Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019

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Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019

Beitrag von GIFWilli59 »

1. Rehbergabfahrt

Über das Skifahren-im-Harz-Forum, in dem ich seit gut einem Jahr Mitglied bin, hatte ich bereits im letzten Jahr von einem Skitourenrennen erfahren, dass der SC Andreasberg auf der Rehbergabfahrt am gleichnamigen Berg ein Rennen veranstaltet. Letztes Jahr lief es dann auf eine Terminkollision mit einer von mir favorisierten Skilifttour im Sauerland hinaus (zus. mit Bastian-m; Bericht).
Um zu verstehen, welchen Stellenwert diese Abfahrt hat, muss man wissen, dass es im Harz - dem Nationalpark sei Dank - für Tourengeher abseits von Skigebieten fast keine Möglichkeiten gibt, ihrem Hobby auf legale Art und Weise nachzugehen. Selbst die Rehbergabfahrt darf (offiziell) nur für Rennen des SC Andreasberg genutzt werden.
Erfreulicherweise gab es dieses Jahr eine erneute Auflage. Wie schon im Jahr zuvor konnte der ursprünglich angesetzte Termin nicht gehalten werden, was mir jedoch aus organisatorischen Gründen sehr entgegen kam. Also sollte es am Sonntag in den Harz gehen. Da mir das Wetter nicht ganz geheuer war - es handelt sich bei der Abfahrt um einen Südosthang auf 600-800 m Höhe - verzichtete ich auf eine Voranmeldung und wollte mich erst am Wettkampftag anmelden. Der Start war laut Ausschreibung für 11.00 Uhr angesetzt, Nachmeldungen sollten bis 10 Uhr möglich sein.
Bei einer Reisezeit von rund 2,5 h verließ ich um kurz nach sieben Uhr mein Wochenenddomizil irgendwo im Sauerland...

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#1 Einen ersten Zwischen- bzw. Fotostopp legte ich hier am Diemelsee ein, über dem gerade die Sonne aufging.
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#2 Eine knappe halbe Stunde später weiter nördlich im Diemeltal, kurz vor der A44 - AS Marsberg.
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#3 Nach kurzer, aber zügiger Autobahnfahrt ging es dann hinter Göttingen allmählich auf den Harz zu.
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#4 Nach der weiteren Fahrt über schmale Landstraßen, eine Art Passstraße und der Durchfahrt durch St. Andreasberg erreichte ich den noch relativ leeren Wanderparkplatz Dreibrode. Von hier aus sind es nochmal rund 2 km, die aber direkt durch den Nationalpark führen und daher vom gemeinen (Ski-)Wanderer auf Schusters Rappen bewältigt werden müssen. Leider war auch nicht mehr genug Schnee/Eis auf dem asphaltierten Weg, um die Skier zum Einsatz zu bringen.
Nur in einer etwa 100 m langen Bergabstrecke musste der Weg natürlich komplett vereist sein, sodass ich mir hier kurz die Skier anschnallte.
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#5 Am Rehberg gibt es ein umfangreiches Grabensystem, hier eine Art Ventilstation.
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#6 Der Graben sollte mich bis zur Rehbergabfahrt begleiten, er fließt in die Gegenrichtung, wobei die Steigung aber kaum merklich ausfiel. Für Harzer Verhältnisse übrigens eine ziemliche grüne Ecke hier..
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#7 Nach der Hälfte der Strecke erreicht man das Rehberger Grabenhaus, ein Waldgasthaus.
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#8 Danach geht der Weg nur auf Schotter weiter. Am Anfang stand auch noch ein Hinweisschild, dass dieser Teil des Waldes nicht überwacht wird, also dass hier quasi jederzeit morsche Bäume auf den Weg fallen können und dafür keine Haftung übernommen würde. Nach kurzer Zeit überholte mich ein Pritschenwagen der Bergwacht, der freundlicherweise meine Skier mitnahm. Das Angebot auf der Pritsche mitzufahren, schlug ich dann aber doch aus und ging die restliche Strecke zu Fuß. Nachdem ich auf der Pritsche bereits ein Splitboard liegen sehen hatte, war ich mir schon zu 90% sicher, dass ein Bekannter aus dem Harz-Forum im Wagen sitzen musste. :D
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#9 Ankunft am Startbereich, unmittelbar neben der Gerätehütte des Skiclubs. Bei meiner Ankunft wurde hier noch fleißig Schnee auf den geräumten Weg geschüppt, was mich stark an meine eigenen "Schneebrücken" beim Resteskifahren und -touren erinnerte :lach: (Beispiel)
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#10 Blick den Hang hinauf
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#11 Besagte Gerätehütte (es ist von Seiten des NPs weder erlaubt, dort zu essen noch zu schlafen). Auch diese Nutzung musste erst mühsam genehmigt werden.
Mit im Bild einige Vereinsmitglieder, die mit der Organisation beschäftigt waren und zwei der insgesamt sieben Starter.
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#12 Blick ins Odertal

Nach meiner Ankunft meldete ich mich noch an, es war zum Glück kein Problem, dass es schon nach 10 Uhr war und sogar die 5 € Nachmeldegebühr erließ man mir, sodass es bei 10 € Startgeld blieb. Generell war die Atmosphäre hier sehr freundlich. Das wie schon erwähnt siebenköpfige Starterfeld bestand aus drei Mitgliedern der Bergwacht, einem Vater mit seinem Sohn und uns beiden Forumlern. Gerade mit den Bergwachtlern kamen einige interessante Gespräche zustande, aber natürlich unterhielt ich mich auch mit dem Forumskollegen, den ich ja bisher nicht persönlich kannte.
Der Start des Rennens musste dann um 20 min auf 11.20 Uhr verschoben werden.
Ehe es zu den Bildern der Strecke geht, sei noch auf einen Sommerbericht von der Abfahrt verwiesen, den Schwarzwald....äh...Harzwinter verfasst hat - die Bilder stammen aber bereits aus dem Jahr 2001 (!). An der Abfahrt hat sich aber, außer in der Länge, nichts getan.

