Ganz ehrlich: Weder im Forum noch sonst wo habe ich bisher von dem Gebiet gelesen. Irgendwie exitstierte für mich auf der Sonnenseite immer nue ein Skigebiet - und das heißt Crans-Montana. Direkt daneben befindet sich das nette kleine Anzere und ist seit diesem Tag jetzt auch in meinem Kopf verankert. Ausschlaggebend neben der Lage an der Heimstrecke war vor allem auch der sehr interessante Pistenplan von Anzere (erstaunlicherweise finde ich gerade online KEINEN aktuellen Pistenplan - da ist ein Lift noch nicht eingezeichnet...). Heraus sticht die fast 3km lange 3er Sesselbahn Les Rousses - Le Baté, die nochmal eine komplett eigene Geländerkammer erschließt. Ansonsten liegt das Gebiet natürlich den ganzen Tag in der prallen Walliser Sonne, was die 50 Pistenkilometer im Frühling ordentlich schwer werden lassen könnte - bei unserem Besuch herrschten aber schlichtweg Traumbedingungen.
Also - auf ins letzte unbekannte Skigebiet für diese Reise:
^^ Früh morgens verlassen wir unsere 2. Unterkunft in Martigny. Alles neu - sehr zu empfehlen!
^^ Der passende Soundtrack darf natürlich auch am letzten Tag nicht fehlen: La Goffa Lolita: https://www.youtube.com/watch?v=vmjCLbFkT5w
^^ AKTUELLE Pistenplan. Hier sieht man den Lift Nummer 2 - die 4KSB Les Luys aus dem Jahr 2020.
^^ Preise - deutlich teurer als in Frankreich - dort würde so ein Skigebiet 35,-€ kosten.
^^ Zoom auf die andere Seite - na das kennen wir doch eher. Die Funitel zum Plain Morte in Crans Montana.
^^ Wir starten mit der 8EUB Plan de Maimbre, die nach 2/3 Strecke eine Mittelstation hat.
^^ Am Morgen noch Schleierwolken, das sollte sich dann aber iwann auflösen.
^^ Überblick über das Rhonetal. Gegenüber die Bärenpiste nach Ours.
^^ Nochmal im Zoom. Links Veysonnaz, rechts Nendaz.
^^ 4KSB Grillesses - wichtige Bahn um in die andere Gebietshälfte zu kommen. Aber wieso so ein langer Zaun...später mehr.
^^ Mit die älteste Anlage im Gebiet, aber auch extrem wichtig: Die Zweiersesselbahn Duez le Baté aus dem Jahr 1987. Mit ihr erreicht man dann die andere Geländekammer.
^^ Trasse. Oben sieht man schon das Highlight des Gebiets.
^^ Tolle Informationspolitik: Alles was man wissen muss, auf einen Blick: Wartezeiten, Pisten, Lawinengefahr.
^^ Ich bin mir ziemlich sicher, dass man an der DSB schon öfters etwas stehen kann. Bei uns ging es.
^^ Auch hier, direkt die Lawinenwarnstufe am Lift, mit der Erklärung. Find ich sehr gut.
^^ Schaut aus wie eine Gletscherstütze...
^^ Die Bahn teilt sich auch eine Stütze mit der 4KSB Grillesses.
^^ Hier gehts zur mit Abstand besten Piste des Skigebiets: Les Rousses.
^^ Spektakuläre Trasse.
^^ Alpinforum Stilleben.
^^ Hier der Blick in die eigene Geländekammer und die schöne Piste Les Rousses mit der Mittelstation des 3KSB Rousses-Le Baté.
^^ Blick Richtung Crans Montana, wo scheinbar sogar Verbindungspläne existieren?
^^ An der Hauptanlage im Gebiet lässt es sich natürlich sehr gut anstehen. Oder man nimmt einfach die Single Line und ist in 2 Minuten im Lift!
^^ Das "Zusammenfahren" scheint einfach zu wichtig zu sein...
^^ Wieder die Lawinenwarnstufe. Hab absichtlich alles fotografiert und an unsere Bergbahnen weitergeleitet.
^^ Tolle Bahn.
