9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

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gerrit
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9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von gerrit »

9 Filmtipps für lange Abende - Die "prison & jail" Tour 2009


Tausend Wagen westwärts (Burt Lancaster, James Stewart, Elizabeth Taylor)

A Foggy Day (Fred Astaire, Ginger Rogers, Gene Kelly)

Der Weg nach La Rösa (Humphrey Bogart, Paul Henreid, Ingrid Bergman)

Piraten der Karibik IV (Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley)

Anflug auf Samedan (Sean Connery, Tony Curtis, Catherine Zeta-Jones)

Shining II (Jack Nicholson, Shelley Duvall, Danny Lloyd)

Intermezzo in Paradise (Woody Allen, Scarlett Johansson, Michael Caine)

Indiana Jones und die ewige Finsternis (Harrison Ford, Sean Connery, Cate Blanchett)

La ultima Strada (Anthony Quinn, Giulietta Masina, Richard Basehart)



Freitag, 27.Februar 2009

Eine knappe Woche ist es her seit den fulminanten Tiefschneeerlebnissen auf der Tauplitzalm, die nahezu alles bisher Erlebte in den Schatten gestellt haben. Und jetzt startet endlich die schon zur lieben Gewohnheit gewordene spätwinterliche Alpentour, die – im ersten Jahr noch durch fix vorgebuchte Quartiere klar vorgezeichnet – mittlerweile nur mehr von aktuellen Schnee- und Wetterverhältnissen gesteuert durch spontane Entscheidungen oft in ganz andere Gegenden führt als ursprünglich vermutet. Teilnehmer sind, wie schon in den beiden vergangenen Jahren, meine Frau Sabine, Helmut und der Schreiber dieser Zeilen.
Mit vielem haben wir gerechnet vor dieser Reise, allerdings nicht mit der Tatsache, dass wir auf dem Trip insgesamt drei Mal aus verschiedenen Gründen erheblich an unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden sollten. (Aber davon später!).
Die Reise beginnt leider ziemlich feucht. Nachdem in den Wetterprognosen Ende letzter Woche noch von weiteren Schneefällen im Salzkammergut – jedoch bei tiefen Temperaturen – die Rede war, haben wir den größten Teil der Ausrüstung in Altaussee gelassen, da wir eigentlich die „weisse Ernte“ endlich auch am Krippenstein einfahren und erst nach dem Wochenende weiter nach Westen fahren wollen. Doch nun sitzen wir etwas frustriert im Auto und ärgern uns über den üppigen Niederschlag in Verbindung mit viel zu hohen Temperaturen, die in unserer Zielregion die Lawinengefahr soweit ansteigen lässt, dass etwa Obertraun mit dem Auto nicht mehr erreichbar ist und an ein Schifahren am Krippenstein an diesem Wochenende wohl kaum zu denken ist. Und irgendwo im Wald herumkurven bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunktes mit entsprechend schwerem und feuchten Schnee wollen wir nicht, schon gar nicht nach dem tollen letzten Wochenende.
Damit steht bald fest, heute fahren wir zwar nach Altaussee, doch dort wird nur die Ausrüstung verstaut und am nächsten Morgen soll es dann weitergehen nach Westen. Aber wohin? Warmwettereinbruch überall, hohe Lawinengefahr durch die Erwärmung in Verbindung mit dem schweren und feuchten Neuschnee, das Zielgebiet sollte also möglichst hoch liegen, viele Variantenmöglichkeiten anbieten und aktuell nicht zu viel von dem feuchten Neuschnee abbekommen haben. Nachdem wir ja schon vorher St. Moritz als zweites Etappenziel nach dem Salzkammergut ins Auge gefasst haben, fällt dieser Entschluss nun leicht, da die Höhenlage zwischen 1800 und 3303 Meter doch einen Schutz vor übergroßer Erwärmung bieten sollte, der Oberengadin schon vor Wochen mit reichlich Schnee versorgt wurde und wie bei unseren bisherigen Äufenthalten einige Klassiker wie etwa die Morteratsch-Abfahrt von der Diavolezza oder die südseitige Variante zur Alp Rösa vom Piz Lagalb aus Schneemangel nicht befahren konnten.
Nachdem ich dieses Mal einen Traktor zum Freiräumen des Autoabstellplatzes bestellt habe, sparen wir uns eine Stunde Schneeschaufeln und können sofort die weiter angewachsenen, aber leider sehr feuchten Schneemauern ums Haus bewundern.

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Der Abend wird unter anderem damit zugebracht, diverse Utensilien hin und her zur räumen und langsam dämmert mir, dass es offenbar wirklich nicht ganz so einfach ist, zwei Haushalte bezüglich Tourenausrüstung voll im Griff zu haben, denn irgendwie sind die beiden Garnituren Schiunterwäsche, die ich fix hier vermutet habe, offenbar doch in Niederösterreich geblieben......


Tausend Wagen westwärts

Helmut Johnston, Landvermesser ........... James Stewart
Gerrit Halloway, Farmer ......................Burt Lancester
Sabina Maynard, Abenteurerin ................Elizabeth Taylor

Zusammenfassung:
Eng ist die Welt geworden für den Landvermesser Helmut und den Farmer Gerrit, keine Perspektiven sehen sie mehr und so beschließen sie, der Heimat den Rücken zu kehren und ins ferne Engadiniana zu ziehen, einem westlichen Bundesstaat, in dem alles viel besser, größer und freier sein soll. Zu ihnen gesellt sich die Abenteurerin Sabina, die auch neue Herausforderungen sucht.
Doch der lange Weg ins gelobte Land ist ein schwieriger, zwei Routen gibt es für den Treck dorthin, einer durch die Berge, der andere durchs flache Land. Schnee und Sturm machen den Pfad durchs Gebirge ungangbar, und so müssen die drei so wie viele andere Auswanderer die Ebene durchqueren. Zudem wird dabei auch das Stammesgebiet der Bajuwachen durchquert, die jungen Krieger dieses Indianerstammes beenden genau in dieser Zeit eine Woche eines Initiationsritus in den Bergen und strömen nun in Massen wieder in ihre Dörfer in der Ebene, was auf dem schmalen Pfad zu vielen gefährlichen Situationen führt.
Doch die drei Reisenden trotzen allen Gefahren und meistern auch eine kritische Situation knapp vor der Grenze Engadinianas, denn die Normalroute ist unpassierbar und das Ziel kann nur auf einem abenteuerlichen Pfad durch die Berge erreicht werden.

Klassischer Western mit solider Besetzung und vorhersehbarem Skript, phasenweise etwas langatmig inszeniert.


