Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

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Chlosterdörfler
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Chlosterdörfler »

Crans-Montana: Gemeindepräsident tritt aus OK der Ski-WM zurück
Hier jeudi, Nicolas Féraud a décidé de remettre sa démission du Comité d’organisation des Championnats du monde FIS de ski alpin Crans-Montana 2027 et en a informé le Conseil communal de Crans-Montana, ainsi que le Comité directeur de l’Association des Communes de Crans-Montana (ACCM), organe de désignation des représentants des autorités publiques au sein du Comité d’organisation des championnats du monde de ski. Nicolas Féraud entend se consacrer totalement à la présidence de la commune et à la conduite de la gestion de crise induite par la tragédie du 1er janvier 2026.

«La gestion de la situation de crise, ainsi que la conduite des affaires courantes propres à la direction de la commune appellent toutes mes forces disponibles. C’est pourquoi j’ai décidé de démissionner du Comité d’organisation des championnats du monde de ski. Je remercie le Comité d’organisation pour son remarquable travail dans les conditions rendues particulièrement difficiles depuis le 1er janvier dernier. Ma priorité est de tout mettre en œuvre pour que les familles des victimes obtiennent des réponses et que la Justice puisse déterminer les responsabilités de chacun», a déclaré Nicolas Féraud au moment de remettre sa démission.

Le Conseil communal de Crans Montana a pris acte de la démission de Nicolas Féraud et a transmis la candidature du conseiller communal Sébastien Rey, ministre des sports, au Comité directeur de l’ACCM, qui a validé cette proposition. L’ACCM propose donc au Comité d’organisation des championnats du monde de ski de désigner Sébastien Rey pour remplacer Nicolas Féraud en qualité de Vice-Président du Comité.
Quelle : https://commune-cransmontana.ch/news/mo ... ation-7062
Gestern Donnerstag beschloss Nicolas Féraud, seinen Rücktritt aus dem Organisationskomitee der FIS Alpine Ski-Weltmeisterschaften Crans-Montana 2027 einzureichen und informierte den Gemeinderat von Crans-Montana sowie den Lenkungsausschuss des Verbandes der Gemeinden von Crans-Montana (ACCM), ein Gremium für die Ernennung von Vertretern der Behörden innerhalb des Organisationskomitees der Ski-Weltmeisterschaften. Nicolas Féraud beabsichtigt, sich ganz dem Vorsitz der Gemeinde und der Durchführung des Krisenmanagements zu widmen, das durch die Tragödie vom 1. Januar 2026 hervorgerufen wurde.

„Die Bewältigung der Krisensituation sowie die Durchführung der praxisspezifischen Angelegenheiten der Gemeinde erfordern alle meine verfügbaren Stärken. Deshalb habe ich mich entschieden, aus dem Organisationskomitee der Ski-Weltmeisterschaft zurückzutreten. Ich danke dem Organisationskomitee für seine herausragende Arbeit unter den Bedingungen, die seit dem ersten Januar besonders erschwert wurden. Meine Priorität ist es, alle Anstrengungen zu unternehmen, um sicherzustellen, dass die Familien der Opfer Antworten erhalten und dass die Justiz die Verantwortlichkeiten jedes einzelnen bestimmen kann ", sagte Nicolas Féraud zum Zeitpunkt des Rücktritts.

Der Gemeinderat von Crans Montana nahm den Rücktritt von Nicolas Féraud zur Kenntnis und übermittelte die Kandidatur des Gemeinderats Sébastien Rey, Minister für Sport, an den Lenkungsausschuss des ACCM, der diesen Vorschlag bestätigte. Das ACCM schlägt daher dem Organisationskomitee der Ski-Weltmeisterschaften vor, Sébastien Rey als Nachfolger von Nicolas Féraud als stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees zu bestimmen.
Brandschutzkontrollen in Wengen zeigen gravierende Mängel
Vor den Ski-Rennen am Lauberhorn hat die Gemeinde Lauterbrunnen bei allen Gastrobetrieben Brandschutzkontrollen durchgeführt. Dabei sind laut Gemeindepräsident Karl Näpflin bei jedem Betrieb mindestens fünf bis zehn Mängel entdeckt worden – zum Teil auch gravierende. So war in einem Betrieb zwar ein Notausgang vorhanden, der Weg dahinter aber versperrt. Zudem wurden Fluchtwegsignalisationen entdeckt, die nicht funktionierten, oder Feuerlöscher, die nicht richtig befüllt waren.

