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Badehungrige erliegen der Speicherteich-Versuchung

Probleme hat man in Tirol. :nein:

Vielleicht ein gutes Beispiel:
Der Speichersee wurde für die Wasserzufuhr der Beschneiungsanlage der Bergbahnen Grüsch-Danusa gebaut. Beim See befindet sich eine Grillstelle mit Unterstand und WC-Anlage. Das Baden im See ist zwar herrlich, erfolgt aber ausdrücklich auf eigene Gefahr.
Der Besitzer des See, Furna Tourismus und die Gemeinde Furna lehnen jede Haftung ab.
http://www.furna.ch/furna-tourismus/ausflugsziele/
 
Der Speichersee ist in der Tat recht nett gelegen. Ich gehe dort gerne schwimmen, ist einen Spaziergang entfernt.
In Tirol tut man sich halt schwer etwas öffentlich zugänglich zu machen, ohne Konsumationszwang und Eintrittsgelder.

Aus meiner Sicht nimmt der Eigner allen naturgegebenen Raum weg, freiem Eigentum "sei Dank". Durch eine freie Zugänglichkeit würde er wieder etwas retuour geben. Das ist für alle schön.

Stattdessen ist der See garniert mit Verbotsschildern aller Art, aber die Menschen kommen dennoch! Statt der Verbote wären Hinweise die Umgebung zu respektieren, den Müll wieder mitzunehmen und sich zu freuen ob der freien Zugänglichkeit irgendwie netter, oder?

Das Vorbild Grüsch Danusa könnte ja auch hier wirken ...

Speicherteich Igls, Blick gegen Westen:
994195_10201250656255980_1059587994_n.jpg
 
erfolgt aber ausdrücklich auf eigene Gefahr.

Ob dies die Richter nach einem Zwischenfall auch so sehen, ist dann ein anderes Thema...
Der Vollkaskomentalität sei Dank und die Verbotsschilder im Tirol sind da nur die logische Konsequenz. :evil:
 
Alles was du selber machst, also alles wo du nicht jemandem anders ausgeliefert bist und absolut nichts mehr unternehmen kannst, machst du auf eigene Gefahr. Ich sehe da jetzt grad keinen Grund warum das beim Schwimmen in einem Beschneiungsteich anders ein sollte.
Ich glaube aber auch schon gelesen zu haben dass solche Teiche auch im Tirol durchaus als Sommeratraktion angepriesen werden. Das scheint hier eher eine Macke des Betreibers zu sein, der ist ja schliesslich für Querschüsse aller Art im ganzen Land bekannt.
 
Aber auch das Begehen der steilen Uferböschung könnte die darunter liegende Abdichtungsfolie beschädigen.
Was ist den da dran? Eine Schutzbehauptung? Ich meine die Schotterschicht liegt ja nur auf, wenn man da drüber läuft so mit 80 - 100 kg Körpergewicht?
 
Trotzdem der Betreiber bekanntlich alles andere als meine Sympathie genießt muß ich hier doch in seinem Sinne argumentieren weil ich denke das dies keine Schutzbehauptung ist.
Durch den Druck des menschlichen Gewichtes auf die Schotterschicht können sich scharfkantige Steine sehr wohl durch die Folie drücken. Um den Teich zum Schwimmen nutzen zu können müßte man zumindest ne stärkere Folie mit einem zusätzlich drübergelegten Schutzvlies verwenden.
Und wenn dem Betreiber seitens der Behörde Trinkwasserqualität auferlegt wurde reichten allerschlimmstenfalls einige kräftigere, durch Badegäste unter Wasser abgelassene "Abgase" schon dazu, den Kolibakterienanteil über den Grenzwert zu heben.
 
Es gibt ja durchaus Speicher(Bade)seen, da gehe ich dann mal davon aus, dass diese auch schon so konzipiert sind. Also spezielle Zugänge und Uferbefestigungen (festere Folie oder so wie in Sölden am Gletscher?) sowie die entsprechenden Filteranlagen, damit kein "verseuchtes" Wasser im Winter auf die Pisten oder gar in die Münder der Gäste gelangt. Und wenn dieser Speicherteich eben nicht dafür geeignet ist, weil eben die baulichen Gegebenheiten einen Badebetrieb nicht zulassen, weil eben Beschädigungen an der Uferbefestigung (sprich Folie) auftreten ist die Reaktion nachvollziehbar. So wäre die Beschädigung der Folie doch eine Sachbeschädigung.
 
Ich frage mich ob die Tiere, die dort Leben, auch die Schilder beachten.
Oder wurden die schon ausgerottet durch den Tourismus? :wink:
 
Und wo ist jetzt das Problem?

Hüpft ihr auch einfach beim Nachbarn in den Pool, und lasst anschließend euren Müll da liegen?
Nein?
Wieso sollte hier dann das Betreten unbedingt erlaubt sein?
 
Ram-Brand schrieb:
Ich frage mich ob die Tiere, die dort Leben, auch die Schilder beachten.
Oder wurden die schon ausgerottet durch den Tourismus? :wink:
Die können sicher nicht lesen allerdings läuft sicher kein badeinteressiertes Viech in auch nur annähernd menschenähnlicher Gewichtsklasse dort rum.
Mit der Folientechnik lassen sich ohne Probleme auch badetaugliche Teiche und Seen bauen nur sind die Materialien als auch der innere Schichtaufbau stark abweichend von nem reinen Wasserspeichergewässer.
Eine dementsprechende Änderung käme praktisch nem Neubau gleich.
 
