Anfahrt: Waidring/Tirol - Lofer - Saalfelden - Bruck a.d. Glocknerstraße in 1:00 h wg. Unfallstaus vor Bruck
Wetter: 4.& 5.1.: Wolkig bis heiter, 6.1.: Schneefall; Berg um -3°C, Tal um +1°C. Am 4.1. starker Wind am Berg.
Schnee: Berg ca. 80 cm, Tal 0-10 cm jeweils mit Maschinenschneeauflage. Pisten am Berg teils hart, untere Etage weich.
Anlagen in Betrieb: Alle außer Kinderskischullift Schmidolin in Zell
Wartezeit: 4.& 5.1.: 0-2 min außer EUB Areit II und KSB Glocknerbahn ~7 min; 6.1.: keine
Gefallen: Skibus-Service Bruck; Erstbesuch in abwechslungsreichem Skigebiet; lange Abfahrten; Pisten 13 (Standard), 14 (Trass), 21 (Tannwald); Blick zum Zeller See und zum Kitzsteinhorn
Nicht gefallen: Skipass und besuchte Bergrestaurants zu teuer. Langsame Skidata-Leser an den Drehkreuzen.
Bewertung: 5,5 von 6 Punkten
Der Dreikönigs-Skiurlaub von Familie Harzwinter samt befreundeter Familie fand 2024 im Skigebiet Schmittenhöhe in Zell am See statt. Den Nachmittag des Anfahrtstages verbrachten wir im Skigebiet Steinplatte in Waidring (siehe separater Bericht), denn bei direkter Fahrt bis zur Schmittenhöhe hätten wir dort nur noch 2,5 Skistunden bis Liftschluss gehabt. Unsere Unterkunft befand sich 2 km entfernt in Bruck an der Glocknerstraße, das durch zuverlässige Skibusse morgens und nachmittags mit jeweils <10 min Fahrt sehr gut an die Areitbahn in Schüttdorf angebunden ist. Einen Skitag am nahen Kitzsteinhorn verwarfen wir von vornherein, weil das Skigebiet im Januar zu wenig Sonne hat.
An der bereits erneuerten ersten Sektion der 10EUB AreitXpress in Schüttdorf gab es bei uns keine erwähnenswerte Wartezeit. Die kommt erst an der Talstation Areit II, die zusammen mit der Sektion Areit III noch eine 6EUB von 1996 ist. Aber auch die <10 min Wartezeit an dieser Zubringersektion waren für die Weihnachtsferien natürlich zu verschmerzen. Die Areitbahnen amüsierten uns bei der Messenger-Kommunikation mit unseren Freunden, wenn man sich beim Skifahren mal trennte und später wieder traf: Jedesmal wandelte die Autokorrektur Areit in Arbeit um. Areit fanden wir aber klar besser.
Oben auf der Schmittenhöhe war die Kapellenbahn am ersten unserer drei Skitage dort, dem 4. Januar, die meiste Zeit wegen des starken Windes geschlossen. Wir fuhren uns am SCHL Hahnenköpfl, an der Kettingbahn und der Breiteckbahn warm. Nach frühem Mittagsessen auf der angenehmen, aber nicht günstigen Breiteckalm wechselten wir auf die Nordflanke der Schmittenhöhe und wollten eigentlich zur Tannwaldabfahrt der EUB ZellamseeXpress, aber die war ebenfalls windbedingt geschlossen. Also ging es stattdessen über die Sonnengrat-, Sonnkogel- und die nasse, braun eingefärbte Südabfahrt hinunter nach Zell. Nach der Bergfahrt mit der EUB Trass nahmen wir zuerst die schwarze Standardabfahrt und dann die schwarze Trass unter die Kanten, die beide viel mehr Fahrspaß vermittelten als die rote Talabfahrtskombination. Die Talabfahrt nach Schüttdorf entlang der EUBn Areit war im oberen Bereich nachmittags noch o.k. zu fahren, der unterste Teil war jedoch erwartungsgemäß feucht, aufgeschoben und von den vielen Besuchern völlig zerfahren.
