Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

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wso
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Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

Beitrag von wso »

Wer direkt zu den heutigen Fotos will: Hier ist die Galerie mit über 100 aktuellen Bildern.

Zusammenfassung: Schöner Skitag bei fast durchgehendem Sonnenschein und eisiger Kälte auf sehr gut präparierten Pisten. Anlagen, soweit beurteilbar, alle offen - wie auch die meisten Pisten. Kaum Steine und apere Stellen, gute Schneelage, auf den Kreten starker Südwind.

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Seit langem liegt mir eine Kollegin begeistert mit diesem "Serfaus" in den Ohren, das mir schlicht kein Begriff war davor (abgesehen von den Plakaten am Zürcher Hauptbahnhof). Ich wusste nur: "Das liegt irgendwo in Österreich und weist sehr viele Anlagen auf". Obschon ich sonst hauptsächlich aus familiär-traditionellen Gründen in meinem Heimatort Sedrun im Schnee anzutreffen bin und abgesehen davon ein Herz für unbekannte Miniskigebiete ohne Sesselbahnen habe, gehe ich ab und zu fremd und besuche Mega-Gebiete wie Zermatt (regelmässig) oder Portes du Soleil (einmal). Auch die Jungfrauregion im Berner Oberland besuche ich seit meiner Kindheit.

Heuer sollte es endlich mal dieses ominöse Serfaus sein. Wir wollten auch vor Ort erleben, ob Ferien in Österreich für Schweizer wirklich so billig sind und ob die Gastfreundlichkeit tatsächlich so viel grösser ist als in der Schweiz, wie man gern schnödet.

Mein Fazit dazu nach zwei Hotel-Abenden und einem Skitag Serfaus: Die Leute mit Gästekontakt sind definitiv fast durchwegs herzlicher und netter als in der Schweiz. Negative Erlebnisse: Schlicht keine. (In der Schweiz könnte man sich kaum einen Tag vorstellen, an dem man sich nicht über schlechten oder einfach "bieder-mittelmässigen" Service aufregt - auch wenn's bei uns meist auch ganz ordentlich klappt. Beispiel Andermatt: Mit dem "Chedi" wurde kürzlich ein Hotel von Weltruf eröffnet, und man sollte erwarten, dass die anderen Tourismusbetriebe mitziehen und sich ein Stück des Kuchens abschneiden wollen - ich plante ein grösseres Essen in einem Andermatter Restaurant mit Kreditkarte zu bezahlen... Antwort: "Nein, bitte Bargeld." - Andere Restaurants verlangen bis zu 8 Franken für einen Liter Hahnenwasser. Lächerlich und leider so typisch urschweizerisch. So wird das natürlich schwierig mit dem erhofften Boom. Nicht nur die Bergbahnen, alle Leistungserbringer tragen zum Gesamterlebnis bei. Das müssen viele offenbar noch merken.)

Und es ist wohl ein kleines Armutszeugnis für unseren guten alten Schweizer Tourismus, dass man sich in Serfaus bisweilen vorkommt wie auf den Strassen von St. Gallen, Frauenfeld oder Zürich - man hört sehr, sehr oft diese Dialekte, vor allem auffallend viele Schweizer Familien mit kleinen Kindern sind hier zu Gast. Nur am für uns guten Eurokurs liegt das natürlich nicht - man bekäme auch sonst mehr fürs Geld, allein die Skitickets sind mit vergleichbaren CH-Gebieten spottbillig. Und was man hier für Familien - vor allem Kids - macht, ist grandios. Kein Wunder, dass das so gut läuft.

Ein Schweizer Skigebiet, wo man fast jede Minute österreichische Dialekte hört, ist mir jedenfalls nicht bekannt.

Nun, wie steht es pisten- und schneetechnisch? Seit snowflats Bericht von vor drei Wochen ist doch ein wenig was an Natur- und Kunstschnee dazugekommen. Heute war ein schöner, aber eiskalter Tag (am Morgen -12 im Dorf). Zudem frischte im Lauf des Tages der Südföhn bisweilen unangenehm auf. Auch wenn die Temperaturmesser "nur" -10 bis -3 anzeigten - mit windchill fühlte sich das eher an wie -20. Das Masner-Gebiet war dabei noch fast am windfreundlichsten. Zunächst bekam in der Ferne der Ortler eine schöne Föhnkappe, gegen 15 Uhr zog es dann auch im Inntal milchig zu und die Sicht wurde blind.