Gibt es nicht in einigen österreichischen Bundesländern die Vorschrift, das Beschneiungswasser müsse Trinkwasserqualität haben? Vielleicht haben die Verbote ja damit zu tun.
 
Petz schrieb:
....
Und wenn dem Betreiber seitens der Behörde Trinkwasserqualität auferlegt wurde reichten allerschlimmstenfalls einige kräftigere, durch Badegäste unter Wasser abgelassene "Abgase" schon dazu, den Kolibakterienanteil über den Grenzwert zu heben.

Das hat Petz doch oben schon erwähnt.
 
Also die paar badenden Gäste dürften wegen der Trinkwasserqualität noch das kleinste Problem sein.
Zum Teil könnte einem fast der Appetit vergehen wenn man weiss woher gewisse Kommunen ihr Trinkwasser beziehen...
 
Das dürfte auch versicherungstechnische Gründe haben. Ich habe letzthin in einem Fachheft einen Beitrag von der Reiteralm gelesen, da wird der Speicher an der Preunegg Bergstation aktiv als Badesee angepriesen. Wenn man so was macht braucht man dann aber halt auch eine Versicherung.
In CH muss bei einem künstlichen See z.B. auch ein Rettungsring angebracht werden.
 
Ich denke mal ein paar badende gäste sind das kleinste problem wenn es um die qualität des Wassers geht, welches am Ende der Saison auf der Erdoberfäche der Piste abläuft oder in dieses einsickert.
Hier addieren sich zahlreiche Verunreinigungen zusammen:
1.) Pistenwalzen: Der wieder absinkende Abgassruss der nächtlichen Karawane an Pistenwalzen, Ölverluste von Antrieb, Getriebe und Hydraulikanlage.
2.) Ski: Skibelag (irgendwohin verschwindet der ja!), insbesondere Skiwachs (welches heute alles andere als natürliches Wachs ist). Dazu Lackfragmente der Skioberfläche beim überschneiden der Skis.
3.) Sonstiger dem Skimassensport inhärenter Zivilisationsabfall: Was sich so ganz normal löst von Kleidung, Skistiefel und -Bindung: Brillenbügel, Zipper, Sticker, Kordeln, Schnallen, Skistopper und freilich die allgegenwärtigen Skiteller aus Plastik. Oder gleich ganz verloren bzw. entsorgt wird wie Handschuhe, Gasfeuerzeuge, Umverpackungen von Mars etc...
4.) Pistenmöblierung: Slalomstangen als Ganzes oder Splitter davon, Teile von Fangnetzen etc...

Glaubt ihr mir das nicht? Stellt mal die Augen scharf wenn ihr über Skipistenwiesen läuft im Sommer, insbes. in der Nähe von Aufstiegsanlagen. Ich weiss, man will sowas nicht sehen, weil es ja das eigene Handeln in Frage stellen müsste was man auch nicht will, insofern wird der geneigte Leser die Abneigung gegenüber dem Gelesenen bereits im Moment des Lesens verspüren...um sich auch so nach wie vor rundum zu erfreuen auf der Skipiste im Sommer ... oder so ähnlich ... :-)


Der Cocktail, der Winter für Winter auf Skipisten aufgebracht wird, kann so denke ich gut und gerne mithalten mit dem Dreck der sich mehr und mehr auf den Ozeanen akkumuliert. Es dürfte sich eine ziemlich ähnliche Mischung handeln, wäre mal ein Thema einer wissenschaftlichen Untersuchung....
Das Zeugs zerbröselt mit der Zeit, findet dankenswerterweise Wiederverwertung im Pansen der Kuh und ein Teil davon gelangt langfristig ebenso in den Wasser- bzw. Nährstoffkreislauf...

Nunja, Baden in Speicherteichen zur Bewahrung der Wasserqualität verbieten zu wollen erscheint mir in Anbetracht der langen Verschmutzungskette als praktisches Vehikel, sich lästiger Verantwortung entledigen zu können ...


Ich war jetzt einige Zeit nicht mehr am Schröcksnadelteich oben in Igls, ich tippe aber dass dort die Wasserqualität-trumpfkarte gezogen wird, um richtig handfest juristisch zu drohen. Oder das Ding hat jetzt einen liebevollen Maschendrahtzaun drum herum. Wenn nicht heuer, dann nächstes Jahr. Tirol ist eben Volltourismus und sonst fast nichts. Locker bleiben und Leben lassen geht nicht, kann nicht.
 
Denke auch dass die Trinkwasserqualität nur ein Vorwand ist. Die Erklärung von Theo erscheint mir plausibler.
Denn nebst der höheren Versicherungsprämie könnte sich bei einem offiziellen Badeweiher auch die Frage nach einem Bademeister stellen.
 
Das reinigen der Wiese ist ja Aufgabe der Bergbahnen. Jedenfalls haben das einigen in Ihren Infos geschrieben, dass die in der Sommersaison das machen.

Ich rede jetzt nur vom groben Schmutz. Rußpartikel und Kleinstplastik wird man schlecht einsammeln können.
 
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