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"Alpen geht der Schnee aus"

extremecarver

Mt. Blanc (4807m)
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http://www.slf.ch/dienstleistungen/news/paper_rebetez/index_DE
http://orf.at/stories/2359921/2359922/
Hab mal den ORF Bericht verlinkt - da dort noch weitere Berichte zum Klimawandel in den Alpen verlinkt sind - und der Titel präziser ist.


Die Studien demnach die Skigebiete doch so schneesicher seien (etwa Zell) kann man damit getrost ins Reich der Spinnereien verschieben.
Ganze 37 Tage kürzer ist die Schneesaison in Lagen von 1100-2500m im Vergleich zu 1970 demnach.

Die maximale Schneehöhe ist im Schnitt um 25% gesunken (klar dass Ausreißer trotzdem mal vorkommen aber nicht repräsentativ sind - etwa Rekordschneefälle am Kanin in einer Saison/7Tage welche ja erst Ende der 2000er auftraten).
 
[URL=http://www.slf.ch/dienstleistungen/news/paper_rebetez/index_DE]http://www.slf.ch/dienstleistungen/news/paper_rebetez/index_DE[/URL] schrieb:
«Diese neuen Resultate zeigen, dass sich die Dauer der Schneebedeckung nicht nur in niedrigen Lagen, wo es für jedermann sichtbar ist, sondern in allen untersuchten Höhenlagen und vor allem im Frühling verkürzt hat.»
Ich weiß nicht, wo genau das SLF da gemessen haben will. Aber in allen Alpenskigebieten, in denen ich fahre, ist es genau umgekehrt: Im Dezember ist die Schneelage bis zum Jahreswechsel äußerst unzuverlässig geworden und erfordert zur Rettung des Weihnachts-/Neujahrsgeschäfts massiven Beschneiungseinsatz, während der Saisonschluss i.d.R. bei bester Schneelage im Höhenskigebiet stattfindet und in den Frühjahrsskigebieten Skilauf im Mai kein Problem ist. Geht das nur mir so?
 
Ich glaube dieser Eindruck ist auch durch den Kunstschnee verfälscht...
"Früher" war einfach irgendwann schluss, wenn der Naturschnee weggetaut war. Die Kunstschnee-Unterlagen halten aber so viel länger, daß die Pisten auch in unteren Lagen noch bis weit in den Frühsommer bedeckt sind, wenn ringsum schon alles weg ist.
 
Harzwinter schrieb:
Ich weiß nicht, wo genau das SLF da gemessen haben will. Aber in allen Alpenskigebieten, in denen ich fahre, ist es genau umgekehrt: Im Dezember ist die Schneelage bis zum Jahreswechsel äußerst unzuverlässig geworden und erfordert zur Rettung des Weihnachts-/Neujahrsgeschäfts massiven Beschneiungseinsatz, während der Saisonschluss i.d.R. bei bester Schneelage im Höhenskigebiet stattfindet und in den Frühjahrsskigebieten Skilauf im Mai kein Problem ist. Geht das nur mir so?

ja das hab ich mir auch sofort gedacht. subjektiv hätte ich das auch so wie du empfunden. anscheinend schaut das aber empirisch anders aus.
 
Es kommt sicher dazu - dass die Skigebiete tendentiell in höhere Lagen gewandert sind - dadurch merkt man das kürzere Saisonende weniger. Und da ja fast immer wenn möglich inzwischen von November bis März beschneit wird - ist auf den Pisten die Saison hinten raus halt gut gesichert. Auf Naturschnee wäre Ostern unter 1500-1800m fast nie mehr eine Piste offen. Wir sind halt "verwöhnt" von den Beginn der 2000er Jahre - wo dank Beschneeiung auf einmal Weihnachten komplett schneesicher war - aber in den 70ern oder 80ern gabs durchaus Jahre zu Weihnachten wo alles grün war unter 2000m. Inzwischen fehlen halt sogar die kalten Tage zum beschneien - das wirkt sich halt bös ause.

Siehe etwa auch folgende Studie: https://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0ahUKEwjytY-wmbTPAhXEUhQKHQvmD7YQFggiMAE&url=https%3A%2F%2Fwww.uibk.ac.at%2Fgeographie%2Fpersonal%2Fsteiger%2Fpresseaussendung_deutsch_tirol.pdf&usg=AFQjCNFKjUZV5iYsuaegsbXaT8pYpdmgjw&sig2=x0kAtrSYXkb1bAxG-6ufmg&bvm=bv.134052249,d.d24&cad=rja

Es ist schon pervers was nur getan werden muss, um in einen Regionen bis 2020 oder 2030 Skisport aufrecht zu erhalten. Bis ins Jahr 2050 muss die Beschneiungskapazität verdoppelt werden, in einigen Regionen wie etwa Osttirol verdreifacht werden.
 
extremecarver schrieb:
Es ist schon pervers was nur getan werden muss, um in einen Regionen bis 2020 oder 2030 Skisport aufrecht zu erhalten. Bis ins Jahr 2050 muss die Beschneiungskapazität verdoppelt werden, in einigen Regionen wie etwa Osttirol verdreifacht werden.

Klingt dramatisch, ist aber eine normale Entwicklung in Touristengebieten.

Anderenorts werden jährlich Strände aufgeschüttet, Straßen und Radwege gebaut, Schwimmbäder usw. .
Nennt sich Wirtschaftskreislauf, andere Branchen wollen ja auch was von den Touris haben.

Wenn ich Gäste haben will, muss ich ihnen etwas bieten.

Guck dir mal Mallorca an. puh....
 
Naja - bezahlbar wird das halt kaum mehr sein. Da geht dann bald 60-70% vom Skipass in die Beschneiung. Ist ja nicht so dass derzeit wenig Beschneit wird. Das nochmal verdoppeln wird teurer wie der Aufbau derzeit - weil soviel Wasser muss man erstmal auftreiben bzw hochpumpen.
 
Harzwinter schrieb:
Ich weiß nicht, wo genau das SLF da gemessen haben will. Aber in allen Alpenskigebieten, in denen ich fahre, ist es genau umgekehrt: Im Dezember ist die Schneelage bis zum Jahreswechsel äußerst unzuverlässig geworden und erfordert zur Rettung des Weihnachts-/Neujahrsgeschäfts massiven Beschneiungseinsatz, während der Saisonschluss i.d.R. bei bester Schneelage im Höhenskigebiet stattfindet und in den Frühjahrsskigebieten Skilauf im Mai kein Problem ist. Geht das nur mir so?
In Oropa wurde seinerzeit eine Mittelstation im Korblift eingebaut, um Skifahren im Juni zu ermöglichen. Glaub kaum, dass es momentan noch viele Jahre gäbe, wo das möglich wäre, selbst wenn die Mittelstation noch existieren würde ..

Kommt also schon auch eher auf den Anteil der Beschneiung an, wie weit ins Frühjahr man zu welcher Höhe abfahren kann.

Außerdem schließen die Skigebiete immer früher, so dass man da auch ein verzerrtes Weltbild bekommt.
 
Sorry aber wenn man schon so ein Thema aufmacht und so Prophezeiungen raushaut, sollte man sich mal etwas genauer angeguckt haben, und nicht alles glauben was die Schweizer Studie sagt !

Komisch das die Studie genau in den 1970ern anfängt, wo es die maximalen Schneemengen im Durchschnitt des Jahrhunderts gab!

Langjährig ist der Trend der Schneedeckentage Null, da kann man nun Zeitreihen von Galtür oder sonst wo hernehmen! Die letzten Jahre spiegeln bisher lediglich die Variabilität wieder und gab es schon öfter, sie reichen noch nicht um einen Trend abzusehen, bzw zu verifizieren! Nicht alles glauben was die Medien so schreiben.

Und der Abschnitt mit Cipra im ORF Artikel ist ja noch größerer Humbug!
 
was soll die aufregung? den betrachtungszeitraum der messungen kann gerade hier im forum wohl jeder gut einordnen.
dazu ist ja auch noch mal in artikel extra erwähnt, dass es gerade anfang der 70er außergewöhnlich schneereiche winter gab.
eben so wird erwähnt, dass sich daraus keine tendenz für die zukunft ableiten lässt.

wo liegt also dein problem?

im gegensatz dazu ist deine aussage "Langjährig ist der Trend der Schneedeckentage Null" mal wirklich larifari.
 
christopher91 schrieb:
Langjährig ist der Trend der Schneedeckentage Null, da kann man nun Zeitreihen von Galtür oder sonst wo hernehmen! Die letzten Jahre spiegeln bisher lediglich die Variabilität wieder und gab es schon öfter, sie reichen noch nicht um einen Trend abzusehen, bzw zu verifizieren! Nicht alles glauben was die Medien so schreiben.

stimmt für tiefe lagen nicht, da gehts runter
 
gernot schrieb:
christopher91 schrieb:
Langjährig ist der Trend der Schneedeckentage Null, da kann man nun Zeitreihen von Galtür oder sonst wo hernehmen! Die letzten Jahre spiegeln bisher lediglich die Variabilität wieder und gab es schon öfter, sie reichen noch nicht um einen Trend abzusehen, bzw zu verifizieren! Nicht alles glauben was die Medien so schreiben.

stimmt für tiefe lagen nicht, da gehts runter

Klingt doch auch logisch. Die durchschnittlichen Temperaturen sind angestiegen (Niederschlag etwa gleich geblieben), der Schmelzpunkt von Schnee nicht. Ergo taut der Schnee schneller bzw. es fällt überhaupt erst weniger. Oder hab ich da nen Denkfehler?
Wäre die Anzahl der Schneedeckentage im langfristigen Trend gleich 0 würden auch die Gletscher nicht wegschmelzen - die Anzahl der Schneedeckentage hat also in der Höhe definitiv abgenommen.
 
Die Gletscher haben nochmal eine andere Baustelle - und zwar Ruß. Sprich die sind viel schneller geschmolzen wie angenommen. Mindestens die Hälfte des Abschmelzens liegt nicht an der Temperatur - sondern daran dass die Gletscher nicht mehr so gut wie vor ~1850 das Licht reflektieren können.
 
Die Studie von "Zukunft Skisport" finde ich sehr interessant. Sie gibt zum einen eine Erklärung für das Abschmelzen der Gletscher. Dies liegt offenbar nicht am fehlenden Schneefall, sondern vor allem an den deutlich gestiegenen Temperaturen in den Sommermonaten. Diese führen zu einem Masseverlust, der durch gleichbleibender Schneemengen im Winter nicht aufgefangen wird.
Zum anderen zeigt sie, dass die Schneemengen grundsätzlich unverändert bleiben. Bei der Bewertung der Tage mit Skibetrieb fehlt mir jedoch der Einfluss der zunehmenden künstlichen Beschneiung, d. h. eventuell wäre ohne künstliche Beschneiung eine abnehmende Zahl von Tagen mit Skibetrieb zu beobachten, z. B. weil die Volatilität der Temperaturen Auswirkungen auf die Schneelage hat.
Man muss natürlich auch sehen, dass sich die Studie auf Gebiete über 1.300 Meter mit der Mehrzahl der Pisten über 1.700 Meter bezieht, die generell sehr niederschlagsreich sind. Dies gilt sicherlich nicht ohne weiteres für niedriger gelegen Gebiete mit ggf. geringeren Niederschlägen.
 
christopher91 schrieb:
Wurde aber hier bisher noch nirgends erwähnt mit dem Zeitraum.

Belege für den nicht vorhandenen Trend findet man zB hier in dem einzelne Artikeln: http://www.zukunft-skisport.at/category/klima/

du hast von schneedeckentagen geredet (ohne zeitraum im übrigen) und verlinkst auf eine statistik der maximalen schneehöhe als argument deiner aussage? echt jetzt?
 
