WAHLEMPFEHLUNG
"Bild" kämpft für Bush
Während viele US-Wähler noch unentschlossen sind, wer der neue Präsident werden soll, hat sich die "Bild"-Zeitung zu ihrem Favoriten bekannt: George W. Bush soll Chef im Weißen Haus bleiben, heißt es in einer Wahlempfehlung. Die Frage ist: Was hat der US-Wähler davon?
Hamburg - In dem Blatt spricht sich Hugo Müller-Vogg, früherer Herausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", für Bush aus. Es gebe zehn Gründe, warum Bush und nicht sein demokratischer Herausforderer John Kerry der bessere Präsident sei. "Bei Bush wissen wir, was wir zu erwarten haben. Bei John Kerry weiß dagegen niemand, wofür er steht und wohin er Amerika und die Welt führen will", schreibt Müller-Vogg. Bushs Prioritäten seien eindeutig, er sehe den menschenverachtenden islamistischen Fundamentalismus, die mordwütigen Mullahs als die größte Gefahr für die westliche Welt an. Gegen sie helfe nur militärische Stärke.
Es habe mit Ronald Reagan "schon einmal einen US-Präsidenten gegeben, den die meisten Deutschen für einen tumben Toren hielten", schreibt Müller-Vogg weiter. "Ihm verdanken wir das Ende des Kalten Krieges und die Wiedervereinigung. Gut möglich, dass wir eines Tages auch George W. Bush dankbar sein werden. "
Als erste europäische Zeitung habe "Bild" eine Empfehlung für die am 2. November stattfindende Präsidentenwahl veröffentlicht, teilte das Boulevardblatt mit. Allerdings verrät das Blatt nicht, was es mit dem Bekenntnis bezwecken will. Denn den US-Wählern dürfte die Empfehlung herzlich egal sein.
Bei der vorigen Bundestagswahl hatten Wahlempfehlungen ebenfalls für Aufsehen in Deutschland gesorgt: Die "Financial Times Deutschland" riet im Jahre 2002 dazu, Edmund Stoiber (CSU) zum Kanzler zu wählen.
In den USA sind Wahlempfehlungen von Medien gang und gäbe. Erst kürzlich sprach sie die "Washington Post" für John Kerry aus, wie die "New York Times" schon vor Wochen. Nach einer Zählung des Branchenmagazins "Editor & Publisher" plädierten bislang 125 Zeitungen ausdrücklich für Kerry. Nur 96 empfahlen ihren Lesern, für Amtsinhaber Bush zu stimmen. Bei der letzten Wahl vor vier Jahren hatten sich nach Zählung der Universität George Washington noch 175 Zeitungen für Bush ausgesprochen. 35 davon wechselten jetzt aber ins demokratische Lager über, mehrere andere geben in diesem Jahr gar keine Wahlempfehlung ab.
So erklärte die traditionell konservative "Detroit News" in ihrer Sonntagsausgabe, da Bush seine Wahlversprechen einer konservativen Haushaltsführung und einer zurückhaltenden Auslandspolitik nicht erfüllt habe, fühle sich die Redaktion gezwungen, auf eine Empfehlung zu verzichten. Das hatte die im US-Staat Michigan erscheinende Zeitung seit dem Ende der Präsidentschaft von Franklin Delano Roosevelt 1945 nicht mehr getan.
Auch die "Tampa Tribune" aus Florida brach in der vergangenen Woche mit einer langjährigen Tradition. Obwohl man sich nie habe vorstellen können, dass man Bush nicht unterstützen werde, sehe man sich jetzt nicht dazu in der Lage, teilte das Blatt seinen Lesern mit. Begründet wurde dies unter anderem mit der "falschen Handhabung" des Irak-Kriegs und dem Rekorddefizit im US-Haushalt.
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Jay
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"Bild" kämpft für Bush
Spiegel online meldet einen weiteren Grund für mich, warum ich in diesem Leben wohl keine Produkte des Axel Springer Verlags mehr konsumieren werde:
- mic
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Hey JW was machst Du hier? Durch Fernsehen geht doch den ganzen Tag: "Wahl in Amerika"!
Spaß beiseite:
Es ist schon erschreckend was in der Bild für ein Müll drinsteht. Und was noch erschreckender ist dass diese "Zeitung" auch noch bei den Lesern Meinungen bildet ist. Und am noch schlimmer ist die Auflage die so ein Blatt hat.
Aber den Amis wirds zum Glück egal sein was die hier schreiben.
Spaß beiseite:
Es ist schon erschreckend was in der Bild für ein Müll drinsteht. Und was noch erschreckender ist dass diese "Zeitung" auch noch bei den Lesern Meinungen bildet ist. Und am noch schlimmer ist die Auflage die so ein Blatt hat.