Etwas offtopic, aber trotzdem - meine Gedanken als Besucher aus einer Region, der Ähnliches bevorsteht wie hier wohl schon vor Jahren passiert sein muss:

Die aufgegleiste Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun (Realisierung in den nächsten Jahren) geht wohl in die selbe Richtung (ich habe mich nicht gross mit der Geschichte von SFL beschäftigt bisher, aber offenbar waren das auch mal separate Gebiete in nächster Nähe). Nach dem Skitag bin ich daher überzeugt, dass man hier ein paar schöne Sachen abgucken könnte. Ich war zwar nie ein grosser Fan von Gigantismus, und ich fand lange, Sedrun solle autonom bleiben und sich als kleines, feines Familiengebiet positionieren. Aber die Verbinderei scheint wirtschaftlich wohl der einzig halbwegs lukrative Weg zu sein (auch wenn es für die Alteingesessenen und Einheimischen nicht nur cool ist).

Dass vermehrt Leute in teuren Kleidern, die das Skifahren nicht wahnsinnig gut beherrschen, vom neuen Andermatter Luxustempel nach Sedrun rüber schwappen, ist einerseits nervig. Als Skifreak sehe ich aber in einem Skigebietsverbund auch die mannigfaltigen neuen Pistenvarianten und freue mich darauf. Und die Chancen für die bisweilen etwas hinter den aktuellen Trends hinterher hinkende Hotellerie - gerade in Sedrun kann man die wirklich empfehlenswerten Häuser an einer halben Hand abzählen. Oftmals herrscht "80er-Flair" vor. Auch wenn ich natürlich nicht alle Hotels testen kann - man hat den Eindruck, es sei hier grösstenteils anders. In der Schweiz erlebe ich dagegen ständig unkreative, über Wirtschaftslage und Eurokurs lamentierende Hoteliers, die vermutlich kaum je gucken, wie man "es heute andernorts so macht" - und Erfolg haben kann.

Anderes Beispiel: In Serfaus führt seit 1986 (!) eine U-Bahn vom Parkplatz am Dorfanfang zur Seilbahn am Dorfende. Gratis für alle und mit kostenlosem WLAN am den Stationen. In Sedrun existiert nicht einmal ein regelmässig verkehrender Skibus (und damit meine ich den ganzen Tag die ganze Saison lang alle 10-15 Minuten mit vielen Haltestellen), der zugleich das Parkplatzproblem bei der Talstation Dieni zu Stosszeiten lösen würde - es fährt zwar eine Eisenbahn, aber die liegt oben am Hang (und ist, gerade im Winter, notorisch verspätet), und wer nicht im oberen Dorfteil wohnt, muss 10-15 Minuten steil den Berg hoch trotten und schwitzt dann arg. (OK, ein gutes Einturnen ist das allemal. Aber Gästeservice ist es nicht unbedingt.) Natürlich wäre in Graubünden eine U-Bahn selbst in Jahren finanziell nicht machbar und ein Bus ebenfalls kaum finanzierbar - aber man fragt sich schon augenreibend, wie die das hier schon vor Jahren durchgezogen haben und wieso z.B. Zermatt (wo der Tagespass mit Italien 86 Franken kostet) das notorische Transportproblem Bahnhof-Talstationen nicht schon längst z.B. mit einer U-Bahn gelöst hat. (Immerhin wurden auf diese Saison hin erste Ansätze wie Zauberteppiche auf den Fusswegen hoch zu den Talstationen verwirklicht. Aber jemand, der mal in einem grösseren Gebiet war, wundert sich nach wie vor, warum er von der Bahnstation Oberalppass zur Talstation des Skiliftes keinerlei Aufstiegshilfen findet.)

