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Atomausstieg

Seilbahnjunkie schrieb:
In Japan laufen noch 2 von über 50 Reaktoren, und trotzdem sind mitlerweile fast keine Notmaßnahmen mehr notwendig. Wenn die das schaffen, dann schafft die Schweiz das doch locker ein AKW zu ersetzen.

Die Träumerreien von neuen Kerntechnologien kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt ungefährliche Alternativen, warum soll ich da das Risiko nur etwas senken?

Zmd. die Kernfusion wäre eine Möglichkeit die Sicherheit enorm zu erhöhen und radioaktiven Abfall nahezu völlig zu vermeiden und dies bei einem extrem hohen Wirkungsgrad. Also warum nicht versuchen das Weltenergieproblem zu lösen statt rumzuwursten wie im Moment?
 
Zum Glück gibts diese CO2 Zertifikate, denn wer will schon von der Antike ins Mittelalter... Naja, dass der Ofen abgestellt wird, ist ja sowieso noch nicht klar. Das ist ja auch nicht der grosse Broken unter den Schweizer AKW. Viel schlimmer ist, dass die Berner dem Rest der Schweiz nach den Abschaltung wohl noch mehr auf der Tasche liegen... :D (Schon heute müssen die Kantone dem Kanton Bern jährlich mit 1 Milliarde unter die Arme greifen, was eigentlich eine Frechheit ist.)

Und wieso jetzt alle auf dem ENSI herumhacken verstehe ich auch nicht. Auf wessen Urteil sonst sollen sich denn die Richter sonst gestützt haben? Sonst wäre es ja ein rein politisches Urteil, was ich aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit nicht hoffe.

@ Kernfusion: Wenn das irgendwann mal kommt, gerne. Nur, wie lange spricht man da schon davon? Vermutlich können wir froh sein, wenn die Technologie reif ist, wenn wir nach dem Wiedereinstieg in die Atomkraft langsam ein Brennstoffmangel kriegen... :lach:
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Die Träumerreien von neuen Kerntechnologien kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt ungefährliche Alternativen, warum soll ich da das Risiko nur etwas senken?

Ich träume sogar jetzt mal weiter - es gäbe eine Möglichkeit, den ganzen Atommüll, über den sich Gott und die Welt den Kopf zerbricht, loszuwerden, und dabei sogar noch Energie zu gewinnen. Das Prinzip ist die Rubbiatron.
Hat man ein radioaktives Atom, so besteht die Möglichkeit, dass es in einer Sekunde zerfällt, oder in 10000 Jahren. Mittels einem Neutronenstrahl kann man es aber zwingen, zu zerfallen. Dabei würde aus hochradioaktivem Material minder bis leicht radioaktives Material, was man dann nur mehr kürzere Zeit lagern müsste (100 Jahre), dazu bekommt man bei diesem Prozess noch Energie raus...
Einziger Nachteil im Moment - so ein Rubbia Reaktor kostet Geld....

MFG Dachstein
 
Obwohl ich persönlich zu den AKW - Gegnern zähle und es zur Sicherheit des Rubbiatrons offensichtlich noch unterschiedliche Meinungen gibt, würde ich den zumindest zur Minimierung der Endlagerzeit radioaktiver Abfälle sehr begrüßen weil ich darin ein hohes Risikopotential für die Zukunft sehe. Die Kosten der bisher prognostizierten Endlagerzeit radioaktiver Abfälle bis zu einer unkritschen Strahlung stehen sicher in keinem Verhältnis zu den Kosten solcher Reaktoren, dieses meiner Meinung nach selbst dann wenn sie keine elektrische Energie produzieren würden.
 
Pilatus schrieb:
Zum Glück gibts diese CO2 Zertifikate, denn wer will schon von der Antike ins Mittelalter... Naja, dass der Ofen abgestellt wird, ist ja sowieso noch nicht klar. Das ist ja auch nicht der grosse Broken unter den Schweizer AKW. Viel schlimmer ist, dass die Berner dem Rest der Schweiz nach den Abschaltung wohl noch mehr auf der Tasche liegen... :D (Schon heute müssen die Kantone dem Kanton Bern jährlich mit 1 Milliarde unter die Arme greifen, was eigentlich eine Frechheit ist.)

