Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

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vovo
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Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

Beitrag von vovo »

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Wir wollten wieder einmal das Lost-Place-Eldorado Alpl bei Krieglach besuchen. Für manche aus der Gruppe sollte es bereits der dritte Besuch dort in den Tiefen der Steiermark sein, wo wir leider ein ziemlich geiles Skigebiet verpasst haben, das um 2014 stillgelegt worden ist. Zwar stehen die Lifte noch, aber wie zu sehen sein wird braucht man sich auf eine Wiederinbetriebnahme keine Hoffnungen machen. Eher wird das Kolosseum wieder eröffnet als jene fertigen Ruinen.

Wir hatten uns für Sonntag, den 2. August verabredet – ich reiste schon am Freitag in die Steiermark, um entlang der Strecke noch ein paar Besichtigungen zu unternehmen. Diesmal wollte ich endlich einmal in Mautern die alte DSB fahren, was sich vor vier Jahren wegen dem Wetter und einem längeren Mittagsschlaf auf einem Parkplatz im Ennstal nicht mehr ausgegangen war.

Diesmal startete ich früh genug, hielt meinen Pausenschlaf vor Wels und kam bei Sonnenschein und wenig Betrieb am „Wilden Berg“ an. Ich fand sogar noch einen Schattenparkplatz – an jenem sehr heißen 31.07.2026 ein sehr willkommenes Geschenk.

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Eine noch recht junge Frau wachte am Einstieg. Endlich schwebte ich in der alten DSB hinauf - eine Gebrauchtanlage aus dem Zillertal. Ursprünglich 1984 als Rastkogelbahn II erbaut und 2002 hier her verpflanzt. Ein SL-ESL-Kombilift auf gleicher Trasse wurde dabei ersetzt. Das hatte ich vor Jahren alles schon einmal auf dem Schirm – zwischenzeitlich aber geriet das wieder völlig in Vergessenheit. Erst ein paar Wochen nach der Tour kam ich wieder drauf:

https://www.seilbahntechnik.net/de/lifts/433/datas.htm


Zottel hat 2012 bei seinem Besuch hier noch die Talstation der Vorgängeranlage geknipst:
https://www.seilbahntechnik.net/de/lift ... /datas.htm

Bei Austrianmaps lässt sich aber vergleichen, dass der alte Lift nicht ganz so weit hinauf reichte, wie die jetzige DSB. Weiter oben passt das Gelände nicht so recht zu einer SL-Trasse – unterhalb davon aber eindeutig schon. An der DSB hat es früher wohl auch noch Winterbetrieb gegeben – oben rechts sieht man noch die nun mehr einwachsende Abfahrt.

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Im Wald – ein erster Rodler sollte dann auch schon runter fahren...
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Zu den Attraktionen weiter oben – irgendein Hüttendorf, Tiergehege usw. fährt auf der benachbarten Straße auch noch ein Bus.
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Der Zwischenausstieg bzw -zustieg für die Rodelbahn. Ich fuhr naturgemäß ganz hinauf – leider war mir das bei der Tafamuntbahn letzten Montag jedoch nicht vergönnt.
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Idyllisch wirkt das hier nicht, aber dank der sonstigen Attraktionen hat die DSB wenigstens überlebt. Denn nur wegen der Bahn würde hier niemand – außer den Liftefreaks – hinauf wollen.
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Die Metro liefert auch am Berg oben. Leider hatte ich das Teleobjektiv nicht dran stecken, sodass man das nicht näher erzoomen konnte.
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Für die Kinder sicher schön hier oben – da habe ich schon trostlosere Vergnügungsareale erblicken müssen. Etwa am Alpsee in Immenstadt, wo ich es an der Bergstation der DSB total furchtbar fand.

Auf dieser Höhe muss m.E. auch der alte SL-ESL-Kombilift geendet haben.

