Anfahrt: Ettlingen - A5 - Freiburg - Titisee - Feldberg ca. 1:40 h
Wetter: Im Rheintal Wolken und Nebel, im Hochschwarzwald sonnig, 0 bis +5 °C
Schnee: ca. 30-50 cm Alt- und Nassschnee, i.d.R. gut zu fahren
Anlagen geöffnet: alle
Pisten geöffnet: alle bis auf die steilen, unbeschneiten in Fahl
Wartezeit Feldberg: 8:30 h bis 10:00 h am Seebuck und Zeiger keine bis 1 min, 10:00 h bis 12:00 h Zeller 10 min, Rothausbahn geschätzt 15-20 min, Silberwiese und Hebelwiese keine
Wartezeit Schauinsland / Todtnauberg: Keine bis max 1 min
Gefallen: Skifahren bei Superwetter und ausreichend Schnee um Weihnachten; Rotlachelift Schauinsland; Goldene Stunde in Todtnauberg.
Nicht gefallen: Den erwarteten starken Andrang am Feldberg und die schattigen Hänge in Fahl im Dezember muss man hier eigentlich nicht erwähnen, wenn man beides vorher weiß.
Punkte: 6/6 Mittelgebirgspunkte
Der 27. Dezember markiert für mich jährlich den Meilenstein, an dem Weihnachten zu den Akten gelegt werden darf und man sich wieder guten Gewissens wintersportlichen Themen widmen kann.
Nach zwei Jahren Abstinenz durfte der Feldberg mal wieder zu Ehren kommen, und im Schneebericht der Skilifte Hofsgrund am Schauinsland hatte ich überrascht gelesen, dass der so selten geöffnete Rotlachelift in Betrieb war. Damit standen zwei Drittel des Tagesprogramms fest. Das letzte Drittel wurde spontan entschieden.
Feldberg / Pistenplan © http://www.liftverbund-feldberg.de
Internet: http://www.liftverbund-feldberg.de
Schön ist es, um kurz nach acht Uhr morgens am Seebuck einzutreffen, ohne Warteschlange den Liftpass kaufen zu können und das Rauf-Runter-Spielchen an der 6KSB ganz ohne Massen zu beginnen. Vom Seebuck gab es wie so oft wunderbaren Blick aufs Nebelmeer in den Tälern und auf die Alpenkette. Die beiden Sesselbahnen am Seebuck, die Resilifte und den SCHL Zeiger fuhr ich im Wechsel weitgehend ohne Wartezeit bis 10 Uhr, dann wurde es schlagartig zu voll. Also weiter über die SCHL Zeller, die man sich heute wartezeitbedingt schenken konnte, in Richtung Fahl. Hier war wie so oft die 4KSB Rothausbahn überfüllt und die Schlepplifte leer, weshalb sich die Frage nach der Wahl der Anlage für die Erschließung weiterer Fahrten erübrigte. Während am Seebuck die Pistenpräparation hervorragend war, war sie im Fahler Bereich teilweise suboptimal (stellenweise Eis und Dreck).
Pistenplan Schauinsland / Skilifte Hofsgrund © http://www.skilifte-hofsgrund.de
Internet: http://www.skilifte-hofsgrund.de
Ab 12 Uhr hielt mich andrangsbedingt nichts mehr am Feldberg, und die Fahrt ging weiter zum Schauinsland, wo ich noch nie Ski fahren war. Das liegt daran, dass der 850 m lange Rotlachelift, die längste Liftanlage am Schauinsland, in den letzten Jahren stets geschlossen war, wenn ich dort fahren wollte. Diesmal aber war der Rotlachelift geöffnet, und ich bekam mit Glück sofort einen Parkplatz an seiner Bergstation. Was für ein Gegensatz zum Feldberg! Dort tummelten sich die Massen, hier fuhr fast niemand Ski, was wohl an der mäßigen Schneelage der beiden Pisten an der Rotlache lag. Die schwierigere startete mit einem vereisten Steilhang, die leichtere verlor sich als Spur in Richtung Überquerung einer schwarz geräumten Straße. Dennoch machte mir Skifahren am Rotlachelift Spaß. Bei entsprechend guter Schneelage muss man hier toll Varianten fahren können, ähnlich wie in Wieden. Ich querte hinüber zum Poche- und Rosshanglift in Hofsgrund. Die Pisten dieser beiden Anlagen sind eher für Kinder interessant und für Erwachsene zu kurz. Sowohl die beiden Lifte in Hofsgrund als auch der Rotlachelift können mit schönem Feldbergblick punkten, den es so in kaum einem anderen Hochschwarzwälder Skigebiet gibt. Und die beiden kurzen Skilifte in Hofsgrund bieten fast täglich Flutlichtbetrieb fürs Freiburger Skipublikum.
Todtnauberg Pistenplan © http://www.liftverbund-feldberg.de
Internet: http://www.skilifte-todtnauberg.de/
Gegen 14 Uhr wurde es am Schauinsland schattig. Statt zu den benachbarten Liften am Haldenköpfle weiterzufahren entschied ich mich für den Abschluss des Skitags in Todtnauberg mit der "goldenen Stunde" auf den schönen Westhängen und wurde bis zum Sonnenuntergang nicht enttäuscht. Bis zum offiziellen Betriebsende fuhr ich ausschließlich die Stübenwasen-Panoramaabfahrt mit ihrem Prachtblick auf Alpenkette, Belchen und das Nebelmeer im Rheintal. Das ist jedesmal wieder ein Top-Erlebnis ... Nach 16:30 Uhr kamen ein paar Abfahrten auf der regulären Liftpiste dazu, bis gegen 16:50 Uhr endgültig Schluss war. Die anderen Pisten von Todtnauberg sind für Mittelgebirgsverhältnisse auch ganz nett, aber sicherlich keine solchen Highlights wie die Pisten am Stübenwasen.