Samstag, 28.Februar 2009 - Im Stau

Der Schneeregen, mit dem uns der Tag begrüßt, bestätigt uns in unserer Entscheidung, und so sitzen wir bald im Auto.
Vorbei geht es an der Katrin in Bad Ischl, deren Talabfahrt sich nun sicher in besserem Zustand befindet als bei Chasserals Besuch, wir passieren St. Gilgen, die ehrwürdige Zwölferhornbahn läuft und die Schiabfahrt bis zur Talstation ist augenscheinlich möglich, doch beide Berge hüllen sich in Wolken und das Thermometer zeigt deutliche Plusgrade.
An und für sich haben wir geplant, unsere Fahrt irgendwo im Inntal zu unterbrechen, um ein uns bis dato unbekanntes Schigebiet kennen zu lernen, etwa den Glungezer oder die Hänge von Fendels. Doch das Ferienende in Bayern und die aktuelle Lawinensituation machen uns einen Strich durch die Rechnung: das kleine Deutsche Eck ist gesperrt und auf der Autobahn Salzburg – München verursachen Unfälle bald einen ordentlichen Stau, sodass unser Zeitplan zunächst gefährdet wird und bei weiteren Staus nach Rosenheim und auf der Inntalautobahn in sich zusammenbricht. Gleichzeitig hören wir im Radio zahlreiche Meldungen über Lawinenabgänge praktisch im gesamten Bereich der nördlichen Ostalpen, von denen Straßen, Bahnstrecken und auch gesicherte Schipisten betroffen sind, sodass wir letztendlich auf einen Stopp verzichten und ohne wesentliche Pause nach St. Moritz fahren. Auch die Straße nach der Schweizer Grenze ist wegen Lawinengefahr gesperrt und so verlieren wir eine weitere halbe Stunde durch die Umleitung über Nauders. Schließlich gestaltet sich auch die Quartiersuche als nicht ganz einfach, zwar habe ich schon vor einigen Tagen vom Bernina-Hospiz telefonisch ausreichend freie Zimmer bestätigt bekommen, damals allerdings ausgehend von einer Anreise am Sonntag oder Montag, dass die Nacht von Samstag auf Sonntag dort jedoch komplett ausgebucht ist, erfahren wir erst jetzt. So beginnen wir schon einige Ortschaften vor St. Moritz mit der Suche und werden schließlich in Zuoz in einem alten Hotel direkt am Hauptplatz fündig. Hier werden wir die Nacht zum Sonntag verbringen und dann ins Hospiz übersiedeln.
Der Abend verwöhnt uns mit wolkenlosem Himmel und einer großen Portion Engadiner Rösti und so sind wir guter Dinge, was die kommenden Tage betrifft.
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Gletscherfloh
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

In Anschluss an Gerrits cineastische Review und seinen jeweiligen Berichten werde ich jeweils kurze Kommentare inklusiver Fotodokumentationen liefern. Wahrnehmungen und Erzählungen sind ja immer subjektiv. Wir hoffen daher mit dem Bericht aus jeweils zwei Blickwinkeln zu einem "runderen" Gesamtergebnis beitragen zu können.

Normalerweise sind Anreisen ja von Vorfreude geprägt. Diesmal war die Vorfreude jedoch getrübt. Zum einen dadurch die (trotz Erwärmung) noch immer herrliche Winterlandschaft des Salzkammerguts verlassen zu müssen und dadurch die Ergebnisse der starken Schneefälle nicht ernten zu dürfen. Zum anderen begann der teutonisch-bajuwarische Reisestau natürlich just als die Sonne sich gegenüber den Wolken durch zu setzen begann. Wie zum Hohne mussten wir im Schritttempo kriechend - und manchmal sogar stehend - die in der Sonne glänzenden verschneiten Berge Bayerns ertragen. Die Sonne blieb uns dann den ganzen Tag über treu - hätten wir gewusst, dass es für etliche Tage der letzte wirklich sonnige Tag sein würde, wäre unsere Stimmung wohl noch gedämpfter gewesen. So aber (und in irriger Annahme, dass auch die nächsten Tage ähnliches Wetter bringen würde) versuchten wir das schöne Wetter während der Fahrt zu genießen und genossen vor allem die Fahrt durch das architektonisch wie landschaftlich beeindruckende Unterengadin. Mit jedem Kilometer in Richtung Oberengadin wuchs zudem die Schneedecke und wir waren durchaus zufrieden, die außergewöhnlichen Schneeverhältnisse in dieser ansonsten oft sehr trockenen und daher schneearmen Alpenregion erleben zu dürfen.

Nach einiger vergeblicher Quartiersuche fanden wir schließlich doch noch Herberge in diesem schönen typischen Oberengadiner Gasthof in Zuoz
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Bei einem Rundgang überzeugte uns nicht nur die pittoreske Architektur dieses alten Oberengadiner Dorfes, sondern v.a. auch der Ausblick auf die tief verschneiten Hänge rings herum.

Skilift Zuoz Richtung Lawinengalerien Albanas
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gerrit
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von gerrit »

A foggy Day

Helmut „magic feet“ Conway, Sänger und Tänzer.........Fred Astaire
Gerrit Myers, Sänger und Tänzer.............................Gene Kelly
Sabina LaFayette, Sängerin und Tänzerin...................Ginger Rogers

Moritztown, berühmt für seine Musiktheater und glamorösen Nachtclubs zieht Künstler aus dem ganzen Land an, und so sind auch Helmut „magic feet“ Conway, Sabina LaFayette und Gerrit Myers in dieser Stadt gelandet und träumen den Traum vom großen Erfolg. Doch der Weg dahin ist steinig. Sie studieren gemeinsam eine neue Choreographie ein, "Valse d´Arlas" nennen sie ihre Tanzshow, doch der Erfolg bleibt aus. Ein neues Sujet muss her, "Tango Lagalb" heißt die rassige Revue, doch auch hier gelingt der Durchbruch nicht, im Gegenteil, es kommt zu Meinungsverschiedenheiten und so trennen sich die Wege der Protagonisten sogar phasenweise und ein Happy End scheint in weite Ferne gerückt.
Doch noch einen Anlauf nehmen die drei jungen Tänzer, und die Choreographie "Sunrise Morteratsch" führt nun endlich zum Ziel. In wunderschöner Kulisse wird auf der Bühne die Illusion eines Sonnenaufgangs an einem nebeligen Tag simuliert und die Protagonisten tanzen in berührenden Figuren ans Licht und zum Erfolg.

Seichter Revuefilm in klassischem Stil, vor allem im dritten Akt durchaus ästhetische Choreographie



Sonntag, 1. März 2009 - Nebel und Sonne

Etwas ernüchtert sind wir am Morgen, der wolkenlose Himmel von gestern ist leider Geschichte, tiefe Wolken und Nebel verbergen teilweise den Blick auf die umliegenden Berge. Doch einen echten freerider kann das nicht aufhalten, und so stehen wir bald an der Kasse der Diavolezzabahn und lösen die Tickets. Nachdem Helmut und ich das Val d´Arlas vor 3 Jahren schon mehrmals befahren haben, sollten wir dort auf keine Orientierungsprobleme treffen, und so queren wir bald von der Bergstation des Sessellifts hinüber in die kleine Scharte am Beginn der Abfahrt.

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Doch über den weiteren Verlauf des Vormittags sollte man besser den Mantel des Schweigens hüllen, gelinde gesagt, waren die Bedingungen so schlecht, dass es bis auf das Bild aus der Scharte überhaupt keine Photos vom Val d´Arlas gibt.
Schon oben ist die Sicht durch diffuses Licht stark eingeschränkt, und eine höchst eigenartig aufgebaute Schneedecke mit Wechsel aus Bruchharsch und Preßschnee führt (zumindestens meinerseits) zu einer ziemlich uneleganten Schitechnik, wir sind jedenfalls froh, dass uns dabei weder jemand beobachtet noch photographiert hat. Letzteres wäre dann im unteren Bereich des Tals auch gar nicht mehr möglich, denn dichter Nebel verschluckt uns und nur das Bewußtsein, dass in diesem Bereich keine unliebsamen tektonischen Überraschungen zu erwarten sind, macht halbwegs normales Schifahren überhaupt möglich. Wir queren schließlich hinüber zur Lagalb Bahn und machen dort einige Fahrten, auch hier ist die Sicht mäßig, aber der Schnee auf den Pisten ist gut, Schifahrer sind nur wenige unterwegs und so vertreiben wir uns die Zeit mit Power-Carven, wobei wir und fallweise trennen und dann die verschiedenen Pistenvarianten fast für uns alleine haben. Früher gab es Zeiten, zu denen angeblich Platzkarten an Diavolezza- und Lagalb-Bahn ausgegeben wurden und sich die Leute die Wartezeit auf mittlerweile längst abgebauten Talliften vertrieben, nun fahren die beiden Aufstiegshilfen oft nur für eine Handvoll Schifahrer, kein Wunder, dass dieser Sektor zum Problemkind im Schiverbund geworden ist.
Später werden wir noch erfahren, dass das Projekt der Schigebietserweiterung im Diavolezza-Lagalb-Sektor angeblich endgültig gestorben ist und die Lagalb Bahn eventuell überhaupt aufgegeben werden soll. Das Auftauen des Permafrostbodens unter der Bergstation verursacht offenbar große statische Probleme. Nach dem Abbau der Bahn soll er Nationalpark auf den Piz Lagalb erweitert werden, als Gegengeschäft würde der Bau einer Seilbahn im Bereich der Hahnenseeabfahrt von St. Moritz-Bad aus den Zusammenschluss Corviglia-Corvatsch ermöglichen.
Am frühen Nachmittag bessert sich das Wetter jedoch und endlich können wir auch wieder die Sonne hinter den Wolken erahnen. Zwar verschwindet der Hochnebel nicht wirklich, aber die Sicht ist zufrieden stellend und so schaffen wir es endlich erstmals, die berühmte Morteratsch-Gletscherabfahrt zu machen. Von der Diavolezza-Bergstation geht es zunächst über eine etwas vereiste Buckelpiste nach Süden hinunter und dann auf dem Gletscher auf einer flachen, ausgesteckten und teilweise planierten Abfahrt in großartiger Kulisse hinunter nach Morteratsch.
Schitechnisch anspruchslos, aber landschaftlich höchst lohnend, ein bißchen wie ein kleines valle blanche. Sollte man auf jeden Fall einmal gemacht haben!