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Doch die DSB schwebt noch ein wenig weiter hinauf...
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Oben angekommen... hier war es noch angenehm von den Temperaturen her. Bald kamen die ersten Familien und ich räumte meinen Platz an den Holzbänken, um wieder ins Tal zu schweben.
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Ich musste dann eine ganze Weile warten, da ein Liftler damit beschäftigt war, den Rasen zu trimmen und der andere mir den Rücken zudrehte. Rufen nutzte nichts wegen dem Lärm. Aber irgendwann drehte sich der Mann um und bemerkte mich.
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Über die Tiere hinweg ging es wieder ins Tal.
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Lt. Austrianmaps gab es an den umliegenden Berghängen hier keine Lifte. Das nächste Skigebiet ist Wald am Schoberpass, wo man den Alpenhauptkamm durchstößt. Ich hatte die betreffende Stelle in dieser Gegend immer beim Gleinalmtunnel vermutet.
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Mautern mit der A9 davor, die sich wegen des Ferienbeginns in Bayern und Baden-Württemberg bald füllen sollte. Deswegen war ich an jenem Tag bereits um 4:40 Uhr aufgestanden, um rechtzeitig weit genug im Süden bzw. dann auf der Semmering-Schnellstrasse zu sein.
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Hinter der jetzigen Talstation ist noch jene des ESL-SL-Kombilifts. Aber das hatte ich vor Ort wieder vergessen gehabt und erst jetzt wieder recherchiert. Deswegen leider kein weiteres Foto.
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Lt. Liftworld wurde der Antrieb wohl erst 2025 erneuert.

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Ich fuhr nach St. Michael in der Steiermark, wo mir bei Austrianmaps ein Lift aufgefallen war, der lt. Googleearth sogar als Ruine noch stehen sollte. Wie schon zuhause bei der nächtlichen Planung befürchtet, verfuhr ich mich an dem verdammten Autobahnkreuz. War ja wieder klar... danach mal kein endloses Gezockel hinter einem Schleicher, sondern wegen einer Straßenbelagserneuerung. Wegen dem Rollsplitt durfte man ewig nur 30 Fahren. Wenigstens fand ich dann schnell die Feldweg-Abzweigung von der Landstraße, die ich vorab bei den Luftbildern schon ausgespäht hatte.

Ich bildete mir ein, einfach zum Lift fahren zu können, doch bei diesem Bauernhof ging es wegen eines Gatters nicht weiter. Ich drehte wieder um und stellte den Wagen am Wegesrand im Schatten ab. Ich versuchte es dann einfach so und wollte notfalls nachfragen, ob eine Passage erlaubt sei. In sengender Hitze und mit der neuen Nikon um den Hals stapfte ich los.
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Na wenigstens kein Verbot! Der Anwohner hantierte unterdessen mit einer Kreissäge in seiner Werkstatt und schien mich entweder nicht zu bemerken oder nichts gegen passierende Wanderer zu haben.
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So erreichte ich schließlich die Ruine – sie stand noch, was ich von unterwegs aus den Augenwinkeln auch gesehen hatte.
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Ich freute mich, die Ruine noch angetroffen zu haben – immer wieder schön, wenn man sich nicht mit einer leeren Wiese begnügen muss und nur noch Luftbildvermutungen anstellen kann.
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Scheint schon länger LSAP zu sein und passte ganz gut zur Alpltour, denn auch dort sehen die Ruinen mittlerweile so aus. Mehr als stillgelegt...
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Über einen Waldweg erreichte ich die Bergstation...
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Schon lange nicht mehr getrunken...
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Hochzufrieden genoss ich noch die Kühle des Waldes und wanderte wieder zurück. Diesmal war niemand am Bauernhof draußen und ich schlich mich zu meinem Fahrzeug. Ich hatte dann Glück, wenn kurz bevor ich eine kleine, enge und unübersichtliche Unterführung passierte, kam mir eine Frau entgegen. Das hätte knapp werden können, denn sie fuhr doch recht flott da durch.

Ich hatte nun die Qual der Wahl – am Vorabend waren mir dutzende Einzellifte bis hinauf nach Mürzzuschlag aufgefallen. Um Mautern nix und ab St. Michael war richtig viel geboten und bis auf den Annerlbauerlift alles anscheinend schon LSAP.

So fuhr ich nach Bruck an der Mur und sollte dort viel Zeit lassen. Es begann damit, dass mir sowohl Googlemaps wie auch das dumme Navi meines alten Passats eine Zufahrtsstraße vorgaukelten, wo keine war. Ich wollte auf den Heuberg hinauf, wo es bis 2000 einen längeren Einzellift gegeben hatte. Aber keine Chance, da hinauf zu gelangen!

Erst ging es nicht mehr weiter – die Straße endete in einem zuwachsenden Wanderweg. Also wieder zurück und eine Abzweigung. Es folgte eine enge Forstrasse, absolut einbahnig und nur für einzelne Anwohner am Berg oben gedacht. Nicht für Münchner Passats – aber wenigstens juckte das niemanden. Die Abzweigung, die mir angezeigt wurde, existierte nicht. Natürlich musste ich dann im Hof eines Hauses wenden, hoffend, an keinen Anzeigenheini zu geraten.

