Dementsprechend ist es nicht überraschend, dass ich mir für meinen allerersten Bericht im Alpinforum genau meine letzte Wanderung in Schönfeld ausgesucht habe.
Überblick
Hier findet man den Pistenplan des LSAP-Skigebietes: https://www.skiresort.at/skigebiet/inne ... istenplan/
Und hier geht es zu einer Karte über den im Winter noch aktiven Teil der ehemaligen Skischaukel: http://www.schoenfeld.co.at/ski-alpin
Noch ein kleiner Hinweis vorweg: Da ich meine Bilder in erster Linie für Smartphone-Nutzer, noch spezifischer: Instagram-User, erstelle, sind sie nicht im üblichen Format von 16:9, sondern im 3:4-Seitenverhältnis gehalten. Aber das sollte, glaube ich, kein großes Problem darstellen
Anreise
Mit dem Privat-PKW ging es von Klagenfurt über die A2 nach Villach, von dort aus weiter über die A10 Richtung Salzburg. Da sich die Tauernautobahn zwar neben Eisentratten und Kremsbrücke vorbei durch das Liesertal schlängelt, es aber in beiden Orten keine Abfahrmöglichkeit in die Innerkrems und damit nach Schönfeld gibt, muss man die Autobahn bereits in Gmünd verlassen. Ich nahm also die Landestraße Richtung Norden und bog schließlich bei Kremsbrücke in das beschauliche Seitental am Rande des Biosphärenparks Nockberge ein.
Zwischenstopp Innerkrems
Ich hielt für einen kurzen Zwischenstopp in der Innerkrems an und sah mich um: Das Wetter (bewölkt, nebelig, relativ kalt und mit den ersten fallenden Regentropfen) passte von der betrübten Stimmung her gut zum ehemaligen Skigebiet. Als großer Fan dieser nicht nur landschaftlich enorm reizvollen Gegend mit ihrer langen Geschichte finde ich es extrem schade, wie sich die Dinge in der Innerkrems entwickelt haben. Seit drei Jahren stehen die Liftanlagen nun schon still und ob sie jemals wieder in Betrieb genommen werden, ist fraglich. Wobei - "ganz still" standen sie nicht, denn zumindest die DSB Blutige Alm muss vor kurzem zu Wartungszwecken reaktiviert worden sein: Die Sessel, die sich letzten Herbst noch am Förderseil der DSB befunden haben, liegen jetzt aneinandergereiht im Parkhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Direkt daneben befindet sich übrigens eine kleine "Deponie" mit allerlei Schätzen, die ich ebenfalls mit der Kamera festgehalten habe.
DSB Blutige Alm. Die Sessel der DSB, jetzt im Parkhaus untergebracht. Die Talstation der DSB, natürlich von de Pretis erbaut. Kann es je einen Beitrag im Internet OHNE Katzenbilder geben?
Da einerseits das Wetter bei meinem Besuch aber nicht gut genug war, um auf den Grünleitennock oder auf die Blutige Alm zu wandern und dort den Status Quo der Lifte zu dokumentieren, und ich andererseits den Fokus in diesem Bericht auf den Mattehanslift in Schönfeld legen möchte, folgen alle weiteren Bilder zur Innerkrems in einem zukünftigen Bericht (den ich dann gerne hier verlinke). Stay tuned!
Ankunft in Schönfeld
Blick Richtung Bergstation des Mattehansliftes von der Passstraße aus - selbstverständlich bin ich für das Foto stehen geblieben.
Nach einer kurzen Fahrt über die im Vergleich zur Zufahrtsstraße nach Innerkrems relativ gut ausgebauten Passstraße über die Bundesländergrenze ließ ich Kärnten hinter mir und fand mich bei meinem eigentlichen Ziel dieser Reise, nämlich in Schönfeld im Salzburger Thomatal, ein. Hier war das Wetter zwar ebenfalls bewölkt und leicht regnerisch, der Mattehanslift verschwand im Gegensatz zu den Innerkremser Seilbahnanlagen jedoch glücklicherweise nicht in den Wolken und die paar Regentropfen konnte ich ebenfalls verschmerzen.
Die Trasse des STEMAG-Schleppers.
Neben dem ehemaligen Familienhotel Schönfeld (die heutige Jugendherberge) standen tatsächlich vier Pistengeräte - eine Zahl, die ich so in Schönfeld nicht erwartet hätte. Schließlich gibt es hier seit dem Liftbetrieb-Aus auf der Karneralm und dem Abbau des Schilchermahdlifts nur noch die zwei Schlepplifte Mattehans und Schilchernock, wobei letzterer ca. 2007 um ein gutes Stück gekürzt worden ist und in den letzten Jahren nur selten in Betrieb war.
Die Jugendherberge in Schönfeld. Früher gab es hinter dem Haus noch ein kleines Förderband für Ski-Anfänger. Pistengeräte-Parade. Von alt bis neu alles dabei. Die Talstation des DM-Schlepplifts "Schilchernock". Direkt dahinter das Gasthaus Almstüberl, welches im Sommer aber nicht bewirtschaftet wird.
Ein Traum für Seilbahn-Nostalgiker: Der Mattehanslift
Der Mattehanslift hingegen lief meines Wissens nach auch in der letzten Saison und wurde im unteren, flachen Bereich um einen neuen Seillift für Anfänger ergänzt. Weil die Talstation des Schlepplifts aber mitten im Sumpf liegt, ging ich den kurzen Wanderweg von der Dr.-Josef-Mehrl-Hütte entlang zur ersten Sütze. Im Hochsommer befindet sich dort dann eine Pferdekoppel, die die Talstation und den Hang über der ersten Stütze umzäunt, diesmal konnte ich glücklicherweise ohne Hindernisse zur Talstation und später weiter auf den Berg gelangen.