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#13 Wir ließen es erstmal gemütlich angehen, lediglich den jüngsten Startet ließen wir (erstmal) nicht davon ziehen.
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#14 Nach einer Rechtskurve geht es auf den Steilhang zu. nach zwei kurzen Spitzkehren musste man sich für ca. 20 m die Skier auf den Rucksack schnallen und ein Stück zu Fuß gehen (nicht dass das von der Steilheit her erforderlich gewesen wäre, es ging wohl ausschließlich um die zusätzliche Schwierigkeit/Zeit). Daher kam auch ich mit meinem nicht gerade professionellen Rucksack ohne Skischlaufen darum herum. Freundlicherweise half mir der Kollege aus dem Harz-Forum, nennen wir ihn mal M, dabei.
Links übrigens die typischen "Harzer Lärchen", die an die normalen Lärchen erinnern, aber als Fichten heranwachsen und mithilfe spezieller Insekten zu den immerbraunen Harzer Lärchen "veredelt" werden :wink:
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#15 Nach dem Steilstück haben uns nicht nur die anderen abgehängt, sondern es geht in einer S-Kurve auf das finale Stück hin.
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#16 Besagtes Schlussstück.
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#17 Während wir uns noch auf den letzten Metern des Aufstiegs befanden, sauste die reifere Jugend bereits ins Tal. (Witzigerweise stand auf den Startnummern "Jugend trainiert für Olympia" :lol: )
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#18 Während M sein Splitboard zusammenbastelte, nutzte ich die Zeit, um ein paar Fotos zu machen.
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#19 Starthang, sehr bucklig, aber nicht vom Schnee, sondern vom Gelände her (nennt man das dann noch kupiert?).
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#20 Die Fernsicht war nicht so berauschend, würde ich meinen.
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#21 Loipe Richtung Nordosten
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#22 Der obere Teil der Abfahrt wurde in den letzten Jahren nicht mehr freigehalten. Viele Höhenmeter haben wir hier aber wohl ohnehin nicht verpasst.
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#23 Loipe Richtung Westen.
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#24 Über einen kleinen Starthügel kommt man dann von links auf den ersten Hang. Hier war der Schnee noch relativ trocken und schnell, was man vom Steilstück leider nicht behaupten konnte.
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#25 Linkskurve zum Steilstück, das dann wieder nach rechts verläuft.
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#26 Steilstück, eingerahmt von den Harzer Lärchen.
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#27 Leider hatte ich meine Absicht, hier in der Kurve ein paar Serienbilder zu machen, nicht ausreichend kommuniziert, sodass M nur im Schneckentempo an mir vorbeirutschte...
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#28 Nach dem anschließenden Flachstück ging es wieder links um die Kurve, dann geradeaus und in einer leichten Rechtskurve an der Hütte vorbei.
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#29 Die untere Wechselzone befand sich nur etwa 150 m unterhalb des Weges, an dem man recht gut hätte springen können.
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#30 Hier geht es theoretisch noch weiter, aber der Schnee war wohl zu knapp.
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#31 In der unteren Wechselzone packte mich dann der Ehrgeiz doch noch ein wenig und ich erreichte nach knapp 35 min kurz vor M das Ziel. :biggrin:
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#32 Dank günstiger Einteilung der Altersklassen konnte während der anschließenden Siegerehrung doch jedem ein kleiner Pokal übergeben werden. Die Klassen waren in etwa:
1. Jugend <18 (1 Starter)
2. Herren 1 (20-40) (3 Starter)
3. Herren 2 (45+) (3 Starter)

Eine Woche zuvor (bei Dauerregen) hätte es vermutlich etwas anders ausgesehen, da dort 14 Leute angemeldet waren. Wer genau wann konnte, weiß ich nicht, aber zumindest M und ich wären in der Vorwoche nicht dabei gewesen...
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#33 Um kurz nach 13 Uhr sah der Hang schon etwas lädiert aus. Aufgrund eines Fahrfehlers wäre ich beinahe über den Felsklotz vorne links drüber gefahren..
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#34 Nochmal der Ausblick von der Hütte aus, die Schneebrücken wurden dann größtenteils wieder abgetragen, damit die NP-Ranger frei Fahrt haben...
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#35 Zoom nach Süden. Rechts auf dem Höhenzug am Horizont kann man einen Funkturm erkennen. Dabei müsste es sich um den gut 8 km entfernten Turm am Stöberhai handeln (ich meine nicht den bereits abgebrochenen Nato-Horchposten).
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#36 GPS-Track; bei der kleinen "2" befanden sich Start/Ziel. Man sieht gut, dass die Abfahrt früher mal weiter rauf ging und man eigentlich auch noch weiter runter hätte fahren können. Dort unten (Talsohle auf ca. 500 m) ist dann aber natürlich keine so hohe Schneesicherheit mehr gegeben.