Hier befinden wir uns im obersten Bereich, es ist ziemlich hart und verbuckelt. Im Hintergrund der Piz Palü.

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Doch bald erreichen wir den Gletscher im Talboden

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In grandioser Landschaft zieht die flache Piste dahin, Warnschilder weisen auf Spaltengefahr beim Verlassen der markierten Route hin.

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weitere Eindrücke der Abfahrt:

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An der Moräne links erkennt man den Gletscherstand in besseren Zeiten des 19. Jahrhunderts, wir blicken zum Talausgang, wo sich Hotel und Bahnstation Morteratsch befinden.

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Ab dem Gletscherende fährt man dann auf einem Wanderweg bzw. einer Loipe hinaus zu Bahn und Straße, hier haben wir den Eindruck, dass wesentlich mehr Spaziergänger unterwegs sind als Schifahrer oben auf der Diavolezza.

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Nun wird es Zeit, unser eigentliches Quartier für die kommenden Tage zu beziehen, das Hospiz am Berninapaß. Hier gibt es zu moderaten Preisen durchaus ansprechende Zimmer und vor allem gutes und reichliches Essen. Gratis dazu bekommt man die ganz spezielle Atmosphäre eines Einkehrgasthofs direkt am Alpenhauptkamm, der neben touristischen Zwecken auch einen wichtigen infrastrukturellen Beitrag für die Betreuung der Paßstraße erfüllt. Die beiden Wirte Kurt Forler und Emanuele Fumasoni sind höchst kooperativ (u.a. beim Herstellen des etwas bockigen wireless LAN zum Internetzugang, es ist auch problemlos möglich, einzelne Punkte des Halbpension-Menüs gegen andere Speisen der Karte zu tauschen) und wir können dieses Haus als Stützpunkt für einige Tage Oberengadin nur wärmstens empfehlen.
Besonders spektakulär ist die Stimmung da oben natürlich in einem Winter mit so viel Schnee wie heuer, hier ist man gerade damit beschäftigt, eine Schneise in die Schneemauer gegenüber des Hospizes zu fräsen, um dann später "überflüssigen" Schnee auf den dahinter liegenden Abhang kippen zu können. Wie man sieht, ist "schweres Gerät" nötig.

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Um die Dimensionen des Baggers bzw. der Schneemassen zu illustrieren marschieren Sabine und Helmut durch die Schneise.

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Nach durchaus vorhandenem vormittäglichen Frust war dann die Morteratsch-Abfahrt trotz des vorhandenen Hochnebels sicher ein Highlight, zumal es ja unsere erste Befahrung dieser Route war. Auch das nette Quartier mit dem köstlichen Essen trägt zur weiteren Aufhellung unserer Stimmung bei und so sitzen wir schließlich satt und zufrieden in der Gaststube und brüten über Gebietskarten und Schiführern, um das Programm der nächsten Tage zu planen.
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

Trotz der Enttäuschung über das doch deutlich schlechtere Wetter ließen wir uns in unserem Enthusiasmus noch nicht bremsen. Insbesondere die außergewöhnlich hohe Schneedecke nährte große Erwartungen …

Diavolezza-Seilbahn mit der Corn Diavolezza, wo seit zwei Jahren dank künstlicher Vereisung Eiskletterer beständiges Eis in grandioser Umgebung vorfinden
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Die Abfahrt durch das Val d’Arlas war dann aber ein wirklich herber Dämpfer unseres Enthusiasmus. Was nützt der viele Schnee, wenn er nicht genussvoll befahrbar ist. Offensichtlich war die mangelnde Schneequalität mit ein Grund, dass wir weit und breit die Einzigen waren, die zumindest versuchten abseits der Piste zu „fahren“.

Immerhin konnten wir dann nachmittags die Morteratsch-Gletscherabfahrt abhaken. Rein skifahrerisch nicht unbedingt ein non-plus-ultra, aber in der Tat ein besonderer landschaftlicher Genuss.

Blick zum Piz Bernina (4049m), dem höchsten Gipfel der Ostalpen mit dem berühmten Biancograt
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Übrigens ist nunmehr offenbar die gesamte Gletscherstrecke (zumindest nach stärkeren Neuschneefällen) präpariert. Tatsächlich gibt es an zwei steileren Bereichen auch entsprechende Einrichtungen (in Form eines in den Schnee gegrabenen Baumstammes) für Windenpräparation.

Gletscherabfahrt im oberen Bereich mit Blick zum Piz Morteratsch (3751m)
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Die Anbindung an die Talstation Diavolezza-Lagalb mit Hilfe der Rhätischen Bahn (Berninaexpress) ist übrigens vorzüglich. Nach ein wenig Warten stand schon der Zug bereit. So konnten wir dann schon bald Quartier im gastfreundlichen Ospizio Bernina (2309m) beziehen.

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Mit etwas gedämpfter Stimmung – angesichts der herrschenden off-piste-Verhältnissen – versuchten wir am Abend nähere Details zu den Wetterprognosen heraus zu finden und gegebenenfalls unsere weitere Vorgangsweise darauf abzustimmen. Die Wetterbericht waren irgendwie uneinheitlich: mal war von einem Genua-Tief vom Süden, mal wieder eher von Schlechtwetter von Nord bzw. Nordwest die Rede. Tatsächlich begann es abends leicht zu schneien. Wir entschieden uns daher erstmal abzuwarten bzw. einfach am nächsten Morgen aus dem Fenster zu sehen …
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gerrit
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von gerrit »

Der Weg nach La Rösa

Helmrick Blaine, Nachtclubbesitzer........Humphrey Bogart
Gerrit Lazlo, Widerstandskämpfer.........Paul Henreid
Sabina Lund, Lazlos Frau....................Ingrid Bergman

