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Begrabene Projekte

Ich habe auch noch ein begrabenes Projekt.

Es war mal in Kärnten geplant, das Mirnock (am Milstätter See)
mit einem Skigebiet zu erschließen.

Wahrscheinlich aus Naturschutzgründen ist es gescheitert.

Bye Rheini
 
Raum Innsbruck:
Verbindung Patschkofel - Glungezer war geplant, sowie die Erschließung des Viggartals Richtung Süden (hab sogar Pläne gesehen)
Wenn der Glungezer hoffentlich irgendwann verkauft wird, ist die Verbindung vielleicht wieder im Gespräch...!
 
Glungezer-Kofel kommt höchstens, wenn das mit Mutters-Lizum nix wird.. ansonsten glaub ich kaum, daß das kommt...
 
Die Westalpen z.B sind voll von nie verwirklichten Projekten, wobei man allerdings auch mal sagen muss, dass jede "idee", die irgenwein Bürgermeister mal einem Journalisten mitteilt nicht gleich als ernsthaftes Projekt zu sehen ist. Draunter fallen solche Dinge wie eine Tunnelverbindung Bonneval - Val d'Isère oder eine Skistation am Lac du Lou oberhaln von Menuires etc. Davon gibts tausende, auf skipass.com ist viel davon dokumentiert, aber ich habs mir nie durchgelesen, weil ich eigentlich nur diejenigen Projekte interessant finde, die auch wirklich in einen konkreten Planungsstand getreten sind. Papier ist ja bekanntlich sehr geduldig - gerade auf Pistenplänen gibts einen Haufen gestrichelte Linien, die mehr als das waren - Linien halt. Interessant find ichnur die Projekte, wo es schon Geldgeber oder sogar Planfeststellungsverfahren gab und die dann erst in der letzten Phase gescheitert sind.

Konkrete Projekte:

Val Chavière - Geschichte dürfte hinreichend bekannt sein.
St. Michel 1650 - mit Verbindung nach Les Menuires (weiß nicht mehr, wie konkret es genau war).
Croix du Sud - eher ein vages Projekt, gehört gat nicht so sehr in die Liste - Teile davon sind aber gebaut worden, wenn ich recht informiert bin.

Sulden - 3. Sektion der Seilbahn.

Ponte di Legno - Pisgana Gletscher

Erschließung Scerscen-Gletscher - die müssen mehr als den einen Schlepper vorgehabt haben, wenn sie da extra eine Straße und ein riesen Albergho hingebaut haben.

Kaunertal Gepatschferner hätte wohl bis vor einem Jahr auch noch in die Liste der gestorbenen Projekte gehört.
 
Das Skigebiet vom Rochers de Naye oberhalb Montreux wollte man zu Beginn der 90er mit dem vom Mont Chevreuils bei Château d'Oex verbinden. Folgende Karte habe ich im Jubiläumsbuch zum hundersten Geburtstag der Zahnradbahn zum Rochers de Naye gefunden.
Rochers_Projekt.jpg
 
Du liebe Zeit! Was für ein Monster-Projekt!
 
mir fallen auch noch ein paar dinge ein:

es war mal eine verbindung zwischen badkleinkirchheim
und der gerlitzen geplant. (auf machen karten von bkk immer wieder mal
als projekte eingezeichnet)

dann noch die letzte sektion am krippenstein, die über den gletscher zum hunnerkogel führen sollte
und das pb netz am dachstein vervollständigen sollte.

für die verbindung hintertal (dienten) zum aberg (maria alm) hab ich noch hoffnung
obwohl auch schon seit ca 20 jahren oder länger angekündigt.
 
In Engelberg gab es mal ein Projekt in 2 Sektionen eine PB zur Ruckhubelhütte zu bauen was dann aus sicherheitsgründen nicht getan wurde und so unterging
 
In Tignes waren mal 2 TS geplant. Einer zwischen Val Claret und Le Lac hoch Richtung Gratalu und einer im Bereich Grand Huit. Ausserdem war lange Zeit eine TPH auf dem Dome du irgendwas geplant. (Rechts von der Grand Motte)
 
Zu den begrabenen Projekten im Glocknergebiet folgende Info-Tafel des Nationalparks - demnach war auf der Pasterze definitiv Sommerski geplant!!!