Am 5. Januar ging es nach einer morgendlichen Talabfahrt entlang der Areitbahnen auf die Nordwestflanke der Schmittenhöhe zur Tannwaldabfahrt der EUB ZellamseeXpress, die wir am Vortag auslassen mussten. Die erstaunlich lange Tannwaldabfahrt bis fast hinunter nach Viehhofen im Glemmtal hat uns gut gefallen, auch wenn sie etwas eisig war. Mittag gab's diesmal im Panoramarestaurant an der Bergstation Areit / Breiteck / Trass, weil unsere Freunde dort eine Verabredung mit Nichtskifahrern aus dem Bekanntenkreis hatten. Als SB-Restaurant mit typischer Bahnhofsatmosphäre ist das "Panorama" deutlich zu teuer und wird uns bei einem Folgeurlaub an der Schmittenhöhe nicht mehr sehen. Den Nachmittag verbrachten wir zunächst begeistert auf der schwarzen Standard und Trass. Der Abwechslung halber legten wir vor der Talabfahrt nach Schüttdorf jeweils eine Ab- und Liftfahrt an Glocknerbahn und Hirschkogelexpress ein, die aber beide nicht zu überzeugen vermochten. Insbesondere die Klientel an der Glocknerbahn, die nicht ansatzweise befähigt war, die Sitzplätze eines 8er Sessels auszulasten, hat genervt.
Am Dreikönigs-Feiertag, dem 6. Januar, blieb es wegen Abreisetag und schneefallbedingt ausbleibenden Tagesgästen an der Schmittenhöhe leer. Unterhalb des Gipfels war die Kontursicht trotz Schneefalls zunächst erstaunlich gut, also blieben wir in der Südosthälfte des Berges und fuhren fast nur die schwarze Standard und Trass. Nach der späten Mittagseinkehr auf der Breiteckalm wurden Schneefall und Pisten nasser. Wir beendeten unseren dritten und letzten Skitag an der Schmittenhöhe gegen 14:30 Uhr mit der kraftraubenden Talabfahrt Areit nach Schüttdorf, da uns noch die rund fünfstündige Heimfahrt bei Schneeregen bis in den Münchner Raum bevorstand.
Fazit:
Die Schmittenhöhe samt bezahlbarer Unterkunft in Bruck hat uns als Skigebiet für 3 Tage sehr gut gefallen und punktete mit langen, teils anspruchsvollen Abfahrten, Beschneiung bei schwacher Talschneelage, geringen Wartezeiten und ausreichend Sonne im Januar. Das kann man so wiederholen. Lediglich der Dreitages-Skipass war mit 548 Euro für 2 Eltern und einen Junior eindeutig zu teuer, 140 (!) Euro mehr als unser Dreitagespass Montafon ein Jahr zuvor, über dessen Preis ich im seinerzeitigen Bericht auch schon gemeckert hatte. Gut, theoretisch erhält man mit dem Skipass AlpinCard mit Schmittenhöhe, Kaprun Kitzsteinhorn/Maiskogel, Saalbach-Hinterglemm, Leogang und Fieberbrunn Zugang zu einem riesigen Spitzenskigebiet. Das ist von Familien innerhalb von drei Tagen und bei anteiligem Schlechtwetter aber sowieso nicht zu schaffen. Insofern sollten die an der "AlpinCard" teilnehmenden Skigebiete noch mal über günstigere, lokale Skipässe bis max 3 Tage Gültigkeit nachdenken.
60 Fotos vom Skigebiet Schmittenhöhe bei gutem, bei mäßigem und bei schlechtem Wetter:
Pistenplan Schmittenhöhe, abfotografiert in der Talstation AreitXpress in Schüttdorf.