Und wieso jetzt alle auf dem ENSI herumhacken verstehe ich auch nicht. Auf wessen Urteil sonst sollen sich denn die Richter sonst gestützt haben? Sonst wäre es ja ein rein politisches Urteil, was ich aus Gründen der Rechtsstaatlichkeit nicht hoffe.

@ Kernfusion: Wenn das irgendwann mal kommt, gerne. Nur, wie lange spricht man da schon davon? Vermutlich können wir froh sein, wenn die Technologie reif ist, wenn wir nach dem Wiedereinstieg in die Atomkraft langsam ein Brennstoffmangel kriegen... :lach:

Gar so weit wie es immer verbreitet wird ist man glaube ich garnicht weg (bin aber auch kein Physiker nur Physikinteressiert)
 
Es müssten alle zusammen arbeiten am Atomaussteig. Deutschland steigt aus Sicherheitsgründen aus und Frankreich nebenan???

Auch interessant die Inder und ihre Rakete letzte Woche. Ich war vor Ort und die sind alle sowas von stolz auf ihre Atomkraft und Raketen.
 
Na und? Haben wir etwa gesagt: "die Franzosen bauen keine besseren Autos, warum sollen wir das dann machen?" Wir wollen doch technologische Vorreiter sein und nicht ständig allem hinterherlaufen. Es gibt schon genug Industriezweige in denen wir abgehängt wurden.
 
^^sehe ich auch so.
Man kann sich nicht immer nur an Anderen orientieren. Wenn alle so denken, kommt man nie weiter.
Klassiches Schema - wie auch bei der Finanztransaktionssteuer.
Ich bin der Meinung, dass man mutig neue Wege gehen und notfalls Risiken eingehen sollte. Vor uns liegt dich Chance, uns eine (weitere) technologische Vorreiterrolle zu erarbeiten. Das sollte man nicht unversucht lassen.
Deutschland ist im Maschinenbau und industrieller Technik in wichtigen Branchen (noch) weltweit an der Spitze - und das bestimmt nicht, weil man geschaut hat, was die Nachbarn so machen.
So etwas wie beim Transrapid darf mE jedenfalls nie wieder passieren!
 
3303 schrieb:
So etwas wie beim Transrapid darf mE jedenfalls nie wieder passieren!
Meinst du das im Sinne von "Deutschland hat viel Geld in die Entwicklung des Transrapids gesteckt, sich aber dann nicht getraut, eine Strecke im Echtbetrieb zu verwirklichen"? Oder siehst du das Problem eher in der Entwicklung "viel Geld investiert für ein Produkt, das keiner haben will"?
 
starli schrieb:
3303 schrieb:
So etwas wie beim Transrapid darf mE jedenfalls nie wieder passieren!
Meinst du das im Sinne von "Deutschland hat viel Geld in die Entwicklung des Transrapids gesteckt, sich aber dann nicht getraut, eine Strecke im Echtbetrieb zu verwirklichen"? Oder siehst du das Problem eher in der Entwicklung "viel Geld investiert für ein Produkt, das keiner haben will"?
Ich meine Ersteres. Der Transrapid hat besonders im Langstreckeneinsatz, so wie ich es sehe, weitaus überwiegende Vorteile gegenüber der Eisenbahn. Besonders da ja in den letzten 10-15 jahren einiges an neuen Trassen geplant bzw. auch umgesetzt wurde, hat man die Chance verpasst, in dieses System einzusteigen. Die niedrigen Betriebskosten, die Trassen, die gelöster von anderer Infrastruktur laufen können, das höhere Tempo etc. Alles Vorteile gegenüber der Bahn, bessere Konkurrenz zum Flugzeug und mit Geschick auch ein potentieller Exportartikel in den es sich gelohnt hätte, Entwicklungsgelder zu investieren. Ich finde es äußerst bedauerlich, dass man dieses System politisch dermaßen demontiert hat.
Aber wir kommen vom Thema ab ;)
 
Falls du den Austieg aus dem Austieg aus dem Austieg meinst, kann man nicht davon reden, dass das herbei geschrieben wurde, das wurde herbei "gebebt".
 
Neulich bei Auslandsaspekte oder sowas bei 3sat einen interessanten Bericht über Finnland und Atomstrom gesehen. Ging v.a. um den Bau des größten AKWs (Europas?/Finnlands?) bezogen auf größte MW-Leistung. Und auch interessant, dass jetzt dort das erste atomare Endlager der Welt in Betrieb genommen wird.