18.jpg
 
Hier noch einige begrabene Projekte aus Sachsen:
* Seilbahn Rathen - Basteifelsen (1880 ff) - dies wäre die weltweit erste Seilschwebebahn gewesen, gescheitert schon zur damaligen Zeit an Umweltschützern
Einspruch gegen eine geplante Seilbahn zur Bastei (und in den Jahren 1896, 1902, 1908, 1911 1927 und 1931 gegen verschiedene andere Bergbahn-Projekte)
* Seilbahn Dresden-Altwachwitz zum Fuß des Fernsehturms - Projekt lag zu DDR-Zeiten vor, gescheitert
* SSB Pirna-Altstadt - Pirna-Sonnenstein - Projekt taucht seit der Wende immer mal wieder auf, bis jetzt an der Investitionssumme gescheitert.
Ein vor Monaten unterbreiteter Vorschlag bzw. gehegter Wunschgedanke des Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig (CDU) in Richtung größerer touristischer Ausstrahlung von Pirna nimmt erneut Gestalt an. Es geht um eine Standseilbahn, die vom Stadtzentrum zum geplanten Krankenhaus auf dem Sonnenstein führen soll. Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) nahm sich des Themas an; voran die Mitglieder der Ortsgruppe des Pirnaer VDI. Erste Voruntersuchungen wurden bereits unternommen. Die Expertenmeinung des Schweizer Herausgebers der Bergbahnzeitschrift "Mountain Rider", Alexander Reinhardt, die vor Ort gegeben wurde, lautet: "Innovative, zukunftsorientierte Lösungen verlangen immer nach Pioniertaten. Sie waren immer auch ein Wagnis. Die Hälfte aller Ideen waren realitätsbezogen. Die andere Hälfte waren Utopien. Die Standseilbahn Pirna hat gute Chancen, auf der realistischen Seite verwirklicht zu werden. Auch wenn der Weg noch lang sein könnte." Bei den Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat stieß das Projekt auf verhaltene Zustimmung, sie machen die Durchführbarkeit wohl zu Recht von derWirtschaftlichkeit abhängig. Eine Realisierung durch die Stadt ist derzeit wegen der angespannten Haushaltssituation nicht möglich. Oberbürgermeister Ulbig bekundete Interesse, wenn das Projekt als Teil des Personennahverkehrs in die OberelbischeVerkehrsgesellschaft eingebunden würde.
Quelle: Ortschronik Pirna
Pendolino
 
In Pertisau am Achensee war in den Neunzigern eine 4er-Sesselbahn geplant vom Ende der Hubertusabfahrt wieder rauf auf den Zwölferkopf. War sogar als Projekt jahrelang auf dem Panorama eingezeichnet und an de Talstation gab es sogar schon eine Signalleuchte für geöffnet oder nicht.
Leider wurde aus dem Prokekt nichts und man muss weiterhin bescheurten Skibus fahren, um von den einzig beiden interessanten Abfahrten des Gebiets, der Hubertus- (tiefstrot) und Breitlahnerabfahrt (rot) wieder zur GUB zu kommen. Um Infos bemühte ich mich, konnte aber nichts herausfinden.

Grüßle Buzi
 
@miki: Ich habe eine Frage zu Deinem Post von vor 14 Jahren (sic!)

4. Triglav: auch unterhalb des höchsten Berg Sloweniens (2864 m) war in den 60ern und frühen 70ern ein Skigebiet geplant mit 2 PB vom Krma Tal (1000m) bis zum Kredarica-Haus (2515 m), einigen Sesselbahnen auf dem Hochplateau zwischen 2200 und 2500 m und einem Gletscher SCHL auf dem' Triglav - Gletscher', etwa von 2400 bis 2550 m. Zuerst fehlte es an Geld, dann hat man beschlossen, das SLO doch ein hochalpines Skigebiet braucht und man hat zwischen Triglav und Kanin entschieden. Die Wahl fiel auf Kanin, weil die Entwicklungsmöglichkeiten dort besser erschienen (mehr Platz für ein Grossskigebiet), obwohl die Schneesicherheit eindeutig für Triglav sprach (Nordhang, am Kanin Südlage und 300 m geringere Höhe). Das Resultat:
- Triglav ist Nationalpark, die Abfahrt von Kredarica ins Krma - Tal ist den Tourengehern vorbehalten und mit Recht sehr beliebt
- der Triglav - Gletscher wurde von Jahr zu Jahr kleiner, bis er ist vor 2 - 3 Jahren total verschwunden ist :-(
- am Kanin wurde nur die 1. Ausbaustufe gebaut, aus dem geplanten Riesen - Skigebiet ist nichts geworden (dazu habe ich im Forum Skigebiete in den Alpen > Skigebiete in SLO schon einiges geschrieben...)

