Um Euch ein paar Details aus dem teilweise neu erschlossenen Gebiet liefern zu können, möchte ich den Bericht ein wenig zweiteilen - vorerst gehe ich auf den Schitag als solches ein, in einem zweiten Schritt dann auf meine Gedanken zum neuen Gebiet...
Anfahrt:
Wien - A2 (irgendwo mitten in dem Konvoi aus Sonntagsfahrern, der zum Semmering gefahren ist...) bis Wr. Neustadt, ab dort B26 bis zum Schigebiet. Zwischen Puchberg und Losenheim teilweise extrem rutschige Fahrbahn, speziell beim Retourweg
Wetter:
Ein glasklarer eher kalter Wintertag - nachdem man wenige km vor Puchberg aus dem Nebel getaucht ist, der das gesamte Wiener Becken zugedeckt hat.
Temperatur:
Im Schatten ziemlich kalt, um die -10°, in der Sonne ein paar grad wärmer.
Schneehöhe:
lt. Angabge 40 - 100 cm, was auf den Pisten nicht unrealistisch sein dürfte.
Schneezustand:
Feiner Pulver auf harter Unterlage, markante Stellen am Nachmittag schon etwas zerfahren (im Steilen hart, darunter Schneehaufen)
Geöffnete Anlagen:
Alle, also
4KSB Salamanderexpress
SL Forellenhof (Wasserluckenlift)
Seillift Forellino
Offene Pisten:
Alle
Meisten Gefahren mit:
Salamanderexpress
Wenigsten Gefahren mit:
Den Übungslift hab ich mir erspart
Wartezeiten:
Zur Stoßzeit (Tagesschifahrer, Tourengeher, Schneeschuhgeher und vereinzelte Spaziergeher gleichzeitig - zwischen 10:00 und 11:30) um die 5 Min am Salamanderexpress, gegen Mittag ca. gleich lang am Forellenhoflift, am Nachmittag nicht mehr erwähnenswert.
Gefallen:
Ein Schitag wie er im Buch steht: Traumwetter, tolle Bedingungen, für Wochenende wirklich erträglich viele Leute, ein neues Gebiet kennengelernt...
Nicht gefallen:
Ein paar Kritikpunkte zum Schigebiet siehe unten...
Fazit:
Abzüge: sind keine notwendig
Zum Schigebiet:
Nachdem die DSB Losenheim aus Altersgründen nach dem Sommer 2004 nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte, mußte man im Gebiet nördlich des Schneebergs handeln - die neue Salamandersesselbahn wurde errichtet.
Das entsprechende News-Topic (incl. eines alten Pistenplans) findet Ihr hier:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... ++puchberg
Kurz Zusammengefasst ergab sich folgende Problematik:
- Anlage musste für Sommer- und Winterbetrieb geeignet sein
- Attraktivitätssteigerung, da die DSB langsam und kapazitätsschwach unterwegs war
- Größere Wetterbeständigkeit - die DSB war unheimlich windausgesetzt
Es wurde also der Salamanderexpress auf neuer Trasse projektiert und schließlich im Sommer 2005 errichtet - die feierliche Eröffnung fand am 8.12.05 statt.
Kurz zusammengefasst hat man sicher eine Anlage geschaffen, die allen Erfordernissen entspricht und als ganzes sehr klug projektiert wurde, wenn dafür auch ein paar Kompromisse eingegangen wurde.
Was mir sehr gut gefallen hat:
Windbeständigkeit
Unglaublich, wie man dem Wetter "davonbauen" kann, die alte Bergstation ist komplett umweht, während die neue so gebaut wurde, dass die Bahn auch bei stärkerem Wind noch Problemlos unterwegs sein kann
Kapazität
Die Anlage fährt ziemlich flott, hat aber auf etwas mehr als 1 km Streckenlänge gerade 40 Sessel hängen - somit halten sich die Wartezeiten in Grenzen, dafür fährt man auf angenehm gefüllten Pisten - ohne darauf achten zu müssen, wo man sich noch durch die Massen schwindeln kann
Anlage
Die KSB wurde unter Ausnutzung der alten Bausubstanz errichtet - der alte Talstationsbereich wird weiterverwendet und der Umlenkbereich der DSB dient jetzt als Garagierung. Klug gemacht!
Abwechslungsreiche Pisten
Von der Autobahn über schöne weitläufige Hänge (Langwiesabfahrt), von ein paar Steilstücken (Lahning, Forellehoflift) bis so richtig urig-schmalen Waldschneisen (Forellenhoflift) ist alles da, somit wird ein Schitag nie wirklich fad.
Was ich etwas schade finde:
Gastronomie am Berg
Die Hütten am Berg sind um etliches schwerer als früher erreichbar. Die Edelweisshütte steht zwar in unmittelbarer Sichtweite der Bergstation, davor ist allerdings ein kurzer aber tiefschwarzer Hang hinauf zu erklimmen; die Almreserlhütte steht etwas weiter entfernt, dafür ist es dorthin nicht so steil
Bergstationsbereich
Für eine doch recht leistungsfähige Bahn hat man im Bereich der Bergstation den Platz etwas eng bemessen, weiters geht von der Bergstation ausschließlich ein etwas großzügiger angelegter Schiweg weg – damit wäre wohl schon geklärt, welcher Teil des Schigebiets am schnellsten zerfahren war.
Verlorene Piste
Leider ist durch die Verlegung des Lifts das oberste Stück der Abfahrt, die früher in die Langwies eingemündete, nicht mehr wirklich gut nutzbar. Einerseits muss man erst umständlich dorthin kreuzen, andererseits ist es ganz oben (dadurch, dass nicht mehr präpariert wird) so verblasen, dass großflächig die Wiese zum Vorschein kommt. Schade deswegen, weil das von unten nach einem wirklich schönen Hang aussieht, der das ganze zusätzlich ein wenig aufgewertet hätte.
Keine Sonne
Naja, mir ists eigentlich wurscht, aber den Sonnenanbetern und Kälteempfindlichen könnte das ein Dorn im Auge sein: Um diese Zeit ists ab Mittag aus mit Sonne – und zwar im ganzen Gebiet.
Um das Gebiet besser nutzbar zu machen, musste man diese Kompromisse zweifelsohne eingehen. An sich ist das „neue“ Schigebiet aber durchaus als gelungen zu bezeichnen, für einen Tag lässt es eigentlich keine Wünsche offen. Die KSB ist als perfekt geplant zu bezeichnen, sowohl von der Lage als auch von der Kapazität her ein Volltreffer
Düster schauts halt um etwaige Ausbaupläne aus – klar, man hat mit der 4KSB jetzt ein bissl ein „Prestigeobjekt“ dort stehen, aber rundherum ist nicht viel herauszuholen. Am Schneebergmassiv selbst gibt’s – wie man hierzulists schon einmal lesen konnte – Probleme mit der Umweltverträglichkeit, bei der alten DSB-Trasse gäb’s wohl die gleichen (Wind-)Probleme wie früher, und je weiter man von dieser nach rechts geht, desto weniger gibt das Gelände her – eher steilere Südhänge, wo man Trassen und Pisten nur mühsam wegroden könnte. Beim Schlepper wäre eine Verlängerung vielleicht drinnen, abhängig natürlich davon, inwieweit das mit den Umweltbestimmungen vereinbar wäre.
So – das war es schon... falls schon wer