Aber den Amis wirds zum Glück egal sein was die hier schreiben.
- mountainfreak
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Dämlich auch wie ungeheuer wichtig sich die Bild nimmt. Als ob sie jetzt ne Wahlempfehlung für die Amerikaner abgeben müssten.
Aber wie ich die Bild interpretiere, will sie damit eher die Deutschen schocken. Den Schockierendes und Skandale sind das was die Bild ausmacht. Und da die meisten Deutschen den Herrn Busch nichts abgewinnen können muss sich die Bild halt so wieder ins Gespräch bringen. Lachhaft diese Zeitung, aber man glaubt es echt nicht wie viele Leute ich auf den Weg zur Schule in der U-Bahn mit der Bild sehe...
Aber wie ich die Bild interpretiere, will sie damit eher die Deutschen schocken. Den Schockierendes und Skandale sind das was die Bild ausmacht. Und da die meisten Deutschen den Herrn Busch nichts abgewinnen können muss sich die Bild halt so wieder ins Gespräch bringen. Lachhaft diese Zeitung, aber man glaubt es echt nicht wie viele Leute ich auf den Weg zur Schule in der U-Bahn mit der Bild sehe...
- trincerone
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Ich halte das auch für eine Provaktion bzw. den Versuch der Polarisierung. Eine Wahlempfehlung im eigentlichen Sinn kann das ja auch aus Sicht der Bild kaum sein, schließlich wissen die selber auch, wer ihre Zeitung liest und wer nicht.
Interessant find ich die Frage, was sie mit dieser Polarisierung bezwecken wollen. Ich geh davon aus, dass das zunächst erstmal einer gewissen Stimmungsmache für Bush, aber gleichzeitig ein gewisser subtiler Seitenhieb auf Schröder sein soll, der ja bakanntermaßen nicht gerade als bedingungsloser Freund jüngster amerikanischer Außenpolitik aufgetreten ist.
Manchmal schlägt die Bild aber auch so Haken, die ich schlicht nicht nachvollziehen kann. SO z.B. neulich die Titelzeile "Merkel - gemobbt, weil sie eine Frau ist?". Jetzt mal unabhängig von der Polemik darin: wieso diese Sympathie für Merkel? Erstens glaube ich nicht, dass man mit einer ostdeutschen ProstestanIN eine Wahl in Deutschland gewinnen kann und zweitens blockiert sie ja gerne mal Leute in der eigenen Partei, die sich öffentlich durch Kompetenz hervorgestan haben und Sympathieträger sind. Und dass die sie es schaffen würde, die beiden Schwesterparteien in eine gemeinsame Richtung zu führen, innsbesondere sich Anerkennung im christlich-sozialen Lager zu verschaffen, kann sie sich ja auch nicht zu Gute halten. Wenn sie also mit ihrem Dickschädel-Isolationskurs weitermacht, schafft sie Risiken für 2006. Warum sollte also ausgerechnet die Bild sie auf diesem Kurs unterstützen? Besser wäre gewesen "Merz - gemobbt, weil er kompetent ist?"
Interessant find ich die Frage, was sie mit dieser Polarisierung bezwecken wollen. Ich geh davon aus, dass das zunächst erstmal einer gewissen Stimmungsmache für Bush, aber gleichzeitig ein gewisser subtiler Seitenhieb auf Schröder sein soll, der ja bakanntermaßen nicht gerade als bedingungsloser Freund jüngster amerikanischer Außenpolitik aufgetreten ist.
Manchmal schlägt die Bild aber auch so Haken, die ich schlicht nicht nachvollziehen kann. SO z.B. neulich die Titelzeile "Merkel - gemobbt, weil sie eine Frau ist?". Jetzt mal unabhängig von der Polemik darin: wieso diese Sympathie für Merkel? Erstens glaube ich nicht, dass man mit einer ostdeutschen ProstestanIN eine Wahl in Deutschland gewinnen kann und zweitens blockiert sie ja gerne mal Leute in der eigenen Partei, die sich öffentlich durch Kompetenz hervorgestan haben und Sympathieträger sind. Und dass die sie es schaffen würde, die beiden Schwesterparteien in eine gemeinsame Richtung zu führen, innsbesondere sich Anerkennung im christlich-sozialen Lager zu verschaffen, kann sie sich ja auch nicht zu Gute halten. Wenn sie also mit ihrem Dickschädel-Isolationskurs weitermacht, schafft sie Risiken für 2006. Warum sollte also ausgerechnet die Bild sie auf diesem Kurs unterstützen? Besser wäre gewesen "Merz - gemobbt, weil er kompetent ist?"
