Fundgrube I: Robella - Chasseron - Les Rasses (12/2021)
Zum Start zur Wintersaison 2021/22 hatte ich keine Lust auf volle Skigebiete in den Alpen, alleine schon wegen Covid. Dorthin würde ich auch unter der Woche gehen können. Und im Jura lag gerade genügend Schnee, also wählte ich Buttes im Neuenburger Jura mit seinem Skigebiet "Robella" als Einstieg. Ein Tag mit grandiosen Ausblicken sollte auf mich warten. Die Talstation in Buttes liegt relativ tief auf 780 m.ü.M. im Schattenloch, so dass das Skigebiet für Jura-Verhältnisse insgesamt einen grossen Höhenunterschied aufweist. Ebenfalls speziell für Jura-Skigebiet ist, dass es hier eine Sesselbahn gibt.
Die Bergfahrt mit der 2SB dauerte eine halbe Ewigkeit, ab und zu Zwischenstopps.
Oben bei der Station Robella auf 1200 m.ü.M. war morgens kaum eine Menschenseele anzutreffen, ich wechselte gleich zur oberen Sektion, dem Skilift Crêt de la Neige.
Oben wurde ich von starkem, stürmischem Wind überrascht. Dieser hatte viele Äste, Tannzapfen und Laub auf die Pisten verfrachtet - gut stand mein Snowboard sowieso kurz vor der Pension. Pistenstart auf 1440 m.ü.M. mit Blick in die endlosen Jura-Weiten.
Von den Hauptpisten am Skilift waren nur die beiden schwarzen präpariert, für eine Präparation der roten Piste reichte der knappe Schnee nicht aus. Die beiden schwarzen Pisten hatten eine tolle Neigung, sie waren trotz Sturm schön zu fahren.
Einstieg in die beiden"Hintenrum"-Pisten, die zunächst flach durch die Jura-Hochebene nach Nordosten verlaufen, dann den Crêt des Lisières überqueren, bevor es nach einem kurzen steileren Pistenstück per Weg zurück nach Robella geht.
Blaue Piste Combe, wurde während den 80er Jahren direkt mit einen flachen Skilift erschlossen.
Landschaftlich wunderbar, idyllisch, im Gegensatz zum Haupthang auch an der Sonne, aber oben im Gegenwand kam man kaum vorwärts auf den blauen Pisten, es musste an diesem Tag sehr viel geschoben werden.
Nun auf der Piste Tranquilité ganz aussen - ein wunderbar passender Name.
Nach einer Gelände-Fahrt am ehemaligen Skilift Lisières und einer Talabfahrt bin ich hier auf der Piste Mignon.
Meine einzige Fahrt mit dem äusserst flachen Skilift Mignon.
Ab der Bergstation Crêt de la Neige war ein Winterwanderweg in Richtung Chasseron präpariert, quer durch die wunderbaren, verschneiten Jura-Landschaften. 200 Höhenmeter rauf und 2km Luftlinie sind im Winter mit Snowboard nicht ohne. Gespannt war ich auf den Gipfel.
Extrem stürmisch wars hier oben! Dafür wurde man mit einem grandiosen 360-Grad-Panorama belohnt. Trotz Sturm blieb ich einige Zeit hier oben, um die Aussicht zu geniessen - der ganze Alpengürtel war zu sehen, vom Säntis bis zum Mont Blanc. Hier das Gipfelpanorama zum Neuenburger See und zu den Berner und Walliser Alpen.
Chasseron Gipfel auf 1609 m.ü.M., im Hintergrund der Mont Blanc. Viele Leute hier oben, es scheint ein beliebtes Ziele für Schneeschuh-Wanderer ab Les Rasses zu sein.
Links hinten Bietschhorn und Balmhorn, mittig Mischabel, Weisshorn, Zinalrothorn etc., rechts hinten der Grand Combin.
