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Atomausstieg

Das ist genauso extrem wie die Meinung, dass AKWs 100%ig sicher sind.

Auch in die Erneuerbaren Energie werden (zumindest in Deutschland) Milliarden beträge gesteckt - mit geringen Nutzen (Photovoltaik macht gerade 1,8% des Strommixes aus - trotzdem wurden 5Mrd pro Jahr reingesteckt). Der Vergleich hinkt gewaltig - und die Energieversorgung ist deutlich sicherer als Wind und Solar. Es darf ja immer nur genauso viel Strom im Netz sein wie auch gebraucht wird - bei Windkraft ist das nich immer ganz einfach.

Das mit dem Müll ist ein großes Problem - allerdings: Ists mal weg, ist es weg - CO2 kriegt man nich so schnell wieder weg.

Am liebsten wärs mir, man forscht jetz nochmal 5 Jahre intensiv an der Solarkraft und macht startet das nochmal neu.

Edit: Gäbs n Gefällt mir Button für Foto-Irrers Beitrag - ich würd ihn drücken ;)
 
Ist es nicht so, dass heutige AKW so gebaut werden können, dass auch bei einer Kernschmelze keine Radioaktivät nach aussen gelangen kann?

Heute ja, aber die meist verbreitete Art von KKWs sind nun mal jene aus den 60ern bis 70ern. Jene 60er Jahre KKWs waren schon damals nur auf eine Laufzeit von 20 bis 30 Jahren ausgelegt. Damals hat man dann also eine Laufzeit von 30 Jahren festegelegt. Diese alten Betonkisten nun sogar 40 Jahre laufen lassen zu wollen, halte ich für unverantwortlich.

Ein ganz anderer, und IMHO auch sehr wichtiger, Punkt ist, dass KKWs für nahezu keinerlei Kosten selbst aufkommen müssen. Wenn ich mir heute ein Auto kaufe, dann bin ich dazu verpflichtet eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die alle möglichen Schäden deckt. Wieso wird diese Praxis nicht auch in AKWs angewandt? Es muss eine Absicherung seitens der KKW-Betreiber geben, dass im Falle eines GAUs auch alle Schäden bezahlbar sind.


Sehr bedenklich ist meiner Meinung nach auch, dass Einschätzungen über die Meldepflichtigkeit von Unfällen den KKWs selbst überlassen bleiben.
 
k2k schrieb:
Zwischenfälle werden sich niemals 100% verhindern lassen, bei keiner technischen Anlage, rechnerisches Restrisiko hin oder her. Es ist aber ein Unterschied ob nachher im Umkreis von 50 km alles verstrahlt und für tausende Jahre unbewohnbar ist oder ob nur ein paar umgefallene Windräder herumliegen. Von der ungelösten Endlagerfrage mal ganz abgesehen.

Du sagst es. Ein AKW mag im Normalbetrieb einigermaßen problemlos sein, kommt es aber zu Abweichungen können unter Umständen große Gebiete unbewohnbar werden, was wiederum einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden mit sich bringt.
Wir haben im Moment noch AKWs, und ich habe nichts dagegen, wenn die noch ein paar Jahre unseren Strombedarf mitdecken, meine aber, dass es nötig ist, aus einer allgemein sehr problembehafteten Technologie auszusteigen. Bis zum endgültigen Auststieg ist jedenfalls die Forschung in alternative Energien voranzutreiben.

Ich persönlich vertrete ja die These, dass es möglich wäre, über ein Konglomerat aus Biomasse, Wasserenergie, Solarenergie und Windenergie auf AKWs zu verzichten. Die Möglichkeiten, die Passivhäuser mit sich bringen, sind meines Erachtens schwer unterschätzt.

Noch ein interessanter Artikel: http://www.technoalpin.com/smartedit/documents/pressespiegel/si_01_2010_see-paznaun-produziert-schnee-und-strom.pdf

Das zeigt, was alles möglich ist, wenn man nur will. Jeder Bach hat Potential, warum nicht also nützen? Stichwort Kleinkraftwerke...

MFG Dachstein
 
Eine Idee die in die Richtung geht:

Kann man die ganzen Schneiteiche denn nicht auch zu einem Pumpspeicherkraftwerk umbauen? Also bei allen ist es sicher nicht möglich, aber bei einigen?

Grüße
 
Es gibt eine Studie die besagt, dass alleine die Windkraft 100% des heutigen Strombedarfs decken könnte. Zählt man dann noch Wasserkraft etc. dazu dann haben wir wirklich eine realistische Chance. Natürlich kommt in Zukunft noch der Verbrauch des MIVs dazu, aber wir haben nach verschiedenen Studien auch ein Einsparpotential von ca. 30%.