- Stefan
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zur bild: medien des boulevard haben die eigenheit, dass sie polarisieren. und damit hat ja auch diese geschichte schon ihren zweck erfüllt: ihr redet über den stuss - und nehmt dabei brav das wort "bild" in den mund, womit das käseblatt mal wieder... naja, in aller munde ist. klingt blöd - ist aber so.
abgesehen davon seid froh, die ihr in dtl. und ch und slo etc. wohnt, da habt ihr wenigstens nicht diesen dreck namens kronen zeitung, der darf nämlich auch gerichtlich bestätigt als öh wie war das noch als tendenziell rassistisch bezeichnet werden. im übrigen macht die bild noch einen relativ guten boulevard gemessen an anderen produkten dieses genres.
@merkel: dass die bild den stiober so gar nicht mag, ist ja bekannt; also bleibt nur noch angie. was die allerdings für einen sauhaufen um sich hat... opposition ist das jedenfalls keine. obwohl... wenn ich mir die spö in AUT so anschau
abgesehen davon seid froh, die ihr in dtl. und ch und slo etc. wohnt, da habt ihr wenigstens nicht diesen dreck namens kronen zeitung, der darf nämlich auch gerichtlich bestätigt als öh wie war das noch als tendenziell rassistisch bezeichnet werden. im übrigen macht die bild noch einen relativ guten boulevard gemessen an anderen produkten dieses genres.
@merkel: dass die bild den stiober so gar nicht mag, ist ja bekannt; also bleibt nur noch angie. was die allerdings für einen sauhaufen um sich hat... opposition ist das jedenfalls keine. obwohl... wenn ich mir die spö in AUT so anschau
- michamab
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Darüber brauch man glaub ich garnicht er groß reden, fast alle Argmunente fallen schon beim scharfen Ansehen zusammen.
http://www.bildblog.de/
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Das schlimme ist ja, und das macht mir zum Teil auch Angst, dass täglich um die 4 Millionen die Bild-Zeitung lesen, insgesamt hat die Bild mehr als 10 Millionen Leser. Folglich kann sie auch einen großen Teil der Bevölkerung mit ihren hetzerischen Artikeln erreichen und beeinflussen.Ach, dieses Kasblattl liest ja eh keiner
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- trincerone
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Nö Pazifist bin ich nicht geworden, aber jetzt so ne parteipolitsche Diskussion würde eh nur Streit bringen. Ist doch immer das gleiche. Deshalb äußere ich mich dazu nicht. Auserdem bin ich eh aus der JU ausgetreten. Die Vertreten einfach nicht mehr meine Ansichten. Trotzdem will ich politisch Aktv bleiben. Evtl. trete ich in die FDP ein, welche in Bonn traditionell stark vertreten ist.
Aber darum gehts ja nicht, geht ja um die böse böse Bild
.
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- Downhill
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Vollsperrung für den Rest der Welt
Kein George Bush mehr für Nicht-Amerikaner:
http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/ ... 71,00.html
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Dove vai senza sci?
Wege entstehen, indem man sie geht.
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- trincerone
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Nach der gestrigen Veröffentlichung des neuesten Videos und den aktuellen Umfrageergebnisentwicklungen daraufhin müsste man sagen Osama Bin Ladn kämpft auch für Bush aber sicher ohne es beabsichtigt zu haben.........
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Laut Presse will er ja Bush weiter haben, da er damit seine radikalen weiter zusammen halten kann und das Feindbild aufrecht erhält! Aber das nru am Rande!Petz hat geschrieben:Nach der gestrigen Veröffentlichung des neuesten Videos und den aktuellen Umfrageergebnisentwicklungen daraufhin müsste man sagen Osama Bin Ladn kämpft auch für Bush aber sicher ohne es beabsichtigt zu haben.........
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Emilius3557
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Doch, natürlich beabsichtigt der das.aber sicher ohne es beabsichtigt zu haben.........
Das ist der Grund!will er ja Bush weiter haben, da er damit seine radikalen weiter zusammen halten kann und das Feindbild aufrecht erhält
Das ist ja das Perfide!
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...
- F. Feser
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und die (sorry) scheiss amis merken des wieder mal net, wenn der bush n zweites mal drankommt seh ich ganz ganz schwarz für UNSER ALLER zukunft.
- trincerone
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Ich glaube erstens, dass Kerry kaum eine andere Wahl hat, als das meiste von dem was Bush angefangen hat, weiter durchzuführen (beispielsweise wird er kaum die Truppen im Irak abziehen können, im Gegnteil, we müsste sie verdreifachen, um den Fireden und die Ordnung wiederherzustellen) und zweitens hat Kerry Programmpunkte in seinem Programm, die ich kaum besser finde.