Die Betriebe mussten alle Mängel vor dem Rennwochenende beheben, um überhaupt öffnen zu dürfen. «Für viele Betriebe ist es das wichtigste Event des Jahres», sagt Näpflin. Er sei sehr froh, habe die Gemeinde diese Kontrollen noch gemacht. «Nun habe ich ein viel besseres Gefühl als noch vor einer Woche.»
Quelle: Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 16.01.2026
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gfm49
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von gfm49 »

Chlosterdörfler hat geschrieben: 16.01.2026 - 12:22
bei jedem Betrieb mindestens fünf bis zehn Mängel entdeckt worden – zum Teil auch gravierende.
8O Dann waren die bisherigen Kontrollen wohl auch nicht besser als in Crans-Montana 8O
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GMD
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von GMD »

Wobei vermutlich die meisten Flaschen kurz vor Mitternacht bestellt worden sein dürften.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Liftler1976 »

Mt. Cervino hat geschrieben: 16.01.2026 - 08:59 Die 16 Flaschen sollten sicherlicht nicht auf einmal geliefert und serviert werden.
Wenn die Aussage mit der hohen Anzahl an Flaschen denn stimmt, waren es bestimmt 16 Bestellungen, die dann nach und nach abgearbeitet werden sollten.
So hatte die Kellnerin ja beim Enstehen des Brands 2 und nicht 16 Flaschen in der Hand.
Insgesamt sieht man im Video schon mindestens 10 von diesen Sprühkerzen, das ist schon eine Menge...
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Kakadu »

Liftler1976 hat geschrieben: 16.01.2026 - 12:50
Mt. Cervino hat geschrieben: 16.01.2026 - 08:59 Die 16 Flaschen sollten sicherlicht nicht auf einmal geliefert und serviert werden.
Wenn die Aussage mit der hohen Anzahl an Flaschen denn stimmt, waren es bestimmt 16 Bestellungen, die dann nach und nach abgearbeitet werden sollten.
So hatte die Kellnerin ja beim Enstehen des Brands 2 und nicht 16 Flaschen in der Hand.
Insgesamt sieht man im Video schon mindestens 10 von diesen Sprühkerzen, das ist schon eine Menge...
3 oder 4 Kellnerinnen macht 6 bis 8 Sprühkerzen zugleich – und dann noch im Gedränge wohl leicht höher als üblich; das dürfte reichen, damit das Zeug in Brand gerät ...
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von ralleycorse »

Ich glaube nicht das die Anzahl der Sprühkerzen eine Rolle gespielt hat, sondern ausschließlich die Nähe einer Sprühkerze zur Schalldämmung.
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Mt. Cervino
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Mt. Cervino »

gfm49 hat geschrieben: 16.01.2026 - 12:35
Chlosterdörfler hat geschrieben: 16.01.2026 - 12:22
bei jedem Betrieb mindestens fünf bis zehn Mängel entdeckt worden – zum Teil auch gravierende.
8O Dann waren die bisherigen Kontrollen wohl auch nicht besser als in Crans-Montana 8O
Brandschutzkontrollen hin oder her.
Warum die Betreiber von Gastro, Hotels etc. nach so einer verheerenden Katastrophe nicht mal selber nachdenken, ob bei ihrem Betrieb etwas offensichtlich nicht in Ordnung ist, kann ich nicht verstehen.
Auch und vor allem, um solche Probleme wie in Crans Montana gar nicht erst entstehen zu lassen.
Und dann muss doch eine blockierte Notausgangstür, wie oben im Bericht erwähnt in Wengen, als erstes auffallen und der Mangel sofort behoben werden.
Brandschutzprüfungen sind doch keine Selbstzweck und dazu da die Auflagen zu erfüllen, sondern sollen primär durch Einhaltung der Normen und Regeln Unfälle und Katastrophen vermeiden und den Gästen in allen Situationen Sicherheit im entsprechenden Betrieb bieten.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Das Mindset "wird schznichts passieren" ist halt tief verwurzelt. Für mich zeigt das auch, dass man solche Dinge ni hf privatisieren darf. Natürlich hat die Gemeinde Crans-Montana auch geschlampt, aber wenn Geld ins Spiel kommt, wird es noch schlimmer. Mangelndes Bewusstsein für die Problematik kann es ja zur Zeit kaum sein.

Ich hab grad noch ein schönes Beispiel gefunden, wie das so läuft in diesen Bars:

https://youtube.com/shorts/Q8P6QpUEHJk? ... xbRFv746bT
Kakadu
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Kakadu »

ralleycorse hat geschrieben: 16.01.2026 - 13:24 Ich glaube nicht das die Anzahl der Sprühkerzen eine Rolle gespielt hat, sondern ausschließlich die Nähe einer Sprühkerze zur Schalldämmung.
Mal die zwei Szenarien vergleichen (und im Hinterkopf behalten: die Decke hängt relativ tief – das ist keine Halle):

A: ca. 20 bis 30 Personen im Raum, zwei, ev. vier Sprühkerzen auf Schulter-, ev. Kopfhöhe
vs.
B: ca. 80 bis 120 (oder noch mehr) Personen im Raum (der nicht mehr fassen darf – somit nicht nur eng, sondenr auch wesentlich weniger zirkulierende Luft), und sechs bis acht Sprühkerzen (gleichzeitig) nahe beieinander auf Überkopfhöhe.