@Baiersbronner: Was soll das heisen wenn er weg ist ist er weg? Meinst du der Müll bleibt dort wo er ist wenn man ihn vergräbt? Und wenn man die Zeiträume betrachtet in denen der Atommüll zerfällt, dann können Pflanzen in der selben Zeit auch wieder jede Menge CO2 aufnehmen.
 
Übrigens - vorhin vergessen: Relativ leicht und relativ preiswert förderbares Uran wird auch langsam knapp.
 
k2k schrieb:
Ich würde ja empfehlen, statt irgendwelche in den Medien verbreitete Argumente unreflektiert wiederzugeben, sich einfach mal die Zahlen anzuschauen. Ich war eigentlich immer durchaus aufgeschlossen gegenüber der Kernenergie und habe sogar mal eines von innen angeschaut. Nach allem was ich aber in den letzten Wochen an Zahlen gesehen habe, glaube ich aber inzwischen dass ein Ausstieg innerhalb von 10-15 Jahren, wie er im Moment angestrebt wird, absolut realistisch ist.

Ganz meine Meinung.
Auch ich war ehr "Atomkraft - ja bitte" eingestellt. Ich möchte aber meinen Kindern und Enkeln nicht diese Fülle an ungeklärten Problemen hinterlassen. Alles andere wie ein schnellstmöglicher Ausstieg wäre für mich unverantwortlich.

Der Anteil an der Kernergie ist ca. 1/4 in D und ist leicht zu ersetzten, allerding ist der Grundlast-Anteil fast 40%.
Selbst in 10 Jahren kann man den nicht durch Sonne, Wind und Wasser ersetzen. Sehr wohl aber über moderne Gaskraftwerke.
Der Löwenanteil sollte da aber von effektiven Kleinkraftwerken kommen. Mit der Abwärme ließ sich dazu noch prima heizen.
Hätte man, was technisch möglich gewesen wäre, bereits früher auf diese dezentralisierte Stromerzeugung in Verbindung mit Solar gesetzt, hätte man schon vor Jahren alle AKW abschalten können.
Leider ließ dies Lobbyarbeit der großen Konzerne nicht zu. Und keine Regierung (auch rot/grün nicht) hatte daran Interesse.

So lange Politik von Großkonzernen beeinflusst wird, wird es immer wieder haarsträubende Fehler und Versäumnisse geben, die nachfolgende Generationen auszumerzen haben.


Gruß!
 
@ Fab: Das stimmt, aber irgendwo habe ich gelesen, dass man durch Wiederaufbereitung etc. mindestens noch für einige hundert Jahre Brennstoff hat?

@ k2k: Schön das in DE der Verbrauch sinkt. In der CH ist er schon nur von 2000 bis 2005 um 9,5% gestiegen.

Billig? Nur weil man vieles dem Steuerzahler überlässt.

Ok, hier ist natürlich ein wesentlicher Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland. Die Schweizer Energieerzeuger gehören praktisch Ausschliesslich dem Staat. Schlussendlich sind es die Bürger die entweder von tiefen Strompreisen profitieren oder aber bei hohen Gewinnen der Stromkonzerne weniger Steuern zahlen müssen.
Schlussendlich profitiert der Steuerzahler vom billigen Atomstrom und nicht irgendwelche Privaten. Da der Steuerzahler die Profite einsteckt, ist es ja dann auch keine Katastrophe, wenn er die Risiken und die Entwicklungskosten etc. tragen muss (ob er dazu breit ist, ist eine andere Sache. Hier sind wir wieder bei der Sicherheitsdiskussion an sich).

Die Möglichkeiten, die Passivhäuser mit sich bringen, sind meines Erachtens schwer unterschätzt.

Ich meine gelesen zu haben, dass in der Schweiz 2/3 der Energie von der Industrie verbraucht werden. Da kannst du lange Passivhäuser bauen.
Und überhaupt. Auch wenn das Passivhaus der Standard wäre, dann würde man vielleicht viel Heizöl und Gas sparen (das wär mal was vernünftiges, es ist sowieso eine Schande, dass wir ein so wertvoller Rohstoff wie Erdöl einfach verheizen), aber der Stromverbrauch dabei sogar noch steigen. Oder hast du das Gefühl der Boiler wärmt sich mit Körperwärme? ;)
 
Pilatus schrieb:
Die Möglichkeiten, die Passivhäuser mit sich bringen, sind meines Erachtens schwer unterschätzt.

Ich meine gelesen zu haben, dass in der Schweiz 2/3 der Energie von der Industrie verbraucht werden. Da kannst du lange Passivhäuser bauen.

Sins immer noch 33.3%, wo sich ordentlich einsparen lässt.

Des weiteren denke ich, dass in der Industrie einiges thermischer Energie den Schornstein hinausgeht, ohne es adequat nützen zu können. Auch Abwärme ist in meinen Augen eine interessante "Energiequelle".