- k2k
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Ich mißbrauche mal dieses Topic für die aktuelle Berichterstattung über die US-Wahl. Für alle, die wie ich die Nacht lieber schlafend verbracht haben, als sich der TV-Berichterstattung aus Übersee zu widmen, die Süddeutsche hat in ihrem Online-Angebot einen Live-Ticker, wo man das Verpasste in launige Worte verpackt nachlesen kann - mein Lieblingsabschnitt:

Damit möchte ich nur andeuten, daß es sich IMHO durchaus lohnt, den gesamten, relativ langen Text zu lesen - entweder hier oder direkt bei der Süddeutschenwww.sueddeutsche.de hat geschrieben:Der WDR macht Musssik, DSF zeigt Nackerte, Tele 5 befasst sich - natürlich - mit Big Brother, bei 9Live gibt's "2000 Euro - garantiert!", und auf MTV grunzen Beavis & Butthead. Na prima. Da passt Bush ja prima rein.
Um 8 Uhr war dann offensichtlich Wechsel, statt "tbc" hat "bgr" weiter geschrieben:www.sueddeutsche.de hat geschrieben:----------Das war die Nacht live! (von tbc) -------------
Dienstag, 2.11., 23.59 Uhr MEZ
Das ist sie also, die letzte Minute eines deutschen Tages, der ein paar tausend Kilometer weiter im Westen in einen langen, spannenden Abend mündet, an dessen Ende womöglich der mächtigste Mensch der Welt gewählt worden ist. Und was macht das deutsche Fernsehen?
Der WDR macht Musssik, DSF zeigt Nackerte, Tele 5 befasst sich - natürlich - mit Big Brother, bei 9Live gibt's "2000 Euro - garantiert!", und auf MTV grunzen Beavis & Butthead. Na prima. Da passt Bush ja prima rein.
Aber wir haben ja noch das Gut-Fernsehen: ARD und ZDF sind ganz nah dran am Amerikaner, logisch, RTL doch auch, wenn auch ein Stück weit aufgeregter, und der Rest der TV-Welt wird sich des nächtens auch noch zum Thema Nr. 1 gesellen. Ist ja noch früh.
Mittwoch, 3.11., 00.04 Uhr
Zeit für den ersten Kaffee. Das mit dem Vorschlafen hat natürlich nicht geklappt. Champions League um viertel vor neun - da kann man doch nicht einfach schlafen gehen. Bremen - Anderlecht fünfeins, prima Spiel, hat Laune gemacht. Mal sehen, wie lange die hält.
Auch klar, dass ausgerechnet heute das Mineralwasser in der Redaktionsküche ausgegangen ist. Muss halt der Zwei-Liter-Topf Leitungswasser herhalten. Kollege Sch. hat Gottseidank die Vitamintabletten von Aldi dabei, Orangen-Geschmack. Muss man aber schon dazu schreiben.
Jetzt kommt er auch noch mit Caramel Biscuit, 2x29 Gramm - na, das kann ja was werden.
SAT1 zeigt derweil nochmal Michael Moores "Fahrenheit 9/11", wie gestern abend schon, Quote garantiert. ARD listet eine Umfrage nach der anderen auf, dafür haben die Moderatoren Schöneborn und Buhrow aber schon jetzt die Jacketts ausgezogen, demonstrieren brutalst mögliche Lockerheit. Nur Maischberger hat ihr cremefarbenes Jäckchen noch brav an.
Staatstragender dagegen das Zweite mit dem hochseriösen Dreier Kleber, Seibert, Piltz: ordentliche weiße Hemden unterm Nadelstreif. Da weiß man, was man hat. Guten Abend allerseits.
Ein paar Fernbedienungsschritte weiter: "Akte Mord" auf RTL2 - auch heute will man das nicht sehen. Kabel 1 bleibt konsequent und zeigt NYPD - immerhin was Amerikanisches. Von tvm wollen wir jetzt mal lieber schweigen, vom "Maghreb Hautöl" bei HomeOrderTelevision ebenso. Auf N24 erfahren wir, dass ein Porsche bei Tempo 100 nach 36 Metern zum Stehen kommt. Tja.
Die New York Times meldet die ersten Stimmauszählungen in Indiana und Kentucky. Die Tendenz ist klar: BUSH.
00.47 Uhr
Mal schauen, was die anderen so machen. ORF2: Allein dieser Dialekt! Eigentlich müsste man hier länger dran bleiben, weil manchmal kriegen der Moderator und seine Gäste halt doch das ein oder andere Wort in der ach so fremden Sprache auf die Zunge, und das klingt dann doch schon sehr sehr putzig, bist du debbert!
TV Polonia: Passe. Kannitverstan. Türkiye: dito. Sieht aber überhaupt nicht nach Wahl aus. EuroNews: Zusammenfassung von der Champions League, sehr interessant. Okay, okay, ich weiß schon, es gibt Wichtigeres jetzt.