Die Problematik: wenn mehrere Sprühkerzen auf engem Raum mit ca. 600° brennen (ähnlich wie im Video vom Post gleich obendran), entsteht eine Hitzesäule, die bis zur Decke hoch gehen kann (die ist kaum einen Meter höher) und sich kaum mit Luft von der Seite vermischt (da durch die vielen Personen die Luftzirkulation schon sehr eingeschränkt ist), sondern als solche hochsteigt – und das kann dann schon reichen, daß der Schaumstoff in Brand gerät – schon gar, wenn dann noch eine Fackel noch etwas höher gehalten wird.
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CrystalMountain
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von CrystalMountain »

Neue Vorwürfe gegen die Ermittler:

- Es wurden offenbar nicht alle Leichen obduziert
- Die Mobiltelefone der Barbetreiber wurden nicht sofort konfisziert
Justizbehörden nach Brandkatastrophe in der Kritik
Nach der Feuerkatastrophe von Crans-Montana stehen die Walliser Behörden in der Kritik. Bei der Untersuchung der Brandursache könnte es Versäumnisse gegeben haben. Italien hat inzwischen eigene Ermittlungen eingeleitet.
...
Mehrere Opfer offenbar nicht obduziert
Doch beinahe jeden Tag werden neue, möglicherweise schwerwiegende Versäumnisse der Walliser Behörden bekannt. Zuletzt verdichteten sich Hinweise, dass zumindest einige der Brandopfer offenbar nicht gerichtsmedizinisch untersucht worden seien, weil die Staatsanwaltschaft keine Obduktionen angeordnet habe. Der italienische Botschafter in Bern jedenfalls bestätigte der Neuen Zürcher Zeitung, dass die sechs getöteten Jugendlichen aus Italien in der Schweiz nicht obduziert worden seien.
...
Eigene Ermittlungen in Italien
Versäumnisse sieht der Genfer Anwalt auch bei den Ermittlungen gegen die Barbetreiber, zum Beispiel bei der Frage, warum deren Telefone nicht sofort beschlagnahmt worden seien. In der Folge hat er ein Internetportal eingerichtet, auf dem Zeugen anonym Hinweise geben sowie Fotos, Videos und andere Dokumente zur Brandkatastrophe hochladen können.
https://www.tagesschau.de/ausland/europ ... z-100.html
Chlosterdörfler
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Chlosterdörfler »

Fluchtweg und Brandsimulation

https://youtu.be/NdijhV1KpdE?si=MRzPLLoXYHUHIdzk

Der diesem Video präsentiert Prof. Rino die erste Evakuierungssimulation des Nachtclubfeuers auf Englisch er lebt in Neuseeland. Dabei verwendet er professionelle Evakuierungsmodellierungswerkzeuge, um zu untersuchen, wie sich die Menschen während dieses tragischen Ereignisses möglicherweise bewegt haben.
Basierend auf einer vorläufigen Rekonstruktion zeigt diese Simulation das qualitative Evakuierungsverhalten und hebt wichtige Engpässe, Verzögerungen und Menschenmengen-Dynamiken hervor, die in Nachtclubs bei Bränden auftreten können. Das Modell wurde mit Pathfinder, einem der am häufigsten verwendeten Evakuierungssimulationstools im Brandschutz, und einer in Blender erstellten 3D-Rekonstruktion des Veranstaltungsortes entwickelt.

Da die offiziellen Untersuchungsdaten noch begrenzt sind, stützt sich die Simulation auf klar formulierte Annahmen, darunter:
  • Geschätzte Anzahl der Personen und deren Verteilung auf die Etagen
  • Verzögerung vor der Evakuierung (Reaktionszeit)
  • An die durch Rauch eingeschränkte Sicht angepasste Gehgeschwindigkeit
  • Einschränkungen des Ausgangsstroms und geometrische Engpässe

Das Ziel dieses Videos ist es nicht, offizielle forensische Untersuchungen zu ersetzen, sondern zu zeigen, wie Evakuierungsmodelle uns helfen können, die Dynamik von Evakuierungen zu verstehen, Risikofaktoren wie Überfüllung und Staus an den Ausgängen zu identifizieren und letztendlich zukünftige Tragödien zu verhindern.
Brände in Nachtclubs gehören aufgrund der Kombination aus hoher Personendichte, brennbaren Materialien und verzögerter Evakuierung nach wie vor zu den tödlichsten Arten von Gebäudebränden weltweit. Durch die Visualisierung dieser Dynamik soll dieses Video das öffentliche Bewusstsein schärfen und evidenzbasierte Brandschutzkonzepte und -vorschriften unterstützen.
Brandkatastrophe im Nachtclub The Station USA 2003

