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Brexit: Good bye UK

Bei dieser Wahl haben die Brexit-Befürworter nicht einmal eine Mehrheit geholt. Die Mehrheit der Sitze liegt einzig und allein im verkorksten britischen Wahlrecht. Gäbe es ein solches in Deutschland kann man sich die Sitzverteilung im Bundestag ungefähr so ausmalen:
Union: 231
SPD: 59
Linke: 5
AfD: 3
Grüne: 1
299 Sitze
Das ist die Sitzverteilung ohne Zweitstimmenanteil, also ein Wahlkreis mit einfacher Mehrheit für einen Kandidaten fällt ganz an seine Partei, ähnlich wie bei den Präsidentschaftswahlen in den USA. Eins der unrepräsentativsten Wahlsysteme, das es gibt, denn es verzerrt den Wählerwillen bis ins Grenzenlose. Theoretisch kann man mit 50,01 % der Stimmen 100 % der Sitze ergattern.
 
Rüganer schrieb:
Waren das etwa Fake-News ?
Yep.
Das Oberkommando der Öffentlich-Rechtlichen und des SPIEGEL gibt bekannt, dass unser Meinungsführer Claus Kleber heute Nacht in seinem Befehlsstand im "heute-journal"-Studio, bis zum letzten Atemzuge gegen den Brexit kämpfend, für Europa gefallen ist.

Deutsche Medien kämpften bis zum Schluss gegen Brexit und vermittelten den Eindruck, dass Großbritannien mehrheitlich zu Brüssel steht. Jetzt wird klar: Fake News, wie so oft. Das Gegenteil ist Realität.

https://www.mmnews.de/politik/135542-brexit-eu-ende

:lach:
 
Man uns immer Glauben machen wollen, die Briten sind zu doof zum wählen. Und nun haben sie die erste Entscheidung nochmal bestätigt. Man sollte die Entscheidung jedes Landes respektieren. Sie haben ihre Gründe auch wenn wir sie vielleicht nicht verstehen. UK wird in der Welt weiterhin eine Rolle spielen. Das Land ist etwas älter als die EU.
 
spinne08 schrieb:
Man uns immer Glauben machen wollen, die Briten sind zu doof zum wählen. Und nun haben sie die erste Entscheidung nochmal bestätigt. Man sollte die Entscheidung jedes Landes respektieren. Sie haben ihre Gründe auch wenn wir sie vielleicht nicht verstehen. UK wird in der Welt weiterhin eine Rolle spielen. Das Land ist etwas älter als die EU.

Selbst mit einer 5 % Hürde haben dort weniger als 50 % der dann im Parlament vertretenen Parteistimmen für eine Brexitpartei gestimmt. Ohne 5 % Hürde schon 10x nicht. Also hör bitte auf davon zu reden, dass hier der Wille des Volkes aus einer Wahl nur umgesetzt werden würde. Dem ist nicht so!
 
Wenn das Wahlrecht nunmal so ist? Es muss sich dennoch eine ausreichende Menge für den Austritt entschieden haben. Ohne dem gäbe es das Ergebnis nicht.
 
spinne08 schrieb:
Man uns immer Glauben machen wollen, die Briten sind zu doof zum wählen. Und nun haben sie die erste Entscheidung nochmal bestätigt. Man sollte die Entscheidung jedes Landes respektieren. Sie haben ihre Gründe auch wenn wir sie vielleicht nicht verstehen. UK wird in der Welt weiterhin eine Rolle spielen. Das Land ist etwas älter als die EU.

Bleibt die Frage ob es dann überhaupt noch ein United Kingdom geben wird. Die Schotten wollen in dee EU bleiben und die Grenzprobleme in Irland sind auch noch ungeklärt.
 
Und um den Briten in ihr Fell zu brennen welche Dummheit sie mit ihrer Entscheidung begangen haben appelliere ich für die Zukunft an alle:

Don´t buy british anymore.

