Aber schauen wir uns doch mal dieses Fotodokument (Tuftern, Zermatt) aus Intermezzos unendlichen Postkartenarchiv näher an:
Sowas von Ultragenial ... oder? ... die zahlreichen kleinen Unterschiede ... die vielen im Einzelnen an und für sich unwesentliche Dinge machen es aber in der Summer aus!
-Schnee ist natürlich. Da sich die Pistenbelegung wohl wegen der damals adäquateren Anlagenbeförderungskapazitäten in Grenzen hält, widersteht der Naturschnee den Skikanten auch längere Zeit. Vereinzelte Eisplatten wusste man zu erahnen. Vielleicht hat es damals auch noch mehr geschneit bei dann kälteren Temperaturen. Den kristallinen griffigen Staub spüren.
:: Kunstschnee hingegen verlangt haarscharfe Kanten, er ist bestenfalls akzeptabel, erfüllt seine Funktion. Mehr nicht.
-Kleinstruktur der Piste, mit langen kleinen Buckeln über die man kraftlos spielerisch Kurven einleitet, oder wenn nicht einfach mit den Knien wegfedert. Fahrweisen sind viele möglich und spassig. Langsam, schnell, Anfänger wie Fortgeschrittene probieren, und ja lernen.
:: Auf glattegwalzten banalisierten Pisten ist letztendlich eine einzige Fahrweise spassig: Das schnelle Carven. Es ist jedoch stets ein und die selbe Spielform, die entsprechend schnell "abnutzt". Seine eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln auf planen Wirtschaftspisten ist vergleichsweise begrenzt möglich.
-Grobstruktur: Die Piste zieht sich entsprechend dem gegebenen Gelände in Richtung Tal. Im Bild wird vielleicht ein Wirtschaftsweg gekreuzt, daher die Stufe. Die Alm ist im Sommer wohl nicht plan, sondern leicht gewellt wie dies in höheren Lagen desöfteren oft üblich ist. Dazu liegen einzelne Felsen oder andere Körper herum, die für Bauern ehemals offensichtlich zu schwer zum verräumen waren. Diese Hindernisse kann der geneigte Skiefreudige als Spielelement hinzunehmen. Früher hat man das wohl nicht gemacht.
:: Heute nennt sich das Park und besteht aus Plastik o.dgl. mit viel Werbung dran (letztere ist heute relevant für die zielgerechte Bespielung der Subkultur).
-Flüssiger Pistenrand, d.h. die Piste geht grenzlos in das Umfeld über. Man befindet sich wie eins in der Landschaft, und keinesfalls von dieser abgetrennt. Je nach Pistenbelegung und Schneemenge weitet sich das Pistenfeld mit der Zeit in die Breite aus. (Weitgehend) frei sucht sich die Skifahrermenge die strategisch beste Gesamtroute zusammen. Einfach die Seele baumeln lassen beim Skifahren, und die Blicke schweifen lassen... Das vermeintliche "Weniger" ist hier aus heutiger Sicht das ganz besondere Feature.
:: Hier finden sich also weder die durch Kunstschneebänder bekannten Sockelleisten am Pistenrand, auch keine Pistenmarkierungen und schon garkeine Fangzäune, auch nicht vor Hütte.
Weder grell bepolsterte Schneilanze noch Schneekanone säumen den Rand. Keine grünen Elektranten, keine Schläuche, keine tägliches versetzen, keine Blinklichter, kein Schneilärm.
-Werbe- und Botschaftsfrei, das Auge sieht was die Seele wünscht. Die Chalets, den Schnee, das Matterhorn...
insgesamt so meine ich führt dies zu genau jener Ruhe, die man an und für sich sucht im weissen Gebirge. Das heisst ja nicht zwangsweise lahmes Opifahren, denn sportlich krachen kann man es dennoch lassen. Wer es braucht auch mit iPhonemusik in den Ohren...
::Heute buhlen fast unausweichlich mannigfaltige Farbflächen um Aufmerksamkeit. Seien dies die allseits bekannten schon geradezu genormten Sitour Hinweisschilder in Autobahngrösse. 6-er Sesselliftsymbol mit schräg "übereinandersitzenden" Piktogrammmännchen, in Quadrat mit abgerundeten Ecken, daneben Namen der Bahn oder Piste. Hergestellt aus Folie mit Lasercutter. Standardfarbtöne. Zudem vermehren sich neuerdings übergrosse Banner, mit Inkjetdruckern erzeugt. Diese bespannen auch hausgrosse Flächen von Trafostationen o.dgl. Audi, A1, Jägermeister, Erlebnisbad. Meist sind es die gleichen Firmen. Insbesondere um Berghütten oder Seilbahnanlagen wirkt das Ambiente heute unnötig überfrachtet mit graphischen Logos und Getexte für Orientierung in Gelände und Konsumproduktspektrum.
-Berghütte, die ihren Namen verdient. Lädt geradezu ein, dort unausweichlich einzukehren, oder? Einfache Speisen wird es dort damals gegeben haben. Billig war die Fränklispeis wohl nie. Aber urig aber wohl ehrlich.
:: Heute ... na Ihr wisst schon....
nunja...jetzt aber schluss, jetzt ist (trotz Nebensaison) Krampusumzug im Dorf ..