Fast das gleiche Schallschutzmaterial (siehe Film unten) hat zweimal fast gleich viele Menschen das Leben gekostet. Die Firmaleitung, die das Material in den USA verkaufte, wusste von der Brandgefahr – und das vor dem Feuer. Aber sie hatten die Information nicht an die Verkäufer weitergegeben.
Ein Feuer ereignete sich in der Nacht des 20. Februar 2003 im Nachtclub The Station in der 211 Cowesett Avenue, West Warwick, Rhode Island. Ein Band, das in dieser Nacht auftrat, verwendete Pyrotechnik, die dan kurz darauf die Polyurethanschaumstoffisolierungen Schallschutz an der Bühnenwand und darauf an der Decke von der Bühnen auslöste. Das Feuer begann, als die Pyrotechnik, die während der Aufführung der Musikgruppe verwendet wurde, Polyurethanschaum auskleidete Teile der Wände und der Decke des Plattformbereichs und breitete sich schnell entlang des Deckenbereichs über der Tanzfläche aus. Rauch war in etwas mehr als einer Minute nach der Zündung in der Haupteingangstür sichtbar, und Flammen wurden beobachtet, die in weniger als fünf Minuten einen Teil des Daches durchbrachen. Die Überfüllung am Haupteingang des Gebäudes behinderte den Austritt aus dem Nachtclub. Einhundert Menschen verloren ihr Leben im Feuer.

Wichtige Erkenntnisse der NIST-Untersuchung:
  • Eine von NIST gekaufte, nicht feuer verzögerte Polyurethanschaumstoffisolierungen entzündete sich innerhalb von 10 Sekunden, wenn sie einem pyrotechnischen Funken ausgesetzt wurde; unter ähnlichen Bedingungen entzündete sich eine feuer verzögerte Schaumstoffprobe nicht.
  • Eine Computersimulation des Nachtclubfeuers zeigt, dass sich Flammen schnell über Schaumstoffoberflächen ausbreiteten und die Holzverkleidung neben der Bühne entzündeten.
  • Das Feuer wechselte von einem Sauerstoff begrenzten Feuer zu einem traditionelleren Feuer, sobald sich der Holzrahmen des Gebäudes entzündet wurde.
Quelle: https://www.nist.gov/disaster-failure-s ... -fire-2003

Info auf Deutsch: https://de.wikipedia.org/wiki/Brandkata ... he_Station

Filmsimulation vom Feuer und Fluchverhalten: https://youtu.be/a242xYyGJWg?si=olPhocLFrhYh_rUd
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von gfm49 »

Eine aus Schweizer und jedenfalls aus Walliser Sicht vermutlich völlig unangemessene imho aber doch interessante Betrachtung der Verflechtungen im Wallis in einer - igitt - deutschen Zeitung:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaf ... 18833.html
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Kakadu »

gfm49 hat geschrieben: 16.01.2026 - 23:02 Eine aus Schweizer und jedenfalls aus Walliser Sicht vermutlich völlig unangemessene
Nö – das ist sehr gut zusammengefaßt und zeigt auf, weshalb die Außensicht (v.a. aus Italien und Frankreich) teilweise äußerst hart ausfällt. Auch heute wieder war die unprofessionelle Arbeitsweise der Staatsanwaltschaft ein Thema (die u.a. auch zur Folge hatte, daß bei einigen Opfern gar keine Autopsie durchgeführt wurde – in Italien wurde eines sogar exhumiert; denn es ist sehr wohl relevant, ob die Opfer an Feuer (direkt), Rauch(gasvergiftung)/Lungenversagen oder gar an übertrampelt werdeen beim fliehen wollen zutode gekommen waren. (Klar: tot ist tot – und die macht man auch nicht wieder lebendig; aber so einfach ist es eben nicht.)
imho aber doch interessante Betrachtung der Verflechtungen im Wallis
Und die weicht gar nicht mal so sehr ab von dem, was auch in der Schweiz in den Medien zu lesen ist ...
in einer - igitt - deutschen Zeitung:
Aber bitte ... nicht nur ist die FAZ eine anerkannt hochstehende Zeitung (auch wenn thematisch oft etwas zu "wirtschaftsverflochten" (wo noch mehr in jene Richtung drinsteckt als nur Wirtschaft)), sondern auch andere deutsche Zeitungen sind oft äußerst lesenswert.

Des weiteren ist ein Blick von außen manchmal auch etwas ein Augenöffner für etwas, was im eigenen Land kaum wahrgenommen wird, weil es zu selbstverständlich ist. NB: auch im Deutschlandfunk wird immer wieder mal über die Schweiz berichtet – und zwar auf Augenhöhe (und weder von oben herab, noch irgendwie überheblich, wie das in den 1970ern manchmal noch war). Auch durch das gut funktionierende Bahnsystem hat die Schweiz durchaus ein gewisses Ansehen im ganzen deutschsprachigen Raum.