Fazit: Ein Skitag im Hochschwarzwald bietet immer wieder tolle Erlebnisse, wenn man die Andrangsschwerpunkte konsequent umgeht.
Hier als Nachlieferung mit 22 Stunden Verspätung die Fotoserie:
Feldberg
Feldberg/Seebuck frühmorgens um 8:30 Uhr.
Morgenstund hat Gold im Mund.
Resilifte noch fast ohne Benutzer.
Blick vom Seebuck zum Feldsee und Raimartihof.
Interessante Reflektion des Sonnenlichts am Seebuckturm im Nebelfetzen.
Lift und Piste am Zeiger morgens noch schön leer.
Schon mehr Andrang an den Grafenmattliften.
Weltcupabfahrt in Fahl oben gut, unten hart und eisig. Wie nicht anders zu erwarten gibt es im Dezember auf den Fahler Pisten fast keine Sonne.
4KSB Rothaus vormittags prügelvoll, geschätzt 15-20 min Wartezeit ...
... und 50 Meter weiter fahren die Bügel am SCHL Hebelwiese leer hoch. Kapier' ich nicht.
Kurve des SCHL Hebelwiese neben der schattigen Rothausabfahrt, die früher Wiesenquellenabfahrt hieß.
Weiter hinauf mit dem SCHL Silberwiese, meinem erklärten Lieblingslift am Feldberg. Schön steil ... Mein einheimischer Liftpartner schimpfte während der gesamten Fahrt über die lokalen Naturschützer, die jede Ausbaumaßnahme des Skigebiets verhindern oder verteuern, indem sie schützenswerte Grashalme und Käfer herbeidichten.
Grafenmattabfahrt schön zu fahren.
Die mittägliche 20-Minuten-Wartetraube an der 6KSB Seebuck. Wer's braucht ...
Schauinsland / Skilifte Hofsgrund
Diese Ansicht auf die Trasse des Skilifts Rotlache bietet sich dem Skigast, der vom Museumsparkplatz am Schauinsland-Gipfel kommt.
Nach Passieren eines harten Steilhangs bietet sich am Rotlache-Lift untrassierter Skigenuss mit schönem Feldbergblick. Unten im Nebel das St. Wilhelmer Tal, das wunderbare Abgeschiedenheit vom Massentourismus bietet. Im Steilhang unterm Feldberggipfel mit seinen Lawinenzügen verbirgt sich der "Alpine Pfad", ein aufgegebener Wanderweg.
Rotlache-Skiabfahrt als Gruß von 1970 - schmal, wellig, untrassiert.
Talstation Skilift Rotlache mit dem gleichnamigen Teich, der wohl - wie so vieles am Schauinsland - ein Relikt der Bergbauzeit sein dürfte.
Abfahrt, Talstation und Trasse Rotlache-Lift. Eine weitere Abfahrt umfährt den steilen Teil links außerhalb des Fotos. Bei meinem Besuch endete sie an einer schwarz geräumten Straße.
Trasse Rotlache-Lift. Hier sieht man die Freeride-Möglichkeiten rechts des Lifts bei guter Schneelage.
Das letzte Trassenstück vor dem Ausstieg des Rotlache-Lifts ist mordsmäßig steil.
Querung zum Rosshanglift und Pochelift in Hofsgrund, die am Hügel in Bildmitte zu erkennen sind. Der Berg ganz hinten müsste der Belchen sein.
Ende der Querung oberhalb der Übungslifte Hofsgrund.
SCHL Rosshang in Hofsgrund.
Trasse SCHL Rosshang.
Piste SCHL Rosshang mit Hofsgrund und Feldberg. Schön, aber für Südschwarzwaldverhältnisse arg kurz.
SCHL Poche in Hofsgrund. Sonne-Schatten-Spielchen.
Blick zum Rodellift Hofsgrund.
Piste SCHL Poche mit Blick in den Kirchzartener Talkessel. Ganz hinten rechts im Bild der Kandel.
Querung zurück zum SCHL Rotlache. Das ist ein Skiweg ohne Schieben, der bei ausreichend Schnee wohl ausgesteckt ist ... bei meinem Besuch leider noch nicht.
Also fuhr ich den vorhandenen Skispuren nach und kam tatsächlich zum Ziel ... der Rotlache-Lift verbirgt sich hinter der Bergkante.
Todtnauberg / Stübenwasen
Stübenwasenlift bei der ersten Fahrt um 15 Uhr. Noch hatte die "Goldene Stunde" in Todtnauberg nicht begonnen, aber das änderte sich bald.
Stübenwasen-Gipfellift, ein kurios langer Seillift mit Mittelstütze. Die Beleuchtung wird schon goldener.
Stübenwasen-Panoramaabfahrt zum Ersten ...
... zum Zweiten in der "Goldenen Stunde" ...
... und zum Dritten. Die Bergnase neben der Sonne ist der Belchen.
Letzte Fahrt auf der Panoramaabfahrt.
Die Sonne verabschiedet sich auf der Stübenwasen-Standardabfahrt.
Blick von der Stübenwasen-Piste zum Winkellift in Muggenbrunn. Dahinter das Nebelmeer im Rheintal und die Südvogesen.
Abschiedsimpression vom Stübenwasenlift mit Alpenkette. Ein sehr schöner Schwarzwald-Skitag geht zu Ende.