Ich fuhr wieder zurück zur Abzweigung und überlegte. Natürlich wollte dann genau das Postauto vorbei und ich musste Platz machen. Ich wollte aber nicht so einfach aufgeben und dachte, dass die angezeigte Straße vielleicht beim Bau der Semmering-Schnellstraßen-Umgehung aufgelassen wurde. Die Schnellstraße führte unmittelbar neben mir in einen Tunnel hinein. So fuhr ich wieder die schmale Forstrasse und fand im Wald einen Platz zum Parken – wenn auch nicht im Schatten.

Exakt an der Stelle, wo Googlemaps die Abzweigung anzeigte, arbeitete ich mich im Wald hinauf. Doch da war nirgendwo etwas von einem Weg zu sehen. In Südtirol hatte ich mal so einen längst vergessenen Pfad entdeckt und zur LSAP-Stütze der Pendelbahn von Meran nach Hafling gefunden. Diesmal aber fand ich dann erst weiter oben einen querenden Feldweg vor. Der führte aber nur um den Berg herum und endete im Nichts. Darüber steiler Bergwald, wo man nicht weiter kam.

Also wanderte ich in die andere Richtung, wo ich auf einen Imker stieß, der sich mit seinen Bienen beschäftigte und recht zurückhaltend wirkte. Ich fragte nach dem Weg und er zeigte ihn mir – ein Waldpfad, der im Sommer nicht zu benützen ist, weil er total überwuchert war.

„Da kommen die Anwohner im Winter manchmal runter. Aber jetzt fängst da nur Zecken ein und kommst nicht weiter!“, meinte er.

Aber er beschrieb wir, wie ich einfach weiterlaufen und so zu einer Forstrasse kommen würde, über die man den Heuberg oben erreichen kann. Er sprach auch was von einem Gasthaus, das ich aber später leider nicht fand und das er offenbar für mein Ziel hielt.

„Zum Wandern hab ich gar keine Zeit“, meinte er noch, ehe ich mich dankend verabschiedete.

Ich kehrte nicht mehr direkt zum Auto zurück – da hätte ich ja wieder durch den Wald müssen. Ich hatte auch keine Lust, mit dem Passat die später vorgefundene schmale Forstrasse hinauf zu fahren. Als marschierte ich los und stellte erfreut fest, genau den Weg entdeckt zu haben, den ich eigentlich gesucht hatte. So würde ich unweigerlich an der früheren Talstation vorbeikommen, die man auf alten Luftbildern nach dem Abbau des Lifts noch erkennen konnte. In aktuellen Ansichten war da alles zugewachsen.

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Es hatte sich gelohnt! Sie stand noch da! Ich war froh, doch noch den Weg gefunden zu haben – dem Imker sei Dank! Leider hörte man oberhalb auf der Wiese einen Traktor fahren – war ja wieder klar ;)
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Lost Place oberhalb von Bruck an der Mur...
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Ich freute mich mal wieder wie ein Kind zu Weihnachten – zumal oberhalb auf der Wiese nun keine Traktorengeräusche mehr zu hören waren und auch sonst niemand störte. Ab und an rollten Autos auf der Forstrasse vorbei, aber da standen genug Bäume.
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Wie schon im verlinkten Zeitungsartikel beschrieben, wurde der Liftbetrieb hier vor 26 Jahren eingestellt. War doch erst ;)
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Da führte der Lift einst hinauf – nach der Kuppe ging es noch über eine Wiese weiter.
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Die Talstation – ich respektierte natürlich die Absperrung und fotografierte nur von außen. Das Graffiti RECHTS habe ich mal lieber mit Photoshop übertüncht, um keine Schwierigkeiten heraufzubeschwören. Immerhin ermittelt die Staatsanwaltschaft auch schon, wenn man in Panik eine Hornisse platt schlägt... wobei das Übertünchen dieses Zeichens dann wiederum von einigen Anderen als Frevel angesehen werden könnte. Aber ich reise die nächste Zeit ja nicht in Sachsen-Anhalt ein...
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Wenn da auf einmal ein Gesicht erschienen wäre – schreiend hätte ich mich vom Acker gemacht ;)
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So sieht das Ganze vom Einstieg mittlerweile aus. Der Baum und seine Äste leisteten mir dann aber gute Dienste, denn der Bauer oben kam zurück auf die Wiese. Das Tuckern näherte sich immer mehr und ich versteckte mich hinterm Baumstamm.
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Zuvor hatte ich noch durchs Gitter der Absperrung in die Talstation hinein gezoomt.
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Zoom vom Baumstammversteck auf. Wenigstens wendete der Traktor ein paar Meter vor mir und entfernte sich wieder nach oben. Ich atmete durch und Erinnerungen an die 80er und frühen 90er kamen auf, als wir Kinder uns ständig auf Baustellen oder sonst wo herumschlichen.