Aber eben – wenn dann wieder so schwerwiegende Unprofessionalität an die Oberfläche kommt wie bei der Stawa, dann ... ... ... ... ... ... (da gibt's viele Varianten, wie der Satz weitergehen könnte – eine wäre: «sollten die Schweizer sehr wohl auch wahr- und dies ernst nehmen, daß eben auch in der CH nicht alles im Lot ist.») ... ;)

Und nochwas: in der CH-Tagesschau resp. 10vor10 war heute auch das Thema der Evakuation der Räumlichkeiten aufgeworfen worden (s.o.) – und da sehe ich eine Grundproblematik: laut bisherigem Stand war der FlashOver schon nach ca. einer Minute nach Beginn des Schaumstoffbrands aufgetreten. Nur über die Treppe würde eine Evakuation 6 bis 7 Minuten dauern – mit einem Seitenausgang im Untergeschoß jedoch immer noch 3 bis 4; was heißt: bei einem FlashOver schon nach 1 Minute reicht auch das niemals, so viele Leute zu evakuieren. Fazit: da muß schon vorher abgefangen werden, daß es gar nicht zu so einer Situation kommen kann (resp. darf) – auf mehreren Ebenen (Auskleidematerial, Feuerquelle, Anzahl Personen, Feuerlöscher, etc.). Die Verantwortlichkeit für all das nur gerade dem Betreiberpaar anhängen zu wollen, würde die Problematik verpuffen lassen.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von GMD »

So langsam muss ich wohl, so fürchte ich, meine Einschätzung von der Lernfähigkeit der Walliser Behörden revidieren. Unglaublich dass sie sogar im Angesichts dieser Tragödie und der weltweiten Beachtung sie nicht in der Lage sind alte Zöpfe abzuschneiden. Offenbar sitzt die Angst vor Ächtung und der daraus resultierende Abwehrreflex ganz tief.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von 3303 »

Auch in der Schweiz wird die teils scharfe Kritik zunehmend Thema:
https://www.srf.ch/news/schweiz/interna ... -autopsien
“Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen, was sie nicht versteh'n, Dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren.“
[Johann Wolfgang von Goethe]
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von 3303 »

Kakadu hat geschrieben: 17.01.2026 - 01:32 Und nochwas: in der CH-Tagesschau resp. 10vor10 war heute auch das Thema der Evakuation der Räumlichkeiten aufgeworfen worden (s.o.) – und da sehe ich eine Grundproblematik: laut bisherigem Stand war der FlashOver schon nach ca. einer Minute nach Beginn des Schaumstoffbrands aufgetreten. Nur über die Treppe würde eine Evakuation 6 bis 7 Minuten dauern – mit einem Seitenausgang im Untergeschoß jedoch immer noch 3 bis 4; was heißt: bei einem FlashOver schon nach 1 Minute reicht auch das niemals, so viele Leute zu evakuieren. Fazit: da muß schon vorher abgefangen werden, daß es gar nicht zu so einer Situation kommen kann (resp. darf) – auf mehreren Ebenen (Auskleidematerial, Feuerquelle, Anzahl Personen, Feuerlöscher, etc.). Die Verantwortlichkeit für all das nur gerade dem Betreiberpaar anhängen zu wollen, würde die Problematik verpuffen lassen.
Sorry, aber deine Posts werden immer wirrer. Der FlashOver wurde durch das Material, das der Betreiber verbotener Weise eigenhändig montiert hatte, ausgelöst.
Solche Evaluationen sind in 1 Minute baulich, organisatorisch und menschlich niemals erreichbar, weswegen solche Materialien nicht verbaut werden dürfen!
Da sicher sofort eine irgendwie konstruierte Antwort von dir zu erwarten ist sage ich prophylaktisch gleich jetzt, dass ich dazu erstmal nichts mehr schreiben werde.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von gfm49 »

3303 hat geschrieben: 17.01.2026 - 15:25Der FlashOver wurde durch das Material, das der Betreiber verbotener Weise eigenhändig montiert hatte, ausgelöst.
Solche Evaluationen sind in 1 Minute baulich, organisatorisch und menschlich niemals erreichbar, weswegen solche Materialien nicht verbaut werden dürfen!
Nichts anderes schreibt er doch:
Kakadu hat geschrieben: 17.01.2026 - 01:32Fazit: da muß schon vorher abgefangen werden, daß es gar nicht zu so einer Situation kommen kann (resp. darf) – auf mehreren Ebenen (Auskleidematerial, Feuerquelle, Anzahl Personen, Feuerlöscher, etc.).

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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von 3303 »

Eben. Hätte der Betreiber sich an alle Vorschriften gehalten, wäre es nicht zur Katastrophe gekommen.
Deswegen ist es auch absurd, dass er wiederholt eine vermeintliche Entlastung für den Betreiber konstruiert.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von gfm49 »

3303 hat geschrieben: 17.01.2026 - 17:40 Eben. Hätte der Betreiber sich an alle Vorschriften gehalten, wäre es nicht zur Katastrophe gekommen.
Deswegen ist es auch absurd, dass er wiederholt eine vermeintliche Entlastung für den Betreiber konstruiert.
Genausowenig kann man die Mitverantwortung der Behörden verneinen - die vorgesehenen regelmäßigen Kontrollen dienen ja schließlich dem Zweck, solche Fehlkonstruktionen der Betreiber möglichst zeitnah aufzuspüren und zu unterbinden - und das hat regelwirdrig nicht stattgefunden. Hätten die Behörden kontrolliert und die Einhaltung der Vorschriften durchgesetzt, wäre es ebenfalls nicht zur Katastrophe gekommen.
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3303
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von 3303 »

gfm49 hat geschrieben: 17.01.2026 - 18:18 Genausowenig kann man die Mitverantwortung der Behörden verneinen..
Falls du mich meinst: Das tue ich nicht.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Chlosterdörfler »