Die Dr.-Joseph-Mehrl-Hütte, eine (ehemalige?) Hütte des Alpenvereins. Nicht weit entfernt von der Mehrl-Hütte befindet sich diese Pension, die zumindest früher ebenfalls bewirtschaftet wurde. Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus. Ein paar Wanderempfehlungen. Die Talstation des Schlepplifts mitten im Sumpf.
Die Geschichte des Schlepplift-Unikats in der Kurzfassung (die ausführliche Variante ist einen eigenen Beitrag wert, der sicher auch noch kommen wird!):
Ursprünglich von STEMAG als Kurzbügler errichtet, wurde der Lift vom Villacher Seilbahnkonstrukteur Andreas de Pretis zum Langbügler umgebaut. Infolgedessen wurden auch Berg- und Talstation durch neue Exemplare ausgetauscht. Dieser "de Stemag" ist aber nicht der einzige seiner Art in der Gegend, der Strasseralm I in der Innerkrems besteht ebenfalls aus STEMAG-Stützen und Stationen von de Pretis. Im Zuge des Umbaus auf Langbügel mussten auch einzelne Stützen erhöht werden, weshalb sich zwischen Fundament und Fachwerk-Portalstütze diese markanten Konstruktionen befinden:
Stütze Nr. 1. Der Seillift. Umlenkstation des Seillifts. Die Talstation des Schlepplifts.
Ich machte mich nun an den Aufstieg und schoss als Seilbahn-Begeisterter natürlich viel zu viele Fotos - wobei: kann man je genug Seilbahnbilder haben? In einem Tempo a la "10 Schritte gehen - Pause - 15 Bilder schießen - weiter" näherte ich mich dem Gipfel. Aus der Ferne kündigte sich schließlich Donnergrollen an und ich beschleunigte meine Schritte.
Schon bald kamen die letzten Stützen vor der Bergstation in Sicht. Talstation und erste Stütze.
Von hier aus hat man naturgemäß einen guten Blick auf die gegenüberliegende Talseite. Die Trasse des ehemaligen Schilchermahdlifts, welcher den Schilchernocklift im unteren Drittel doppelte und von dem Gasthaus "Almstüberl" bis zum Bauernhof auf der Schilcheralm führte, ist noch gut zu erkennen. Ich habe irgendwo noch alte Bilder von Schönfeld, darunter auch von einem STEMAG-Pendellift auf den Mattehans. Beizeiten suche ich sie raus und stelle dazu einen Beitrag ins LSAP-Forum.
Andere Talseite mit der LSAP-Trasse des Schilchermahdlifts und dem noch bestehenden Schilchernocklift. Blick zur Bergstation des Schilchernocklifts. Blick zur nächstgelegenen Fachwerkstütze. De-Pretis-Schild auf einer STEMAG-Stütze. Stütze ohne Schild. Weiter Richtung Bergstation. Kurz vor dem Ziel.
Inzwischen bin ich bei der Ausstiegsstelle des Mattehanslifts angekommen. Die Stütze Nr. 7 ist die einzige, an der sich noch ein STEMAG-Herstellerschild befindet.
Ausstiegsstelle und Stationshäuschen. STEMAG-Herstellerschild.
Ein paar Meter weiter steht die Umlenkstation des Schlepplifts, die mich sehr an die des Muldenlifts auf der Simonhöhe erinnert.
Blick Richtung Bergstation. Näher ran! Bald wird alles in den Wolken versinken... bei schönem Wetter sicher eine traumhafte Aussicht. Interessante Konstruktion.
Es gab gerade um die Jahrtausendwende mehrere Pläne, Innerkrems und Schönfeld besser miteinander zu verbinden - damals gehörte das Skigebiet Schönfeld für ein paar Jahren auch den Betreibern der Innerkrems. Quellen berichten einerseits von einem "Kurvenlift Mattehans", anderseits von einem rund 400 Meter langen Verbindungslift. Dessen Trasse hätte meiner Einschätzung nach von der Bergstation des bestehenden Mattehansschleppers in Schönfeld bis auf den Gipfel verlaufen sollen. Realisiert wurden diese Pläne nie.
Da die Bergstation begann, im Hochnebel zu versinken, machte ich mich wieder an den Abstieg. Im Hintergrund kann man bei wolkenlosem Himmel den Grünleitennock mit seinen Abfahrten erkennen. Letzter Blick zur Stütze. Der Nebel eroberte sich die Alm zurück. Es geht abwärts!
Gerade rechtzeitig kam ich bei meinem Auto an, nur kurz darauf ergoss sich ein Regenschauer über Schönfeld. Mit Blick auf die Uhr, die mir kurz vor fünf anzeigte, beschloss ich, die rund eineinhalb Stunden dauernde Heimreise nach Klagenfurt anzutreten.
Timing ist alles: gerade im Auto angekommen, fängt es auch schon an zu schütten.
Bald wird es Zeit für den nächsten Ausflug in die Innerkrems und nach Schönfeld, schließlich gibt es dort noch viel, was sich zu entdecken lohnt.
Hier noch weitere, unkommentierte Bilder: