Pilatus schrieb:
Lagorce schrieb:
Mindestens FFP2 Schutzmasken sowie Nitril-Einweghandschuhe und Schutzbrille wären sinnvoll, nur sind hier nicht einmal FFP1 auffindbar. Zudem ist es extrem wichtig diese PSA korrekt einzusetzen, die allermeisten Benutzer sind diesbzgl. zu wenig konsequent. Falsch eingesetze PSA kann u.U. das Infektionsrisiko unnötig erhöhen.
Übrigens wird kaum je erwähnt, dass Atemschuzmasken mit Ventil die "Abluft" i.d.R. ungefiltert in die Umwelt abgeben.
Schutzbrille ja. FFP2-Maske ist umstritten, da es sich um eine Tröpfcheninfektion handelt und für die reicht eigentlich eine chirurgische Maske (die WHO empfiehlt FFP2-Masken nur bei aerosolbildenden Massnahmen wie Intubation, TEE, etc). Handschuhe bringen bei intakter Hautbarriere nix, aber desinfizieren muss man.
PSA: Persönliche Schutzausrüstung, ist hier meist EN-normiert, beinhaltet Schutzhanschuhe, Atemschutzmasken, Schutzanzüge, usw. Die Normen für Nordamerika sind wiederum spezifisch.
Das Sicherheitskonzept, das ich selbst einsetze lege ich aufgrund einer Synthese der verfügbaren Informationen fest (und passe sie ggf. laufend an), dabei geht es darum, die sinnvoll angemessene zusätzliche Sicherheitsreserve bzgl. offizielle Empfehlungen zu definieren.
Z.B. in Frankreich wurde die Öffentlichkeit schamlos belogen, ist dort jedoch relativ üblich, insbes. auch dank den allesamt unkritischen regierungsfreundlichen Medien (das allerheilige Prinzip der Pensée unique sowie das Politiquement correct), z.B wurde behauptet, Atemschutzmasken seien nutzlos solange man nicht selbst ansteckend ist.
Auch die WHO Empfehlung ist nicht rein wissenschaftlich begründet, Ziel ist es, noch chaotischere Zustände infolge weltweiter Knappheit der Schutzausrüstungen zu verhindern. In Frankreich hört man gelegentlich, dass es halt manchmal notwendig sei, das Volk anzulügen, um Probleme zu verhindern (siehe Tschernobyl).
Chirurgische Masken sind in erster Linie für den Schutz des Patienten ausgelegt, deren Wirkung zum Schutz des PSA-Benutzers ist gering. Die EN bzgl. dieser Maskentypen habe ich mir nicht einmal angeschaut, da ich deren Einsatz um sich selbst zu Schützen nicht als sinnvoll betrachte (ausser als besser-als-gar-nichts Notlösung).
Die Ansteckbarkeit über Aerosolbildung ist möglicherweise höher als zuerst angenommen, deshalb wende ich für mich selbst auch entsprechend strengere Sicherheitsregeln an. Die Schwierigkeit ist dabei, ein sinnvolles Mass festzulegen. Wir haben es ja nicht mit sowas wie Ebola zu tun, ist dennoch eine Art russisches Roulette (bei den Statistiken sollte man allerdings die Rohdaten beurteilen und nicht blindlings an deren Interpretation durch die Medien glauben).
Wichtig ist das selbst angewandte Sicherheitskonzept, das Tragen verschiedener Schutzausrüstungsgegenständen ist lediglich Teil einer nicht so trivialen Sicherheitskette dessen schwächstes Glied letzendlich entscheidend ist.
Dabei ist eine gut durchdachte der jeweils vorliegenden Anforderungen sinnvoll angepasstes und praxisgerechtes persönliches Sicherheitkskonzept massgebend. PSA und theoretische Regeln auf dem Papier bringen nichts, wenn man sie letztendlich aus welchen Gründen auch immer nicht einhalten kann.
Die richtige Wahl der PSA ist nur ein Bestandteil des Konzepts, extrem wichtig ist deren korrekter Einsatz (vom Auspacken biz zur Entsorgung bzw. Dekontamination, Desinfektion, usw.).
Sowas sollte man zuerst vorsichtig üben und nicht irgendwie in wilder Panik im Supermarkt die Schutzmaske aufsetzen nachdem man bereits allerlei möglicherweise infizierte Oberflächen berührt hat. Massgebend ist, stets sich bewusst zu sein, welche Flächen, usw. kontaminiert sind ("kontaminiert sein könnten" wird dabei als "sind kontaminiert" ausgewertet und dies betrifft sowohl Gegenstände wie auch ggf. Körperteile, PSA, usw.). Kontaminierte Hände, Einkäufe, sind kein Problem sofern man sich richtig verhält. Es ist sinnvoller gewisse Kontaminierungen in Kauf zu nehmen und entsprechend zu handeln, als fälschlicherweise zu glauben, dass die entsprechende Kontaminierung verhindert werden konnte.