Eckdaten:
Start: 11:19 Uhr
34:56 min
1,49 km
2,6 km/h Durchschnitt
34,3 km/h Spitze
150 hm

Nach der Siegerehrung gab es noch Brötchen, die man sich selbst belegen konnte. Es war schon sehr schön dort in der Sonne bei zweitstelligen (Plus-)Temperaturen - nur ein paar Liegestühle vermissten wir :lach:
Als erstes verabschiedeten sich der Vater mit seinem Sohn, sie wollten mit ihren Tourenskiern noch zum Sonnenberg - wo wir uns später wieder sahen. :D
Die anderen genehmigten sich im Rehberger Grabenhaus noch ein Bier, während ich mich auf dem Weg zum Auto machte, denn ich wollte ja auch noch einige Fahrten am Sonnenberg machen. Auf einen weiteren Abstecher nach Torfhaus zum Lift am Rinderkopf verzichtete ich dann aber aufgrund der fortgeschrittenen Zeit.

wird fortgesetzt
Edit 14.04.2019: Titel angepasst
Zuletzt geändert von GIFWilli59 am 14.04.2019 - 23:03, insgesamt 2-mal geändert.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
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Harzwinter
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Rehbergabfahrt

Beitrag von Harzwinter »

Toll - erstmalig macht sich jemand die Mühe, diese einmalige Skiveranstaltung im Harz per Report zu verewigen! Herzlichen Dank!
Als ich noch die Möglichkeit hatte, regelmäßig im Harz Ski zu fahren, gab es das Bergaufrennen noch nicht, sonst hätte ich sicherlich mit den alten Tourenski meines Vaters, die ich damals noch besaß, teilgenommen.

Schön, dass es der Allgemeinheit auf diese Weise möglich ist, die Rehbergabfahrt ganz offiziell und legal zu benutzen. Das Vereinsrennen des Skiclubs St. Andreasberg findet m.W. auch einmal jährlich dort statt, aber eben nur für (Jugend-)Rennläufer.

Hier im Forum Skifahren im Harz hatte ich übrigens 2011 dokumentiert, dass man die Rehbergabfahrt auch mit dem Bus als Aufstiegshilfe benutzen kann, wenn man bereit ist, das Equipment insgesamt 3,5 km in flachem Gelände zu tragen und partout nicht aufsteigen will. Ausreichende Schneelage bis an den Harzrand vorausgesetzt, kann man übrigens auch ohne Aufstieg per Ski/Board vom Brocken 800 Höhenmeter durchs Ilsetal bis nach Ilsenburg abfahren. Dazu parkt man in Ilsenburg, nimmt den Bus nach Wernigerode und fährt von dort mit der Brockenbahn auf den Berg. Da der Brocken wie auch die Rehbergabfahrt im Nationalpark liegt, sollte man natürlich auf oder direkt neben dem Wanderweg abfahren, entsprechende Rücksicht auf Winterwanderer vorausgesetzt.

Der Beitrag hier gibt zwischen den Zeilen auch wieder gut die ideologisch betonierte Borniertheit der Nationalparkverwaltung Harz wieder ... ein NP von hintergestern ist das aus meiner Sicht, geschaffen, um zu verbieten, zu sperren und auszusperren, was das Zeug hält, und des Dialogs, der Kooperation und der Kompromisse nicht befähigt. Die Möglichkeit, einen moderneren, pragmatischen Stil einzuschlagen, wird sich wohl erst mit einem irgendwann anstehenden Generationswechsel bei der NP-Leitung ergeben.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Rehbergabfahrt

Beitrag von noisi »

Erstmal danke für die Dokumentation. Von der Abfahrt höre ich zum ersten mal. Ich hatte erst anden alten DDR-Skihang östlich des Brockens gedacht.
GIFWilli59 hat geschrieben: 20.02.2019 - 14:47 Um zu verstehen, welchen Stellenwert diese Abfahrt hat, muss man wissen, dass es im Harz - dem Nationalpark sei Dank - für Tourengeher abseits von Skigebieten fast keine Möglichkeiten gibt, ihrem Hobby auf legale Art und Weise nachzugehen. Selbst die Rehbergabfahrt darf (offiziell) nur für Rennen des SC Andreasberg genutzt werden.
Ich hab jetzt keine Ahnung von Tourengehen - aber, wie viele dieser Spezies gibt es denn überhaupt in den Mittelgebirgen? Das wird wohl sehr sehr überschaubar sein.
Ganz davon ab, wo finden sich denn innerhalb des Nationalparks irgenwdelche tollen Tourenmöglichkeiten? Damit meine ich jetzt keine Waldabfahrten oder Forstwege...
Soweit ich das aus der Forenperspektive beurteilen kann bist du doch auch im Sauerland, mit dem Tourenski, weitesgehend auf Skipisten unterwegs.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Rehbergabfahrt

Beitrag von Harzwinter »