In Las Galbas, einer einer Grenzstadt im Land Diavolana irgendwo in den Bergen Südamerikas, betreibt Helmrick Blaine einen Nachtclub. Die Geschäfte gehen nicht schlecht, denn im Land herrscht Bürgerkrieg, zwei politische Gruppierungen sind es, die sich bis aufs Messer bekämpfen, die Bananeros, deren Flagge eine nach links gekrümmte Banane ist und die Chiquitas, die auf ihrem Banner eine nach rechts gekrümmte Banane tragen. Las Galbas liegt an der Straße zum Banana-Pass, einer der wenigen Passstraßen ins sichere Nachbarland. Doch Transitvisa sind nicht einfach zu bekommen. So sitzen viele Flüchtlinge in der Stadt fest und Helmrick´s Cafe ist eine Art Treffpunkt für Widerstandskämpfer, Spione, Fälscher, Schlepper und andere Abenteurer.
Unter ihnen sind Gerrit Lazlo und seine Frau Sabina Lund, auch sie werden verfolgt und müssen das Land verlassen. Doch Schwierigkeiten treten auf, feindliche Truppen besetzen die Paßhöhe und so stecken die beiden in der Falle. Nur eine Möglichkeit gibt es, der sagenumwobene Weg nach La Rösa, auf dem angeblich früher die Inkas über die mit dichtem Dschungel bewachsenen Berge zu einer rituellen Opferstätte auf der anderen Seite der Berge gezogen sind. Doch seit Jahrhunderten es niemand mehr geschafft, diesen Pfad zu finden, viele sind beim Versuch ums Leben gekommen.
Aber Helmrick besitzt eine alte Karte, auf der dieser Weg eingezeichnet ist, auch ist er nicht mehr zufrieden mit seinem Leben in Las Galbas, und so machen sich die drei auf den Weg nach dem sagenumwobenen La Rösa. Auf sich allein gestellt in den einsamen Bergen schaffen sie es schließlich, den alten Pfad zu finden und gelangen zu den Ruinen von La Rösa jenseits der Berge und im sicheren Nachbarland.

Nie in die europäischen Kinos gekommener Versuch, den Erfolg von Casablanca mit der gleichen Besetzung zu wiederholen. Vorhersehbarer Plot, konventionell inszeniert.



Montag, 2. März 2009 - endlich Alp Rösa

Die Betten im Hospiz sind deutliche besser als in dem Hotel in Zuoz, und auch das Frühstück ist reichlicher und mundet hervorragend. Einzig das Wetter lässt noch immer zu wünschen übrig. Zwar ist die Sicht deutlich besser als gestern, doch der Traum von gleißender Sonne und wolkenlosem Himmel ist noch weit von seiner Erfüllung entfernt.
Trotzdem – die Bedingungen sind gut genug für eine weitere Premiere: die Abfahrt nach Alp Rösa an der Südseite des Piz Lagalb. In beiden meiner früheren Aufenthalte war an diese Route wegen Schneemangel nicht zu denken, größtenteils apere Geröllhalden an der Südseite des Berges vereitelten jede Befahrung. Wie bei der berühmteren Piste Italienne von der Bergstation der Umlaufbahn am Großen St. Bernhard fährt man auch hier von einer direkt am Alpenhauptkamm gelegenen Seilbahnstation nach Süden, doch im Gegensatz zur Piste Italienne fehlen hier sämtliche Hinweistafeln oder Markierungen.
Nach einer Aufwärmrunde an den weiterhin leeren Pisten unterhalb der Seilbahn wenden wir uns – etwas zu früh, wie wir bald merken werden – nach der nächsten Bergfahrt gen Süden. Hier steht Helmut gerade am äußersten Südende des offiziellen Pistenreviers und sondiert photographisch die Gegend.

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Panorama nach Süden, rechts unten die Bernina-Paßhöhe mit dem Hospiz, links unser Ziel, die Alp Rösa.
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Alp Rösa leicht gezoomt
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Und ein Blick zum Hospiz
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Und hier unser Ziel im Visier des Teleobjektivs
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Helmut bei den ersten Schwüngen über hart gepressten Altschnee.

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Ganz so einfach, wie die Orientierung auf der Karte wirkt, ist die Sache dann nicht, am Anfang sind einige Felsstufen zu überwinden. Die anfänglich gut sichtbaren alten Spuren (ja, ich weiß, denen soll man ja nicht nachfahren.....) sind bald durch Verwehungen nicht mehr sichtbar und das Gelände ist vor allem am Anfang stark konvex, sodaß man nur schwer über die Felsabbrüche hinaussehen kann um die richtige Linie zu finden. So queren wir anfänglich etwas unschlüssig hin und her, um schließlich die Einfahrt in einen ziemlich steilen Hang zwischen zwei Felsen zu finden. Helmuts Bild weiter unten zeigt die "Schlüsselstelle" von oben, auf meiner Aufnahme von unten sieht das ganze aber natürlich wieder absolut flach und harmlos aus. Spätestens hier merken wir auch, dass wir besser noch eine Stunde gewartet hätten, denn obwohl die Sonne herausgekommen ist, ist der Hang noch ziemlich hart gefroren.

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Ab dem ersten Felsband wird die Orientierung leichter, über kupierte Hänge geht es in eine Geländekammer, die sich sowohl nach Westen in Richtung unseres Hospizes öffnet als auch Abfahrtsmöglichkeiten weiter hinunter nach Süden zu unserem eigentlichen Ziel, der Alp Rösa bietet. Auf dem Betonsockel rechts oben war nach Angaben unseres Wirtes früher einmal eine Wetterstation. Man erkennt auch gut, dass der Zustand der Schneedecke nicht gerade euphorisierend war.

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Aber landschaftlich gibt es keinerlei Kritikpunkte. Der Einschnitt unten links ist das Val di Gess, da wollen wir durch um zum Talboden der Alp Rösa zu gelangen.

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Auf der Weiterfahrt treffen auf eine Vierergruppe aus Tourengehern, die vom Hospiz her aufgestiegen sind. Bis auf diese kleine Gruppe haben wir die gesamte Südseite des Berges für uns allein. (Wobei zugegebenermaßen die Zahl der Pisten-User auf der Nordseite ja auch nicht gerade gewaltig war.)

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Sabine und Helmut am oberen Ende des Val di Gess

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Und hier finden sich auf den südexponierten Hängen des kleinen Tales sogar einige Höhenmeter Firnschnee.

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Zu schnell ist der Genuss vorbei, und nun geht es ziemlich flach entlang eines Baches weiter.

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Wir treffen schließlich auf die im Winter gesperrte Verbindungsstraße nach Livigno, unterhalb davon entdecken wir in mit schütterem Baumwuchs durchsetztem Almgelände wieder einen netten Firn-Hang.
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An der Südrampe der Bernina-Paßstraße schnallen wir ab, nicht ohne zuvor angesichts der hohen Schneemauern neben der Straße eine geeignete "Abstiegsroute" gesucht zu haben. Sabine und Helmut warten in der Sonne und ich stoppe zurück auf die Nordseite. Schon der zweite Wagen hält an, und bald kurve ich über die Paßhöhe zurück, um die beiden abzuholen. Den Nachmittag verbringen wir noch mit zwei Abfahrten auf den normalen Diavolezzapisten und einer abschließenden Wiederholung der Gletscherabfahrt nach Morteratsch.
Auch heute haben wir keinesfalls optimale Schneeverhältnisse vorgefunden, abgesehen von den vielleicht 150 Höhenmetern Firn gegen Ende der Abfahrt nach Alp Rösa, aber vom landschaftlichen Erlebnis der gänzlich unmarkierten und einsamen Route vom Alpenhauptkamm nach Süden waren wir absolut begeistert. Im Vergleich mit der in meinen Augen irgendwie "verwandten" Piste italienne ist die Abfahrt zur Alp Rösa sicher einsamer und - vor allem bei schlechtem Wetter - von der Orientierung deutlich schwerer.
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

Alp Rösa: Mit Ski über dem Alpenhauptkamm

Der Piz Lagalb (2959m) war mal einer der begehrtesten Seilbahnskiberge der Schweiz. Heute steht er auf der roten Liste, d.h. akut schließungsgefährdet. Seine Nordseite bietet einige schöne Freeridehänge (falls Pulverschnee vorhanden ist). Unser Interesse galt diesmal aber die Südseite des Berges. Direkt von der Seilbahnbergstation kann man nämlich eine tolle Geländeabfahrt runter auf die Südseite der Berninapassstrasse unternehmen, die erst auf der Hochfläche der Alp Röse (1870m) endet. Dadurch gelangt man vom deutschsprachigen Oberengadin über den Alpenhauptkamm ins italienischsprachige Poschiavo. Diese Abfahrt hatten wir schon länger im Visier, es ergab sich aber bei unseren bisherigen Aufenthalten nie eine Gelegenheit zur Befahrung.