Die Pisten? Nun, die sind auch in Andermatt/Sedrun top präpariert, zweifellos. Die Abfahrt nach Milez gehört von der Breite und vom Gelände her zum Allerfeinsten, was ich kenne. Aber man vermisst mehr Varianten entlang der bestehenden Anlagen. Gerade im Val Val als Hauptverbindung Andermatt-Sedrun, das pro SB nur eine Piste aufweist, hätten Serfauser Pistenplaner wohl längst auch noch zwei Diretissima-Steilhänge entlang der Sesselbahnen präparieren lassen; das geht auch ohne neue Anlagen - man müsste es einfach machen und könnte das heute schon. Während hier alleine vom Masner etwa 5 Pisten für alle Fahrstärken runter führen, stehen im Ausbau-Masterplan Andermatt-Sedrun weder neue Pisten noch ein Ersatz der (25 Jahre alten, nicht kuppelbaren) Sesselbahnen drin.

Klar - alles der Reihe nach, es gibt wichtigere Baustellen im Gebiet. Aber wenn Sawiris & Co. schon viel Geld investieren, hätte man hätte zumindest ein Committment abgeben können und sagen "SB Val Val bis 2020 zu ersetzen, dazu neue Pisten". Immerhin ist dies die einzige Verbindungsstrecke Andermatt-Sedrun, und sie weist pro Bahn genau eine Piste auf (auf der Seite Oberalppass-Tiarms gar eine, die Anfängern bisweilen Angst bereitet, da sie spätestens ab dem Mittag ein enger, buckeliger Ackerkessel ist). Der Ausbau im Gebiet Nätschen-Oberalppass wird sicher viel bringen, doch man könnte jetzt schon zwei neue Pisten einweihen, ohne die Freerider zu ärgern - dann hätte Andermatt-Sedrun nicht nur am Gemsstock zwei schön lange, steile Pisten, die die Hauptrouten etwas entlasten würden.

Von der fehlenden und bus-/skischuhspaziergangfreien, schnellen Verbindung vom Nätschen zum Gemsstockgebiet sprechen wir schon gar nicht. Das ist und wird mühsam und langwierig bleiben.

Nun, all dies stört mich persönlich alles nicht immens - ich finde, gerade die Sedruner Bergbahnen machen einen ausgezeichneten Job. Und ich bezahle lieber etwas weniger fürs Ticket als dass ich 100 Bahnen zur Verfügung habe. Aber nach dem Besuch in Mega-Skigebieten wie Serfaus Fiss Ladis wundere ich mich nicht, wenn selbst das Schweizer Skivolk lieber hierher pilgert, wo alles bereits tadellos und günstig existiert, was man sich nur wünschen kann. Darum denke ich, die neu begonnene Liebe fürs Detail in Andermatt-Sedrun dürfte noch einen Tick mehr Fahrt bekommen, siehe oben. (Nur das Handynetz ist ein wunder Punkt in SFL - selbst 3G ist nur an den Knotenpunkten wie Komperdell stabil verfügbar. In weiten Teilen von Sedrun-Andermatt gibt's nebst flächendeckendem UMTS bereits ein LTE-Netz.)

Ach ja: Nach dem Besuch im Tirol ist mir auch endgültig klar, dass ein durchschnittlich anspruchsvoller Gast im Bündner Oberland nicht versteht, warum er für die so nahe beisammen gelegenen Anlagen in Disentis und Sedrun zwei separate Tickets lösen muss und warum keine Verbindungen existieren (abgesehen von längeren Zugfahrten alle 60 Minuten) und auch nicht ernshtaft geplant werden. Aber eben: Alles der Reihe nach.

Fazit: 5 von 5 Sternen für das Serfauser Ski-Hotel-Gastro-Freundlichkeits-Herzlichkeits-Gesamterlebnis in dieser Woche.

Man fühlt sich als Gast in Serfaus extrem willkommen und alles läuft wie am Schnürchen (Skiticket und Karte für geheizten Ski-/Schuh-Spind in Talstationsnähe gleich im Hotel mieten); die Anlagen sind allesamt modern (es gibt genau eine nicht kuppelbare SB, etwa 300m lang), die Wege kurz, die Rahmenprogramme für Alt und Jung bestens. Ich persönlich mag es grundsätzlich schon ruhiger und beschaulicher und mache mich gern über 8KSB mit Sitzheizung lustig, aber wenn man hierher kommt, erwartet man natürlich kein Schlafkaff mit Bügelliften. Meine persönlichen Favoriten waren das Masnergebiet und die Anlagen vom Schönjöchl "hinten runter" (z.B. Almbahn). Der heutige Tag diente vor allem mal dem Kennenlernen "von allem kreuz und quer" - die praktisch nicht vorhandenen Wartezeiten kamen diesem Projekt entgegen.