Auszug aus einem Harzforumsbeitrag von mir von ca. 2003:
- Skitour zum Brocken von Ilsenburg aus über Ilsetal/Heineweg (bei guter Schneelage). Nach ca. 3,5 h Aufstieg winken ca. 10 km Abfahrt mit 800 m Höhendifferenz. Das oberste Drittel ist richtig gut, man kann meist neben der Grenztruppenstraße fahren. Die unteren zwei Drittel sind flache Forststraße. Wer nicht aufsteigen will, fährt von Ilsenburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Wernigerode und von dort mit der Brockenbahn auf den Berg.
- Rehbergabfahrt bei St. Andreasberg. Das ist eine alte Wettkampfabfahrt des Skiclubs St. Andreasberg. Start an der Forststraße oberhalb des Rehberger Grabenhauses, Ende unten im Odertal. Gutes Gefälle, schöne Streckenführung, ca. 300 m Höhendifferenz. Ich bin das mal im Sommer abgelaufen.
- "Wilde Sau" vom Bruchberg nach Altenau, eine alte Skiwanderer-Abfahrt aus den 50ern/60ern. Ca. 450 m Höhendifferenz, gutes Gefälle, aber z.T. schon recht zugewachsen. Ebenfalls im Sommer abgelaufen. Hier war 1971 eine Seilbahn geplant.
- Hohnekopf in Drei Annen-Hohne, ehemaliger, sehr schöner Alpinskihang, dessen Lift 2001 abgerissen wurde. 1000 m Länge, 180 m Höhendifferenz. Ca. 20 min Fußweg vom Parkplatz Drei Annen-Hohne aus.
[...]
- Vom Wurmberggipfel quer Beet den Westhang runter, dort gibt es ein paar Schneisen. Habe ich noch nicht genau untersucht. Man landet dann irgendwann auf der Sögdingsabfahrt (im Sommer Asphaltstraße). Das letzte Stück von der Brockenwegschanze zur Wurmbergbahn muss man tragen, weil ohne Gefälle.
- Vom Auslauf der Wurmbergschanze in den Winterberg-Sattel queren (zur Loipe Ulmerweg). Von hier den Wurmbergstieg nach Schierke abfahren. Von Schierke mit dem Bus zurück nach Braunlage (schwaches Angebot, vorher Fahrplan studieren!).
Bis zur totalen Abriegelung des Brockens als militärisches Sperrgebiet im Jahr 1961 fand Skitourengehen mit entsprechenden Abfahrten im Harz hauptsächlich dort statt, so lange das (mit Passierschein der Grenztruppen) noch toleriert wurde. Es gab ja die von den Nazis (wahrscheinlich auf ca. 6 m Breite) ausgebaute Brockenabfahrt nach Schierke, außerdem eine beliebte Abfahrt über den damals teils waldfreien Bereich Peseke in Richtung Eckertalsperre. Die Brockenbahn fuhr erst ab 1950 im Winter bis zum Gipfel durch, d.h. bis dahin war es im Winter ein reiner Tourenberg. Zu DDR-Zeiten wurden Abfahrten am Kleinen und Großen Winterberg über Schierke eingerichtet.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von GIFWilli59 »

2. Sonnenberg

Nach dem Rückweg von der Rehbergabfahrt zum Parkplatz, der etwa eine halbe Stunde in Anspruch nahm, ging es mit dem Auto weiter zum Sonnenberg, der nur wenige Kilometer entfernt lag. Angesichts einiger Berichte, die von langen Staus und überfüllten Parkplätzen und Skigebieten an den Winterwochenenden im Harz zeugten, rechnete ich schon damit, dass es sehr schwierig sein würde, einen Parkplatz zu finden. Meine Befürchtungen erwiesen sich aber zum Glück als übertrieben, wahrscheinlich auch weil es schon Sonntag Nachmittag war, gab es auf dem Parkstreifen entlang der L519 schon einige Lücken. Von der Straße aus hatte ich zwar irgendeinen laufenden Lift gesehen, hatte aber leider keine Ahnung, wo sich dieser nun befand, also stapfte ich erstmal eine Rodelabfahrt hoch (Skaten wäre nicht nur sehr anstrengend gewesen, sondern aufgrund der Wellen auch quasi unmöglich). So landete ich im Rodelareal neben dem kurzen Sonnenhang-Lift. Dort erwarb ich für 16 € eine Nachmittagskarte. Ab 15 Uhr hätte es auch noch eine wesentlich günstigere Feierabendkarte gegeben, aber so lange wollte ich nicht warten (es war erst 14.20 Uhr). Leider ließ der Kassierer auch nicht mit sich reden.

Pistenplan (bergfex)

Eckdaten Skitag:
Start: 14.20 Uhr
2:23 h
18,54 km
7,8 km/h Durschnitt
59,6 km/h Spitze
1570 hm