Das Wetter war durchaus brauchbar – über die Schneeverhältnisse machten wir uns nach den Erlebnissen vom Vortag keine großen Erwartungen mehr

Wieder waren wir die einzigen abseits der Pisten und die wenigen alten Spuren verloren sich bald bzw. waren verweht. Obwohl die Abfahrt auch auf der offiziellen Website der Bergbahnen Diavolezza-Lagalb als Freeride-Variante erwähnt wird, findet man nur spärliche Hinweise im Internet. Aber immerhin wird sie im Buch „Die schönsten Freeride-Touren in den Schweizer Alpen“ von Jörg Butscher und Simon Starkl beschrieben. Allerdings hatten wir das Buch nicht mit, wobei ein späteres Nachlesen war ebenfalls nicht gerade aufschlussreich, wird doch darin beschrieben: „Landschaftlich besonders reizvoll … Dabei trennt sich die Spreu bereits zu Beginn vom Weizen. Je nach Schneelage muss gleich hinter der Bergstation Lagalb auf einem kurzen, dafür schmalen und sehr steilen Schneeband zwischen blankem Fels abfahren“. Nun blanker Fels war kurz nach dem Verlassen des Gipfels – trotz der guten Schneelage – öfters mal zu sehen.

Die ersten Meter der Abfahrt sahen noch ganz harmlos und unschuldig aus …

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Bald war die Navigation durch einige Felsbänder aber in der Tat ein wenig trickreich und verlangt gute Sicht (oder gute Ortskenntnisse), da die Hänge ziemlich konvex geformt sind und keinen aufschlussreichen Überblick von oben bieten. Aber mit einigem Hin und Her gelang es uns immer einen relativ bequemen Durchschlupf zu finden.

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Rückblick zum oberen Teil – diese kleinen Felszonen lassen sich von oben relativ schwer einsehen
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Weiter unten werden dann die verschiedenen Möglichkeiten deutlicher. Wir wählten – da lediglich Lawinenwarnstufe 2 herrschte – das kleine, nette Tobel (Val di Gess) links unten.

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Dort trafen wir auf den südseitigen Hängen sogar auf recht nette Firnverhältnisse …
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Rückblick ins Val di Gess
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Auch die letzten Hänge zur Passstrasse oberhalb der Alp Rösa boten brauchbaren Firn
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Neben Skigenuss bietet die Abfahrt natürlich auch nette landschaftliche und kulturhistorische Besonderheiten. Der Wechsel vom hochalpinen Gelände unterhalb des Piz Lagalb zur den sanften Almmatten oberhalb von Alp Rösa, wo es nun in der Märzsonne bereits angenehme warm wurde, hatte einen ganz eigenen Reiz.

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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von gerrit »

Piraten der Karibik IV

Helmjack Sparrow, Pirat..........Johnny Depp
Gerry Turner, Hilfspirat...........Orlando Bloom
Sabina Elizabeth Swan.............Keira Knightley


Captain Helmjack Sparrow beleidigt während eines Pokerspiels Poseidon, den Gott des Meeres, der gerade Urlaub in einem All-inclusive-Club in der Karibik macht und wird von diesem verflucht, bis ans Ende seiner Tage als Steward auf dem Traumschiff des ZDF arbeiten zu müssen. Die einzige Chance, diesem Schicksal zu entrinnen ist ein unsterblicher Hund, der angeblich auf der Insel Fuorcla Surlej lebt, wenn er diesen streichelt, so würde der Fluch von ihm genommen.
Nachdem ihm wieder einmal sein Schiff abhanden gekommen ist, hebt er mit Hilfe von Gerry Turner und Sabina Elizabeth Swan die Titanic und macht sich auf den Weg, die Insel zu suchen. Sie wissen nur, dass sich das Eiland irgendwo im Corvat-Archipel befindet, doch schlechtes Wetter und dichter Nebel machen die Orientierung schwer. So landen sie beim ersten Anlauf in den Furtschellas-Mangrovenwäldern an der Lagune von Sils, doch dann hebt sich der Nebel kurz und sie erblicken die Hauptinsel des Corvat-Archipels, die aus unerfindlichen Gründen den Namen Dreitausenddreihundertunddrei trägt. Auch dort ist ihnen das Glück noch hold und in der Ferne sehen sie das Eiland Fuorcla Surlej, doch bei der Anfahrt geraten sie in tückische Haifisch-Schwärme. Trotzdem erreichen sie die Insel, aber der unsterbliche Hund ist leider von einigen Wochen gestorben. Wieder fällt dichter Nebel ein und die Heimfahrt über die berüchtigte Hahnen-See gestaltet sich äußerst schwierig. Doch sie schaffen den Rückweg in die Zivilisation und im Strandhotel Kempinsky lässt sich Captain Sparrow als Etagenkellner anlernen, um für seine zukünftigen Aufgaben als Steward am Traumschiff gerüstet zu sein.

Lang erwartete Fortsetzung des Karibik-Dreiteilers mit nur unwesentlich unwahrscheinlicheren Handlungssträngen als in den bisherigen Episoden.



