Ich denke mal ein paar badende gäste sind das kleinste problem wenn es um die qualität des Wassers geht, welches am Ende der Saison auf der Erdoberfäche der Piste abläuft oder in dieses einsickert.
Hier addieren sich zahlreiche Verunreinigungen zusammen:
1.) Pistenwalzen: Der wieder absinkende Abgassruss der nächtlichen Karawane an Pistenwalzen, Ölverluste von Antrieb, Getriebe und Hydraulikanlage.
2.) Ski: Skibelag (irgendwohin verschwindet der ja!), insbesondere Skiwachs (welches heute alles andere als natürliches Wachs ist). Dazu Lackfragmente der Skioberfläche beim überschneiden der Skis.
3.) Sonstiger dem Skimassensport inhärenter Zivilisationsabfall: Was sich so ganz normal löst von Kleidung, Skistiefel und -Bindung: Brillenbügel, Zipper, Sticker, Kordeln, Schnallen, Skistopper und freilich die allgegenwärtigen Skiteller aus Plastik. Oder gleich ganz verloren bzw. entsorgt wird wie Handschuhe, Gasfeuerzeuge, Umverpackungen von Mars etc...
4.) Pistenmöblierung: Slalomstangen als Ganzes oder Splitter davon, Teile von Fangnetzen etc...
Glaubt ihr mir das nicht? Stellt mal die Augen scharf wenn ihr über Skipistenwiesen läuft im Sommer, insbes. in der Nähe von Aufstiegsanlagen. Ich weiss, man will sowas nicht sehen, weil es ja das eigene Handeln in Frage stellen müsste was man auch nicht will, insofern wird der geneigte Leser die Abneigung gegenüber dem Gelesenen bereits im Moment des Lesens verspüren...um sich auch so nach wie vor rundum zu erfreuen auf der Skipiste im Sommer ... oder so ähnlich ...
Der Cocktail, der Winter für Winter auf Skipisten aufgebracht wird, kann so denke ich gut und gerne mithalten mit dem Dreck der sich mehr und mehr auf den Ozeanen akkumuliert. Es dürfte sich eine ziemlich ähnliche Mischung handeln, wäre mal ein Thema einer wissenschaftlichen Untersuchung....
Das Zeugs zerbröselt mit der Zeit, findet dankenswerterweise Wiederverwertung im Pansen der Kuh und ein Teil davon gelangt langfristig ebenso in den Wasser- bzw. Nährstoffkreislauf...
Nunja, Baden in Speicherteichen zur Bewahrung der Wasserqualität verbieten zu wollen erscheint mir in Anbetracht der langen Verschmutzungskette als praktisches Vehikel, sich lästiger Verantwortung entledigen zu können ...
Ich war jetzt einige Zeit nicht mehr am Schröcksnadelteich oben in Igls, ich tippe aber dass dort die Wasserqualität-trumpfkarte gezogen wird, um richtig handfest juristisch zu drohen. Oder das Ding hat jetzt einen liebevollen Maschendrahtzaun drum herum. Wenn nicht heuer, dann nächstes Jahr. Tirol ist eben Volltourismus und sonst fast nichts. Locker bleiben und Leben lassen geht nicht, kann nicht.