Und das sollte auch für Produkte mit britischer Wertschöpfung gelten. Wenn alle Bürger der EU so konsequent handeln würden wie ich seit Cameron´s Volksbefragung, kämen die Briten spätestens in paar Jahren auf den Knien angekrochen um wieder Mitglied der EU zu werden; diese Möglichkeit sollte ihnen dann natürlich eröffnet werden allerdings ohne auch nur die geringste Extrawurst.
 
flamesoldier schrieb:
spinne08 schrieb:
Man uns immer Glauben machen wollen, die Briten sind zu doof zum wählen. Und nun haben sie die erste Entscheidung nochmal bestätigt. Man sollte die Entscheidung jedes Landes respektieren. Sie haben ihre Gründe auch wenn wir sie vielleicht nicht verstehen. UK wird in der Welt weiterhin eine Rolle spielen. Das Land ist etwas älter als die EU.

Selbst mit einer 5 % Hürde haben dort weniger als 50 % der dann im Parlament vertretenen Parteistimmen für eine Brexitpartei gestimmt. Ohne 5 % Hürde schon 10x nicht. Also hör bitte auf davon zu reden, dass hier der Wille des Volkes aus einer Wahl nur umgesetzt werden würde. Dem ist nicht so!

Das gilt seltsamerweise nur für diese Wahl.
Als Labour gewann mit dem unsäglichen Kriegstreiber Blair - vernahm man solche Töne nie.

Aber die Wahl zum Europaparlament war ja ganz großes demokratisches Kino .
 
Petz schrieb:
Und um den Briten in ihr Fell zu brennen welche Dummheit sie mit ihrer Entscheidung begangen haben appelliere ich für die Zukunft an alle:

Don´t buy british anymore.

Und das sollte auch für Produkte mit britischer Wertschöpfung gelten. Wenn alle Bürger der EU so konsequent handeln würden wie ich seit Cameron´s Volksbefragung, kämen die Briten spätestens in paar Jahren auf den Knien angekrochen um wieder Mitglied der EU zu werden; diese Möglichkeit sollte ihnen dann natürlich eröffnet werden allerdings ohne auch nur die geringste Extrawurst.

Kannste mal ne Liste machen ?

Und : "Kaufe nicht bei ....."
hat in Deutschland und Österreich eine unheilvolle Tradition.
 
Rüganer schrieb:
Und : "Kaufe nicht bei ....."
hat in Deutschland und Österreich eine unheilvolle Tradition.
Ich verzichte strikt auf Fish and Chips und habe mir keinen Bentley Bentayga Speed angeschafft ...
;D
 
Wieso sollte man so handeln?
Woher der Groll?
Jede Nation soll sich so einrichten, wie sie es möchte.
Ich werde weiterhin auch britische Produkte kaufen, so wie zum Beispiel auch welche aus der Schweiz, den USA oder Norwegen ganz sicher nicht auf einer Boykottliste stehen.
Boykottieren kann man sicher einiges, aber nicht weil es aus GB kommt.

Petz schrieb:
Und um den Briten in ihr Fell zu brennen welche Dummheit sie mit ihrer Entscheidung begangen haben appelliere ich für die Zukunft an alle:

Don´t buy british anymore.

Und das sollte auch für Produkte mit britischer Wertschöpfung gelten. Wenn alle Bürger der EU so konsequent handeln würden wie ich seit Cameron´s Volksbefragung, kämen die Briten spätestens in paar Jahren auf den Knien angekrochen um wieder Mitglied der EU zu werden; diese Möglichkeit sollte ihnen dann natürlich eröffnet werden allerdings ohne auch nur die geringste Extrawurst.
 
Hab's jetzt nur überflogen, aber immer wieder erstaunlich, was so ein Thema an Halbwissen aus Echoräumen zu Tage bringt mit EU-Bashing und Politikerverdruss. Kann nur jedem, der sich angesprochen fühlt, empfehlen, sich dann mal selbst zu engagieren.

