Das sind keine Stangen, sondern Kettenglieder. Ohne die Stabilisierung mit den Stahlseilen würde die Kabine sich auch seitlich bewegen. Die Kettengliederelemente sind sehr dünn, aber noch mit einem Teleskop-Kunststoffrohr ummantelt. Diese Ummantelung fehlte damals noch bei der Bahn in Samnaun.
Stell dir mal vor, die Kabine fährt über einen Stützensattel (Kuppe mit Ausrundung R=36m) zu Tal, und das berseitige Zugseil reisst. Durch die gespannte Zusseilschleife verbleibt ein Restseilzug, der sofort das Laufwerk in Richtung Tal zieht. Wenn der Massenschwerpunkt in der Kabinenebene ist, dreht sich das Laufwerk um diese und hebt ab. Die Kettenglieder verhindern dieses aber.
In Italien hat man die Einfallzeit der Fangbremsen auf 0,2 sec begrenzt. Dadurch ist aber eine Abstufung der Bremskraft nicht möglich und die Bauteile des Fahrzeuges, z.B. das Gehängetragrohr werden bei Einfall der nicht abgestuften Tragseilbremse sehr stark belastet. Bei kleineren Kabinen ist das nicht so problematisch, aber in der Schweiz sind diese oft sehr groß (mehr als 100 Pers./Kabine).
In den achziger Jahren haben die Franzosen begonnen, auf eine Tragseilbremse zu verzichten. Diese Seilbahnen haben eine durchgehend gespleißte Förderseilschleife, wie eine EUB. Man sagt, diese kann besser magnetinduktiv geprüft werden. Außerdem entfällt der größte Schwachpunkt, die Zugseilbefestigung am Laufwerk. Falls ein Fahrzeug blockiert, z. B. auf einem Stützensattel, kann eine Befestigung mittels Klemmbacken durchrutschen und zusätzliche Kräfte aufnehmen.
Seilbahnen ohne Tragseilbremse können zudem schneller fahren (bis 12,5 m/s). Mit Tragseilbremse sind max. 11 m/s möglich.
Inzwischen ist es auch in der Schweiz möglich, auf eine Tragseilbremse zu verzichten.
Von diesen Argumenten halte ich aber nicht viel!