Südtiroler Schipistenplan

Neuigkeiten zur Infrastruktur in Skigebieten weltweit: Informationen und Diskussionen über neue Lifte, Pisten, Beschneiung und Bauprojekte.
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Jens
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Südtiroler Schipistenplan

Beitrag von Jens »

Südtirol: Landesregierung behandelt neuen Schipistenplan

Der so genannte Schipistenplan stand im Mittelpunkt einer kürzlich stattgefundenen Sitzung der Südtiroler Landesregierung. Ablehnung für den Zusammenschluss der Skigebiete Schöneben, Haider Alm und Watles sowie die Gletschererschließung in Sulden.

Die Landesregierung hat die Behandlung der Änderungsvorschläge zum Landesplan der Schipisten und Aufstiegsanlagen fortgesetzt. Insgesamt 38 Gemeinden wünschen sich solche Änderungen beziehungsweise Ergänzungen. Nachdem die Landesregierung im vergangenen November bereits über kleinere Änderungsanträge befunden und diese im Wesentlichen befürwortet hatte, ging es nun um größere Änderungen in den Gemeinden Graun, Stilfs, Latsch, Schnals, Ulten sowie im Passeiertal, in Gröden und am Karerpass.

Während mehrere technische Anpassungen befürwortet wurden, lehnte die Landesregierung den Zusammenschluss der drei Vinschger Schigebiete Schöneben, Haider Alm und Watles ebenso wie die Gletscherschließung in Sulden ab. Sie stimmte allerdings der Nutzung des Gletschers als Übungsgebiet für Mannschaften und für die Sportschule Mals zu. „Obwohl sich das Gebiet teilweise im Naturpark befindet und auf dem Gletscher liegt, sollen diese Sportler wie in den vergangenen 20 Jahren auch weiterhin dort trainieren können“, so Landeshaupmann Luis Durnwalder, der gleichzeitig aber den Bau neuer Anlagen in diesem Gebiet ausschloss.

Wo soll das zu erschließende Gletscher-Gebiet in Sulden sein?

Die Landesregierung sprach sich gegen eine Verbindung des Latscher Schigebietes Richtung Ulten aus, befürwortete allerdings die Errichtung einer neuen Abfahrtspiste bis ins Tal. Im Ultener Schigebiet Schwemmalm darf die Zubringeranlage bei Minderung der Förderleistung von den vorgesehenen 2400 auf 2100 Personen je Stunde erneuert werden.

Was soll das Erneuerung mit Kapazitätsreduzierung

Die weiteren Änderungswünsche – darunter die des Wipp- und des Pustertales – sollen im Verlauf der nächsten Regierungssitzungen behandelt werden. Dann geht der Plan samt Änderungen an die Gemeinden zur Stellungnahme, wird dann von der Landesraumordnungskommission und der Landschaftsschutzbehörde begutachtet, bevor die Landesregierung in zweiter Lesung die Änderungen endgültig verabschiedet.

Bei der derzeitigen Behandlung des Planes handelt es sich um eine Anpassung, die alle drei Jahre vorgenommen werden kann. Die grundsätzliche Überarbeitung ist erst 2009 fällig, „im Zuge dieser zehnjährigen Überarbeitung können wir auch über Neuerschließungen sprechen“, so der Landeshauptmann, „die wir im Zuge der dreijährlichen Anpassung ausgeschlossen.“haben
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Ich habe meine Fragen/Kommentare mal blau direkt in den Text geschreiben
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k2k
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Beitrag von k2k »

Hmm, leider endet meine Karte genau da wo's interessant wird - kurz vor Sulden :evil:
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tipe
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Re: Südtiroler Schipistenplan

Beitrag von tipe »

Jens hat geschrieben: Was soll das Erneuerung mit Kapazitätsreduzierung
Nicht gegenüber dem "jetzt-Zustand" sondern dem "soll-Zustand". Also die jetzige Bahn hat 1200 Pers/h (angenommen), die projektierte Bahn hat 2400 Pers/h genehmigt sind aber nur 2100 Pers/h. So würde ich das verstehen.
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Beitrag von Seilbahnfreund »

Was machen die da in Südtirol? Planwirtschaft wie in der DDR, ich glaub es ja nicht *ankopflang*.

Gruß Thomas
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trincerone
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Beitrag von trincerone »

Hä, wieso? Irgendwer muss doch die Genehmigungen erteilen und die Kompetenz den Gemeinden zu übertragen wäre ja eher nicht sooo klug... ?!? Wobei der Ausbau in Sulden ja wohl schon interessant wär, wenn das das alte Projekt rüber Richtung Cevedale ist... :?:
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Jens
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Re: Südtiroler Schipistenplan

Beitrag von Jens »

Jens hat geschrieben:
...Im Ultener Schigebiet Schwemmalm darf die Zubringeranlage bei Minderung der Förderleistung von den vorgesehenen 2400 auf 2100 Personen je Stunde erneuert werden.
...
Jetzt dürfen sie schon, wollen aber nicht :twisted: :
Ultental / Südtirol: Streit um neues Bahnprojekt

Eine Volksbefragung spiegelte klar die Meinung eines Großteils der Bevölkerung im Ultental wieder: 91% sprachen sich gegen die neue Umlaufbahn in das Skigebiet Schwemmalm aus.