Fahrten:
3x Sonnenhang
22x Gr. Sonnenberg
1x Ponylift

= 26 Fahrten
+ 1x Gr. Sonnenberg zu Fuß

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#1 GPS-Track; links der Gr. Sonnenberglift, in der Mitte der Sonnenhanglift, an dem ich auch mein Ticket gelöst habe. Ganz rechts der Sonnenblicklift, der lt. Pistenplan zwei schwarze Pisten erschließt, aber heuer nicht in Betrieb ist.
Zum Schluss bin ich dann zum Auto abgefahren, das an der Straße stand.
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#2 Am Ende der Rodelschneise kommt dann erstmals der Rodelhang und dahinter der Sonnenhang-Lift in Sicht.
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#3 Zoom zur markanten Stütze, die - wie sich recht schnell herausstellen sollte - bereits die Ausstiegsstütze ist.
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#4 Unterer Teil des Liftes mit der ersten der beiden Stützen. Mittig am Horizont ist der Wurmberg zu sehen, an dem ich einen Winter zuvor meine Harzpremiere hatte (Bericht).
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#5 Gehänge vs. Wurmberg
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#6 Der Sonnenberg machte seinem Namen alle Ehre.
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#7 Im Lift, der ganz klassisch an ein paar Bäumchen vorbeiführt.
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#8 Rückblick zur Talstation. Der Lift wir übrigens mit Diesel betrieben.
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#9 Ausstiegsstütze mit Ausblick ins Nirgendwo.
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#10 Die Piste ist ungefähr genauso breit wie lang, für Anfänger keine schlechten Voraussetzungen. In direkter Linie ist der Lift dennoch steil genug für ein paar Kurz- bzw. Wedelschwünge. Von allen Liften am Sonnenberg hat man einen guten Blick auf die Harzer Wälder bzw. deren Überreste, denn die braunen Stellen gehen im Wesentlichen auf den Borkenkäfer und/oder die Trockenheit im letzten Jahr zurück.
Durchaus interessant ist da sicher der Verweis auf einige ältere Bilder, die Harzwinter unter starlis Bericht eingestellt hat: viewtopic.php?t=58968#p5148446 Ich hoffe, Harzwinter kann uns noch sagen, wann die Bilder entstanden sind, ich würde aber vermuten, dass sie bereits 15-20 Jahre alt sind.
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#11 Leicht zum Brocken gezoomt. auf der Schneefläche am Gipfel zeichnet sich ein Zug der Brockenbahn ab.
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#12 Leider habe ich dann erstmal den Wurmberg ins Visier genommen, sodass es vom Zug leider keine gescheite Nahaufnahme gibt. :boese:
Zurück zum Wurmberg: Neben der Baustelle des Aussichtsturms sieht man davor die Bergstation der Gondelbahn und weiter links über den Bäumen auch zwei Stützen der beiden Nordhanglifte.
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#13 Gipfelbebauung am Brocken.
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#14 Pano
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#15
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#16 Nochmal die Abfahrt am Sonnenhang in voller Länge. Ein Lift, der so auch im Sauerland stehen könnte :wink:
Ich hielt mich hier an die direktere Variante.
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#17 Sendemasten bei Torfhaus.
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#18 Bergstation am Sonnenhang-Lift mit einer Art Wechsellast-Batterie.
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#19 Während meiner drei Fahrten am Sonnenhang traf ich auch wieder auf die beiden Tourengeher vom Rehberg, die zum Glück halbwegs ortskundig waren und den Weg zum Gr. Sonnenberglift kannten. Ausgeschildert war der Weg nämlich leider nicht. Hier muss man einige Meter bergauf gehen. Landschaftlich schon eine schöne Ecke.
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#20 Nach rund 250 m kommt der Ausstiegsbereich des Gr. Sonnenberglifts in Sicht. Die beiden Stützen sehen ja schon mal vielversprechend aus...
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#21 Blick auf die Piste(n), die schon deutlich mehr hermachen als der kurze Sonnenhang. Sicher auch der Grund, warum ich hier bis zum Betriebsschluss (16.00 Uhr) blieb.
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#22 Steiler (Leitner-)SL, wenig Betrieb und ein traumhafter Blick zum Brocken, was will man mehr? :)
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#23 Der Gr. Sonnenberg von unten. Auch er ist relativ kurz, lt. LW 380 m. Interessanterweise war hier deutlich weniger los, als am Sonnenhang, wo es etwa 3-7 Bügel waren. Hier konnte man meist durchgehen oder musste mal 3-4 Bügel warten.
Links am Lift befindet sich lt. Plan eine schwarze Piste, die etwas eisig/bucklig war (wohl schon länger nicht präpariert) und rechts eine rote Piste, die beide in den recht flachen, aber nicht zu flachen Auslauf münden, der links einen kleinen Funpark beherbergt und rechts zusätzlich von einem Seilift (Ponylift, stand sogar an den Bügeln dran) bedient wird. Rechts im Wald gibt es noch eine flache blaue Piste.
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#24 Talstation Gr. Sonnenberg mit Garage für den Prinoth Husky, der hier wohl zur Präparierung eingesetzt wird. Lt. einem Forumskollegen und Pistenbullyfan aus dem Thüringer Wald stehen Prinoth-Walzen wohl öfters so da :wink:
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#25 Kleiner Trassenzoom. 5 Stützen gibt es.
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#26 Interessant war die Talstation, die perfekt auf den Lift zugeschnitten ist und einige Blicke auf den Antrieb und die Kraftübertragung über Riemen zulässt.
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#27 Nach einer Fahrt am Gr. Sonnenberg ging es gleich mal zum Ponylift, der will ja schließlich auch gefahren werden :lach:
Neben einer Waldtrasse hat dieser auch noch orange Bügel mit der Aufschrift "Ponylift" zu bieten (scheinbar ein Markenname (?)). Als Handschuhfresser kann ich ihn jedoch nicht betiteln, da ich bei der Fahrt gar keine Handschuhe anhatte, denn mir war ziemlich warm (ich hatte leider keine ungefütterte Jacke dabei). Nachdem ich eine Weile unschlüssig am Einstieg stand (ein Vater mit seinem Kind wollte mich vorlassen, aber ich wollte eigentlich nicht erst noch die Handschuhe hervorkramen...), erklärte mir der Liftler nochmal das übliche Vorgehen und so griff ich dann doch beherzt nach einem orangen Bügel und fuhr los.
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#28 Nach der Waldpassage hat man noch einen guten Blick auf den oberen Hangteil.
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#29 Landschaftlich nett gelegene Bergstation des Ponyliftes.
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#30 Auch der Gr. Sonnenberg-Lift hat ein paar Besonderheiten, diese betreffen insbesondere die Gehänge/Bügel. Dieser hier z. B. ist spürbar dicker als der Standard-DPM-Bügel und ist zusätzlich mit Längsrillen ausgestattet.
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#31 Vermutlich geht dies darauf zurück, dass einige Bügel von Garaventa sind (offenbar älter) und auch eine etwas breitere Sitz- bzw. Lehnfläche haben.
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#32 Die Familienabfahrt hintenrum ist sogar beschildert.
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#33 Ungefähr so würde ich mir eine Abfahrt in den 70er oder 80ern vorstellen: Schmal geht es durch den Wald, weit entfernt von der Lifttrasse.
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#34 Letztes, flaches Stück. Unten kommt man an der Talstation vom Ponylift raus und muss dann noch zum Gr. Sonnenberg rüber skaten. Meist konnte man aber relativ viel Schwung mitnehmen.
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#35 Von oben aus gesehen gibt es rechts des Gr. Sonnenbergs auch noch eine schwarze Piste, die aber weder präpariert noch häufig befahren worden war. Die beiden Kollegen vom Rehberg - mit denen sich auch noch ein paar Liftgespräche ausgingen - fuhren hier öfter runter, ich beließ es bei einem Mal. Etwas kurios ist, dass die Schneise nicht bis runter zur Talstation geht, sondern irgendwann abrupt endet und man links durch den Wald und über die Lifttrasse auf die normale Piste queren muss.
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#36 Stützenkombi am Ausstieg
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#37 Zwischen der roten Piste und der blauen Außenrumabfahrt gab es noch diese Felsformation.
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#38 Blick auf den Hang mit Brocken von der roten Piste aus. Trotz milder Temperaturen blieb der Schnee hier trocken (Ausnahmen bildeten lediglich die flachen Bereiche an der Bergstation).