CNN zum Beispiel. Ein unglaublich gut gelaunter Gast-Speaker namens Richard wettet mit Moderator Bob um fünf Liter - "egal was: Bier, Wein oder einfach nur Wasser. Sind wir noch drauf, Bob? Sind wir noch drauf?" Und Bob sagt: "Ja Richard, wir sind noch drauf."
Mann, sind die drauf, die Amis.
1.21 Uhr
Kurzen Ausflug Richtung Nahrungsaufnahme gemacht. Nicht geklappt. Zum McDo offensichtlich um ein paar Sekunden zu spät gekommen: zu, da geht gar nix mehr, bedeutet mir die versammelte Belegschaft mit den Händen und einem hämischen Grinsen. Der Burger-König ein paar Meter weiter rückt nach längerer Diskussion wenigstens zwei Eimer Cola raus: "Was? Die ganze Nacht wollt ihr arbeiten? Seid ihr bekloppt?" Und was antwortet man dem jetzt? "Aber zu essen gibt's nix mehr, kannste vergessen!"
Rückmarsch über den Viktualienmarkt. Nichts deutet hier darauf hin, dass sich vielleicht gerade die Welt verändert. Wann wohl morgens die Stände aufmachen? Und die Bäckerei? Und der Metzger! Wie lange liefert eigentlich der Pizza-Service?
Zurück vor der Glotze. Auf ARTE besucht Schlingensief ein konspiratives Käfer-Wettrennen, bei N24 darf Michel Friedman ran. Da zappt man doch gerne weiter.
Über Agentur läuft die Meldung "TV - ERGEBNISSE IM US-BUNDESSTAAT OHIO ZU KNAPP FÜR AUSSAGE ÜBER SIEGER" - na prima. Und es geht ja gerade erst los. Prompt meldet sich bei der flinken ARD ein recht halsloser Korrespondent aus Columbus, Ohio, der von Merkwürdigkeiten bei der Stimmabgabe berichtet, als Fazit aber zieht: "Wir müssen abwarten." Klar, was sonst?
1.46 Uhr
Burt Lancaster beim NDR. Mann, was für ein Kerl! Einen Präsidenten hat er glaube ich nie gespielt. Hat ihm wahrscheinlich nicht gelegen, dieses diplomatische Getue.
Dieter Kronzucker auf N24 - wo war der eigentlich die ganze Zeit? Moderator Privitera lauscht andächtig wie ein Junge, wenn Opa vom Krieg erzählt. Kronzucker: cool, oberster Hemdknopf geöffnet, eine Instanz.
Entspannung pur auf Kanal 35: die Space Night des BR. Wunderbar. Da ruht alles in sich, so von ganz oben betrachtet. Keine Spur von Wahlmännern, Stanzmaschinen oder Massenvernichtungswaffen. Einfach das große Ganze. Schön.
2.18 Uhr
So langsam wird's spannend: erste News aus den Swing States. "Too close to call" heißt die Zauberformel - zu knapp, um schon zu sagen, wer die Nase vorn haben wird. Florida, Pennsylvania, so heißen ein paar der wichtigsten Wackel-Kandidaten. 3Sat schickt uns in dieser Phase Madonna auf Auge und Ohr, lässt sie in Uniform vom "American Life" und den gleichnamigen Träumen singen. Anstrengendes Video. Aber auch bei PRO7 mit der Arztkittel-Serie "Scrubs" halten wir's nicht länger aus. Dann schon lieber Larry King auf CNN. Der Hosenträger-Mann mit der kernig-rauchigen Stimme hat einfach eine verdammt einnehmende Art.
Schalte zur sehr rot gewandeten Judy ins "Election Analysis Center": Viele viele Zahlen fliegen uns nun um die Ohren, aus Judys rot angepinseltem Mund, aus den eingeblendeten Statistiken - allmählich beginnt alles zu flimmern.
Mal lieber frischen Kaffee machen.
2.51 Uhr
Good news bei SAT1/N24: Kerry liegt in Ohio und Pennsylvania vorn! Laut Hochrechnungen von NBC und CBS. Knapp in Ohio, deutlich in Pennsylvania. Das würde dem Demokraten ja einen ordentlichen Schub Richtung White House versetzen. Doch: Fix is noch nix.
Auf RTL läuft derweil Peter Kloeppel durch das Arbeitszimmer von George Washington selig und erzählt von der Unabhängigkeitserklärung, way back im 18.Jahrhundert. Geschichtsunterreicht mit Onkel Peter - das will man nachts um drei aber auch nicht mehr haben. Jetzt kommen auch noch die Indianer dran, die ausgerotteten. Dann dürfte in zwei, drei Minuten wohl Columbus drankommen. Nee du RTL, lass mal.