Morgendlicher Andrang am AreitXpress in Schüttdorf. Wir waren dank 10EUB in weniger als 5 Minuten durch. Die Skidata-Leser waren im gesamten Skigebiet nervig langsam und blockierten immer wieder für mehrere Sekunden das Drehkreuz.
Bergfahrt AreitXpress mit hoffnungsvoll blauem Himmel. Merke: Areit ist besser als Arbeit.
Station Areit 1400 für den Umstieg in die alte 6EUB der Sektionen 2 und 3.
In der 6EUB Areit.
Erstimpression Schmittenhöhe-Gipfel mit Schneeschuhgeher-Gruppe. Hat ein bisschen was von Kronplatz, ist für mich aber abwechslungsreicher.
Abfahrt zur Kapellenbahn, ...
... die aber windbedingt zunächst still stand. Während wir in der langen Schlange des SCHL Hahnenköpfl standen, öffnete sie doch, und fast alle Wartenden fuhren schnell zur Sesselbahn. Uns war's recht.
Denn wir wollten Schlepplift fahren. Der SCHL Hahnenköpfl ist ein netter Anachronismus, der uns an schöne Österreich-Skiurlaube vieler Jahrzehnte zurückdenken lässt.
Die 6EUB Kettingbahn ist ein wenig überlastet, wenn die Kapellenbahn nicht fährt. Die schwarze Abfahrt 9, die da unter der Bahn entlangführt, ist übrigens eine feine Sache!
Querung in den nördlichen Bereich der Schmittenhöhe, wo wir die Tannwaldabfahrt ins Glemmtal zum ZellamseeXpress machen wollten. Diese EUB war aber windbedingt geschlossen und ihre Abfahrt somit auch.
Also nahmen wir stattdessen ungeplant die Sonnengrat- ...
... und Sonnkogelabfahrt, ...
... um schließlich auf der roten, arg weichen Südabfahrt hinunter nach Zell am See zu landen.
Mit der EUB TrassXpress geht es wieder hinauf in Richtung Schmittenhöhe, wenn auch nicht zum Gipfel. Neben den Areit-Zubringerbahnen haben wir an unseren drei Skitagen vor Ort wohl den TrassXpress am häufigsten benutzt.
Abfahrt von den EUB-Bergstationen Areit/Trass zur Breiteckalm.
Breiteckalm, unsere zweimalige Mittagseinkehr. Hat uns bis auf 20% zu hohe Preise gut gefallen. Unsere drei Tage vor Ort haben nicht ausgereicht, um weitere nette Einkehren zu erkunden.
Abfahrt KSB Hirschkogel.
Nochmals an der Breiteckalm vorbei geht es ...
... auf die schwarz ausgewiesene ...
... Trass-Abfahrt Nr. 14, schön steil und mit Seeblick.
Haben fertich mit Trass.
Talstationskomplex PB Sonnalm, PB Schmittenhöhe, EUB TrassXpress.
Blick aus dem Skigebiet Schmittenhöhe zum Kitzsteinhorn. Einer der raren Momente, an denen dort mal die Sonne schien.
Als nächstes ging es unter der KSB Hirschkogel hindurch auf die ebenfalls schwarze ...
... Standardabfahrt 13, unsere während der drei Skitage am häufigsten befahrene Abfahrt.
Nochmalige Querung auf die Nordseite der Schmittenhöhe entlang der DSB Hochzeller, um ein zweites Mal ...
... die rote Abfahrtskombination Sonnengrat, ...
... Sonnkogel ...
... und Süd hinunter nach Zell am See zu befahren. Eigentlich wollten wir an Sonnengrat und Sonnkogel Wiederholungsfahrten machen, dafür hat aber die Zeit nicht mehr gereicht, denn wir wollten an der Talstation Areit in Schüttdorf den 16-Uhr-Skibus zurück zur Unterkunft in Bruck bekommen.
Start unserer Talabfahrt nach Schüttdorf von den Bergstationen Areit/Trass.