Dienstag, 3. März 2009 - Nebel am Corvatsch

Der Blick aus dem Fenster wird von der Farbe Weiß ziemlich dominiert, Nebel, Schneefall und vom Wind aufgewirbelter schon gefallener Schnee lassen den Schluss zu, dass heute wohl keine große Unternehmung möglich sein wird. Nach einigem Überlegen beschließen wir, dem Gebiet Corvatsch-Furtschellas einen Besuch abzustatten, dort finden sich zumindestens teilweise auch Hänge unterhalb der Baumgrenze, an denen die Sicht ja hoffentlich besser sein würde. Angesichts der schlechten Sicht verzichte ich heute auf die Mitnahme meines Photoapparats, irgendwie bin ich etwas frustriert.
An der Talstation der Seilbahn gibt es immerhin eine angenehme Überraschung, denn die neu errichtete Tiefgarage hat eine Einfahrtshöhe von 240 cm, damit ist – im Gegensatz zu allen Garagen in St. Moritz selbst – die Einfahrt auch mit unserem SUV mit aufgesetzter Schibox möglich.
Die Chastelets-Abfahrt unter der 4-KSB Alp Surlej ernüchtert uns jedoch rasch wieder, denn zusammengeschobener Schnee auf eisiger Unterlage schmälert den ohnehin enden wollenden Genuss des Pisten-Fahrens zusätzlich. So wenden wir uns Richtung Curtinella, wo ich mich gleich einmal über den Ersatz des zwar noch vorhandenen, aber stillgelegten Schlepplifts durch die kurze Rabgiusa-Sesselbahn mokiere. Dafür werden die Pistenverhältnisse nun besser und die Talabfahrt nach Sils macht richtig Spaß. Ein Vorstoß in höhere Gefilde zur Futschellas Bergstation auf 2800 Meter Seehöhe versumpft dann allerdings wieder in dichtestem Nebel, und so bummeln wir nach einer zweiten Talabfahrt nach Sils zurück in Richtung Corvatsch. Auch der Curtinella-Run bietet auf und neben der Piste hervorragende Schneeverhältnisse und ich erinnere mich mit Schaudern, an die belagsmordende Steinwüste von 2005. Nun ist uns auch das Wetter-Glück für kurze Zeit hold, es reißt auf, wir steigen in die Seilbahn zum Gipfel und die gute Sicht hält für eine Geländeabfahrt über den Gletscher an. Hier können wir einige Längen guter Turns fahren, auch wenn Helmut an einer Geländekante unsanft mit knapp unter der Schneeoberfläche lauernden Felsen hat. Knapp vor dem anvisierten Ziel für die Mittagspause, der Hütte an der Fuorcla Surlej, fällt wieder dichter Nebel ein, und so lassen wir uns ohne Zeitdruck die gute Minestrone schmecken. Von den beiden Settern, die bei unserem letzten Besuch 2005 hier lebten, ist einer auf Ausgang und der zweite leider vor einigen Wochen gestorben. Sein „Ersatz“, ein Beagle-artiger Mischling, liegt auf seinem Plätzchen, ist allerdings sehr scheu und zurückhaltend.
Nachdem auch nach dem Essen irgendwie keine Aussicht auf Sicht besteht, ist unser ursprünglicher Plan, die ehemalige Georgi-Abfahrt zu visitieren, Makulatur und wir beschließen, den Schitag mit der Hahnensee-Piste hinunter nach St. Moritz – Bad zu beschließen.
Der Nebel im Bereich der Giand´Alva-Bahn und der ersten Passagen der Abfahrt ist phänomenal dicht, man sieht nicht einmal bis zur nächsten Markierungsstange, und so tasten wir uns zunächst mühsam Höhenmeter für Höhenmeter hinunter, bis wir den unteren Rand der Nebeldecke passieren und im Anschluß noch ein paar nette Tiefschneepassagen rechts der Piste finden. Weiter geht es dann auf Schweiz-typischen Waldpassagen hinunter zum Luxushotel Kempinsky bzw. zur Bushaltestelle. Die Aussicht, dass diese nette und wenig überlaufene Piste durch den Bau einer Verbindungsbahn in Zukunft zu einem der „Haupt-Home-Runs“ des Schigebiets werden könnte, stimmt mich traurig.
Hinter uns liegt nun ein – angesichts der Verhältnisse – durchaus brauchbarer Schitag, aber wir hoffen auf bessere Sicht für morgen, um endlich eine der geplanten „Schi-Plus-Routen“ fahren zu können.
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

Haifische am Piz Corvatsch

Gerrit hat alles Wesentliche bereits gesagt. Daher kann ich mich mit dem Text ja kurz halten.

Nach dem eher frustrierenden Beginn des Skitages am Corvatsch riss es immerhin plötzlich ein wenig auf und die Sonne zeigte sich.

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Also wagten wir uns mit der Seilbahn rauf auf den Gipfel (eigentlich ein Vorgipfel des Piz Murtel). Leider ist der Gipfelgletscher im Vergleich zu früher arg in sich zusammengeschrumpft (wie auch der noch vor 20 Jahren überaus beeindruckende Tschiervagletscher im Becken zwischen Piz Bernina, Piz Scerscen und Piz Roseg). Dank des Wetterfensters war es uns immerhin möglich ein wenig abseits des Pistengeländes zu fahren – wie bereits an den Vortagen völlig allein (abgesehen von einer kleinen Gruppe mit Bergführer, die sich aber eine andere Variante wählten).

Die ca. 10cm Neuschnee konnten zwar nicht völlig begeistern – aber immerhin. Die letzten Tage hatten uns bereits bescheiden gemacht. Zu allem Überdruss gelang es mir gleich zwei Haifischschwärme aufzuscheuchen. Immerhin konnte ich damit die verseuchten Zonen aufdecken …

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Leider zog es dann an der Fuorcla Surlej wieder völlig zu. Die Sicht beschränkte sich plötzlich auf lediglich einige wenige Meter. Uns blieb also nicht viel übrig als im Wald im Bereich der Hahnenseeabfahrt Richtung St. Moritz ein wenig zu spielen. Immerhin waren wir auch hier allein …

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gerrit
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von gerrit »

Anflug auf Samedan

Lord Gerrit Knightley, Dieb...........................................Sean Connerey
Helmworth Moore, Kunstfälscher....................................Tony Curtis
Sabina Billingston-Tupperware, Versicherungsdetektivin.........Catherine Zeta-Jones


Schon viele Monate ist Sabina Billingston-Tupperware für ihre Versicherung auf den Spuren von Lord Gerrit Knightley, dem adeligen Gentleman-Dieb, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die berühmtesten Gemälde der Welt zu stehlen. Gerade eben hat der die Mona-Lisa aus dem Louvre entwendet, doch er stellt fest, dass das gestohlene Bild eine Fälschung ist, die er dem berühmten Fälscher Helmworth Moore zuordnet. Um Klarheit über die Hintergründe zu erlangen, versucht er nun seinerseits, den Kunstfälscher zu treffen und so finden sich die drei Protagonisten zufällig als einzige Fluggäste an Bord einer kleinen zweimotorigen Maschine, die von La Valletta aus nach Norden fliegt. Irgendwo über den Alpen merken sie, dass Pilot und Copilot mit Fallschirmen abgesprungen sind und die Maschine auf eine Felswand zusteuert. Sabina erinnert sich glücklicherweise, dass sie als Kind vom Butler einmal aus Versehen zu einer Flug- anstelle einer Reitstunde gebracht worden ist und schafft es, die Maschine auf einem Schneefeld zu landen, wobei jedoch Teile des Fahrwerks und der Propeller zerstört werden.
Die Lage scheint aussichtslos, sie befinden sich weitab jeglicher Zivilisation, haben keinerlei Proviant und die Jagd nach vorbeilaufenden Gämsen ist erfolglos, Lord Gerrit stürzt dabei fast ab. Doch die Not macht aus den vormaligen Konkurrenten eine verschworene Gemeinschaft, Sabina und Lord Gerrit verlieben sich ineinander und Hemworth erzählt, dass die originale Mona-Lisa mittlerweile im Badezimmer von Präsident Sarkozy hängt, von dem er auch den Auftrag zur Fälschung bekommen hat.
Knapp vor dem drohenden Hungertod erinnert sich Lord Gerrit, dass er ja unlängst eine Kunst-Installation gestohlen hat, in die auch ein Propeller integriert war, zufällig hat er dieses Objekt im Handgepäck, gleichzeitig fälscht Helmworth aus dem Sitz des Copiloten und etwas Gämsendreck ein absolut echt aussehendes Fahrwerk, und so bekommt Sabina die Maschine wieder in die Luft und die drei können wohlbehalten am Flughafen von Samedan landen.

Netter Abenteuerfilm, von den Bildern im ersten Teil etwas farblos, aber dann durchaus spannend gemacht.


Mittwoch, 4. März 2009 - Gämsen und Tiefblicke

Auch heute sind die Bedingungen alles andere als optimal. Immer wieder ziehen tiefe Wolken durch und verdecken die Gipfel, auch dürfte oben ein gehöriger Sturm wehen. Ursprünglich hätten wir ja den Piz Muragls (3157m) oder den Piz Uter (2907) als Ziel im Auge gehabt, beides schöne Schiberge, die dank der Standseilbahn zum Muottas Muragl auch für weniger konditionsstarke Tourengeher gut zu erreichen sind, aber einerseits haben wir Bedenken wegen des starken Windes, andererseits befürchten wir Orientierungsprobleme, falls wieder Nebel einfällt.
So fahren wir nach Celerina und freuen uns auch dort über ein in der Höhe ausreichend dimensioniertes Parkhaus. Mit der Seilbahn und der ersten 6-KSB der Schweiz geht es zur Bergstation Trais Fluors.