Leider blieb der Landwirt mitten auf der Wiese stehen und arbeitete dort mit der Sense weite. Ich überlegte schon, ob ich am Boden robben sollte, doch das wäre von oben einsehbar gewesen. Also blieb ich hinterm Baumstamm.

Als der Landwirt am Waldrand ein wenig von den Bäumen verdeckt war, huschte ich zurück zum Forstweg und setzte meinen Weg nach oben fort. Ich wollte noch zur ehemaligen Bergstation!


FORTSETZUNG FOLGT...
Zuletzt geändert von vovo am 31.08.2026 - 12:14, insgesamt 1-mal geändert.
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gReXi
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Re: Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

Beitrag von gReXi »

Wieder mal ein klasse Bericht, wo man gedanklich super mitgehen kann. Besonders freut mich für dich der Fund der SL-Ruine nach der Warntaffel wegen des freilaufenden Bullen. Die Aufnahme dort von der Bergstation, im Wald stehend, mit Blick richtung Tal, ist mein Lieblingsfoto in dem ganzen Bericht. Bin schon gespannt, was da noch an Bildern kommt. :D
LG, gReXi
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DaDani10
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Re: Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

Beitrag von DaDani10 »

Danke für den tollen Bericht, auch mal was aus (fast) meiner Region. Danke vorallem für das dokumentieren des Skilift Brunn in St. Michael!

Für die Suche von Zufahrtswegen empfehle ich dir die Alpenvereinaktiv App, oder sonst auch GIS Steiermark. Beide Dienste sind kostenlos und du hättest dir den Ärger ersparen können :)

Lg
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vovo
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Re: Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

Beitrag von vovo »

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Auch am Berg oben war es mittlerweile sehr heiß geworden, aber ich wollte dennoch bis zur ehemaligen Bergstation laufen. Dank der Luftbilder wusste ich, dass dort ein Forstweg vorbeiführt – also kein heimliches Anschleichen durch heilige Wiesen ;)

Oben hat man einen sehr schönen Ausblick auf das Tal. Schwitzend marschierte ich dahin. Außer einem einzelnen Traktor, der in Plane verpackte Heuballen einholte, bewegte sich nichts. Ein neuer Mercedes stand dem Bauern beim Abladen im Weg. Ich beneidete die Fahrerin, die vermutlich die Klimaanlage voll auf Anschlag laufen ließ, während sie ein Telefonat führte.

Ich fand eine Bank, trank meine letzte Flasche leer und setzte den Weg fort. Weiter oben hatte ich schon wieder Durst. Da hatten Bewohner eines der einzelnen Häuser Getränke in einem Zuber mit kaltem Wasser liegen – direkt am Wegesrand. Das war sehr verlockend, doch ich blieb brav und lief ohne Mundraub weiter. Wäre draußen jemand anzutreffen gewesen, hätte ich eine Flasche abgekauft.