Cyane Panine (†24), die Kellnerin von der Bar mit dem Indoorfeuerwerk. Teil 3

Nach Anga­ben der Anwältin der Eltern reichte Cyane eine Beschwerde über die Arbeits­bedingungen in den Betrieben der Morettis beim Arbeitsgericht ein. Weil sie trotz mehrmaliger Nachfrage weder Arbeitsvertrag, noch Arbeitszeugnis oder Lohnabrechnungen schriftlich erhalten habe. Diese seien ihr zuvor von den Morettis wiederholt verweigert worden.

Jetzt im Gerichtsverfahren verwickelt, die mehrere Jahre dauern sollten, ist Cyanes Familie "kampfbereit", sagt die Anwältin.

Bar-Angestellte: Louise (25) überlebte ohne körperliche Verletzungen.
Louise, eine 25-jährige Französin und Angestellte der Schweizer Bar „Constellation“, die während der Silvesternacht abbrannte und bei der sie mehrere Kollegen verlor, wurde am 8. Januar angehört. Sie ist die einzige Angestellte, die unverletzt blieb, und ist heute schwer traumatisiert. Sie zählt die Sicherheitsmängel auf.

Louise ist die erste Angestellte der Schweizer Bar Constellation, die angehört wurde. Sie hat „null Beziehung“ zum Ehepaar Moretti, den Betreibern der Bar, nur ein „professionelles“ Verhältnis. Sie begann am 11. Dezember in der Bar Constellation zu arbeiten. „Ich musste vier- bis fünfmal mit Jessica [Moretti, Anm. d. Red.] arbeiten. Jacques Moretti habe ich nur einmal gesehen“, sagt sie über ihre Chefs: „Sie vertrauten uns trotzdem, auch wenn überall Kameras waren.“

„Cyane mochte es nicht, als Verantwortliche bezeichnet zu werden“

An diesem Silvesterabend arbeiteten fünf Angestellte. Louise war unten mit Ambre. Die Bar im Erdgeschoss wurde von Gaëtan und Mathieu betreut. Dann gab es noch Cyane Panine, die oben positioniert war und „die Tür bewachen und den Einlass kontrollieren sollte“.

„Cyane mochte es nicht, als Verantwortliche bezeichnet zu werden, aber sie war so etwas wie eine Ansprechpartnerin, da sie seit vier Jahren mit ihnen arbeitete“, erklärt Louise. Jessica Moretti war da, „um zu arbeiten und die Organisation des Abends zu übernehmen, Reservierungen entgegenzunehmen“. Hinzu kamen Stefan, der Sicherheitsmitarbeiter, Mattéo, der DJ, und Jean-Marc, den Jacques Moretti als seinen Adoptivsohn betrachtet und der laut Louise beim Filtern half.

Ambre, Gaëtan und Mathieu wurden schwer verletzt. Mattéo, Cyane und Stefan starben.

Der Abend begann ruhig, erzählt sie. „Es waren nicht viele Leute da.“ Einige Gäste hatten im Voraus reserviert, andere nicht. Alle erhielten „rote Armbänder“, nachdem ihre Identität überprüft worden war, so die Kellnerin.
Die Bar war seit dem Nachmittag geöffnet, aber die eigentliche Feier begann erst um 21:30 Uhr. „Nur zu dieser Zeit fehlten Jessica und Cyane. Bis zu ihrer Ankunft waren wir etwas überfordert, weil die Gäste zu uns kamen und wir nicht genau wussten, was wir ihnen antworten sollten“, erinnert sich Louise. Sie kontaktiert Jessica und „ein paar Minuten später war sie da“, gegen 22 Uhr. Mitternacht und das neue Jahr vergehen, Louise sagt immer noch: „Es waren nicht viele Leute da.“

„Alle sind verkleidet“

Dann kam der entscheidende Moment: das Anzünden der Flaschen, das den Brand auslöste. Sie waren für eine Gruppe junger Leute bestimmt, die rechts unten an der Treppe sassen. „Das war die Gruppe, die die meisten Flaschen bestellt hatte“, erzählt Louise. Wahrscheinlich, um mehr Zuschauer zu haben, hatte die Gruppe den Kellner gebeten, mit dem Servieren zu warten. Und gegen 1:10 Uhr „hat mich einer der Jungen angesprochen und gesagt: 'Es ist Zeit, wir schicken alles los.'“ Die Angestellten nehmen ihre Positionen ein, wie bei einer gut einstudierten Show. „Jessica hat mich ins Büro geschickt, um Verkleidungen für die Flaschenaktion zu holen.“ „Wir hatten beschlossen, alle Flaschen auf einmal zu schicken, also etwa ein Dutzend Flaschen.“

Sie ziehen die Verkleidungen an, hauptsächlich Masken, zünden alle Kerzen „gleichzeitig“ an, spielen die von den Gästen gewünschte Musik und gehen durch die Bar, um an der Tischgruppe der Gäste zu enden. „Ich glaube, wir waren sieben oder acht in dieser Flaschenkolonne.“ In dieser Kolonne helfen sogar „mindestens zwei Gäste“ mit.