Für weitere Eindrücke verweise ich wie immer bei meinen Berichten gerne auf meine heutige Galerie auf skiliftftotos.ch - viel Spass! Für jene, die nicht alles angucken mögen, hier ein Mini-BestOf.

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Zuletzt geändert von wso am 31.01.2014 - 00:15, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

Beitrag von gerrit »

Herzlichen Dank für die ausführliche Darstellung des Eindrucks eines Schweizers von einem sicherlich vom Gesamtkonzept sehr gelungenen großen Österreichischen Schigebiet. Ich gehöre zu den wenigen Österreichern, die oft in der Schweiz unterwegs sind und mein Eindruck von den Schweizer Skigebieten deckt sich - natürlich entsprechend gegenteilig - mit Deinem von Serfaus. Wir werden in der Schweiz von Schweizern sehr oft angesprochen, warum wir überhaupt auf die Idee gekommen sind, zum Schifahren in die Schweiz zu fahren, wo doch in Österreich meist alles billiger und besser sei.
Gerade der Hotelstandard (abgesehen von den Top-Hotels, die sicher auch in der Schweiz hervorragend sind) unterscheidet sich heftig, in der Schweiz finden sich oft Häuser, in denen jahrzehntelang nichts mehr investiert wurde, die aber trotzdem Preise wie in österreichischen MIttelklassehotels mit wesentlich besserer Ausstattung verlangen. Auch die Liftanlagen in Österreich sind im Vergleich oft schon "übertrieben" modern und kapazitätsstark. Umgekehrt schätze ich am Winterurlaub in der Schweiz ganz einfach den "altmodischen" Flair, den es in Österreich fast nicht mehr gibt, wahrscheinlich gar nie gegeben hat. Das bunte Nebeneinander von Schifahrern, Rodlern (oder heißt es "Schlittlern") und Winterwanderern, die sich oft sogar die gleiche "Verkehrsfläche" teilen, die alten Hotelgebäude aus Holz (ich denke nur an Wengen oder die Kleine Scheidegg) und das nicht so komplett durchgezogene "Ausbaukonzept" auch großer Schigebiete (z.B. die vielen nur als Routen angelegten und entsprechend schwierigen Verbindungsabfahrten in den 4 Tälern) hat einfach etwas, was mich immer wieder in die Schweiz zieht. Schifahren in Österreich heute unterscheidet sich deutlich vom Schifahren in Österreich vor 30 oder 40 Jahren, während hingegen dieser Unterschied in der Schweiz deutlich geringer ausfallen dürfte.
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Re: Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

Beitrag von gerrit »

Noch zwei Beispiele für den eher "herben" Charme von Schweizer Tourismusbetrieben. Vor einigen Jahren suchten wir Anfang März ein Zimmer in Hospental, damals waren auch die Lifte dort noch in Betrieb. Wir kamen am Nachmittag so gegen 16 Uhr an, der Ort schien ausgestorben. Nach längerem Läuten oder Klopfen im ersten angesteuerten Hotel kam eine junge Frau, die auf unsere Frage nach einem ZImmer für 3 oder 4 Tage antwortete, das ginge leider nicht, da ihre Schwiegereltern morgen nach Zürich zum Einkaufen fahren müssten. (Das Hotel dürfte insgesamt aber ziemlich leer gewesen sein). Wir zogen wieder ab, interessanterweise kam uns die Frau nach 5 Minuten nach und meinte, wenn wir unbedingt wollten, könnten wir schon ein Zimmer haben. Wir versuchten aber schon im nächsten Haus, auch hier beäugte uns eine Frau eher mißtrauisch, als wir unseren Wunsch nach einem Zimmer für 3 bis 4 Tage vorbrachten. Sie meinte, da müsse sie erst nachsehen, und holte ein altmodisches Reservierungsbuch hervor, in dem sie sich einige Zeit vertiefte, bis sie uns zusagte. Allerdings zeigte sich dann, dass wir für die kommenden 4 Tage die einzigen Gäste waren und auch dieses Hotel komplett leer war. Über die Inneneinrichtung mit zusammengewürfelten Möbelstücken mehrerer Epochen (die jüngste aber wohl die 70-er Jahre) lasse ich mich nicht weiter aus, das Abendessen (Halbpension) veranlasste uns, dem Haus "intern" den Namen "Gasthaus zur braunen Sauce" zu verleihen, und die einzige vorhandene CD des Hauses beinhaltete Schlagermusik der 70er Jahre, und am 4. Abend konnten wir praktisch mitsingen.
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Re: Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