Ich finde es entsetzlich, dass GB nun endgültig aus der EU geht, kulturell, politisch und strategisch gehören die da einfach für mich mit dazu. Ich kann denen auch nichts schlechtes wünschen, ich mag die einfach.

Wenn ich aber nur daran denke, dass junge Studenten jetzt nicht mehr Mal eben über Erasmus nach GB und von dort weg können. Dass für kleine Unternehmen die ganze Harmonisierung des Handels und des Rechts wegfällt, dass die für jeden Bleistift jetzt wieder zum Zoll müssen. Dass jeder Berufsabschluss wieder anerkannt werden muss, jeder Engländer jetzt im Ausland eine Arbeitserlaubnis beantragen muss etc., bin ich ziemlich traurig.

Und das nur, weil die Briten zwei Rattenfängern aufgesessen sind und nostalgisch dem viktorianischen Zeitalter nachhänngen wollen. Viel Erfolg in einer globalisierten Welt, in der man ja schon als EU kaum mehr wahrgenommen wird.
 
Kreon100 schrieb:
Viel Erfolg in einer globalisierten Welt, in der man ja schon als EU kaum mehr wahrgenommen wird.

Leider liegen nationale Egoismen immer mehr im Trend, aka "Europa der Vaterländer" der rechten Rattenfänger in nahezu jedem Land Europas...
 
spinne08 schrieb:
Wenn das Wahlrecht nunmal so ist? Es muss sich dennoch eine ausreichende Menge für den Austritt entschieden haben. Ohne dem gäbe es das Ergebnis nicht.
Sehe das ganz genauso. So funktiniert nunmal das Mehrheitswahlrecht.
Das Problem dabei ist nur, dass ein Mehrheitswahlrecht nur in einem Zweiparteiensystem "wirklich demokratisch" ist. Das ist in GB nicht mehr gegeben. Die Einführung eines Verhältniswahlrechts ist aber vor ein paar Jahren, in der Regierung von Tories und Liberalen gescheitert.
 
Die Diskussion über „undemokratische“ Aspekte des Mehrheitswahlrechts hat aber doch mit dem Referendum zunächst mal nichts zu tun. 17,4 Mio. wählten „leave“ und 16,1 Mio. „remain“. Das ist Demokratie.
Nicht, dass ich den Austritt gut finde, aber undemokratisch ist doch eher, dass viele Strömungen der Politik das Referendum nicht umsetzen wollten.
 
Rüganer schrieb:
Und das Gestotter in den Nachriften der Öffis ist immer wieder köstlich.
Nach veröffentlichter Meinung hatte Boris doch keine Chance, genau wie Trump, der doch schon längst aus dem Amt geimpeachement gehört.
Waren das etwa Fake-News ?

Also laut überwiegender Meinung in ARD/ZDF/Deutschlandfunk/Faz/Süddeutsche etc. pp. waren die Chancen für Johnson sehr gut und er lag weit vorne ... wo du deine informationen her hast ist mir etwas schleierhaft ?
 
3303 schrieb:
Die Diskussion über „undemokratische“ Aspekte des Mehrheitswahlrechts hat aber doch mit dem Referendum zunächst mal nichts zu tun. 17,4 Mio. wählten „leave“ und 16,1 Mio. „remain“. Das ist Demokratie.
Nicht, dass ich den Austritt gut finde, aber undemokratisch ist doch eher, dass viele Strömungen der Politik das Referendum nicht umsetzen wollten.
Das habe ich allerdings auch an keiner Stelle erwähnt, geschweige dennn geschrieben. Zum Referendum selbst habe ich mich hier überhaupt nicht geäußert.
 