Gibt es für diese (Gletscher-)Skigebietsplanungen im Triglav-Nationalpark einen schriftlichen (zitierfähigen) Quellenbeleg? Es muss kein Buch sein, es reicht auch eine seriöse Website oder ein Nationakparkbericht o.ä. Danke vorab für die Unterstützung!
 
Im schönen Berner Oberland gab es um die Jahrhundertwende (!) für damalige Verhältnisse sehr unrealistische Pläne:

1. Wetterhorn-Aufzug. Nur eine von 4 Sektionen gebaut und in den 30ern abgerissen (hat ein eigenes Topic)

2. Erschließung des Eiger-Gipfels von der Station Eismeer der Jungfraubahn. Das System wäre gleich dem Wetterhorn-Aufzug gewesen
 
@Emilius: es hat zwar etwas länger gedauert, ich musste das Archiv vom Planinski Vestnik (Journal des slowenischen Alpenvereins) durchsuchen und dabei in der Nr. 91: 379 - 381 das da gefunden:

http://www.planinskivestnik.com/files/File/PV_1991_09.pdf

Ich hoffe das reicht für ein Zitat. Im Beitrag gibt es sogar einen (schlecht lesbaren) Pistenplan sowie Projektskizzen der Bergstation Kredarica und Mittelstation Apnenica der geplanten PB. Zehr kurze Zusammenfassung:

- Erste Überlegungen stammen aus dem Jahre 1897 (PV 3:192, 1897), es war ein elektrischer 'Zug' (sic!) vom Luknja - Sattel (Ende vom Vrata - Tal) auf den Triglav geplant sowie ein 'Grand-hotel' am Gipfel. (In diesem Zusammenhang ist vielleicht interessant, dass damals - die Strasse über den Vršič - Pass gab es ja noch nicht - erntshaft geplant war, eine Strasse von oberen Sava- ins Sočatal nicht über den Vršič, sondern etwas weiter östlich durch das Vrata - Tal und über den Luknja - Sattel zu bauen.)
- Konkretere Projekte wurden 1909 veröffentlicht (Allgemeine Bauzeitung, 2:1-34, 1909). Es waren zwei Varianten angedacht: entweder Strasse zum Velo Polje + Seilbahn zum Triglav oder Schmalspurbahn ins Voje - Tal + Standseilbahn bis auf 2850m, knapp unter dem Triglav - Gipfel

In den frühen 60ern gab es die konkretesten Planungen. Zuerst war ein Wintersportzentrum am Velo Polje mit Hotels, Hochleistungssportzentrum für ganz Yu, Seilbahnen, Spungschanzen etc. geplant, inkl. Strassenverbindung aus dem Tal. Da es aber Bedenken wegen der Befahrbarkeit der Strasse im Winter gab, hat man die Priorität zu dem zweiten Teilprojekt, Triglavske žičnice (Triglav - Seilbahnen) verschoben. Geplant waren:

- Strasse von Mojstrana ins Krma - Tal bis auf 994m (diese besteht auch heute, geschottert und mit normalem PKW gut befahrbar)
- PB Krma - Apnenica (2020 m), dort Restaurant + Hotel
- PB Apnenica - Kredarica (2510 m), dort weiteres Restaurant
- PB Apnenica - Staničev dom (2335m)
- in der letzten Bauphase noch eine vierte PB Staničev Dom - Kredarica, dadurch würde aus dem 'Y' ein kreisförmiges Seilbahnsystem
- 3 Sesselbahnen
- 1 SL am (damals noch vorhandenem) Gletscher

Langfristig (aber weniger konkret) geplant waren 'weitere Seilbahnen von den Triglav - Bahnen zum geplanten Zentrum am Velo Polje und weiter Richtung Koma und Krn'. Interessant in diesem Zusammenhang, dass PZS (slowenischer Alpenverein) bereits 1962 wegen zu grosser Eingriffe gegen den Ausbau mit Strasse + Hotels am Velo Polje war, aber für die Seilbahnen von Krma auf Kredarica (PV 62: 368 - 369, 1962).

Ein detailiertes Erschliessungsprogramm war im Turistični Vestnik 14:259-271, 1966 vorgestellt, den soll es in unserer Uni - Bibliothek geben ... ich werde bei Gelegenheit nachschauen :wink: .