Nach vielen, sehr kurzweiligen Fahrten neigte sich der Skitag dem Ende. Die letzte Bergfahrt sollte um 16 Uhr sein. Ich freute mich schon auf eine letzte Bergfahrt, hinter mir wurde gerade der Zaun geschlossen. Doch leider blieb der Lift stehen. Nach ein paar Minuten stand fest, dass das Problem an der Bergstation bestand, man vermutete einen defekten Bruchstabschalter. Nach dem man sich kurz beraten hatte, beschloss man aufgrund des zeitlichen Aufwandes (mind. 10 min) und der Tatsache, dass sich der Motorschlitten am anderen Lift befand, den Betrieb für den Tag einzustellen.
Immerhin bot sich so noch die Gelegenheit, nach dem Sonnenblicklift zu fragen. Dieser habe aufgrund eines recht kurzfristigen Betreiberwechsels (die bisherige Betreiberfamilie hat die Lifte an die Stadt Braunlage veräußert, da sich kein anderer Käufer fand; Braunlage hat die Lifte nun verpachtet; detailiiert nachzulesen hier) noch keine TÜV-Zulassung bekommen und sei daher erst im kommenden Winter wieder in Betrieb. Überhaupt konnte der Betrieb am Sonnenberg erst im Februar aufgenommen werden. Meinen Einwurf, dass die Pisten am Sonnenblicklift mit die attraktivsten im Skigebiet seien, bestätigte man mir und versicherte, dass man selber daran interessiert sei, den Lift so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.

Da ich den Skitag nicht mit einem Marsch durch den Wald oder an der Landstraße beenden wollte, beschloss ich, nochmal zu Fuß aufzusteigen, natürlich nicht ohne dabei einige Fotos zu machen. :biggrin:

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#39 Wso-Gehänge habe ich noch nie gesehen, erst recht nicht an einem Leitner-Lift :D
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#40 Talstationsbereich
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#41 Steilstück der Lifttrasse, in dem ein wenig Dreck durchkam.
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#42 In diesem Baum befindet sich wohl eine Mischung aus Vogelscheuche und Hochsitz :gruebel: :?:
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#43 Selbstverständlich hat auch dieser Lift einen Rösselsprung!
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#44 Wso-Gehänge vs. Brocken
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#45 Die Stützenkombi vor der Bergstation mit den später angebauten Wartungspodesten.
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#46 Zeit für etwas Effekt-Spielerei...
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#47
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#48
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#49 Etwas Sonnenuntergangsstimmung an der Bergstation des Gr. Sonnenbergs. Geradeaus geht es zur blauen Außenrumpiste, rechts hinter den Bäumen zur roten Piste, vor den Bäumen her geht es zur schwarzen Piste, über die ich entlang der Lifttrasse aufgestiegen bin.
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#50 Etwas massivere Bergstation als am Sonnenhang.
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#51
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#52 Die Liftlerhütte hat sogar einen kleinen Windfang vor der Tür :D
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#53 Mit nur wenig Gegenanstieg geht es zum Sonnenhang zurück.
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#54 Ausstiegsbereich am Sonnenhang
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#55 Pano mit Brocken und Wurmberg (r.).
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#56 In der Mitte befindet sich noch die 925 m hohe Achtermannshöhe. Optisch kein Genuss aber sicher eine gute Veranschaulichung der (bisherigen) Ergebnisse der NP-Politik.
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#57
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#58 Zum Abschluss ging es dann die andere Piste am Sonnenhang hinab und weiter zum Parkplatz.

Auf dem Rückweg habe ich dann noch eine kurze Pause am Sonnenblicklift eingelegt. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass der Lift früher Brockenblicklift hieß und vom Matthias-Schmidt-Berg betrieben wurde. Irgendwann wurde er dann an die Betreiber des Sonnenbergs verkauft.
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#59 Der namensgebende Blick. Unten links dürfte bereits das Ende der Abfahrt zu erahnen sein; auch dieser Lift ist nur etwa 350 m lang.
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#60 Die Umlenkung steht fast schon an der Straße.
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#61 Blick die Trasse hinab
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#62 Zoom Richtung Talstation. Es handelt sich um einen Doppelmayr-Lift mit Dieselmotor, angeblich aus dem Hause Porsche.
Der Schnee dort war übrigens etwas (bruch-)harschig, sodass ich auf eine eventuelle Abfahrt mit den Tourenskiern verzichtete. Ein Snowboarder, den ich am Sonnenberg getroffen hatte, hatte mir bereits von weniger gut fahrbaren Verhältnissen in Bezug auf die Schneequalität berichtet.

