müsste man beim beschicken mit berücksichtigen, oder man hat von Haus aus eine oder zwei Kabinen weniger und kann so vor Ort entscheiden.
Wenn alle X Sekunden eine Kabine in die Station einfährt, kommt auch alle X Sekunden eine wieder heraus. Egal ob die Kabinen in der Station mit 0,5 m/s bewegt werden oder mit Lichtgeschwindigkeit.
Normal aus dem Stand schon, während Betrieb, nein, da kommt immer noch alle x-sekunden eine rein, aber plötzlich alle y-sekunden muss eine raus, funktioniert also nicht.
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Re: Steuerungsmöglichkeiten D-Line

Beitrag von Bjoerndetmold »

Skiwelt07 hat geschrieben: 18.04.2026 - 09:57 Normal aus dem Stand schon, während Betrieb, nein, da kommt immer noch alle x-sekunden eine rein, aber plötzlich alle y-sekunden muss eine raus, funktioniert also nicht.
Solange die Stationsdurchfahrt für jede einzelne Kabine gleich lange dauert, ist die Geschwindigkeit in der Station egal: die Kabinen werden im gleichen Rhythmus in die nächste Sektion (wenn diese genauso schnell und mit gleichem Abstand fährt wie die vorherige) wieder eingekoppelt, in dem sie in der Station angekommen sind.
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