Bereits das einfache Waschen der Hände wird in den meisten Fällen nicht ausreichend konsequent durchgeführt, als Nachweis gibt es z.B. Testflüssigkeiten, die UV-aktiv sind.
Auch Schutzmasken werden oft falsch justiert (die meisten drücken mit den Finger einer gleichen Hand um den Metallsteg zu jüstieren während man stets je Seite mit dem Finger der entsprechenden Hand drücken darf, niemals zwei Finger der gleichen Hand zusammendrücken da dabei der Steg asymmetrisch verformt wird) und dann auch noch unsachgemäss entfernt.
Sogar Handschuhe werden sehr oft falsch ausgezogen, sieht man sogar in gewissen Schulungs-Videos.
Sowohl für Handschuhe wie auch Atemschutz-PSA gibt es jeweils leicht unterschiedlich korrekte Vorgehensweisen; dabei sollte man eine Auswählen, üben und sich danach daran halten.
Anwendern mit Vorerfahrung (Gesundheitswesen, Labor, Pharma, bestimmte Industriebereiche, allgemeine Reinraumarbeiten,..) fällt es leichter, Sicherheitsregeln strikte einzuhalten, dort spielen Ausbildung, Praxis und Kontrolle eine grosse Rolle.
Falsch eingesetzte PSA können das Infektionsrisiko erhöhen, deshalb wird z.T. der Einsatz gewisser zwar nüzlichen PSA nicht empfohlen
Siehe Beispiel hier (Parodie mit der französischen Regierungs-Sprecherin mit dem lustigen Vornamen):
Link:
https://www.youtube.com/watch?v=N8saQ2mQE2U
Problem ist zudem, dass Zurzeit nicht genau bekannt ist, wie hoch das Infektionsrisiko bei Berührung von kontaminierten inerten Oberflächen ist, in diversen Studien konnte Virensubstanz genetisch nachgewiesen werden, bzgl. effektives Ansteckrisiko sind die Ergebnisse jedoch nicht direkt interpretierbar, da dabei die Virenkonzentration sowie -aktivität eine Rolle spielen.
Auch bzgl. Übertragung durch Aerosole weiss man nicht so genau wie hoch das effektive Risiko einzustufen ist.
Das Ganze ist auch Frage von Wahrscheinlichkeiten, leider fehlen zurzeit ausreichende Sicherheitsstudien. Demnasch betrachte ich es als
sinnvoller, etwas strengere Sicherheitsegeln als formal vorgeschrieben einzuhalten.
Gesamthaft betrachtet befürworte ich den Einsatz einer mindestens FFP2 Atemschutzmaske zusammen mit Schutzbrille sowie Nitril-Einweghandschuhe (i.d.R. hier einlagig, ggf. zweilagig falls aus praktischen Handling-Gründen erforderlich (nicht wegen des eigentlichen Grundrisikos). Anstelle von FFP2 können auch FFP3 sowie wiederverwendbare P2 und P3 PSA eingesetzt werden. Wiederverwendbare Schutzmasken müssen gem. Herstellervorschriften desinfiziert werden (meist ist eine Javelwasserlösung ausreichend). In der Praxis sind gewisse Schutzmasken zwar sehr unpraktisch. Auch die Qualität der PSA spielt eine Rolle nur hat man infolge des Mangels gar keine Wahl, untere anderen Umständen sollte man PSA testen und womöglich die wählen, die nicht nur die technischen Anforderungen erfüllen sondern auch subjektiv komfortabel im Einsatz sind.
Strikte betrachtet sind vermutlich die wenigsten in der Lage, eine strenges Schutzkonzept im privaten Umfeld umzusetzen, im beruflichen Umfeld werden Infrastrukturen entsprechend ausgelegt, was das Umsetzen der Sicherheitskonzepte erleichtert.
Abschliessend gehe ich dennoch davon aus, dass der Aufwand für eine angemessene Risikominderung im Alltag durchaus realistisch tragbar ist. Am wichtigsten sind dabei das allgegenwärtige konsequente sozial Distancing (m.e. >2 m) sowie konsequentes Händewaschen. Zusätzlicher Einsatz von PSA reduziert das Risiko weitergehend, jedoch nur wenn richtig eingesetzt.
Oft sind jedoch Dritte das grosse Risiko, falls am so ein Vollidiot direkt ins Gesicht pustet, hilft eigentlich nur der Einsatz entsprechender PSA was. Zudem sollte man möglichst nur unter die Leute wenn wirklich erforderlich.
Edit:
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