In St. Andreasberg hielt ich dann an der Tankstelle nochmals an, nicht um zu tanken, sondern um ein paar Fotos zu machen.
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#63 Abendstimmung
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#64 Zoom zum Großen Knollen mit dem Knollenturm (ca. 9 km entfernt).
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#65 Blick auf den Matthias-Schmidt-Berg, an dem nur noch die beschneite Außenrumpiste geöffnet war (inkl. 200 m - Schiebestück am Anfang). Im Nachhinein wären es eigentlich grandiose Bedingungen zum Resteskifahren gewesen, aber irgendwie war mir an dem Tag nicht danach und ich hatte auch die Resteskier nicht dabei.
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#66 Lt. den Bergwachtlern wird sich hier rechts der Wald um Frühjahr auch noch etwas lichten, da haben wohl einige Bäume was abbekommen. :roll:
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#67 Und zum Schluss noch das Ticket, das übrigens im Zuge des Betreiberwechsels umgestaltet wurde, wenn man es mit dem aus starlis Bericht (ganz runterscrollen) aus dem vorherigen Winter vergleicht.
Was es mit den Farbcodes auf der linken Seite auf sich hat, weiß ich leider nicht.

Mit dem kurzen Sonnenhang und dem etwas steileren und längeren Gr. Sonnenberg mit seinen verschiedenen Pisten erinnert mich das Gebiet ein wenig an Langewiese im Sauerland, das allerdings in Sachen Panorama, Schneesicherheit und Liftgeschwindigkeit nicht mithalten kann: viewtopic.php?t=58327

Dank der Höhenlage und Nordhänge soll der Sonnenberg übrigens das schneesicherste Gebiet im Harz sein, direkt nach dem beschneiten Wurmberg. Auf eine Beschneiungsanlage muss man hier aber im Gegensatz zum nahegelegen Langlaufzentrum leider verzichten - nicht genehmigungsfähig.

Fazit: Ein schönes kleines Gebiet, das mit einigen Varianten, toller Aussicht und guter Schneesicherheit aufwarten kann. Für einen kurzweiligen Nachmittag genug und wenn dann ab nächster Saison auch hoffentlich der steilere Sonnenblicklift wieder läuft, komme ich gerne wieder. Neben Hahnenklee und einer Neuauflage der Rehbergabfahrt ein weiterer Grund für eine Reise in den Harz. :D

Auf dem Rückweg ging es übrigens noch durch Bad Lauterberg, wo ich noch einen Zwischenstopp an der Hausbergbahn einlegte (separater (Sommer-)Bericht).

Edit: Link eingefügt
Zuletzt geändert von GIFWilli59 am 04.03.2019 - 01:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von basti.ethal »

Dass es um den Waldzustand im Harz so schlecht steht, war mis bisher nicht bekannt. Ist der Nationalpark Grund dafür, dass die dürren Bäume nicht gefällt werden dürfen? Falls ja, ist das natürlich mehr als fragwürdig. Welches Ziel wird damit verfolgt?
Im TW haben die Forstämter dieses Jahr die Anweisung erhalten, das gesamte Schadholz des vergangenen Sommers bis Ende März aus den Wäldern geholt zu haben. Dies ist allerdings besonders in den Kammlagen in der gesetzten Frist nicht umsetzbar, aber meiner Meinung nach der richtige Ansatz zum Schutz des Waldes
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von ghostbikersback »

Super Bericht, vielen Dank! Kenne das Gebiet vom Mountainbiken und habe mich schon immer gefragt was die Schneise am Rehberggraben für eine Bedeutung hat(te). Gab es da auch mal einen Lift?
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von judyclt »

Schöner Bericht. Ich war vor 18 Jahren auch mal am Sonnenberg bei ähnlichem Wetter. Trotz der langen Zeitspanne kann ich mich noch gut daran erinnern, weil ich es auch richtig schön fand. Der MSB sagte mir damals schon nicht zu und der Wurmberg auch nicht wirklich. Der SL oben am Berg in Hahnenklee dürfte dir auch gefallen, wenn er denn noch so läuft wie damals.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von noisi »

Irgendwie ist mein Beitrag flöten gegangen...
Zuletzt geändert von noisi am 01.03.2019 - 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.

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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von Harzwinter »

Herzlichen dank für den liebevollsten Harzer Skihangbericht, den ich seit langem gelesen habe!
Der Sonnenberg punktet vor allem mit landschaftlichen Aspekten, und nebenher darf man dort auch ein wenig Ski fahren. Man muss sich halt Zeit nehmen und auf Details achten, dann kann das sogar Spaß machen.
Meine Fotos in Starlis Bericht sind übrigens vom 23. Dezember 2001. :D
Die mittlerweile entsetzlichen Waldschäden im Harz sind das Resultat der vom Nationalpark kompromisslos umgesetzten Waldumstrukturierungspolitik. Man lässt den Borkenkäfer unbeeinträchtigt Fichten killen und hofft auf zügigen natürlichen Ersatz durch naturnahen Mischwald z.B. mit Ebereschen. Wenn ich mich recht erinnere, wird manchmal auch mit Pflanzungen nachgeholfen. Man kann nur hoffen, dass der aktuelle Zustand tatsächlich nur eine 10-15jährige Zwischenphase ist und sich der nachwachsende Wald bildet wie gewünscht. Wenn nicht, ist das ein touristisches Desaster für den Harz. Aber das ist den Betonfundamentalisten der Nationalparkverwaltung ohnehin nur recht.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von GIFWilli59 »