Landeshauptmann Durnwalder erklärte, dass dieses Ergebnis zur Kenntnis zu nehmen ist. Nicht geschlagen geben will sich der Bürgermeister Rudulf Ties. Im Vorfeld der Volksbefragung hat er die Bevölkerung zum Boykott aufgerufen. Nachdem nun knapp die Hälfte der Ultner nicht bei der Volksbefragung teilgenommen hat, rechnet der Bürgermeister diese den Befürwortern der neuen Seilbahn zu. Das Investitionsvolumen für die neue Bahn beträgt rund 9 Millionen Euro, die Gemeinde hält 23 Prozenkt an der Seilbahngesellschaft. Die Gegner des Projektes warnen vor einer erhöhten Verkehrsbelastung und sind der Meinung, dass durch diese Investition das Geld für andere wichtige Gemeindeprojekte fehlen würde, wie zum Beispiel die Realisierung eines Altenheimes.
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F. Feser
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Beitrag von F. Feser »

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Beitrag von trincerone »

Warum denn? Also erstmal zeigt das, das eben nicht immer die Bevölkerung hinten derartigen Projekten steht. Also mal unabhängig von der Geschichte im Ultental. Die Verweigerung einer Baugenehmingung umweltbehördlicherseits wird ja oft argumentativ unter der Prämisse, die Umweltbehörden schadeten der lokalen Witschaft zu Ungunsten der Bevölkerung, eingesetzt. Abgesehen davon, dass teilweise ein deratiger wirtschaftlicher Schaden sowieso gar nicht erst zu verzeichnen ist, ist eben trotzdem gerade die lokale Bevölkerung durchaus nicht immer derartigen Projekten zugetan. Ich habe oft von Protesten gerade von Talbewohnern gehört, die argumentieren, dass die bestehende touritische Infrastruktur ausreiche und man die Nachteile einer weiter und vor allem schnell expandierenswn touristischen Wirtschaft nicht Kauf nehmen wolle.

Nun spaltet sich da natürlich die Meinung, aber jedenfalls ist auch nicht so einseitig, wie es gerne dargestellt wird. Es stellt sich ja auch grundsätzlich die Frage, wer letztendlich an einer Investition in die Infrastruktur eines Schigebiets verdient. Das ist nämlich in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle nur das Liftbetriebsunternehmen, dass wiederum oft in erster Linie aus überregionalem Kapital besteht. Somit haben Ortsansässige erstmal dirket keinen Vorteil, insbesondere nicht bei Maßnahmen, die die Zahl der Tagestouristen erhöhen. Wird dagegen die Zahl der Wochentouristen erhöht, wirkt sich das prinzipiell positiv auf die Talwirtschaft auf, allerdings nur für die direkt oder mittelbar mit dem Tourismus verbundenen Wirtschaftzweige, also in erster Linie Gastronomie und Hotelwirtschaft. Diese können aber auch nur in begrentzem Maße von solchen infrakstrukturellen Maßnahmen profitieren, da sie sich bereits sinnvolle Kapazitätsgrenzen gesetzt haben, die sie nicht oder nur mit erheblichen Aufwand erweitern können. Und selbst wenn die Möglichkeit zur Expansion bestünde, mag aber beispielsweise ein eine Pension führendes Ehepaar sein Grundstück gar nicht mit Anbauten belasten oder die wirtschaftlichen Risiken einer Expansion eingehen oder zusätzliche Angstellte finanzieren müssen. Somit würde es also auch trotzdem nicht von einer erhöhten Zahl Wochengäste profitieren. Abgesehen von allen negativen Folgen wie bespielsweise der erhöhten Verkehrsbelastung und einer gewissen Entfremdung, die ebenfalls abgewogen werden müssen.

Somit ist auch klar, dass der Teil der Talbevölkerung, der nicht im Fremdverkehr tätig ist, sowieso kein Interesse an derartigen Erweiterungen hat, und der Teil, der in der Tourismusbranche arbeitet, auch nur dann, wenn er davon profitiert, was ja nicht zwangsläufig der Fall sein muss (im Gegenzug profitieren von sowas in erster Linie kapitalstarke Investoren und eventuell in Maßen die Gemeinde, wenn sie als solcher auftritt).

Ich persönlich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich in so eine schöner Gegend wohnen würde und es da ein Schigebiet hätt, was schon ganz gut läuft, so dass die Talwirtschaft sich gut eingespielt hat, dann hätt ich auch kein Interesse dran, dass noch viel mehr Leute kommen, die nicht in mein Tal gehören und für die ich dann den Wald roden muss, die Hänge planieren muss, die Straße vom Geld der Gemeinde ausbauen muss, eventuell den Fluss begradigen und kanalisieren muss, um neues Bauland für fremde Investitoren zu schaffen, und .... und .... und. Kommt halt immer drauf an.
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