Anfahrt: Ettlingen - Autobahn 5 - Abfahrt Achern - Schwarzwaldhochstraße ca. 0:45 h ohne Stau
Wetter: Wolkenlos, ca. -5°C, an offenen Stellen unangenehmer Ostwind.
Schnee: Ca. 30 cm harter Altschnee an Nordhängen; Südhänge z.T. abgetaut.
Anlagen in Betrieb: Skilift Darmstädter Hütte (Tebru)
Wartezeit: Keine
Gefallen: Seltene Anlage, erste Skibobfahrt meines Lebens
Bewertung: 5 von 6 Mittelgebirgspunkten wegen des Spaßfaktors (trotz nur einer Anlage am kurzen Hang)
Unter den vielen kurzen Skihängen an der Schwarzwaldhochstraße im Nordschwarzwald gibt es einen Exoten. Das ist der Skihang an der Darmstädter Hütte, einem sehr schönen und gepflegten Bau aus dem Jahr 1926. Hütte und Skihang sind nicht mit dem Auto, sondern nur per 20minütigem Fußweg vom Parkplatz an der Schwarzwaldhochstraße erreichbar, alternativ auch zu Fuß vom Mummelsee oder vom Ruhestein. Der Schlepplift Darmstädter Hütte ist eine Anlage von Tebru (Theo Brunner), einem Städeli-Ableger, wohl die einzige dieses Herstellers im Schwarzwald.
Weil der Skihang Darmstädter Hütte nur 360 Meter lang ist, nimmt kaum ein Skifahrer oder Snowboarder den langen Fußmarsch dorthin auf sich. Deshalb hat der Liftbetreiber irgendwann 50 Eigenbau-Skibobs erworben, die er zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung stellt (kostenlos sind wohlgemerkt nur die Skibobs, nicht die Liftbenutzung!). Und so wird ein Ausflug zur Darmstädter Hütte und zum Lift plötzlich zu einer Herausforderung mit viel Spaß - wann kommt man schon mal zum Skibobfahren? Mit dem Skibob geht es wahlweise über die Piste oder direkt vom Liftausstieg durch den steilen Wald zu einem Wegstück, das an der Hütte vorbei zum Lift zurückführt. Die Liftfahrt mit dem Skibob empfand ich als schwieriger als das Abfahren, weil ich dabei stets auf der Sitzfläche nach hinten rutschte und irgendwann auf dem Bauch lag. Da muss ich wohl etwas falsch gemacht haben ...
Wegen seiner Abgelegenheit ist der Skilift Darmstädter Hütte nur in den Ferien und am Wochenende in Betrieb, und am Talstationshäuschen verkündet ein Schild schon mindestens seit 2007, dass der Lift zum Verkauf steht. Aber wer kauft schon einen kurzen Tebru-Skilift von ca. 1970? Hinsichtlich Einsetzbarkeit und Ersatzteilsituation ist die Anlage für Kaufinteressenten völlig uninteressant. Und so wird sie uns hoffentlich noch ein paar Jahre erhalten bleiben ... und mit ihr die beiden musealen Pistenraupen aus den 1960er Jahren (nur am Bernauer Hofecklift habe ich eine ähnlich alte gesehen!). Fazit: Hinfahren und Spaß haben, so lange es diesen exotischen Nordschwarzwaldhang noch gibt.
Darmstädter Hütte: Blick zur Hornisgrinde vom Wanderweg von der Schwarzwaldhochstraße zur Hütte.
Darmstädter Hütte: Bau von 1926, eines der wenigen Nordschwarzwälder Hüttenwanderziele.
Darmstädter Hütte: Quer durch den Wald kommt man mit dem Skibob von der Liftbergstation auch zur Hütte. Rückweg zum Lift über den Wanderweg.
Darmstädter Hütte: Skilift ist nur in den Ferien und am Wochenende in Betrieb!
Darmstädter Hütte: Skihang.
Darmstädter Hütte: Skibobfahren am Skihang.
Darmstädter Hütte: Skilift, Talstation mit Pistenraupe.
Darmstädter Hütte: Skilift, Talstation mit Skibobs.
Darmstädter Hütte: Skilift, Talstation mit Skibobs und alter Raupe.
Darmstädter Hütte: Skilift, Einstieg.
Darmstädter Hütte: Skilift, Steuerung. Zum Anfahren muss die Seilspannung leicht gelockert werden (habe ich so noch nirgends gesehen).
Darmstädter Hütte: Skilift, Bergstation.
Darmstädter Hütte: Skilift, Bergstation.
Darmstädter Hütte: Skilift, Totpunktausstieg an der Bergstation.
Darmstädter Hütte: Skihang mit Lift.
Darmstädter Hütte: Skibobfahren auf dem Hang. Blick über den Nordschwarzwald. Einen Blickfang gibt es leider nicht.
Darmstädter Hütte: Eine der beiden wundervoll alten Pistenraupen. Zusammen mit der am Bernauer Hofecklift vielleicht die ältesten im Schwarzwald.
Darmstädter Hütte: Der zweite Pistenraupen-Museumskandidat, liebevoll am Leben erhalten.