Da sind auch zahlreiche Grafiken zu Schneedeckentagen, schau mal richtig ;) direkt die Grafik einbinden geht ja nicht zwecks Copyright

Ich hab auch noch ganz andere Messreihen von unserem Institut aus vom Studium, aber die darf ich eben auch nicht zeigen.
 
stavro_ schrieb:
christopher91 schrieb:
Wurde aber hier bisher noch nirgends erwähnt mit dem Zeitraum.

Belege für den nicht vorhandenen Trend findet man zB hier in dem einzelne Artikeln: http://www.zukunft-skisport.at/category/klima/

du hast von schneedeckentagen geredet (ohne zeitraum im übrigen) und verlinkst auf eine statistik der maximalen schneehöhe als argument deiner aussage? echt jetzt?

stimmt so nicht es gibt auch einige beiträge wo die schneedeckentage abgebildet werden

z.b

http://www.zukunft-skisport.at/schneemessreihen-waidring-tirol-778-m/

http://www.zukunft-skisport.at/schneestatistiken-ueber-hochfilzen/

http://www.zukunft-skisport.at/schneehoehen-am-mitterberg-1-503-meter/

http://www.zukunft-skisport.at/neuschneemenge-in-saalfelden-salzburg-770-m/

http://www.zukunft-skisport.at/schneemessreihen-aus-kitzbuehel/
 
extremecarver schrieb:
Die Gletscher haben nochmal eine andere Baustelle - und zwar Ruß. Sprich die sind viel schneller geschmolzen wie angenommen. Mindestens die Hälfte des Abschmelzens liegt nicht an der Temperatur - sondern daran dass die Gletscher nicht mehr so gut wie vor ~1850 das Licht reflektieren können.

Stimmt so leider nicht bzw nur indirekt.
Ich hab schon Aussagen gehört die behaupten: wenn 1850 die Gletscher nicht so dreckig gewesen wären, wären sie noch weiter runter gekommen.
Ich kann mich erinnern wie 1986 ein Jubiläumszug mit 3 Dampfloks über den Arlberg rüber ist, im Inntal war der Rauch lange zu sehen und richen und das nur von einem Zug...
Seit den 70er nimmt die Luftverschmutzung in Mitteleuropa ständig ab, beim Ruß trat das Maximum noch früher auf! D.h. der Schnee war 1850 im Schnitt dreckiger als heute und ist (ohne die Temperaturänderung zu berücksichtigen) schneller geschmolzen als heute.

Das Problem der Gletscher geht auf die fehlenden Nähregebiete zurück( welche die steigenden Temperaturen killen). Weil ab dem Hochsommer kaum mehr Schnee am Gletscher liegt gibts weniger Reflexion, und je mehr Eis schmilzt umso dreckiger wird das Eis von innen....so verstärkt sich die Schmelze von selbst und die Zungen wirken dreckiger obwohl es der Schnee gar nicht ist oder war.

Zurück zum Thema:

Es gibt haufenweise Wissenschaftliche Arbeiten die sich damit beschäftigen, dass Pflanzen früher blühen, Vögel länger bleiben, man kann darüber diskutieren wie viele Tage weniger Schnee liegt aber: Dass es in allen Höhen so ist ,steht außer Diskussion!
Und wenn man überlegt was das mit der zu erwartenden Klimaerwärmung für die Zukunft des Skisports als Massenphänomen bedeutet.... :tot:

Wenn man vorausschauend denkt darf man bestimmte Projekte wie zB Zell - Piesendorf meiner Meinung nach gar nicht in Erwägung ziehen..
 
aha, danke für dir links.
wenn ich mir die aber genauer ansehe, so zeigen sie eigentlich genau den selben trend,
den auch die schweizer messreihe ergeben hat. nämlich eine abnahme der schneedeckentage seit der "mini eiszeit" der 1970er jahre.
interessante ausnahme scheint hier mühlbach am hochkönig zu sein.
da liegen die schneedeckentage, nach einem einbruch in den 90ern, auf ähnlichem niveau wie in den 1970ern.
 
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