3.10 Uhr
Bob Woodward, der alte Recke! Auf CNN natürlich. Centuries of politischer Erfahrung weiß er bei seiner Washington Post verankert, da brauche sich Larry King keine Sorgen machen, so Mister Watergate, dass da am Morgen eine übereilte Schlagzeile entstehe.
Und jetzt auch noch Rudy Giuliani, New Yorks Ex-Bürgermeister! CNN gibt Gas, da kann die Konkurrenz einpacken. "He's kept our country safe", sagt er und meint Bush, seinen Präsidenten. King bedrängt den 9/11-Krisenmanager, dem selbst Ambitionen aufs höchste Amt nachgesagt werden: "Wie sieht's denn aus mit 2008, Mr. Giuliani?" Der drückt und windet sich natürlich: "I say: No. Okay: You never say No to become President of the United States." Ach, Rudy.
3.44 Uhr
Kollege O. ist eingetroffen. Hat Futter mitgebracht: Ferrero Küsschen. Pizza wäre mir lieber gewesen, aber immerhin. Mal über eine Beförderung nachdenken.
Die Wahl-Karte mit den roten und blauen Staaten füllt sich allmählich. Dummerweise mit der falschen Farbe: Bush-Rot. Dabei war blau schon immer meine Lieblingsfarbe. Sieht so aus, als wäre es heute die Verlierer-Farbe. Kein Spaß, was uns Wolf Blitzer, der graue CNN-Wolf da verkündet: Ohio und Florida scheinen an Bush zu gehen. Das wär's dann wohl. Eklig, dieses Gefühl der Machtlosigkeit.
Schalte zu den Bushs. Die ganze Family auf der Couch im White House, waiting for Ergebnisse. "It's going to be an exiting evening", sagt er, der Präsident. Und grinst. Als ob er's schon wüsste.
4.06 Uhr
182:113. Die Karte wird rot und röter. Die Stimmung sinkt. Die Sektflasche, die seit dem letzten Redaktionsfest im Kühlschrank friert, wird wohl dort überwintern, wenn das so weitergeht.
Haben wir eigentlich schon mal die Franzosen erwähnt? TV5, eine wunderbar lebhafte Runde. Menschenmassen wuseln im steten Strom hinter den Diskutanten durchs Bild. Kein Mensch weiß, wohin sie laufen, kein Mensch stört sich daran. Hier dürfen Journalisten auch mal Drei-Tage-Bart tragen, das Hemd ein paar Knöpfe zu weit geöffnet haben und generell aussehen wie bildende Künstler. Für wen ihr aller Wahl-Herz schlägt, ist nicht schwer zu ermitteln.
Die Damen und Herren in Missouri juckt das wenig. Missouri wird auch rot. elf mehr für Schorsch Dabbeljuu. 193:113. Mann!
4.21 Uhr
Es wird schlimmer. Kabel 1. Zu Gast: Rudolf Moshammer. Mit Daisy. Mit Schleifchen im Hundeköpfchen. So viel Sekt passt in keinen Kühlschrank, dass man sich dieses Programm schöntrinken könnte. Lieber noch nen Kaffee und ab zur versteckten Kamera auf PRO7. Auf ORF 2 sind sie bei Woodstock angelangt, tvm und DSF haben immer noch die Nackträkler auf dem Schirm, und der Kinderkanal zeigt Robbie Williams' brechreizendes "Radio"-Video. What a wonderful world. Dabei hatten wir uns doch so fest vorgenommen, dass es eine gaaanzgaaanztolle Nacht wird. Und jetzt redet auch noch der Friedman über Arafat - Himmel, hilf!
Unser Nachrichten-Onkel Peter Kloeppel sitzt unterdessen im allerbravsten Karo-Hemd bei der Verwandtschaft in einer vorbildlich aufgeräumten All-American-Kitchen und erzählt von Adam & Eva, äh, von Kennedy und Martin Luther King. Was ist bloß los mit denen bei RTL? Seit der Maske nicht mehr boxt und der Potofski weder BummBummBoris noch Champions League machen darf, fehlt denen irgendwie der Biss. Die Swing States schwingen rotblaurotblaurot und Onkel Peter pseudohistorisiert über JFK und die Rassenunruhen. My goodness.
4.53 Uhr
Rita Süßmuth! Morgens um fünf! Bei der ARD. Und Spiegel-Mann Hendryk M. Broder in einem amerikafarbenen, oberpeinlich-durchgeknallten Faschingskostüm - gibt's denn da keinen Augenkrebs-Beauftragten, Frau Maischberger? Wer gibt denn solchen Menschen ein Mikro in die Hand? Hardy Krüger sagt: "Der Herr Broder hat manchmal komische Worte." Meint der Broder: "Na, wenn ich Sie unterhalten habe, da hab ich ja schon eine Aufgabe erfüllt, Herr Krüger."