^^ Hier sind wir bereits nach der Hälfte vor der Mittelstation - die scheinbar im Jahr 1993 im Nachhinein dazukam?
^^ Kleiner Knick in der Trasse.
^^ Toll trassiert. Besser gehts nicht.
^^ Jetzt schauen wir wieder auf der anderen Seite. Das geniale an dem Skigebiet ist natürlich der Blick ins Tal.
^^ Eine Bahn mit Fachwerkstützen macht einfach mehr her. Wann kommen die Lifthersteller da eigentlich mal wieder drauf?
^^ Stilleben 2.
^^ Ach deswgen gibt es da so einen langen Zaun...
^^ Nur etwas eng ists da. Man muss erst ewig weit hinter schieben. Wierderholungsfahrten sind also hier erst mal ausgeschlossen.
^^ Auch eine schöne Geländekammer, eigentlich mit eigenem Lift: La Combe. Leider war der nicht in Betrieb. Hätte heute für Entlastung gesorgt.
^^ Mit dem Combe Lift könnte man auch die Bergstation Maimbre auf 2.362m erreichen. So muss man zur Luys Sesselbahn abfahren.
^^ Und wieder lustig anstehen. Die Schlange geht übrigens bergab. Würde in so manchem deutschen Skigebiet für Chaos sorgen...
^^ Waren hier vielleicht 8 Minuten. Also auch hier keine Wiederholungsfahrt.
^^ Perfekte Pisten - leere Pisten. Kein Wunder wenn alle am Lift anstehen.
^^ Ganz oben gibt es sogar noch einen weiteren Schlepplift, der in eine andere Expostition Richtung Westen führt: Turin - Baujahr 2012 - 122 Höhenmeter.
^^ Dafür sieht man auf der Rückseite der Bergstation ein paar Eiskletterer.
^^ Raumstation Maimbre.
^^ Dazugehörige EUB aus dem Ort Anzere.
^^ Hier sieht man auch die einseitige Mittelstation. Der Sinn erschließt siech mir nicht so ganz...
^^ Die Talabfahrt kann aber richtig was und ist um halb 1 auch richtig schön leer.
^^ 800 Meter Höhenunterschied, das kann sich sehen lassen. Die Talabfahrt sollte man definitiv nicht links (rechts) liegen lassen.
^^ Gleicher Ort, 1,5 Stunden später. Um halb 1 war nichts mehr los. Komisch. Wahrscheinlich haben viele eine Halbtageskarte genommen?
^^ Ein Fotopoint muss einfach wuchtig sein. Gefällt mir.
^^ Und es sind die kleinen Dinge die für Begeisterung sorgen. Ein Zitat des Tages. Find ich voll cool.
^^ Habe ich so auch noch nicht im Skigebiet gesehen. Ein Guide fährt mit einer Sehbehinderten Ski. Im Gebiet waren noch ein weiteres Team so unterwegs. Find ich großartig und meinen größten Respekt an die blinde Skifahrerin.
^^ Hat alles Platz. Man muss sich nur organisieren.
^^ Um halb 2 machen wir uns auf die letzte Abfahrt. Es war nochmal ein richtig guter Skitag!
^^ Mein Kollege verabschiedete sich in Anzere von seinem Kästle Ski, der mittlerweile unter der Bindung eine fehlende Kante hatte.
^^ Machs gut Anzere, machs gut Kästle MX 78.
^^ Per Autoverladung Kandersteg ging es im Anschluss wieder zurück nach Zürich, wo der Arlberg Express auf mich wartete! Was für eine sensationelle Reise.
Fazit zu Anzere:
Das Skigebiet sollte man definitiv auf der Liste haben. Gerade im Hochwinter bei Sonnenschein ist das Gebiet einen Besuch wert. Alle Pisten sind recht nett trassiert, sehr gut präpariert und haben auch eine ordentliche Neigung. Mit dem Ausblick in das Rhonetal ist natürlich auch was fürs Auge dabei. Ganz klar aber ist das Highlight des Gebiets die fast 3km lange 3KSB Rousses-Baté, die wohl iwann mit einer EUB ersetzt werden dürfte. Die 640 Höhenmeter liegen so schön in der Landschaft - unten ab der Hälfte hat man auch 2/3 Alternativen zum fahren - es ist schlichtweg einfach eine Traumabfahrt. Wir haben also definitiv das richtige Skigebiet für unseren letzten Tag gewählt.