Die Abfahrt neben der KSB Breiteck war nachmittags reichlich aufgefahren.
Nachmittagsblick zum schattigen Kitzsteinhorn. Nichts für den Hochwinter.
Station Areit 1400.
Und auf der Talabfahrt von dort nach Schüttdorf ...
... ist nachmittags im Januar natürlich auch Schatten.
Zweiter Skitag Schmittenhöhe, weniger sonnig und darum weniger dokumentiert. Bergfahrt EUB Areit.
Wir wollten die Talabfahrt Areit unzerfahren erleben und ...
... nahmen sie darum gleich morgens unter die Kanten. Das hat sich gelohnt.
Blick übers Tal zum Kapruner Maiskogel und zum Kitzsteinhorn. Den Maiskogel habe ich mir immer als eher unlohnend vorgestellt, aber seine 800 Höhenmeter sehen von der Schmittenhöhe besser aus als erwartet. Da muss ich doch mal hin.
4SB Kapellenbahn diesmal ohne Windprobleme.
Namensgeberin der Kapellenbahn auf der Schmittenhöhe.
Diesmal sind die Tannwaldabfahrt und ihre EUB ZellamseeXpress ins Glemmtal geöffnet. Das Transparent verspricht hohe wintersportliche Unterhaltungsqualität.
Tannwaldabfahrt, Neuerschließung von 2016, gegen Asitz und Leoganger Steinberge. Ich mag lange, schmale Waldabfahrten.
Weiter hinab auf der Tannwaldabfahrt.
Und noch weiter. Links kommt jetzt der Saalbacher Schattberg mit der Jausernabfahrt ins Bild.
Ende Tannwaldabfahrt an der Mittelstation der EUB ZellamseeXpress. Die Fortsetzung der Abfahrt über die Skiroute nach Viehhofen war schneemangelbedingt gesperrt.
Nachmittags waren wir dann wieder auf der schwarzen Standardabfahrt von der Schmittenhöhe. Das Wetter gab fotoseitig nichts her.
Kabine PB Sonnalm ...
... und Kabine PB Schmittenhöhe in Zell. Beide Pendelbahnen haben wir nicht benutzt.
Trotz des mäßigen Wetters war gute Kontursicht auf den schwarzen Abfahrten, hier ...
... auf der Trass.
Ein paar Aufhellungen am Kitzsteinhorn. Die Sonne machte sich rar an diesem Skitag.
Zoom ins Skigebiet Kitzsteinhorn. Schön bei Sonnenschein, aber bei Nebel und Schneefall wie am Folgetag wegen des komplett baumfreien Geländes unbrauchbar.
Samstag, 6. Januar, Dreikönig. Unser dritter und letzter Skitag an der Schmittenhöhe in Kurzversion, nur für ein paar Impressionen. Schneefall bei der Bergfahrt im AreitXpress. Trotzdem war der Parkplatz in Schüttdorf von Tagesausflüglern nicht schlecht belegt. Die Mehrzahl der Wochengäste war bereits auf der Abreise.
Wir blieben auf der Südostflanke der Schmittenhöhe im Einzugsbereich Areit/Trass, um gar nicht erst in den nebligen Gipfelbereich zu kommen. Abfahrt Hirschkogel, dank Bewaldung mit akzeptabler Kontursicht.
Schwarze Standardabfahrt sogar mit guter Kontursicht wegen Wald auf beiden Seiten.
Talabfahrt Areit. Optische Täuschung - Blick nach oben oder nach unten? Die Häuser und Snowboarder am rechten Bildrand verraten es: Nach unten.
Winteridylle am Pistenrand.
Schlusshang Areit. In der Talstations-Infratruktur tauschten wir das nasse Skidress gegen autotaugliche Zivilkleidung und machten uns um ca. 15:30 Uhr auf die Rückreise.
[Edit: 4x Typos korrigiert ... z.B. die falsche Jahreszahl in der Berichtsdatierung.