Dann die guten Nachrichten: Pennsylvania wird Kerry-Land. 21 Blau-Männer auf dem roten Bush-Teppich. Nur noch 196:134. Und direkt danach Kerry-Kalifornien, heißt 196:189. Wird doch noch alles gut?
5.21 Uhr
Der Hunger wird schlimmer. Kann nur hoffen, dass der Karnoll, dieser urmünchnerische Stand der Marktleute am Viktualienmarkt um sechs aufmacht. Croissants, Brezn - ein Traum, noch.
Die Cola ist längst leer, der Zwei-Liter-Eimer auch, und die Kaffeetassen zähle ich nicht mehr. Trotzdem: Die Zeit scheint zu fliegen.
Antonia Rados aus Bagdad, für RTL. Schlechte Nachrichten: Für die vor zwei Wochen entführte Britin sieht es nicht gut aus. Ansonsten: Ruhe im Irak, sagt sie. Sicher eine eher relative Ruhe. Angestrengt sieht sie aus, die Rados. Aber wie immer frisch gebügelt, wie gerade aus der Mangel geschlüpft.
Doch zu Florida und Ohio soll und kann sie natürlich nichts sagen. Und das ist es eigentlich, was uns jetzt interessiert. Rüber zu N24/SAT1: Stefan Strothe vor dem Weißen Haus, wo gerade die Lichter gelöscht wurden. Auch bei dem Senderkonglomerat gehen kurzzeitig die Lichter aus, man trennt sich, SAT1 zeigt erst mal die Wetteraussichten: München, 19 Grad, Sonne. Wenigstens das.
5.52 Uhr
Jetzt gehen auch bei uns die Lichter aus: Florida wird Bush-Land. Melden ABC und CBS. Das war's dann wohl. Four more years. Betretene Stille in Boston, entdeckt das ZDF. "Der Trend hat ein stark rötliches Gesicht", sagt Analyst Seibert, und meint damit nicht die bevorzugte Wangenfarbe des amtierenden Präsidenten. Das ZDF mit Kleber & Co. hat fertig, das gemeinsame Morgenmagazin mit der ARD übernimmt das Nachrichten-Ruder. Wetten will er nicht, sagt Kleber, aber die Wahrscheinlichkeit, dass der alte auch der neue Präsident ist, die ist schon ganz schön groß.
Sekt am Morgen soll ja eh nicht so richtig gesund sein.
6.26 Uhr
Nahrungsaufnahme, endlich. Der gute Karnoll: hauchzarte Croissants, ofenwarme Brezn, eine Wohltat. Der Viktualienmarkt erwacht im Nieselregen, die Standlbetreiber nehmen die Planen vom Obst, vom Gemüse, von den Blumen - das Leben geht weiter. Als wäre diese komische Nacht überhaupt nicht so komisch gewesen. Als wäre es ganz normal, dass dieser Mensch, der sich fast einmal an einer Brezel verschluckt hätte, dass dieser Mensch, der mutwillig einen Krieg vom Zaun gebrochen hat, dass dieser Mensch wohl weiterhin der mächtigste des Planeten bleiben wird.
Auch in der Glotze geht alles seinen Gang: Auf DSF Handball statt der Nackerten, Udo Waltz auf tvm, Paprikaschneider bei HOT, Queen-Talks auf Pro7, Kinderkram auf dem Kinderkanal. Business as usual. Bleibt nur noch die Hoffnung auf Ohio.
6.53 Uhr
Und auch diese Hoffnung ist kurze Zeit später klinisch tot. Fox meldet: "Bush gewinnt Ohio." Sollte der Sender Recht behalten, wird Kerry es nicht schaffen.
Ansonsten: wenig Neues. Keine verlässlichen Zahlen von den noch offenen Bundesstaaten, der demokratischen Restchance. Die Analysten drehen sich im Kreis, viele TV-Stationen beschließen ihre Sondersendungen. N24 schaltet nochmal nach Boston, zu den unentwegt ausharrenden Kerryisten. "Richtig gut ist die Stimmung nicht mehr" sagt die Reporterin, "trotz Bon-Jovi-Konzert". Immer wieder die Bilder vom Bush-Clan auf der Couch, gar lustig mit dem Hunde scherzend. Irgendwie vergeht einem das Lachen.
An der Ostküste ist es jetzt ein Uhr nachts, bei uns wird es draußen wieder hell. Und doch zappenduster.
7.45 Uhr
Oder doch nicht? 100.000 Stimmen liegt Bush im schwingenden Ohio vorn, aber das kann sich noch ändern - auch wenn nur noch acht Prozent der Stimmen ausgezählt werden müssen.
www.sueddeutsche.de hat geschrieben: 08:30 Uhr
Guten Morgen, ihr alle, die ihr Kraft fandet, bis jetzt zu schlafen, keine Nachrichten gucken zu müssen, den Tag Tag und die liebe Nacht Nacht sein lassen zu können.