ghostbikersback hat geschrieben: 01.03.2019 - 09:11 Super Bericht, vielen Dank! Kenne das Gebiet vom Mountainbiken und habe mich schon immer gefragt was die Schneise am Rehberggraben für eine Bedeutung hat(te). Gab es da auch mal einen Lift?
Damke, freut mich :D
Meines Wissens nach gab es dort nie einen Lift und es war auch keiner geplant.
judyclt hat geschrieben: 01.03.2019 - 09:50 Schöner Bericht. Ich war vor 18 Jahren auch mal am Sonnenberg bei ähnlichem Wetter. Trotz der langen Zeitspanne kann ich mich noch gut daran erinnern, weil ich es auch richtig schön fand. Der MSB sagte mir damals schon nicht zu und der Wurmberg auch nicht wirklich. Der SL oben am Berg in Hahnenklee dürfte dir auch gefallen, wenn er denn noch so läuft wie damals.
Etwa zusammen mit Harzwinter? :wink:
Den MSB finde ich eigentlich nicht schlecht, zumindest, wenn alle Pisten fahrbar sind, wie bei meinem Besuch im Dezember 2017.
Ja, Hahnenklee wäre auf jeden Fall was, aber der längere Lift oben läuft wohl nur am WE und generell ist das Gebiet natürlich nicht so schneesicher, diesen Winter noch verschärft durch den längerfristigen Komplettausfall der Beschneiungsanlage.
noisi hat geschrieben: 01.03.2019 - 09:59 Irgendwie ist mein Beitrag flöten gegangen...
Vlt kannst du ihn ja nochmal tippen...
Harzwinter hat geschrieben: 01.03.2019 - 10:45 Herzlichen dank für den liebevollsten Harzer Skihangbericht, den ich seit langem gelesen habe!
:D Danke für dein Lob.
Meine Fotos in Starlis Bericht sind übrigens vom 23. Dezember 2001. :D
Das ist natürlich schon ein Weilchen her und erklärt auch, warum auf deinem Bild der Brocken noch komplett bewaldet ist.
Man kann nur hoffen, dass der aktuelle Zustand tatsächlich nur eine 10-15jährige Zwischenphase ist und sich der nachwachsende Wald bildet wie gewünscht. Wenn nicht, ist das ein touristisches Desaster für den Harz. Aber das ist den Betonfundamentalisten der Nationalparkverwaltung ohnehin nur recht.
Ja, das hoffe ich auch, auch wenn es natürlich aus der Ferne durchaus interessant sein kann, was die selbsternannten Naturschützer dort so treiben.
Die letzte Chance wäre der Katastrophentourismus :lach: ansonsten haben die NP-Leute endlich den sanften Tourismus, der zwar wirtschaftlich bedeutungslos ist, aber immerhin die Natur in Ruhe lässt.

Edit: Nun ist auch der Bericht aus Bad Lauterberg online: viewtopic.php?f=49&t=61350&p=5197396#p5197396
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von Hibbe »

Schön zu sehen, dass es ein paar Tourengeher im Harz gibt die diese kleine Veranstaltung aufrecht halten.

Allerdings ist das Skitourenverbot im Harz für mich absolut nicht nachvollziehbar.
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von Harzwinter »

Hibbe hat geschrieben: 06.03.2019 - 20:43 Allerdings ist das Skitourenverbot im Harz für mich absolut nicht nachvollziehbar.
Nun, der grundsätzlich skitourenmäßig nutzbare Teil des Harzes ist Nationalpark. Das muss vorerst kein Skitourenverbot bedeuten - das Riesengebirge beispielsweise ist auch NP, und dort werden sogar geführte Skitouren angeboten. In der Nationalparkverordnung Harz ist meiner Erinnerung nach auch lediglich das Skifahren abseits von Pisten und Wegen verboten. D.h. wer auf einem Weg aufsteigt und darauf oder direkt daneben abfährt, dürfte das ganz legal tun. Natürlich entfällt damit das Ziehen einer einsamen Line durch den verschneiten Wald. Wer das trotzdem tut, weiß, dass er damit Wild ins energieintensive Fluchtverhalten treibt und somit existenziell bedroht. Sinnvoll wäre die Einrichtung offizieller Schneeschuhpfade und Tourenskirouten durch die Nationalparkverwaltung Harz. Das Thema ist oft genug angesprochen worden, bis heute aber an der Betonbarriere im Kopf der NP-Verwaltung gescheitert. Die möchte ja sogar die Mountainbiker aus dem Harz vertreiben ...
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von GIFWilli59 »

Harzwinter hat geschrieben: 07.03.2019 - 22:30 Natürlich entfällt damit das Ziehen einer einsamen Line durch den verschneiten Wald.
Das brauche ich ja auch nicht unbedingt, aber wenn es 4-5 Hänge geben würde, z. B. Hohnekopf, Rehberg, was am Brocken und noch 2 andere wäre das eine feine Sache. Und ehrlich gesagt weiß ich auch nicht, was der NP dagegen hat, denn das wäre doch der viel beschworene sanfte Tourismus...
Die möchte ja sogar die Mountainbiker aus dem Harz vertreiben ...
Wegen der evtl. geförderten Bodenerosion?
Oder ist ihnen das Rad zu modern? :wink:
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Re: Rehbergabfahrt & Sonnenberg im Harz 17.02.2019 | aktuell: Sonnenberg (2/2)

Beitrag von Harzwinter »

Unter "sanftem Tourismus" versteht die Nationalparkverwaltung Harz nichts außer Wandern und Langlauf. Selbst Langlauf ist aber nur "geduldet" - der NP Harz hat bereits Verbindungsloipen mit fadenscheinigen Begründungen geschlossen. Dieses Verhalten wird sich erst mit einem Generationswechsel in der NP-Verwaltung ändern - hoffentlich zu einem zeitgemäßeren. Der NP Harz könnte viel mehr Unterstützer haben, wenn er sie nicht aus blanker Indoktriniertheit vergraulen würde.
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