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Hier verlassen wir das organisierte Schigebiet und steigen mit Fellen etwa 20 Minuten zur Fuorcla Valetta auf. Wir freuen uns über die aktuell gute Sicht und die Sonnenstrahlen, die Vorfreude auf eine Genussabfahrt durch die Valletta hinunter nach Samedan machen, den optionalen Aufstieg zum Piz Padella oder zum Piz Ot haben wir den unsicheren Wetterverhältnissen bereits geopfert.

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Doch in der Scharte wechselt das Wetter plötzlich, eisiger Sturm erschwert das Abfellen und dichter Nebel gestaltet die erste Passage der Abfahrt zu einem Blindflug.
Auch finden sich östlich der Scharte ordentliche Schneewächten und eine sich plötzlich auftuende Anrisskante veranlasst uns zu äußerster Vorsicht.

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Weiter unten im Valletta wird die Sicht dann etwas besser, aber weder der immer noch stark windgepresste Schnee noch der eisige Wind machen die Abfahrt zum erhofften Genuss.

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Über eine weitere kleine Scharte wechseln wir nordöstlich des Piz Padella auf die nach Samedan hinunterführenden Hänge. Hier sichten wir ein Rudel Gämsen, die sich angesichts der Eindringlinge in höhere Gefilde zurückziehen.

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Die Verhältnisse bessern sich, die Sicht ist brauchbar und hier liegen einige Zentimeter Pulver auf hartgefrorenem Untergrund, gerade genug, um bequem ausreichenden Kantengriff aufbauen zu können und deutlich zu wenig, um auf dem eisigen Untergrund gefährliche Verhältnisse zu bedingen. Los geht´s!

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Die Gämsen finden unser Treiben offenbar dilettantisch und zeigen uns, wie man einen wirklich steilen und felsdurchsetzten Hang meistert.
Zunächst braucht es Anlauf....

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Und dann geht es im Schuss bergab!
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Die Hänge weiter hinunter nach Samedan sind zwar nicht felsdurchsetzt, aber ziemlich steil, das merke ich, als es mir einmal die Bindung aufschlägt und kopfüber talwärts rutsche, dabei auch noch den mich überholenden Schi einfange und so doch gehörige Probleme habe, zum Stillstand zu kommen.
Insgesamt sind die Hänge aber sehr fein zu fahren und der Tiefblick auf Samedan wie aus einem Flugzeug steigert den Genuss zusätzlich.

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Hier gebe ich einmal meinen "Bauchladen" mit dem Photoapparat an Sabine weiter und komme so auch zur Ehre, auf diesem Genusshang abgelichtet zu werden.
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Weiter unten führt die Abfahrt dann durch einen Lawinentobel und endet an einem alten Tallift in Samedan.

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Zur Zeit, als dieser Lift gebaut wurde, hatte man noch Sinn für die Fassadengestaltung.....

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Der Liftwart versichert uns zwar, es würde demnächst ein Schibus kommen, doch diese Information stellt sich als falsch heraus, und so marschieren wir ins Zentrum dieses alten Engadiner Ortes.

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Von hier aus nehmen wir den Bus nach Celerina, wo übrigens auch noch eine Ortsdurchquerung per pedes angesagt ist, die Bushaltestelle befindet sich einige Hundert Meter von der Talstation entfernt.
Am Nachmittag machen wir noch eine Besichtigungsfahrt zur Corviglia, da Helmut in diesem Teil des Schigebiets noch nie unterwegs war, doch die Begeisterung hält sich in Grenzen und die abschließende Fahrt vom Piz Nair wird durch neuerliches Schlechtwetter mit Nebel und Wind zur lästigen Pflicht.
Aber der heutige Tag hat doch wieder eine "Schi-Plus-Variante" gebracht, vor allem die Steilhänge oberhalb von Samedan waren sicher eines der Highlights dieser Woche.
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Gletscherfloh
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

Landeanflug zum Flughafen Samedan

Bei dem schon gewohnten undefinierbaren Wetter (am Berninapass gab’s über Nacht wieder Schneefall von Süden und schlechte Sichtverhältnisse bei Wind) fuhren wir runter nach St. Moritz in der Hoffnung auf dort etwas besseres Wetter.

Startpunkt unseres kleinen Rundfluges war die Bergstation der Sesselbahn Trais Fluors. Von dort stiegen wir zunächst ganz traditionell – also mit Fellen – auf die Fuorcla Valetta (2858m). Der Anstieg – bei Sonne und ca. 10cm Neuschnee – ließ bereits etwas Vorfreude aufkommen, als beim Erreichen der Scharte plötzlich der Nebel einfiel. Nun würde sich also zeigen, ob unsere Ausbildung für die besonderen Flugbedingungen bei alpinem Schlechtwetter ausreichen würde …

Tatsächlich gestaltete sich die Abfahrt durch das Hochkar Valetta bei völlig fehlender Nahsicht als wenig genussreich. Zudem hatten die eingewehten 10cm Neuschnee in den (wenigen) steileren Bereichen de facto null Haftung zur alten, gefrorenen Schneedecke, was doch einiges an Aufmerksamkeit erforderte.

Letztlich waren wir ziemlich froh als wir die Nebeluntergrenze durchstießen und nach den Landesignalen des Flughafens Samedan Ausschau halten konnten …

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Tatsächlich war der Flughafen bald darauf ausfindig zu machen. Dass wir quer zur Landepiste zielten, ließen wir als kleinen Navigationsirrtum durchgehen …

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Der Landeanflug war dann überraschend genussreich: ein mehrere hundert Höhenmeter langer Steilhang fiel beinahe ebenmäßig in ein Steiltobel direkt nach Samedan ab. Die hier nur etwa 5 cm Neuschnee auf griffig gefrorener Altschneedecke machten das ganze „bombensicher“ und sorgten für Skispass. Lediglich im unteren Bereich musste auf alte hart gefrorenen Lawinenablagerungen geachtet werden.

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Bei den Dorfwiesen oberhalb von Samedan wies uns dann das alte Kirchlein St. Peter den Weg …

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Wieder zurück im Skigebiet der Corviglia kamen wir zunächst noch in den Genuss einiger sonniger Abschnitte.

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Bevor sich das Wetter allerdings endgültig verschlechterte und wir bei wieder sehr schlecht gewordener Sicht – schon ziemlich müde – die Schlussabfahrt des heutigen Tages von Piz Nair über Lej de la Pesch und Grischa durchs Val Schlattain antraten.
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gerrit
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von gerrit »

Shining II

Gerrit Torrance, Hausmeister und Schriftsteller...................Jack Nicholson
Sabine Torrance, seine Frau..........................................Shelley Duvall
Helmy Torrance, sein Sohn............................................Danny Lloyd


Gerrit Torrance schreibt in einem Internetforum über seine Schiurlaube und hat seit Monaten (genauer gesagt seit März) eine Schreibblockade. Zur Überwindung derselbenhat er sich mit seiner Familie in einem verlassenen Hospiz irgendwo an einem entlegenen Pass einquartiert. Doch seltsame Dinge geschehen, Gerrit wird immer wunderlicher, neigt zu Aggressionsausbrüchen, fühlt sich durch die Schneemassen, die das Haus von der Umwelt abgeschnitten haben, massiv bedroht. Der kleine Helmy ahnt die Katastrophe und versucht die Familie zur Flucht zu bewegen, und Gerrit scheint kurzfristig wieder normal zu werden. Zu dritt versuchen sie, den Ort des Grauens über die Berge zu verlassen, doch bald fällt Gerrit wieder dem Wahnsinn anheim und so lockt er seinen Sohn in eine Falle irgendwo im Schneesturm und der kleine Junge fällt in ein abgrundtiefes Loch.