Kreon100 schrieb:
Und das nur, weil die Briten zwei Rattenfängern aufgesessen sind und nostalgisch dem viktorianischen Zeitalter nachhänngen wollen. Viel Erfolg in einer globalisierten Welt, in der man ja schon als EU kaum mehr wahrgenommen wird.
Nicht nur das ist für mich ein Grund für einen Boykott sondern weil die Mehrheit der Briten nur so zu überzeugen sind welche Lügen sie offenbar ganz bewußt zugunsten ihres Nationalismus negiert und alle Warnungen in den Wind geschlagen haben.
Abgesehen davon waren mir Großbritanniens Extrawürste schon immer ein Dorn im Auge und spätestens schon nach Thatcher´s unsolidarischer Meldung "i want my money back" hätten die in höchstmöglichem Bogen aus der EU geschmissen gehört...:ja:
Und sollten die in paar Jahren wieder reinwollen hätten sie sich meiner Meinung nach mit schlechteren Konditionen als die bestehenden Mitglieder zufriedenzugeben; sprich weniger Fördergelder versus höherer Beitragszahlungen denn nur so kann man ihnen den noch aus der Kolonialzeit überlebten Nationalegoismus final austreiben und sie für einen Vertragsstaatenbund wirklich tauglich machen :!:

Rüganer schrieb:
Und : "Kaufe nicht bei ....." hat in Deutschland und Österreich eine unheilvolle Tradition.
Nicht nur weil sich die Aufforderung nicht gegen eine Rasse oder Religionsgemeinschaft sondern gegen ein Land richtet sondern weil beispielsweise verbreitet verhängte Handelssanktionen wie hohe Strafzölle etc. praktisch dieselbe Wirkung zeitigen hab ich damit überhaupt kein Problem. Und ich sehe des Verbraucher´s Geldbörse als eine der letzten wirksamen Waffen die uns Konsumenten überhaupt noch geblieben sind...:ja:
 
noisi schrieb:
3303 schrieb:
Die Diskussion über „undemokratische“ Aspekte des Mehrheitswahlrechts hat aber doch mit dem Referendum zunächst mal nichts zu tun. 17,4 Mio. wählten „leave“ und 16,1 Mio. „remain“. Das ist Demokratie.
Nicht, dass ich den Austritt gut finde, aber undemokratisch ist doch eher, dass viele Strömungen der Politik das Referendum nicht umsetzen wollten.
Das habe ich allerdings auch an keiner Stelle erwähnt, geschweige dennn geschrieben. Zum Referendum selbst habe ich mich hier überhaupt nicht geäußert.
Mir ging es auch nur darum, dass hier teils der Eindruck herauskam, dass ja trotz rechnerisch eventuell etwas mehr Stimmen für brexitkritische Parteien bei der Parlamentswahl nun die Tories den Brexit durchziehen können und dass dieses System undemokratisch sei. So als ob das Volk ja eigentlich den Brexit nicht wolle.
Aber das demokratischste was man zum Brexit tun konnte, war ja bereits zu Gunsten des Brexit ausgegangen, nämlich das Referendum. Darin hat die Bevölkerung dem Parlament den Auftrag erteilt, den Brexit durchzuziehen. Egal wer genau da drin sitzt.

Unsere Staatsmedien haben natürlich stets gerne brexitkritisch berichtet und ihre Beiträge und Kommentare entsprechend gewichtet. Sie haben den Brexiteers Poulismus vorgeworfen und beschwören große Krisen herauf etc.. Die Brexit Befürworter hingegen versprechen blühende Landschaften...
Vermutlich wird die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen.
 
@ Petz:
Die Briten sind trotz Allem Nettozahler:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/38139/umfrage/nettozahler-und-nettoempfaengerlaender-in-der-eu/
Da wird zukünftig noch gerungen werden, wer deren Zahlungsüberschuss in der EU übernehmen wird, wenn sie raus sind. Deutschland, Österreich und Andere werden da sicherlich gerne angesprochen wenn es darum geht, die fehlenden Zahlungen der Briten oder zumindest deren Zahlungsüberschuss zu übernehmen. Es wird nicht lange dauern, bis da bei uns angeklopft und die Hand aufgehalten wird.
 
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