Cyane ist vorne. Sie „hatte sich zuvor auf Mathieus Schultern gestellt, wie sie es schon früher getan hatte, insbesondere eine Woche zuvor“, sagt Louise. Als sie am Tisch ankommen, entscheidet sich alles: „Alle sind verkleidet. Cyane hat einen Helm auf dem Kopf, Mathieu trägt auch eine Maske. Vielleicht war ihr Sichtfeld eingeschränkt... In diesem Moment wusste ich nicht, dass Feuer ausgebrochen war. Ich habe es später auf Videos gesehen.“

„Bei der lauten Musik rief niemand 'Feuer'“

Für Louise war die verlorene Zeit, um zu verstehen, dass sich das Feuer ausbreitete, entscheidend. „Auf den Videos sieht man deutlich, dass das Feuer bereits ausgebrochen war, als wir mit den Flaschen losgingen. Wir haben 30 bis 35 Sekunden verloren. Bei der lauten Musik rief niemand 'Feuer'. Wir hatten den Rücken zugewandt und sahen das Feuer nicht. Wir gingen einfach weiter.“ Als Louise eine Menschenmenge in Bewegung sieht und den Brand bemerkt, ist es zu spät: „Ich fragte mich, ob ich noch Zeit hatte, hinter die Bar zu gehen, um einen Eimer Wasser zu holen, aber es war zu spät, alles stand bereits in Flammen.“

Sie hat nur noch Zeit, „geht alle raus, es wird explodieren“ zu rufen, und flieht. Louise hat Glück und schafft es, durch den Haupteingang zu entkommen, bevor die Bar „vollständig in Flammen“ aufgeht.
Draussen herrscht Chaos. „Ich hatte den Eindruck, dass die Feuerwehr sehr lange gebraucht hat, um einzutreffen.“ Sie läuft in die gegenüberliegende Bar, das 1900, das an diesem Abend viele Opfer aufgenommen hat: „Überall lagen verbrannte Menschen, und der Geruch... Es war schrecklich. Im 1900 gibt es überall Spiegel, und die Leute sahen ihr eigenes Spiegelbild.“ Louise ist bei dieser Anhörung, sieben Tage nach dem Vorfall, immer noch stark betroffen. Die Polizisten notieren: „Die angehörte Person ist deutlich bewegt von ihrer Erzählung und macht regelmässig Pausen, weinend.“

„Traurig, betroffen, schockiert“

Auf Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen antwortet Louise den Ermittlern nur kurz. Gab es Anweisungen für den Brandfall? Sie schüttelt den Kopf. Gab es Feuerlöscher in der Bar? „Ich glaube, es gab einen Feuerlöscher in der oberen Bar. Unten weiss ich es nicht.“ Die Notausgänge? Louise verwechselt die Diensttür mit einem Notausgang.

Gab es Vorschriften zur Verwendung der Funkenkerzen? „Mir wurde nie etwas dazu gesagt.“ Hat sie schon einmal gesehen, dass Angestellte sich auf die Schultern eines anderen stellten, um Flaschen mit Kerzen zu tragen? Sie hatte es zweimal in weniger als einem Monat Arbeit gesehen.

Die Ermittler fragen sie schliesslich, ob sie gesehen hat, wie Jessica mit der Abendkasse wegging, wie einige italienische Medien behauptet hatten: „Ich habe keine Kasse gesehen. Ich habe sie nur hastig weggehen sehen.“
Sie schliesst mit den Worten: „Ich bin traurig, betroffen, schockiert. Ich frage mich, wie das so schnell passieren konnte, und ich betone: sehr schnell, viel zu schnell. Das Feuer griff viel zu schnell um sich.“
Quelle: https://www.bfmtv.com/international/eur ... 60937.html
Übersetzung durch einen KI-Prompt

Der erste Artikel wo sämtliche Angestellte mit Namen erwähnt wurde und welche Funktionen sie hatten in der Katastrophen Nacht. Und das es überall Kameras gab sowie dass der Herr Jacques Moretti selten anwesend war ihn ihrer Zeit wo sie dort Arbeitete.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von gfm49 »