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Hier stand ein Landwirt auf der Wiese und mähte per Hand. Ich marschierte schüchtern weiter. Den nickenden Gruß des Sensenmannes interpretierte ich als Erlaubnis, ohne Anschiss weiterlaufen zu dürfen – auch wenn man hier direkt durch den Hof musste. Wenigstens kam kein Hund angerannt und es wetzten nur ein paar Laufenten herum.
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Idylle oberhalb von Bruck an der Mur...
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Lt. Luftbild, das leider nicht sehr hochauflösend ist, müsste auf dieser Lichtung wahrscheinlich die Bergstation (in diesem Fall die Umlenkung) gestanden haben.
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Oder hier ein paar Meter weiter. Da Häuser in Sichtweite lagen, unterließ ich eine Fundamentensuche. Es war vom Wegesrand auch nichts auszumachen.
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Leicht links der Mitte müsste der Lift heraufgekommen sein.
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Etwas weiter stand noch dieses Gemäuer. Vielleicht endete der Lift hier? Ich vermute aber eher bei den zuerst gezeigten Standorten.
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Ich erwischte einen neu angelegten Forstweg, der genau zur Mitte der Lifttrasse führte! Hier kam der Lift herauf – man sieht nichts von der Talstation. Die ist da unten total eingewachsen. Noch immer wurstelte hier der Landwirt auf der Wiese herum – diesmal blickte ich von oben auf ihn herab, während ich zuvor noch unten hinterm Baum gestanden hatte.
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Hier führte der Lift über eine freie Wiesenfläche weiter, um dann oben am Forstweg zu enden.
Leider endete der neue Forstweg kurz nach dieser Stelle. Zurückzugehen war keine Option, denn dann hätte ich einen riesenhaften Umweg auf mich nehmen müssen. Entweder hätte ich dann wieder hinauf und den gleichen Weg zurück latschen müssen – oder ganz außen herum nach Bruck hinunter. Hinter einem Waldstück leuchtete bereits die nächste Wiese hervor und so nahm mich diesen Weg. Natürlich kam ich dann gleich wieder am nächsten Gehöft heraus. Ich betete, einen unbeobachteten Moment zu erwischen und eilte über die Wiese zum Zufahrtsweg. Aus einer Scheune lärmte irgendein Arbeitsgerät, aber zu sehen war niemand. Aber ich hatte an jenem Tag Glück und marschierte unbehelligt weiter.

Im Tal musste ich noch ein ganzes Stück wieder hinauf laufen und den Waldweg um den halben Berg herum wandern, um zu meinem Auto zu gelangen. Dieses hatte in der Sonne gestanden und war total aufgeheizt. Trotzdem trank ich die nun teewasserwarmen Flaschen sofort leer. Am Ortsrand von Bruck sah ich eine ältere Frau aus einem Gebäude mitten auf dem Friedhof kommen. Ich hielt und fand dort ein Waschbecken vor, wo ich mir kaltes Wasser zapfen konnte. Mit gelöschtem Durst und gewaschenem Gesicht ging es zum nächsten LSAP.

Schon bei der letzten Alpltour 2022 hatte ich in Kindberg Halt gemacht. Auf den Berg, wo das Panoramakreuz steht (oben auch noch ein Gasthaus namens Ochnerbauer) hat es früher zwei Sektionen von Schleppliften gegeben. In alten Aufnahmen sind noch zwei Waldschneisen zu sehen, doch anscheinend fielen die Bäume weiter unten einem Sturm oder Käferbefall zum Opfer. Vom Tal aus war 2022 die untere Trasse kaum noch zu erkennen gewesen – auch von der Talstation selbst fand sich damals keine Spur. Man konnte aber nicht direkt hin.

2026 fuhr ich mit dem Wagen den Berg hinauf, um zur Talstation des oberen Lifts zu wandern. Ich hatte bei Googlemaps gesehen, dass sich dort noch das Stationsgebäude befinden musste. Während ich in Kindberg herumkurvte, näherte sich ein Gewitter und der Himmel zog zu. Der Regenradar ließ aber auf einen kurzen Schauer hoffen, so dass ich meine Tour nicht abbrach. Auch wie 2022 verfuhr ich mich, da sie den Straßenverlauf geändert hatten und man nun auf der anderen Seite des Friedhofs unter der Bahnline durchkommt. Das kannte mein Uraltnavi noch nicht.

Als ich die Bergstrecke hinauffuhr, kam mir ein wirrer Typ entgegen. Keine Ahnung, wer den freigelassen hat! Ich war froh, dass er mir nicht vors Auto lief und mir auch nicht der Motor abstarb. Vorsichtig rollte ich an ihm vorbei. Der Mann fuchtelte aggressiv mit den Armen und rannte dem Wagen hinterher. Ich beschleunigte und befürchtete schon, dass er nun nach oben den Berg hinauf irren würde – auf der Suche nach dem braunen Passat mit dem bösen M ;)