Beitrag von wso »

Danke, gerritt, für die amüsanten Antworten - über die braune Sauce und die Reservationsbücher musste ich laut lachen, you made my day. Deckt sich ziemlich mit meinen Erfahrungen in der Schweizer Tourismusbranche. Zum Beispiel mit dieser Geschichte aus einem Zermatter Hotel. Aber zum Glück kennen wir alle wohl auch gegenteilige Beispiele. Diese Aussage hingegen...
Umgekehrt schätze ich am Winterurlaub in der Schweiz ganz einfach den "altmodischen" Flair, den es in Österreich fast nicht mehr gibt (...)
... müsste wohl manchen Schweizer Touristikern Sorge bereiten.

Bilder von heute - mit milchig-blinder Sicht - gibt es am Schluss der Galerie.
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Re: Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

Beitrag von wso »

Während andere Teile Tirols im Schnee versinken, hatten wir einen überraschend sonnigen, aber bei den Bergstationen immer noch windigen Nachmittag in Serfaus. Hier sind die letzten Bilder.
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Re: Serfaus Fiss Ladis 29. Januar 2014

Beitrag von gerrit »

Sabine und ich haben bei Deinen Schilderungen aus Zermatt auch herzlich gelacht und ich ergänze meine Schweiz-Geschichten noch um zwei Erlebnisse:
Bei unserem ersten Aufenthalt in der Zermatter Gegend hatte ich ein Zimmer im Hotel Dom in Randa gebucht, bei der Buchung wurde ich gefragt, ob wir ein Nord- oder ein Südzimmer wollten. Nachdem ich annahm, dass wir meist ohnehin erst gegen Abend im Quartier zurück sein würden, bestellte ich das Nordzimmer, das sich dann vor Ort als Doppelbett mit jeweils ca. 50cm Zimmer links, rechts und am Fußende entpuppte, das "Badezimmer" ließ nur entweder Duschen oder WC-Benützung zu und hatte die Größe eines Wandschranks. Nachdem das Hotel auch fast leer war, war ein Umzug ins etwas teurere Südzimmer problemlos möglich, dieses hatte neben der Ausrichtung nach Süden sogar noch Platz, um auch das Gepäck im Zimmer zu verstauen und WC und Dusche unabhängig voneinander zu benützen.
Nun aber auch noch eine positive Erfahrung:
Bei der Suche nach einem Zimmer im Ort Fideris an einem Samstag wurde uns von der Besitzerin eines der beiden Gasthöfe für die erste Nacht telefonisch ein "wirklich kleines" Zimmer angeboten mit Dusche und WC über den Gang, am nächsten Tag aber könnten wir (die Wochenendgäste würden abreisen) ein schönes großes Zimmer bekommen. Wir sagten zu, und das "wirklich kleine" Zimmer machte eher den Eindruck eines großen Wandschranks in der Schräge am Gang mit einem Dachflächenfenster, war aber sauber und nett. Das Zimmer am nächsten Tag war dann riesengroß, sehr schon eingerichtet und mit einer tollen alten getäfelten Holzdecke. Wir hatten Halbpension und am Montag Morgen entschuldigte sich die Wirtin, eigentlich hätten sie am Montag Ruhetag und die Küche hätte nicht richtig geöffnet, wenn wir aber nichts gegen ein "einfaches Essen" hätten, könnten wir gerne mit ihr und ihrem Mann mitessen. Mangels attraktiver Alternativen im Ort sagten wir zu, und das "einfache" Essen entpuppte sich zunächst als riesige kalte Bündner Platte mit verschiedenen Köstlichkeiten, wir dachten, das sei es gewesen und schlugen ordentlich zu, waren auch total zufrieden, bis sich dann herausstellte, das das nur die Vorspeise gewesen war und ein köstliches Käse-Fondue folgte. Der Abend mit den Gastgebern und noch 2 Freundn von ihnen war wohl der netteste in der Schweiz und auch kulinarisch ein Erlebnis.
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