Chlosterdörfler hat geschrieben: 17.01.2026 - 18:51... Und das es überall Kameras gab sowie dass der Herr Jacques Moretti selten anwesend war ihn ihrer Zeit wo sie dort Arbeitete.
Ob es da nach dem Brand noch auswertbare Aufnahmen gibt? Das wäre jedenfalls Material für die Staatsanwaltschaft.
Dass ein Betreiber mehrerer Lokale nur selten in einem der Etablissements auftaucht, ist jetzt nicht so außergewöhnlich, zumal wenn die Partnerin offenbar ständig dort ist. Ein Alain Ducasse führt(e) gleichzeitig 30 Restaurants über den ganzen Erdball verteilt und kann auch nicht ständig überall sein.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Kommt halt drauf an, wo die Aufnahmen gespeichert wurden. Heutzutage werden das sicher Netzwerkkameras sein. Die speichern entweder auf einem zentralen Netzwerkspeicher in der Bar (müsste man halt wissen wo) oder direkt in der Cloud. Ich glaube es ist nicht so unwahrscheinlich, dass da noch was da ist, das Gebäude ist ja nicht komplett niedergebrannt. Es sei denn natürlich die Betreiber hätten die Daten schon gelöscht. Solche Aufnahme gehören übrigens zum ersten was beschlagnahmt werden muss, aber mit sowas hatte man ja offensichtlich keine Eile.
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von Kakadu »

"On avait décidé d'envoyer toutes les bouteilles en même temps, soit une douzaine de bouteilles".
Das ist genau das, was ich weiter oben beschrieben hatte: 12 Flaschen gleichzeitig auf engem Raum entwickeln eine große Hitzeblase, die direkt an die Decke steigt und dort oben noch so heiß ist, daß der Schaumstoff in Brand gerät – und zwar ohne, daß eine der Sprühfackeln höher (näher an die Decke) gehalten wird als üblich.

Das Problem: an sowas wurde gar nicht gedacht – auf allen Ebenen nicht: weder von der Chefetage (Morettis) mit entsprechenden Anweisungen, nicht mehr als 4, ev. 6 Flaschen gleichzeitig mit Sprühkerzen zu versehen, noch haben die Ausführenden daran gedacht – und ohne behördliches Auge auf sowas geht das dann unter und es wird drauflosgewurschtelt (sofern nicht zufälligerweise einer der Kellner schon mal was im Brandschutzbereich zu tun gehabt und etwas gesagt hätte, daß man da mindestens aufpassen muß; das war hier offenbar nicht der Fall – und jene Person, die vor mehreren Jahren gewarnt hatte (siehe anderes Video), dürfte wohl nicht mehr unter der Belegschaft sein).

Es stellt sich die Frage, ob die Besitzer schon vor dem Umbau und der Installation des Akustikschaums vorhatten, solche Sprühfackeln einzusetzen – was schwerer wiegen würde, da dann klar wäre, daß er verpflichtet gewesen wäre, schon im voraus brandschutzkonformes Material einzusetzen (womit Eventualvorsatz ein Thema sein könnte). Ohne Feuerwerksabsicht wäre die Materialwahl zwar auch falsch gewesen – aber nicht mit absehbar erhöhter Gefahr.
:argue: . . . . . . . . . :nixweiss: . . . . . . . . . :gruebel: . . . . . . . . . :verweis:

... es kann sein, dass ich nicht alle eMail-Benachrichtigungen erhalte, die bei abonnierten Threads oder PN-Eingängen ausgelöst werden sollten; direkt an mich adressierte eMails müßten aber ankommen ...
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Re: Brandkatastrophe von Crans-Montana am 01.01.2026

Beitrag von gfm49 »

Kakadu hat geschrieben: 17.01.2026 - 23:20(sofern nicht zufälligerweise einer der Kellner schon mal was im Brandschutzbereich zu tun gehabt und etwas gesagt hätte, daß man da mindestens aufpassen muß; das war offenbar nicht der Fall).
Es gab ja schon einmal einen Kellner, der in dem irgendwo weiter oben verlinkten älteren Video gewarnt hatte. So ganz unbekannt war die Gefahr demnach nicht.

Ich greife nochmal folgendes auf:
Endmoräne hat geschrieben: 11.01.2026 - 04:17Und jetzt was Spannendes: Neben ein bisschen Gossip hat der Daily Mail ausgegraben, dass die Morettis bis zum Kauf der Bar über sieben Jahre 40k SFr. Miete dafür gezahlt haben. Dann hatten sie genug Geld, die Bar bar zu kaufen. :ja: Keine Grundschuld, nix. Später haben sie dann noch weitere Immobilien erworben, ebenfalls ohne Kredit. Und jetzt die Pointe: Die 40k verstehen sich monatlich! :lol: :lol: :lol: :lol:

https://www.dailymail.co.uk/news/articl ... -Alps.html
Die heutige FAZ berichtet, daß es im Wallis keine institutionalisierte Geldwäschebekämpfung gebe, so daß die Herkunft des Geldes nicht zurückverfolgt werden kann, und daß die korsische Mafia traditionell in Bars, Restaurants und Nachtclubs investiere, um Geld zu waschen - weist aber darauf hin, daß es im konkreten Fall (noch) keine Beweise dafür gebe.
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaf ... 20673.html

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