Ich parkte ein ganzes Stück weiter oben auf einem Waldweg und hoffte, dem Irren nicht mehr zu begegnen. Mein Wunsch sollte erfüllt werden, aber dafür erreichte nun das Gewitter den Ort Kindberg. Ich wartete, bis es weiter zog. Es regnete dann noch eine Weile weiter, als ich zur Talstation wanderte.
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Als es nur noch tröpfelte, trat ich aus dem Wald hervor – hier ging es früher auf der Piste zur 1. Sektion hinunter...
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Hier das Gebäude – rechts davon hat wohl einst der Antrieb gestanden (also nicht im Gebäude). Eine Herde Kühe bewachte hier das LSAP – nicht das obligatorische Bauernhaus... argwöhnisch beäugt umschlich ich mein Ziel.
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Ein Foto von oben – sofort kamen die Kühe näher und ich wich zurück.
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Hier die Liftschneise der 2. Sektion. Beide Schlepplifte hatten eine Länge jenseits des üblichen Dorflifts. Auf den alten Luftbildern erkannte ich bei der 1. Sektion Gittermasten. Fotos habe ich bislang noch keine ausfindig machen können.
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Hier kam die 1. Sektion herauf. Von oben erkennt man noch die Waldschneise gut. Weiter unten gibt es im Gegensatz zu alten Luftaufnahmen keine Bäume mehr.
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Hier führte der Lift wohl noch etwas weiter.
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Ich wagte mich zurück zur Schneise des oberen Lifts. Die Kühe hatten sich auf die andere Seite des Gebäudes begeben. Trotzdem lief ich erst mal etwas schneller nach oben, um aus der Gefahrenzone zu sein. Der Regen hatte nun aufgehört und weiter rechts im Wald hantierten Forstarbeiter. Zeitweilig ertönte laute Musik – unten in Kindberg fand wahrscheinlich ein Konzert statt.
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Blick zurück – vom Verlauf her muss das ein toller Lift gewesen sein.
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Hier hätte ich ein Buschmesser gebraucht...
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Hier fehlten die Bäume – früher muss aber auch hier der Lift mitten im Wald verlaufen sein. Ich hoffte unterdessen, dass mich die Forstarbeiter nicht „erwischen“ würden...
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Hier der letzte Abschnitt unterhalb der Bergstation.
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Hier muss der Lift geendet haben...
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Blick zurück in die Schneise...
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Hier hat vermutlich die Umlenkung gestanden. Oben gibt es zwar ein paar Häuser, aber man konnte hier – auch dank öffentlicher Aussichtsbänke – ungestört knipsen. Ich genoss noch den Ausblick und die angenehm frische Regenluft nach jenen argen Hitzestunden am Nachmittag.
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Die sind mir lieber als Glatzköpfe auf einem Mofa ;)
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Hier begann die Skiabfahrt – sicher eine ansprechende Piste bis ganz nach Kindberg runter.

Gegenüber muss es auch ein kleines Skigebiet gegeben haben – die Pölzllifte (2 Schlepper). 2022 war ich da mit dem Auto hinauf gekurvt. Aber außer einer verwachsenen Schneise und einem Liftlerhäusl steht da nichts mehr.

Über die Skiabfahrt lief ich am Rand der Wiese zurück.
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In Krieglach erwischte ich noch einen geöffneten Hofer, wo ich eine Einheimische erst nicht verstand, die mich freundlicherweise an der Kasse vorließ. Doch sie wechselte ins Hochdeutsche und ich bedankte mich ;)

Endlich kam ich dann an meiner Unterkunft am Alplpass oben an, wo nicht einmal Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Ein paar Pensionsgäste saßen draußen auf der Terrasse. Ein wohl als Scheidungsanwalt tätiger, älterer Österreicher unterhielt eine ganze Tischrunde. Zu meiner großen Freude bot mir die Wirtin ihr letztes Schnitzel an und während Klopfgeräusche aus der eigentlich schon geschlossenen Küche ertönten, saß ich verschwitzt und vom Regen durchnässt als einziger Gast in der Stube...
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Zuletzt geändert von vovo am 05.09.2026 - 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

Beitrag von snowflat »

vovo hat geschrieben: 30.08.2026 - 22:46
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Schon lange nicht mehr getrunken...
Das gute Puntigamer :bia:
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Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Von Mautern bis zum Alpl (31.07.2026)

Beitrag von Zottel »

Mensch, da haste ja wieder einige Highlights ausgegraben - inklusive Traktorhauptwachtmeister, Bulle und Sensenmann. Beruhigend finde ich auch, dass es immer noch undokumentierte Lsaps gibt, die seit Jahrzehnten auf eine Restbegehung warten. Gerne mehr davon aus dieser Ecke.
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