So und das große Fazit zur Reise:
Wir haben es einfach perfekt erwischt. 10 Skigebiete in 9 Tagen - fast ausschließlich schönsten Skifahrerwetter bei kalten Temperaturen. Was kann man sich besseres Wünschen bei einer Skiexkursion? Natürlich wäre Neuschnee auch mal nett gewesen - so konnten wir uns aber voll und ganz darauf konzentrieren die Gebiete kennenzulernen. Die Basis Grenoble und Matigny eingen sich dafür hervorragend. Natürlich ist von Grenoble die Anreise immer etwas länger, dafür hat man das Flair eine südfranzösichen Alpengroßstadt.
Die Skigebiete lassen sich natürlich nicht wirklich alle miteinander vergleichen - ich versuche aber mal mit 2 Rankings: Einmal die mittelgroßen Skigebiete und dann die Großraumskigebiete über 100 Pistenkilometer:
Mittelgroße Skiegebiete:
1. Brevent - das unglaublich geniale Panorama auf das Mont Blanc Massiv mit dem Tiefblick auf Chamonix schlagen einfach alles. Dazu die schwierige Abfahrt vom Brevent. Tip Top.
2. Les 7 Laux - die Überraschung schlechthin. Tolle Pisten mit ordentlichen Höhenmeterunterschied - dazu auch der Blick ins grüne Tal. Preis/Leistung - unschlagbar.
3. Anzere - wie gerade beschrieben, toller Ausblick, Sonnenseite, gute Pistenpräparierung und natürlich Les Rousses.
4. Balme - könnte auch weiter oben landen, da es ja auch wirklich viel Spaß gemacht hat, in der Nachmittagssonne zu fahren. Ist aber natürlich etwas kleiner als die anderen.
5. Chamrousse - hier hat natürlich der Nebel dann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber auch sonst dürfte das Gebiet v.a. mit dem Füllegrad nur bedingt abwechslungsreich sein. Wir haben dort ja nur die Skitour gemacht, deswegen kann es gar nicht weiter oben landen...
Großraumskigebiete:
Boah - schwer - eigentlich gibts 3 erste Plätze.
1. Les Deux Alpes: Hat mich komplett überrascht. Unglaubliche Höhenunterschiede - Gletscher bis auf 3.500m - tolle eigene Geländekammer - mit Neuschnee dürfte es richtig genial sein. An dem Tag hat einfach alle gepasst.
2. 4 Vallées - Ein Skigebiet das seinesgleichen sucht. Gibt eigentlich kein vergleichbares Großraumskigebiet in den Alpen. Buckelpisten ohne Ende, Mont Fort, verschiedene Täler... Wer noch nicht dort war - der sollte das möglichst bald machen.
3. Valloire - auch die Überraschung schlechhin. Was hat das Spaß gemacht, dort rumzuheizen. Ein Gebiet, das definitiv mit den besten der Alpen mithalten kann. Tolle, lange Abfahrten, gute Infrastruktur, schöner Ort.
4. Alpe D`Huez - Platz 4 soll eigentlich hier gar nichts aussagen - aber wenn ich jetzt so nachdenke, dann ist dort das Highlight einfach die Sarenne und der Rest ist nicht so speziell wie in den anderen Gebieten. Ich würde aber auch dort immer wieder hinfahren, allein schon wegen der unglaublichen Größe.
5. Portes du Soleil - ist nicht mein Gebiet. Zu viel Mittelgebirgscharakter mit teilweise alten Liften und schlechter Beschneiung in manchen Gebieten. Ich bin froh, Avoriaz mal gesehen zu haben, aber so schnell wird es keinen zweiten Besuch erhalten. Dafür haben mir die anderen Gebiete im Wallis zu gut gefallen.
Alles in allem also eine großartige Reise. Ich bin froh, dass ich wieder so einen Roadtrip machen konnte - es wird nicht der letzte gewesen sein!