Sesselbahn Druck auf Förderseil

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Peter69
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Sesselbahn Druck auf Förderseil

Beitrag von Peter69 »

Grüss euch mal eine Frage macht es im Förderseil nichts aus wenn die Sessel oder Gehänge das ganze Jahr an der selben Stelle beharren. Ist ja gerade in Jungholz so wo die Adler und Bischlagbahn seit 2 Jahren nicht bewegt wurden. Oder auch wenn LSAP seit 2020 der Sessellift an den Grüntenliften. Meine da könnte es Standständen an der Einhänge oder am Förderseil geben was meint ihr.

Freundlichen Gruss. :D

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Wost.EUB
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Re: Sesselbahn Druck auf Förderseil

Beitrag von Wost.EUB »

Falls diese Anlagen (jemals) wieder in Betrieb gehen, wird das Förderseil sicher kontrolliert werden zuvor.
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Spezialwidde
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Re: Sesselbahn Druck auf Förderseil

Beitrag von Spezialwidde »

Die größte Belastung für ein Drahtseil ist das Verbiegen um die Seilscheiben. Im Stand passiert gar nichts außer dass es rostet. Die Klemmen beschädigen jedenfalls nichts.
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Carinthian_Ropeways
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Re: Sesselbahn Druck auf Förderseil

Beitrag von Carinthian_Ropeways »

Spezialwidde hat geschrieben: 15.03.2026 - 12:46 Die größte Belastung für ein Drahtseil ist das Verbiegen um die Seilscheiben. Im Stand passiert gar nichts außer dass es rostet. Die Klemmen beschädigen jedenfalls nichts.
Das ist nicht ganz korrekt, denn nicht umsonst sind Klemmenversetzintervalle (inkl. visueller Kontrolle der alten Klemmstelle) vorgegeben. Die Klemmen selbst können ebenfalls beschädigt werden, es können sich nämlich Litzeneindrücke im Seilklemmenhauptteil und im Druckstück bilden.

Auch ohne dem "Zutun" von Klemmen können Seilbeschädigungen auftreten, wie z.B. durch Blitzschlag. Ist das Seil "tot", sprich: kommt es zu Litzenberührungen, funktionieren beispielsweise Schleppliftklemmen ohne Federspeicher nicht mehr, da die Klemmen aufgrund der fehlender Federwirkung des Seils rutschen würden. Zusätzlich würde die dabei entstehende Reibung die Zinkschicht von den Litzen entfernen, was wiederum zu Korrosion führen kann - das kann gerade dann auftreten, wenn Anlagen, die lange stillstanden, wieder in Betrieb genommen werden. Auch können durch Ermüdung Drahtbrüche am Seil auftreten.

Dementsprechend wichtig ist es, während des Betriebs (klarerweise außerhalb der Öffnungszeiten) monatliche visuelle Seilkontrollen durchzuführen und auch die Fristen für die magnetinduktive Seilprüfung einzuhalten.

Es wird auch empfohlen, nach der Saison die Fahrbetriebsmittel (oder Fahrzeuge, wie sie mittlerweile leider offiziell genannt werden) vom Förderseil zu nehmen und sie witterungsgeschützt zu lagern.
Datenbank zu allen Kärntner Seilbahnanlagen im Aufbau - siehe aktuellen Status quo auf https://www.instagram.com/carinthian_ropeways/
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Spezialwidde
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Re: Sesselbahn Druck auf Förderseil

Beitrag von Spezialwidde »

Carinthian_Ropeways hat geschrieben: 04.06.2026 - 13:02 Das ist nicht ganz korrekt, denn nicht umsonst sind Klemmenversetzintervalle (inkl. visueller Kontrolle der alten Klemmstelle) vorgegeben. Die Klemmen selbst können ebenfalls beschädigt werden, es können sich nämlich Litzeneindrücke im Seilklemmenhauptteil und im Druckstück bilden.
Ja aber auch nur in dem Moment wenn das Seil wiederum um die Seilscheiben gezogen wird. Dann herrschen im Bereich der Klemmen besonders große Scherkräfte. Also auch nur ein Problem wenn die Seilbahn läuft. Die Frage war ja aber auf stillgelegte Anlagen bezogen, zumindest entnehme ich das der Fragestellung weil nach Standschäden gefragt war. Eine Klemme die einfach stehend aufgeklemmt ist verursacht keine gesonderte Seilbeanspruchung. Wenn man eine Seilbahn länger abstellt sieht man zu dass keine Klemme auf der Seilscheibe stehen bleibt weil das für die Klemme natürlich eine dauerhafte Biegebeanspruchung verursachen würde.
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Philipp2
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Re: Sesselbahn Druck auf Förderseil

Beitrag von Philipp2 »

Spezialwidde hat geschrieben: 15.03.2026 - 12:46 Die größte Belastung für ein Drahtseil ist das Verbiegen um die Seilscheiben. Im Stand passiert gar nichts außer dass es rostet. Die Klemmen beschädigen jedenfalls nichts.
Ich werfe hier ein (abzurufen bei Seilbahnen.org):
Verhalten der Sessel von Sesselbahnen im Wind - Prof. Dr G. OPLATKA und Dipl.-Ing. Th. RICHTER, ETH Zürich/Schweiz
Der Bruch eines neuen Förderseiles einer Sesselbahn infolge winderregter Schwingung gab den Anlaß, sich mit dem Problemkreis auseinanderzusetzen.
Sessel, die bei abgestellter Bahn auf der Strecke verbleiben, können vom Wind an das Seil geschleudert werden. Sie werden dabei beschädigt und können das Seil von den Stützen werfen. Sie können sich auch umschlagen, d.h. ihr Gehänge befindet sich dann an der bahninneren Seite des Seiles, was nach dem Anfahren der Bahn zu einer Kollision mit der nächsten Stütze führt.
Sessel, die sich an den Grenzen von Wind-/Windschattengebieten befinden können schon bei mäßigem Wind in eine Kreiselbewegung geraten. Da diese mit einer periodischen Verdrehung des Sessels verbunden ist, erfahren Fahrzeug und Seil eine Wechselbeanspruchung, die in wenigen Stunden zum Bruch führen kann.
Wobei mir außer der im Text genannten Anlage keine weitere bekannt wäre, an der das Seil durch winderregte Schwingungen derart beschädigt wurde.

OT, aber ergänzend: die weit bedeutenderen Schäden treten aber im Bereich der Stützenausrüstung auf; die Rollenfutter und Lager können insbesondere bei älteren Anlagen mit ungünstigen Pressungen schon nach drei Jahren Stillstand zerstört sein und das wird doch recht teuer. Nicht zu vernachlässigen sind die kombinierten Einwirkungen durch Wind, Schnee und Eis: ich denke da an die alte Verditz III, an der nach einem Jahr Stillstand an der Hälfte der Stützen das Seil bis auf den Boden abgeworfen wurde oder den Wasserhanglift, bei dem sich nach einem Winter ohne Enteisung drei Stützen so verbogen hatten, dass sie ersetzt werden mussten.
Ein Hersteller hat auch Probleme mit der wetterfesten Konstruktion seiner Fahrzeuge... recht spröde, diese Sesselverriegelungen.
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