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Arlbergbahn: Schweres Güterzugunglück

Dachstein schrieb:
Zur Bremsprobe: ist selbstverständlich bei Lokwechsel bzw. Umreihung, Ausreihung von Wagen durchzuführen.

Theoretisch schon. Aber in der Praxis sieht es manchmal anders aus.
Zum Beispiel in der Schweiz hat es in den vergangenen 10 Jahren mindestens zwei schwere Unfälle gegeben, weil bei der Bremsprobe geschlampt wurde.
 
TPD schrieb:
Theoretisch schon. Aber in der Praxis sieht es manchmal anders aus.
Zum Beispiel in der Schweiz hat es in den vergangenen 10 Jahren mindestens zwei schwere Unfälle gegeben, weil bei der Bremsprobe geschlampt wurde.

Vorschriften sind da, um sich an sie zu halten, uns zwar im Sinne der eigenen Sicherheit! Jeder der diese Vorschriften wissentlich ignoriert, hat im Bahnbetrieb nichts verloren.

EDIT: Die ÖBB weist übrigens zurück, dass die Fahrleitung ausgeschaltet war.

http://vorarlberg.orf.at/stories/451234/

Ich bin mittlerweilse sehr gespannt, was die tatsächliche Ursache war.

MFG Dachstein
 
Bei diesen Wagen ist Nachschieben verboten, es gab daher Vorspann von Landeck bis St. Anton. Da wurde eine vereinfachte Bremsprobe durchgeführt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Zug nie angehalten wurde, und da hat er wohl pneumatisch gebremst.
Ausserdem: Wie fuhr er eigentlich von Salzburg nach Innsbruck? Über Rosenheim oder über den Pass Gschütt? Bei letzterem geht es auch ganz schön bergab nach St. Johann.
 
Wie gesagt, ich finde diese These lächerlich, aber sie hält sich hartnäckig!!

Zumindestens bei uns im Ländle... :lol:
 
Was ist eine Sägezahnbremsung? Habe zwar mal bei den Schweizer Bundesbahnen gearbeitet, aber diesen Begriff kenne ich nicht.
 
^^
Hattest Du in der Ausbildung bei den SBB einen Fensterplatz ? ;)
Der Begriff ist Bestandteil der FDV
 
Nein, eigentlich war ich da sogar recht gut. Aber mit dem Fahren von Zügen haben wir uns als angehende Fahrdienstleiter eher weniger befasst. Ausserdem ist es 17 Jahre her...

Dank dem link weiss ich es nun wieder. Es ist im Prinzip eine Stotterbremse wenn ich das richtig verstanden habe.
 
Mittlerweile ist die Ursache festgestellt:

Bei den verwendeten Autotransportwagen handelt es sich um jeweils 2 starr gekuppelte 2achser. Die Luftleitung ist bei diesen normal gekuppelt. Damit sie nicht durchhängt, wird sie mit einem Drahtseil hochgebunden. Dieses Drahtseil riss an einen de vordersten Wägen, wodurch die Lufkupplung nach unten fiel. Dummerweise befand sich im Gleis für Bauarbeiten gelagerte und niedergebundene Schienen (dies ist zulässig und üblich). Ausgerechnet an dieser Stelle bleib die Luftkupplung hängen und riß. Dies führt zu einem Druckabfall in der Bremsleitung und damit zu einer Zwangsbremsung. Dummerweise wurde das Schlauchstück am in Fahrtrichtung hinteren WAgen so nach hinten geschleudert, dass der Schlauch abknickte - damit kein Druckabfall im hinteren Zugteil und damit auch keine Zwangsbremsung.
Der Lokführer bemerkte den Druckabfall und die Bremsung und dachte an eine Zugtrennung leitete selber eine Notbremsung ein. Leider ohne Erfolg, da der grossteil des zuges ungebremst schob. Irgendwann entgleisten ein paar Wagen und rissen die Oberleitung hinunter... Der Lokführer betätigte Lehrbuchmässig den NotAus in der Lok, woraufhin der Hauptschalter ausgeschaltet wurde und der Stromabnehmer abgesenkt wurde. Leider wurde damit auch die E-Bremse ausgeschaltet.... Und irgendwann kam die Kurve..
 
Wobei, wie schon in den einschlägigen ferrosexuellen und fachspezifischen Foren diskutiert, eine elektrische Bremsung eine Entgleisung nie hätte verhindern können!!!

Das ist, wie gesagt, wie wenn man beim Auto den Fuß raushält, bis dioe Socke qualmt... 8)
 
tigerfishli schrieb:
Irgendwann entgleisten ein paar Wagen und rissen die Oberleitung hinunter... Der Lokführer betätigte Lehrbuchmässig den NotAus in der Lok, woraufhin der Hauptschalter ausgeschaltet wurde und der Stromabnehmer abgesenkt wurde. Leider wurde damit auch die E-Bremse ausgeschaltet....

Dafür geht bei NotAus das Makrophon hoch. Und wer sich fragt, warum die E Bremse nicht weiter funktioniert (so wie bei manchen anderen Fahrzeugen): die E Bremse vom Taurus ist fremderregt....

MFG Dachstein
 
Irgendwann entgleisten ein paar Wagen und rissen die Oberleitung hinunter... Der Lokführer betätigte Lehrbuchmässig den NotAus in der Lok, woraufhin der Hauptschalter ausgeschaltet wurde und der Stromabnehmer abgesenkt wurde. Leider wurde damit auch die E-Bremse ausgeschaltet.... Und irgendwann kam die Kurve...
Blöde Frage. Ist die E-Bremse noch funktionsfähig, wenn die Fahrleitung runter gerissen wird ? :roll:
Ich denke in diesem Fall war es ziemlich irrelevant dass der Lokführer noch den Not-Aus betätigte.
 
für den Effekt schon, aber wichtig ist, daß der Lokführer das Prozedere in so einem Fall genau einhält...
 
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