GIFWilli59 schrieb:
Von welchem Motor sprichst du denn genau?
Wie schnell fährst du denn in den längeren Gefällestrecken, dass du da mit dem 2ten Gang klar kommst?
Bei zB 80 km/h bist du da doch vermutlich schon nahe an der Maximaldrehzahl?
Also ich selbst fahre ja "nur" einen kleinen Hyundai i10 mit dem 1l 3Zylinder und mein Vater hat nen Hyundai Elantra 1,6l 4 Zylinder. Meiner ist im Standgas etwas lauter, dafür beim drehen leiser, der Elantra ist im Standgas nicht hörbar, dafür beim Drehen lauter. Beide aber keinesfalls so, dass ich da von Lärm sprechen würde.
Das Ding bei den heutigen Benzinern ist eher, dass man durch Downsizing und tribologische Optimierungen ja dafür gesorgt hat, dass die innere Reibung des Motors und damit auch die Bremswirkung deutlich gesunken sind im Vergleich zu älteren Baujahren.
Ein 3l Sechzylinder oder ein klassischer Ami V8, sicher auch noch ein moderner Diesel haben eine ganz andere Motorbremswirkung wie die heutigen kleinen Benziner. Ein "klassischer" Motor bremst einen wohl jeden Berg im 3ten Gang locker runter, die heutigen bremsen zum teil so gering, dass der 2te Gang Pflicht ist, wenn man die Bremsen nicht verheizen will. Und ja im 2ten kommt man bis rund 80km/h, aber auf welcher steileren Bergstraße fährt man denn schneller bzw. ist es überhaupt erlaubt schneller zu fahren? Das hat mir bisher immer ausgereicht.
Beim Elantra ist es sogar so, dass man die steilen Serpentinen am Stilfser Joch vernünftig nur im ersten Gang runter kommt. Aber wer kein Raser ist fährt auf dieser Straße an vielen Stellen eh nicht schneller als 30-40km/h und vor jeder Kehre muss man ja fast auf Stillstand bremsen.
Genau das macht für mich auch einen Teil des Fahrspaß aus, ich muss mir "überlegen" wie ich fahre, wie ich eine Straße bewältige, wie sich mein Fahrzeug verhält, was gut für die Mechanik ist und was nicht.
In die heutigen Schüsseln kann sich jeder Depp reinhocken und selbst ein Wohnmobil über das Stilfserjoch manövrieren. Viel Gefühl braucht man ja an den meisten Stellen nicht mehr und das führt in meinen Augen dazu, dass immer mehr Dödel auf der Straße unterwegs sind, die da eigentlich gar nicht hingehören. Wer zum Beispiel so wenig Gefühl für ein Fahrzeug hat, dass er nur mit einem Automatikwagen klar kommt und nichtmal schalten kann, der hat eigentlich nichts auf der Straße verloren. Es kennt ja wohl auch jeder die Fahrer, die die Maße ihres Fahrzeugs einfach 0 einschätzen können. Solche Dinge kommen in meinen Augen davon, dass ein Auto heute quasi keine Konzentration mehr erfordert, was dann in einzelnen Situationen wieder fatal sein kann.
ralleycorse schrieb:
Also das würde mich schon sehr wundern wenn ein Drehmomentabfall so früh schon bemerkbar war. Dann wars halt ne lahme Möhre und kein vernünftiges wie ich angesprochen habe. Ich kann ja auch nicht von einem 55KW Ford Fiesta das gleiche erwarten wie von einem 135KW 3er BMW.
Und wir sprachen auch von Bergstrassen und nicht Autobahntempo.
Aber Du bist offensichtlich ein Petrolhead dem der Sound wichtiger ist als die Fahrdynamik. Da ist Dir mit einem BEV eh nie zu helfen.
Gruss,
der Lange
Es war ein ID 3. Aber was mich am Autofahren am wenigsten fasziniert bzw. "kickt" sind irgendwelche Werte auf dem Papier, Leistungen oder tolle Beschleunigungszeiten, aber auch Höchstgeschwindigkeiten. Bist du mal ein spezielles, ausgefallenes Fahrzeug gefahren? Eine Ente, nen dicken Amikreuzer, irgend nen Oldtimer, einen schönen Alfa Spider? Leistung und Beschleunigung sind toll, aber sicher nicht das, was hauptsächlich für den Fahrspaß sorgt. Es ist die Klasse, der Charakter oder das Alleinstellungsmerkmal, das macht ein Fahrzeug aus. Das Grinsen im Gesicht, das man hat wenn man seinen Motor startet und weiß, genaus dieses Auto fahren außer mir die wenigsten.
50km/h in einem schönen Caprio fühlen sich 100mal geiler an als 200km/h in nem Audi A6 auf der Autobahn, die sich absolut nicht wie 200km/h anfühlen. Dazu vermittelt einem das noch ein völlig falsches Sicherheitsgefühl, denn 200km/h sind halt 200km/h, ob sich das Auto dabei langsam oder schnell anfühlt, ein Fehler oder eine Unaufmerksamkeit ist fatal.
Für mich geht es darum ein Auto zu fühlen. Es muss mich fordern und auch bestrafen, wenn ich mich dumm anstelle und es muss auch seine Eigenheiten und Macken haben nur dann ist es ein Erlebnis. Einen sehr großen Teil macht für mich das Schaltgetriebe aus und die Laufart des Motors, der Sound gehört dazu, ist aber nicht alles. Bei einem Elektroauto kann man hintereinander in 10 verschiedene steigen und abgesehen von anderen Beschleunigungszeiten wird sich der Motor in fast jedem gleich oder zumindest sehr ähnlich verhalten. Ich kann damit halt einfach nichts anfangen. Ich verstehe aber auch wenn Leute sagen, das ist super so wenn man nur von A nach B pendelt und reinen Komfort will.
Für mich ist das Auto halt Hobby und nur zweitrangig Fortbewegungsmittel. Und wenns elektrisch sein muss, bräuchte ich ein Schaltgetriebe am E Motor, auch wenns physikalisch keinen Sinn macht. Aber irgendwas muss mir das Auto noch geben und ich will weiterhin das Gefühl haben, dass ich im Auto auch noch was zu tun habe :lol:
Nebenbei finde ich so manchen tollen Helfer heutzutage im Auto sogar gefährlich. Z.B. die Lichtautomatik bei Nebel oder fast noch schlimmer an Tunneleinfahrten. Wenn man an einem sonnigen Tag in einen Tunnel fährt ist die gefährlichste Stelle der Moment, wenn ein Auto vom hellen Sonnenlicht in den dunklen Tunnel fährt und dabei kein Licht an hat. Ein solche Fahrzeug ist für eine gewisse Zeit quasi unsichtbar. Deshalb schalte ich das Licht grundsätzlich vor dem Tunnel an, eine Lichtautomatik macht das Licht aber erst an, wenn es für einige Sekunden dunkel ist. Ich finde das brandgefährlich und die meisten Fahrer denken heute ja nicht mehr soweit mit.
