Die erste Erwartung wurde voll erfüllt, so leer wie heute habe ich Obertauern in der Skisaison noch nie erlebt. Zur Illustration der Zehnerkar-Parkplatz und die monströse Warteschlange bei der Grünwaldkopfbahn
Eine kleine Ernüchterung folgt jedoch beim Blick auf die Grünwaldkopf-Abfahrt, da bin ich vom Sonntag am Hauser Kaibling eine andere Dimension der Pistenpräparation gewohnt:
Nun gut, was soll’s, da will ich sowieso nicht gleich runter, also rauf aufs Seekareck, zuerst aber noch ein Blick auf die Hochalm:
Am Seekareck ist der Schnee ziemlich unruhig, deswegen begebe ich mich gleich in die Panoramabahn. Die dortige Abfahrt ist nicht frisch präpariert:
Blick zurück aufs Seekareck:
Von der Bergstation der Panoramabahn fahre ich Richtung Bergstation Kringsalmbahn, auch hier muss man aufpassen, wo man fährt:
Rauf geht’s mit der Seekarspitzbahn, der flachere Schlussteil der Abfahrten dorthin ist teppichartig:
Blick Richtung Krings-Bergstation, im Vordergrund meine eigentlich geliebte „Bobbahn“…
… die mich heute leider auch nicht begeistern kann:
Bei den Brocken und Löchern will ich einfach nicht Vollgas fahren und immer noch den Sonntag am Hauser Kaibling im Kopf, denke ich mir, dass das doch besser gehen müsste.
Ich versuche auch die Abfahrt nach rechts raus, wo die Piste in einem besseren Zustand ist, doch einerseits ist das sowieso nicht meine Lieblingsabfahrt und andererseits wird man durch den Gegenwind ordentlich gebremst, was das Ganze doch eher langweilig macht. Selbes Problem auch bei der blauen Krings-Abfahrt.
Auf der Suche nach besseren Verhältnissen fahre ich zur Schönalmbahn und tatsächlich, dort wurde viel besser präpariert, doch ist der Schnee dort noch eher hart. Zeit um zum Sonnenlift zu wechseln und siehe da, dort finde ich, was ich mir erhofft habe! Firn und die Pisten ganz für mich alleine
Ein paar Mal genieße ich diese traumhaften Verhältnisse und die ebenfalls sehr gute Abfahrt an der Zentralbahn, dann denk ich mir, dass es am Zehnerkar auch ganz verlockend ausschaut:
Im oberen Teil ist der Schnee schon etwas tief, doch dank Mini-Andrangs geht’s trotzdem noch gut und unterhalb der Mittelstation geht’s noch besser. Fünf Abfahrten absolviere ich hier, bevor ich wieder die Seite wechsle und bei der Zentralbahn hängen bleibe. Dort ist nun so absolut gar nichts los, bei der Talstation seh ich keinen Liftler und der bei der Bergstation trainiert zunächst mit einem Expander, später löst er ein Sudoku und nachdem ich ein paar Mal an ihm vorbeigekommen bin (er kennt mich eh schon), schaut er heraus und stellt fest, dass er eh auch lieber Ski fahren würde, aber „i muas ja aufpassen“. Auf meine Frage, auf wen denn, meint er nur „des frog i mi a“. Zurecht
Einfach herrlich und das letzte Flachstück ist auch kein Problem, wenn man von oben genug Geschwindigkeit mitnimmt. Dass das kein Problem ist, zeigt sich auch daran, dass ich bei der Geschwindigkeitsmessstrecke um halb drei noch auf 103.7 km/h komme – flotter Firn halt
Nun will ich aber doch noch die Runde weiterdrehen und mache ich mich wieder auf den Weg zur Schönalmbahn, wo ich gleich auch noch ein paar Wiederholungsfahrten mache, der untere Hang dort ist zwar leider kurz, dafür noch perfekt in Schuss.
Weiter geht’s zum Hundskogel, wo sich das Blatt wendet – die Hänge oben sind toll, dann wird’s zerfahren und die Zieherei unten raus ist sowieso nicht das Gelbe vom Ei.
Es ist übrigens den ganzen Tag über wechselnd bewölkt und sonnig, wobei die Wolken am Nachmittag mehr werden. Um 15.15 Uhr am Hundskogel mache ich folgende Panoramaaufnahme:
Meine nächste Station heißt Plattenkogel, wo ich feststelle, dass die Schneesituation dort nicht mehr sehr gut ist, wie man auf diesem Foto, vom Gegenhang aus aufgenommen, ganz gut sehen kann:
Die beiden Hänge neben dem Lift sind gesperrt, der am Bild linke Hang ist noch offen, aber schon mit einigen Steinen versehen. Logischerweise mache ich hier nur eine Fahrt um dann noch den FIS-Hang bei der Schaidbergbahn zu besichtigen. Auch dort gibt’s schon ein paar braune Flecken, doch wäre an sich noch genug Schnee, der ist allerdings nun schon sehr tief und es macht hier keinen Spaß mehr.
Ein Blick auf den Gamsleitenspitz, wo am Samstag das Gamsleiten-Kriterium stattfinden wird – soll heißen, die Teilnehmer buddeln nach 30 im Schnee vergrabenen Schatzkisten, der Hauptpreis ist ein Porsche Boxster:
Nach der Straßenüberquerung mit der Achenrainbahn fahre ich noch zur Gamsleiten I runter, ist auch nichts besonderes mehr, Schnee liegt aber noch genug. Der größte „Spaß“ ist dann natürlich der Ziehweg zurück zum Zehnerkar-Parkplatz, da geht so gar nichts mehr weiter und die Schlittschuhschritte sind etwas mühsam, weil der Schnee schon ordentlich tief ist, was nicht weiter verwunderlich ist um 16 Uhr.
Nach 44 Liftfahrten bzw. 12872 Höhenmetern in sieben Stunden trete ich die Heimreise an und verabschiede mich sicherheitshalber schon mal von Obertauern – bin mir nicht sicher, ob ich’s in dieser Saison noch mal raufschaffe – hängt unter anderem auch vom Ausmaß des „Teilbetriebs“ nächste Woche ab.
Bis Ende dieser Woche ist jedenfalls noch die ganze Tauernrunde in Betrieb, dazu gibt’s am Samstag den „Vergelt’s Gott Tag“, an dem Erwachsene die Tageskarte um 20 Euro, Kinder um 10 Euro bekommen. Ein sehr faires Angebot, das sicherlich dafür sorgen wird, dass am Samstag mehr los sein wird als heute
Für den heutigen Tag vergebe ich 5,5 Punkte – nach den anfänglichen Enttäuschungen wegen der etwas mangelhaften Pistenpflege ist’s dann doch noch ein toller Tag geworden!