Die mit koalierenden Grünen in Finnland unterstützen das mit dem Argument, dass man ja als Regierungspartei eher was bewirkt als in der Opposition. Strom benötigt man, da man nicht gerade Gut Freund mit Russland ist und die jederzeit den Gas- und Kohlehahn zudrehen könnten.

AKW hin oder her, das Endlager im Granit fand ich hingegen äußerst interessant, denn die Erdkruste hat sich hier seit 2 Mrd. Jahren tektonisch nicht verändert, was ja ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsvorteil ist. Die Gemeinde muss ihre Zustimmung geben, dass es dort überhaupt gebaut werden darf, aber es haben sich sogar viele Gemeinden darum beworben, dass das Endlager zu ihnen kommt, natürlich wegen der Arbeitsplätze. Zudem sind einige Kilometer Granit und abwesendes Grundwasser neben dem Alter der Kruste hier auch ein guter Grund, dass die Strahlung nicht austritt.

Wir können unsern Schrott dort leider nicht hinschicken, da vom Gesetz her kein Atommüll von ausserhalb dort gelagert werden darf. Da könnten sich die Finnen doch ne goldene Nase ähnlich wie die Golfregion verdienen, wenn man überlegt, was es dem Rest der Welt wert wäre, seinen Atommüll für immer ausser Landes zu schaffen.
 
Naja, Dummheit sollte eigentlich bestraft werden. In Skandinavien prügeln sich die Gemeinden ja regelrecht um die Lagerstätten, da können sie unseren Müll ruhig auch haben. Aber wenn sie dann merken was das für ein Mist ist, dann nehmen wir den nicht mehr zurück. :biggrin:
 
Seilbahnjunkie schrieb:
Naja, Dummheit sollte eigentlich bestraft werden. In Skandinavien prügeln sich die Gemeinden ja regelrecht um die Lagerstätten.
nicht nur in Skandinavien ist das so, auch in Spanien gibt es Gemeinden die den Atommüll habne wollen
 
Foto-Irrer schrieb:
...
AKW hin oder her, das Endlager im Granit fand ich hingegen äußerst interessant, denn die Erdkruste hat sich hier seit 2 Mrd. Jahren tektonisch nicht verändert, was ja ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsvorteil ist. ....

Hat man nicht das gleiche von unseren Salzstöcken gesagt? Die waren vor paar Jahrzehnten auch noch das Nonplusultra und so sicher. Inzwischen weiß man, dass auch dies ein Irrglaube war.
Überall dort, wo Menschen hinkommen (vorallem mit großen Maschinen), dort kommt auch früher oder später Wasser hin und mit der Sicherheit kann es nicht so gut stehen. Solche Endlager sind wenn dann überhaupt eben nur solange sicher, bis sie der Mensch "aufbricht". Also ich sehe das eher skeptisch. Und die allermeisten Länder mit AKWs können eh nicht auf solche Gegebenheiten zurückgreifen.
 
daher sollten Endlager-Ländern doch genauso rosige Zukunftsaussichten stehen, wie z.B. bei den Golfstaaten, als es noch "unendlich" viel Öl gab.

Ich hab das Thema mit einem Geologen besprochen, der mir bestätigte, dass man eigentlich vor 100 Jahren schon hätte sagen können, dass ein Salzstock nicht geeignet ist. Aber 2 Mrd. Jahre alter Granit... da könnte höchstens was bei einer apokalyptischen Naturkatastrophe schief gehen, was uns dann aber auch egal sein kann.
 
Meines Wissens gingen "die Golf Staaten" nie davon aus, dass Öl unendlich ist (was auch ziemlich naiv gewesen wäre)
Und hinsichtlich Sicherheit über lange Zeiträume: Ich finde es vermessen, als Mensch mit entsprechend kurzen bisher tatsächlich erhobenen Zeiträumen derartige Langfristprognosen abzugeben.
Im Sinne der kommenden Generation ist es meines Erachtens dringend angeraten, so wenige Potentiale für Katastrophen wie möglich zu schaffen, welche wir den Kindern und kommenden Generationen dann mitgeben, nur weil wir heute davon profitieren.
 
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