MFG Dachstein
 
Pilatus schrieb:
Oder hast du das Gefühl der Boiler wärmt sich mit Körperwärme? ;)
Den kann man fast zu 100 aus Solar decken. Zumindest in jedem Privathaushalt. Das mache ich schon seit 14 Jahren. Und seit dieser Zeit gabs da riesen Fortschritte.


Dachstein schrieb:
Auch Abwärme ist in meinen Augen eine interessante "Energiequelle".
Total unterschätzt. Eigentlich leicht zu nutzen. Aber es verdient ja keiner daran. Also wills auch keiner.


Gruß!
 
Pilatus schrieb:
@ Fab: Das stimmt, aber irgendwo habe ich gelesen, dass man durch Wiederaufbereitung etc. mindestens noch für einige hundert Jahre Brennstoff hat?

Die Wiederaufbereitungsanlage im Ural ist zu Zeiten der verblichenen SowjetUnion explodiert. Die Schäden waren größer als in Tschernobyl. Wurde natürlich verheimlicht.
Die Verseuchung in Windscale war so enorm, dass der Name nicht mehr tragbar war. So hat man es in Sellafield umbenannt. Eine politische Lösung :lach: Kalkar wurde nie in Betrieb genommen.
Wiederaufbereitung ist also keineswegs ein banaler, ungefährlicher Vorgang. Alles Technologie wo nix kaputt gehen darf.
 
Nicht zu vergessen, dass die Franzosen in La Hague ständig schwach strahlende Abwässer in den Atlantik pumpen.

@Dachstein: Volle Zustimmung. Bei uns im Nachbarort wurde ein Biomassekraftwerk gebaut nachdem das AKW stillgelegt wurde. Die Abwäre könnte als Fernwärme genutzt werden, aber der Gemeinderat war nichtmal bereit als Anfang das in der Nähe liegende Schulzentrum anzubinden. Aber was will man auch erwarten in einer Gegen wo der Landrat in seiner Rede zur Abitursfeier dem AKW nachheult und der tatsache, dass unser armer Kreis jetzt Energie importieren muss. Man kann ja noch den Arbeitsplätzen nachheulen (wenn sie sich bei uns nicht so blöd anstellen würden hätten sie aber auch dafür Ersatz) aber ob ein Kreis Energie exportiert oder importiert ist doch wirklich egal. Und windräder gibt's natürlich auch keine, was sonst.

@Pilatus: Was treibt ihr denn? Seit ihr uns in der Schweiz etwa technologisch unterlegen oder achtet ihr einfach nicht auf den Verbrauch. :lol:
Ob die Atomkraft am Ende wirklich viel für den Steuerzahler bringt wenn er die Gewinne behalten darf kann ich nicht sagen. Aber viele Kosten kommen auch erst noch auf uns zu. Die Müllbeseitigung ist noch nicht angelaufen und der Abbau von AKWs ist extrem aufwendig. Dabei entsteht übrigens noch mehr Atommüll weil der Reaktor komplett verstrahlt ist und eingelagert werden muss.
 
Alles in perspektiv...

@seilbahnjunkie: eventuellweil Deutschland langsam ausstirbt?

@Dachstein: Hast du Zahlen vorliegen wieviel Strahlungstoten es gibt beim Aufbereitung von Uran? Offizielle Angaben sprechen von etwa 6000 Todesopfer pro Jahr nur in China beim Kohlenabbau.

Edit: Satz war teilweise weggefallen beim kopieren :-(
 
Blödsinn, das ist unter einem halben Prozent, das wirkt sich nicht so aus. Und in der Schweiz ist die Bevölkerung ja auch kaum gestiegen.
 
Du muss dir nicht angegriffen fühlen ;-)

Die Unterscheid mit der Schweiz ist 0,5 bis 1,5 Prozentpunkt pro Jahr, also über 5 Jahren locker 5-7%. Das erklärt schon ein grosses Teil der relative Zunahme in vergleich zu Deutschland.
 
Trotzdem befindet sich die Schweiz auf einem höheren Verbrauchsniveau als Deutschland. Frägt sich woher das kommt.
 
Das klingt schon besser als:

Seilbahnjunkie schrieb:
@Pilatus: Was treibt ihr denn? Seit ihr uns in der Schweiz etwa technologisch unterlegen oder achtet ihr einfach nicht auf den Verbrauch.

Weil es kann natürlich ziemlich viel unterschiedliche Gründe haben, die alle ihre Teil (sowie die Bevölkerungswachstum) zum Zunahme beitragen.
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Trotzdem befindet sich die Schweiz auf einem höheren Verbrauchsniveau als Deutschland. Frägt sich woher das kommt.
Ich gehe mal über den Daumen gepeilt von einer höheren proKopf-Seilbahndichte aus :D
 
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