In Bildern und Inhalt eher blasser Film aus dem Horror-Genre.


Donnerstag, 5. März 2009 - Gefangen am Berninapass

In der Nacht schlägt das Genuatief mit voller Wucht zu und am nächsten Morgen hat die Welt nur mehr eine Farbe: Weiß!
Von der Bergen ringsum ist nichts mehr zu sehen und die Straße ist in beide Richtungen gesperrt, Lawinengefahr! Aus diesem Grund sind auch die zahlreichen Straßenarbeiter, die sich im Bereich des Hospizes versammelt haben, zunächst zur Untätigkeit verurteilt, denn der Hubschrauber, der an der Südrampe Absprengungen vornehmen soll, kann wegen der schlechten Sicht nicht Aufsteigen. Wir haben überlegt, heute einen Standortwechsel vorzunehmen, aber im Moment sieht es nicht danach aus.
Nach einem gemütlichen Frühstück machen wir einen kleinen Spaziergang ums Haus und borgen uns schließlich ein paar Schaufeln aus, um prophylaktisch das Auto freizuschaufeln.

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Gegen Mittag läßt der Schneefall plötzlich nach und die Sicht wird besser, man erkennt sogar die Sonne durch die Wolken. Nach Rücksprache mit den ortskundigen Mitarbeitern beschließen wir, eine kleine Schitour im Bereich des ehemaligen Schigebiets „Paradiso bianco“ zu wagen und so legen wir gleich hinter dem Haus die Felle an. Die erste Hürde ist die Überwindung der mittlerweile meterhohen Schneemauer an der Straße.

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Hier hat Sabine gerade die erste „Schlüsselstelle“ überwunden.

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Und wir können den angewehten Schnee an der Hinterseite des Hospizes bewundern. Man beachte, dass es sich bei den unteren Fenstern rechts um die Fenster des ersten Stockes handelt.


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Da Helmut irgendwelche wasserschiartigen Dinger an den Füßen hat, fällt mir die Ehre des Spurens zu und so keuche ich langsam bergwärts. Die Sichtverhältnisse sind durchaus ansprechend, doch die Temperaturen sind rapide angestiegen, plötzlich hat es Plusgrade.

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Doch bald verschlechtert sich die Sicht wieder, das Licht wird diffus und es ist nicht mehr möglich, Details im Gelände zu erkennen, daher erklären wir einen wahrscheinlich namenlosen Hügel zum Gipfel des Tages und fellen ab.

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In durch den Temperaturanstieg eher schwerem Tiefschnee bei sich weiter verschlechternder Sicht kurven wir – eher langsam und vorsichtig – wieder hinunter in Richtung Straße.

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Nur Helmut wird irgendwann übermütig und nimmt etwas Fahrt auf, allerdings übersieht er bald eine Geländestufe und kommt nicht sehr weit.

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Dann hören wir auch noch eigenartige Setzungsgeräusche aus der Schneedecke und sind deshalb nicht unglücklich, als wir etwas unterhalb der Paßhöhe wieder auf die Straße treffen und zurück zur Herberge stiefeln können.

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Damit ist das Außenprogramm für diesen Tag beendet, die Straße ist noch immer in beide Richtungen gesperrt, soll aber nach Angaben des Wirtes morgen verlässlich geöffnet werden. So nützen wir den Abend und das zumindestens passager verfügbare Internet zum Aussuchen des Quartiers für die kommenden Tage.
Und am nächsten Morgen scheint das schlechte Wetter endgültig vorbei zu sein. Allerdings lässt sich das beim Blick aus manchen Fenstern nicht wirklich erkennen, hier die Stiegenhausfenster zwischen dem ersten und zweiten Stock.

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Und unser Fenster im Speisesaal.

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Draussen zeigt sich aber bereits der blaue Himmel und an der Straßenräumung wird auch fleißig gearbeitet.

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Zuletzt geändert von gerrit am 07.12.2009 - 06:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

Inhaltlich ist alles gesagt. Wegen des plötzlichen Zwischendurch-Wärmeeinbruchs (abends/nachts wurde es dann wieder plötzlich deutlich kälter) war der erhoffte Pulverschnee dann eher Pappschnee ...

Hier nur ein paar Fotos ...

Die Wetterbesserung ermöglichte dann den Einsatz des Helikopters zum Lawinensprengen, v.a. an der Südrampe der Passstrasse.

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Wetterbesserung am Berninapass
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Rückblick zum Gasthof Cambrena (schräg vis a vis vom Hospiz)
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von GMD »

Ein weiterer Höhepunkt des Forums, definitiv! Zwar etwas spät, aber was solls, für einen Bericht dieses Kalibers lohnt sich jede Wartezeit! Alleine für die Idee mit den Filmparodien habt ihr einen Preis verdient!
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von TPD »

Zwar etwas spät, aber was solls, für einen Bericht dieses Kalibers lohnt sich jede Wartezeit!
Ich denke für das Posten von Berichte ist es nie zu spät. Hauptsache sie werden irgendwann mal gepostet ;)
Um etwas über den aktuellen Zustand eines Skigebiets zu erfahren gibt es ja das Schneesituationstopic.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von GMD »

Noch eine Frage zur Sperrung des Berninapasses: War auch der Betrieb der Bahn eingestellt? Wenn nicht hättet ihr ja mit ihr ausbrechen können. Apropos schweres Gerät zur Schneeräumung. Die RhB besitzt da auch so ein Monster. Nennt sich Xrot d 9213 und ist die einzige betriebsfähige Dampfschneeschleuder Europas! Eigentlich ist sie nur noch die eiserne Reserve des Depot Pontresina, die normale Räumung wird mit modernen Schleudern durchgeführt. Aber für Extrafahrten und in Ausnahmesituationen, wenn alles verfügbare Gerät benötigt wird, kommt sie zum Einsatz. Wenn sich dieses Ungetüm mit Volldampf in einen Lawinenkegel frisst, ist das ein unglaubliches Spektakel für alle Sinne!
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Gletscherfloh »

Die Berninabahn war - glaub ich - in Betrieb. Allerdings war der Weg runter nicht hergerichtet. Einer der Hospizmitarbeiter wollte mal mit Schneeschuhen runter frisches Brot holen - hat aber zunächst mal aufgegeben (wenn ich mich richtig erinnere).

Die Dampfschleuder kenn ich aus Berninaexpressvideos. Tolles Ding. So eine Sonderfahrt mal live zu sehen (bei auch den entsprechenden Schneeverhältnissen) muss ein tolles Spektakel sein.

Schade, dass wir aus Zeitgründen (süchtig auf Powder) nicht stehen bleiben konnten um entsprechende Fotos von den Highlights der Bahn auf der Südrampe (Brusio, Ortsdurchfahrt etc.) zu machen.
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Whistlercarver »

Hallo
Ein Super Bericht von euch. Sehr amüsant und interessant geschrieben, vorallem die Filme sind zum Teil der Brüller.

Gruß Andreas
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Chense
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Re: 9 Filmtipps - Die "prison & jail" Tour 2009 (Teil 1)

Beitrag von Chense »

Ich weiß der Thread it alt ... sehr alt.

Dennoch eine Frage weil sie sich hier doch stellt: Ist die Morteratsch in den letzten Jahren immer mehr präpariert worden. Und vor allem ist das 2009 endlich der Endstand oder geht da noch mehr?
Als ich die Route damals fuhr (müsste Febber 2007 gewesen sein kann aber auch 2008 stimmen) war oben eine sauschmale Spur quer durch den Hang - Dann ein Buckelhang und dann ca. 1 Ratracspur präpariert.
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist!

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