Meine höchstpersönliche Wahlnacht begann etwa gegen 03:00 Uhr morgens, als ich mich in den Kissen wälzte und nicht wusste: Soll ich den Fernseher nun anmachen oder soll ich nicht.
Eigentlich hätte ich ihn nicht anmachen müssen, aber irgendeine Unruhe... frag mich was... ich lag jedenfalls wach und überlegte: Soll ich, soll ich nicht? Das ging etwa eine halbe Stunde so. Und dann stand ich auf.
Im völlig dunklen Zimmer ist so ein Fernseher eine ziemlich schmerzhafte Leuchtquelle - für nachttrübe Augen. Blinzeln also - und auf dem Schirm erschien: die grundlos fröhliche Sandra Maischberger, die in aller frühlingshaften Gutenlaune so deplatziert wirkte, als sei sie von der Berliner Wiedervereinigungssylvesterparty vor dem Brandenburger Tor übriggeblieben. Sandra im Swing State gewissermaßen. Ich habe den Fernseher wieder ausgemacht und bin zurück in die Federn.
Mittwoch, 08:58 Uhr MEZ
Die Hochrechnungen sind noch nicht ganz durch, Ohio ist noch nicht ausgezählt, kann dauern, sagen die Oberauguren der ARD - und meine Kollegen.
Gut, die müssen es wissen. Der Tenor der sonstigen Medien ist: Bush hat wohl auch in Ohio gewonnen - er hat sogar USAweit die meisten Wählerstimmen bekommen. Das ist ja nicht selbstverständlich in einem Wahlmännersystem.
Damit ist Bush zwar immer noch Bush, aber wohl auch der wiedergewählte Präsident der Vereinigten Staaten.
Die Medien aber sagen auch: Man ist auf internationalem politischen Parkett ganz froh über diesen Wahlausgang. Bei Bush weiß man ja, was man hat. Soll wohl ein Trost sein.
OK, Ok.
Sage aber keiner mehr: Amerika hätte diesmal nicht gewußt, was es tat.
Ach so, ja: Auch hier nieselt der Regen. Immer noch.
Mittwoch, 09:59 Uhr MEZ
Die New York Times hat schon mal herausgefunden: Die Nation ist tief gespalten.
"Interviews mit Wählern", so heißt es in der dortigen Nachtausgabe, hätten eregeben: "Frauen, Minderheiten, junge Leute, politisch Ungebundene und die Generation der ´baby boomers´ haben für Senator John F. Kerry gestimmt. Bei den schwarzen African-Americans lag das Verhältnis 9:1 für Kerry. Sogar die Hispanics haben sich für Kerry entschieden."
Demgegenüber haben "Weiße, Männer, Menschen mit hohen Einkommen und Evangelikale für Bush gestimmt. Mr. Bush", so die NY-Times weiter, "teilte sich die römisch-katholische Christenheit mit Mr. Kerry, der zwar Katholik ist, aber Positionen zu Abtreibung, Homo-Ehen und Stammzellen vertritt, die im Kontrast zur klerikalen Lehrmeinung stehen. So wählten katholische Christen, die regelmäßig in die Kirche gehen Mr. Bush, während diejenigen, die nicht ganz so oft gehen für Mr. Kerry stimmten."
Mittwoch, 10:15 Uhr MEZ
An Ohio hängt´s diesmal. Doch Ohio schläft jetzt.
Ohio also: Was weiß man über Ohio - wenig bis gar nichts... ausser, lang ist´s her, das gleichnamige Stück von "Crosby, Stills, Nash, Young". Fängt so an:
Tin soldiers and Nixon's comin'.
We're finally on our own.
This summer I hear the drummin'.
Four dead in Ohio.
Was will uns das jetzt sagen? Wenig, vermutlich sogar nichts - außer, dass jeder auf sich gestellt ist. Okay, damit müssen wir aber schon lange leben.
Da aber die NY-Times doch das Christenthema aufgebracht - ein ein Rat suchender Blick in die Bibel zum Thema Wahl: So heißt es etwa im Brief des Paulus an die Kolosser: "Laßt euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergeht in Demut und Geistlichkeit der Engel, davon er nie etwas gesehen hat, und ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn"
Aha. Und was will uns das nun sagen? Wenig, vermutlich sogar nichts - außer, dass jeder auf sich gestellt ist. Okay, damit müssen wir, wiegesagt, aber schon lange leben. Aber Amerika hatte die Wahl. Es hatte die Wahl.
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
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jetzt ist es offiziell:
George W. Bush hat die Wahl gewonnen
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 05,00.html
es ist so armselig, es ist soooooooo armselig.
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