Abfahrt vom Chasseron im Gelände, man wird ständig abgelenkt von der Aussicht. Vom Skigebiet Les Rasses war hier noch nichts zu sehen.
Wie geplant erreichte ich unten im Wald die äusserste Skipiste des Skigebiets Les Rasses. Unten an der Talstation war dann viel mehr los als morgens in Buttes. Hier bin ich im "Les Rasses 1", der nur bis zur "Mittelstation" führt, wärhend "Les Rasses 3" daneben weiter rauf geht.
Pistenstart am "Les Rasses 3". Leider war "Les Rasses 2 " - der oberste Schlepper - nicht in Betrieb war wegen des Windes. Darum auch so viele Leute an den anderen Liften.
Oben auf 1480 m.ü.M. knapp über der Baumgrenze.
Charakteristisch fürs Skigebiet sind die drei schmalen Waldschneisen als Hauptpisten. Das hat seinen guten Grund: mit der sonnigen Südhang-Lage an der letzten Jurakette ist das Skigebiet nicht allzu schneesicher. Dank den schmalen Schneisen wird die Sonneneinstrahlung minimiert, was der Schneedecke zugute kommt. Ebenfalls sind dadurch die Pisten windgeschützt.
Anschliessend wechselte ich zur linken Hälfte des Skigebiets, wo der recht steile Stangenschlepper "Couvert" von zuunterst ins Skigebiet hinaufführt. Er wird vor allem als Beschäftigungsanlage und weniger als Zubringer benutzt.
Aufgeweichte, sulzige rote Piste Couvert. Hier sind die Pisten etwas steiler.
Rund um die Bergstation Couvert starten drei weitere, kürzere Skilifte. Der steile Stangenschlepper "Cochet" war vermutlich ebenfalls wegen Wind geschlossen, "Les Avattes 2" läuft nur bei Hochbetrieb, also blieb nur der sonnige Stangenschlepper "Les Avattes 1" übrig.
Blaue und sonnige Piste Les Avattes, etwas breiter als die anderen Pisten des Skigebiets.
Nach der nächsten Bergfahrt mit "Les Rasses 3" schnallte ich ab und ging zu Fuss noch weiter berghoch, hinauf zur Bergstation von "Les Rasses 2" und noch weiter auf den Gipfel "Petites Roches". Dort genossen bereits einige Schneeschuh-Wanderer die besinnliche, vorweihnachtliche Abendstimmung. Blick nach Norden über die Jurahöhen.
Oben auf den Petites Roches, nebenan der Chasseron. Der lange Schatten zeigt den bereits tiefen Sonnenstand.
Der geschlossene Skilift Les Rasses 2 von oben in der Totalen. Schon schade, waren nur 4 der 7 Skilifte offen.
Faszinierend das permanente Alpen-Panorama - hier mittig Eiger, Mönch und Jungfrau. Eindeutig das Markenzeichen des Skigebiets.
Anschliessend nahm ich die windgepresste, unruhige rote Piste, auf der man permanent das traumhafte Alpen-Panorama geniessen kann. So kam ich doch noch dazu, auch diese Hauptpiste zu fahren und hatte am Ende trotz der geschlossenen Lifte fast alle Pistenabschnitte kennengelernt.
Waldeinfahrt zum Geniessen. Sowieso ist das ganze Skigebiet zum Geniessen.
Im Wald dann Skigebiets-typisch eine schmale Schneise. Natürlich menschnenleer, wenn der Lift nicht läuft.
In Les Rasses war nichts von der Navette mit Abfahrt um 16:10 zu sehen. Also fuhr ich nochmals hinauf mit dem Skilift. So konnte ich hier bei Les Avattes den Sonnenuntergang geniessen.
Traumhafte Abendstimmung. Danach fuhr ich runter nach Les Replans und ging von dort zu Fuss zum Bahnhof Ste-Croix - auf die 15 Minuten Fussmarsch mehr kams auch nicht mehr draufan.