



Ich setzte meine Einzellift- bzw. Kleingebietsserie Ende Januar 2022 fort und schaffte es endlich einmal, den Gohrersberglift an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg aufzusuchen. Auf der Website war ständig der Betrieb angekündigt worden und an jenem Tag ging sich dann endlich ein Besuch an diesem reinen Naturschneehang aus.
Der Lift befindet sich nördlich von Kreuzthal, einem Dorf im Buchenberger Wald bzw. der Adelegg – ein kleines Mittelgebirge, das sich westlich von Kempten befindet. Die Gegend besteht aus bewaldeten Hügeln und die Dörfer wirken noch weitgehend so wie im Bilderbuch. Von Norden von der A 96 kommend wird es immer idyllischer, je mehr man das Flachland mit den dicht bebauten Neubauvierteln und Gewerbegebietswucherungen hinter sich lässt.
Früher gab es einen Berg weiter südlich noch den Kreuzbachthallift, der leider vor ein paar Jahren abgerissen wurde. An der Bergstation des Gohrersberglifts befand sich früher wohl noch ein Seillift und weiter nördlich – auf der anderen, der baden-württembergischen Talseite – lief auch mal ein Schlepper, der wie der Kreubachthallift restlos entfernt wurde. So dreht der Gohrersberglift dort einsam seine Runden – erst weiter südöstlich gibt es in Eschach noch drei Lifte sowie weitere in Wengen und Weitnau.

Der Lift bedient einen recht ansprechenden Hang und ist keineswegs ein langweiliger Dorf- bzw. Übungslift, der nur ein Stück die Wiese raufgeht. Es hätte sogar rechts vom Lift noch irgendwo eine Abfahrt gegeben, doch das habe ich erst zuhause am Rechner festgestellt. Das Foto ist erst am späteren Vormittag entstanden, denn in der Früh hingen die Wolken tief und es herrschten düstere Lichtverhältnisse. Die ganze Zeit über sollte aber recht wenig los sein – es ergab sich auch wieder der obligatorische Ratsch mit dem Liftler.

Brav maskiert an der Talstation...


Im Lift... so sah es in der Früh noch aus, als noch nichts vom Sonnenschein zu erahnen war. Oben gibt es sogar noch eine Waldschneise und der Tag war gerettet



Der Liftler an der Bergstation verharrte tapfer in seinem Tiny-House...



Idylle im Buchenberger Wald...

Blick Richtung Norden.

Zwischenhalt unterhalb der Waldschneise


Blick hinab in die Talidylle – der hier im Zoom nicht zu sehende Bach unten direkt am Hang markiert den Grenzverlauf zwischen Bayern und BW. Die Häuser dürften also bereits im Nachbarbundesland liegen.

Die Abfahrt war nicht autobahnmäßig flachgewalzt, aber das Fahren auf Naturschnee machte richtig Spaß, wenn es auch Kraft kostete. Ich blieb später mit zunehmender Wetterbesserung eh öfters stehen, um zu knipsen oder einfach nur, um durchzuschnaufen. Aufgrund des wenigen Andrangs hatte man fast vollkommen seine Ruhe.
Einmal musste ich zwei Anfängern helfen, auf dem Forstweg abzufahren, um dann die einfachste Variante zur Talstation zu finden. Denn für die ersten Schwünge dürfte der Hang insgesamt zu steil sein – entsprechend oft schmiss es die Skineulinge auch. Aber sie fuhren immer wieder hinauf und kämpften sich wacker nach unten. Die anderen Besucher schienen Einheimische zu sein, die geübt waren.

Zoom zur Talstation – der Liftler war ein sehr freundlicher seiner Zunft.



Endlos oft fuhr ich hinauf, wieder irgendwo im Naturschnee runter – selten war der Besuch an einem Einzellift so kurzweilig wie hier.


Blick zum LSAP-Hang nördlich des Gohrersberglifts auf der anderen Talseite... (dort liegt die Siedlung Blockwiesen).

2021 bin ich da mal rumgelaufen – es gab nichts mehr zu sehen.

Von oben in die Schleppertrasse geknipst...


Skifahren am Gohrersberglift...

Rechts am Waldrand gab es noch Tiefschneevarianten...

Ganz allein am Hang...

Genau die Art von Skifahren, die mir total Spaß macht...so gut wie keine anderen Leute, Bergidylle – dazu ein interessanter Schlepplift...

Kaffeepause zwischendrin, während der örtliche Punk zum Ratschen den Kiosk aufsuchte und ich aufgrund der wenigen Leute ungestört in der Sonne sitzen konnte.


Hier blieb ich ein bisserl stehen und genoss Idylle in jener schönen Gegend... da will man manchmal gar nicht mehr zurück die Großstadt.

Obwohl es hier am Gohrersberglift sehr schön war, wollte ich dann doch noch einen anderen Schlepper kennen lernen und begab mich nach Isny, wo an der Felderhalde schon seit Jahrzehnten ein Kurzbügler seine Runden dreht.

Der Felderhaldelift ist zwar ein uralter Kurzbügler, aber dennoch herrschte hier in Isny das totale Gegenprogramm zum Gohrersberglift – Menschenmassen, Parkplatznot (ich musste im Bergstationsbereich meine Karre in einem hässlichen Neubauviertel abstellen) Keykarte als Liftzugang, Kunstschnee, Werbetafeln, begradigte Pisten ...später sollte ich eine „Hinten-rum“-Abfahrt entdecken, die einen noch ein wenig vom Trubel wegführte. Aber mich interessierte in erster Linie hauptsächlich der Kurzbügler und weniger das Pistenangebot.
Aber dennoch war ich froh, den alten Lift mal gefahren zu sein und obendrein stellte dies hier meine Skipremiere in Baden-Württemberg dar. Für den Schwarzwald hat es bisher nur im Sommer gereicht. Die anderen Lifte – in Wangen läuft noch einer und ebenso am Karsee in der Nähe oder auch dann weiter nördlich in der Schwäbischen Alb einige – habe ich noch nicht geschafft.


Der Liftomat versüßte einem das Anstehen und das Aushalten des Trubels. Eine lahme 4SB hätte hier besser hergepasst als der Uraltschlepper. Aber wer weiß...

Das ist schon eine andere Trassenaussicht als am und im Wald am Gohrersberg. Nun – aufgrund der Nähe zu einer größeren Stadt und eben einer verstärkten Kommerzialisierung scheint sich der Lift zu halten. Sicherlich praktisch für die Familien bzw. Kinder aus dem Umkreis, wenn man dann nicht weit zu fahren hat.

Seitenblick...


Die Umlenkung...

Skifahren in Isny...

Anfangs herrschte schönes Wetter, dann bewölkte es sich und schließlich setzte wieder Sonnenschein ein.

Irgendwie ein komisches Bild – der alte Lift hätte eher in die Gegend vom Gohrersberg gepasst...


Menschenmassen neben der Talstation.

Neubautristesse am Ortsrand...




Weiter außerhalb sah es schon besser aus...


Wenn man hinter dem Ausstieg noch ein wenig nach oben lief, wurde man durch eine Ziehwegsabfahrt belohnt, die einige nette Ausblicke aufs Umland bescherte. Hier fuhr darüber hinaus auch kaum jemand.

Irgendwo am Horizont erhob sich ein Fernsehturm...




Später zum Liftschluss hin drängte sich noch einmal die Sonne auf und deren Strahlen sorgten für eine fotogene Abenstimmung. Ich war den Lift oft genug gefahren, so dass ich mich mehr aufs Knipsen verlegte und mit dem Teleobjektiv bewaffnet neben der Bergstation stand.






Isny im Abendlicht.



Ich fuhr schließlich das letzte Mal hinauf, um zum Wohngebiet abzufahren, wo ich mein Auto geparkt hatte.