Nun habe auch ich eine Bitte: hast du evtl. Zugang zum Beitrag: Allgemeine Bauzeitung, 2:1-34, 1909 ? Wäre nett zu wissen wovon man so in den K. u. K Zeiten geträumt hat.

Und nun höre ich auf, sonst werde ich noch traurig ... schade dass es nichts geworden ist, wenigstens ein gescheites Skigebiet in Slowenien :nein: .
 
EDIT zum Beitrag von gestern: ich habe den Beitrag (Turistični Vestnik 14:259-271, 1966) gefunden und gescant. Der Text in slowenisch wird hier wahrscheinlich kaum jemanden interessieren, das Projekt sah auf jeden Fall schon weit fortgeschritten aus, es waren bereits Typen von Seilbahnen inkl. Förderleistung, Länge und HU bekannt. Der Bau sollte in mehreren Phasen erfolgen, wobei die erste wiederum in zwei Etappen unterteilt war. Zuerst wollte man die PB Krma/Krmarica - Apnenica (2014 m lang, 1048 m HU, 515 P/h) + 3 Doppelsesselbahnen (850 - 1100 m lang, 150 - 415 m HU, 800 - 1000 P/h) bauen, in der zweiten Etappe dann die PB Apnenica - Kredarica (2133m lang, 504 m HU, 400 P/h). Kartenansicht:
eZBewH.jpg


Pistenplan, hier ist dann noch ein weiterer Lift auf der Nordseite (Kotel - Kredarica) eingezeichnet sowie rechts unten eine Piste ins Nirwana ... :
fgKVLW.jpg


Der Bau der ersten Etappe (PB + 3 x DSB) war 1967 - 1969 geplant, die zweite PB sollte bis 1971 folgen. Woran das ganze gescheitert ist entzieht sich meiner Kenntnis, die 'grünen' waren es damals ganz bestimmt nicht. Wahrscheinlich musste man mit dem Geld ein paar Migs für die 'Jugoslawische Volksarmee' kaufen ... oder irgendwelche Schwerindustrie - Totgeburt in Bosnien finanzieren :nein: .
 
Das wäre echt ein tolles Gebiet gewesen, schade, dass da nichts draus geworden ist
 
Auch wenn das sehr nett aussähe und ich es auch schade finde, insb. wenn es aktuell mit PB und DSBs aus den 1960ern so existieren würde, aber ...

miki schrieb:
schade dass es nichts geworden ist, wenigstens ein gescheites Skigebiet in Slowenien :nein: .
.. warum genau hätte dieses Skigebiet hier so viel beser sein sollen als z.B. Kanin oder Vogel?
 
Lieber Miki, vielen vielen Dank für Deine Recherche-Mühen und das prägnante Aufbereiten und Übersetzen der slowenischen Texte, mit denen ich in der Tat sehr große Mühe hätte ;-)
Wir waren in den Ferien, daher die späte Antwort meinerseits. Deine Antwort kam aber genau richtig, so dass ich das gescheiterte Projekt eines Triglav-Gletscherskigebietes noch in eine Übersichtstabelle mit aufnehmen kann (Revision des Artikels gerade am Laufen...).

Zu Deiner Frage mit der Bau-Zeitung: Ich habe (verlinkt auf der Wikipedia-Seite zum Triglav) folgendes gefunden:
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=abz&datum=1909&iv=1&size=10
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=abz&datum=19090003&seite=00000025&zoom=2 (oben rechts kann man dann die Seiten weiterklicken)
http://anno.onb.ac.at/cgi-content/module/abz.pl?aid=abz&datum=1909&iz=IZ00020647&ref=2
Pläne und Skizzen dazu

Zur Kartenskizze von 1966 noch eine Verständnisfrage: der geplante Gletscher-Schlepplift ist hier aber nicht eingezeichnet, oder? Der Triglav-Gletscher befindet sich der nordwestlich der Kredarica, in dem Bereich "Zeleni sneg"?

Natürlich wäre das Gebiet kein großes Gletscherskigebiet geworden, aber kleiner als an der Zugspitze oder in Andermatt oder der Diavolezza wäre der Gletscherskibereich ja auch nicht geworden, oder? Da in meiner Liste auch das Watzmann-Kar auftaucht, kann man dieses Projekt getrost mitaufnehmen (bei Konfliktfällen zwischen Gletscherskigebieten und Nationalparks).

Haben denn diese Erschließungspläne des Triglavs deiner Meinung nach dazu beigetragen, dass man das gesamte Gebiet dann 1981 zum Nationalpark erklärt wurde?
 
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