Tag 61
Ich habe Heute mal einen Apfelbaum gepflanzt. Ist ganz meditativ, dabei kann man nachdenken. Es gab sogar ein Ergebnis.
Man muss verstehen, wie Denken geprägt wird. Meist durch Tradition aus der Vergangenheit. Deswegen seid ihr hier gerade ganz gut dabei ausgezeichnet aneinander vorbei zu reden. Aber es gehört zur Freiheit, auch aneinander vorbei zu reden.
Die Schweiz ist eine Idee und noch nie ein Nationalstaat, von Schiller zur Vorstellung gebracht:
Wilhelm Tell verkörpert Schillers Idealbild von einem freien Menschen. Im Drama verwebt Schiller die Tell-Sage mit den historischen Ereignissen zur Befreiung der Schweiz aus der Gewaltherrschaft der Österreicher im 12./13. Jahrhundert. Wilhelm Tell ist im Drama die Hauptfigur. Tell ist ein freier Waldmensch, der – als sein Leben, seine Freiheit und seine Familie bedroht sind – zur Armbrust greift und den tyrannischen Vogt Gessler niederstreckt. Schiller hatte die Auffassung eines Naturrechts, sich gegen Unterjochung aufzulehnen, wenn die eigene Freiheit durch Fremdherrschaft und Tyrannei bedroht ist. Mit ihrer Auflehnung gegen die österreichische Gewaltherrschaft verteidigten die Schweizer ihre Menschenwürde und Freiheitsrechte. Das machte sie zu einem Vorbild für ganz Europa. Das Recht auf Widerstand und das Recht auf individuelle Freiheit und gemeinschaftliche Solidarität sind die Hauptthemen des Schauspiels. Schiller setzt sich im Stück auch indirekt mit der französischen Revolution auseinander. Schillers Wilhelm Tell ist dabei als ein Gegenentwurf zu der in Frankreich brutal eskalierten Revolution anzusehen. Ebenso ist Wilhelm Tell ein Gegenentwurf zu seinem Erstlingswerk „Die Räuber„.
https://www.friedrich-schiller-archiv.de/inhaltsangaben/zusammenfassung-wilhelm-tell/
Das "moderne" Deutschland war die Forderung nach einem Nationalstaat auf dem Hambacher Fest am 26. Mai 1832:
Zentral waren die Forderungen nach Einheit und Freiheit Deutschlands. Unter Einheit wurde die Errichtung eines deutschen Nationalstaates mit einer Verfassung verstanden. Die Forderung nach Freiheit umfasste die bürgerlichen Freiheiten: Meinungs-, Rede-, Presse-, Versammlungs-, Vereinigungs-, Gewerbe-, Auswanderungs- und Niederlassungsfreiheit. Dazu gehörte auch die Gleichberechtigung aller Staatsbürger vor dem Gesetz unabhängig vom Geburtsstand. Frauen waren dabei explizit eingeschlossen.
https://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=70
Es wurde also die Aufhebung der Kleinstaaterei und Bürgerrechte gefordert.
Österreich? Da war doch noch was in Frankfurt:
Frankfurter Nationalversammlung
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Die Nationalversammlung verabschiedete am 28. März 1849 die Frankfurter Reichsverfassung (Verfassung des deutschen Reiches). Nach ihrer Auffassung war sie allein zur Inkraftsetzung imstande. Die Verfassung wurde von den meisten deutschen Einzelstaaten sowie beiden Kammern des preußischen Landtags angenommen, nicht aber vom preußischen König und den großen Einzelstaaten wie Bayern und Hannover. Österreich hatte sich durch eine neue, durch den Kaiser oktroyierte Verfassung für einen österreichischen Einheitsstaat vom neuen deutschen Reich de facto ausgeschlossen.
Preußen und Österreich, dann auch andere Staaten, befahlen im Mai den Abgeordneten aus ihren Ländern, ihr Mandat niederzulegen, und traten der Revolution nun mit offener Gewalt entgegen. Die Reichsverfassungskampagne scheiterte. Auch durch sonstige Mandatsniederlegungen schrumpfte die Zahl der Abgeordneten, bis die Nationalversammlung von der Linken dominiert wurde. Ende Mai 1849 flohen die verbliebenen Abgeordneten nach Stuttgart und bildeten dort ein Rumpfparlament, das aber bedeutungslos blieb und schon am 18. Juni durch württembergisches Militär aufgelöst wurde.
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https://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_Nationalversammlung
Österreich gab es zu diesem Zeitpunkt in der heutigen Form noch gar nicht da das Heilige Römische Reich noch in Abwicklung war.
Das was? Ja, ganz genau dieses:
Heiliges Römisches Reich (lateinisch Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium)[1] war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom Spätmittelalter bis 1806. Der Name des Reiches leitet sich vom Anspruch der mittelalterlichen römisch-deutschen Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als Gottes heiligen Willen im christlichen Sinne zu legitimieren.
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Ab 1740 begannen die beiden größten Territorialkomplexe des Reiches, das Erzherzogtum Österreich und Brandenburg-Preußen, immer mehr aus dem Reichsverband herauszuwachsen. Das Haus Österreich konnte nach dem Sieg über die Türken im Großen Türkenkrieg nach 1683 große Gebiete außerhalb des Reiches erwerben, wodurch sich der Schwerpunkt der habsburgischen Politik nach Südosten verschob. Dies wurde besonders unter den Nachfolgern Kaiser Leopolds I. deutlich. Ähnlich verhielt es sich mit Brandenburg-Preußen, auch hier befand sich ein Teil des Territoriums außerhalb des Reiches. Zur zunehmenden Rivalität, die das Reichsgefüge stark beanspruchte, traten jedoch noch Änderungen im Denken der Zeit hinzu.
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https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliges_R%C3%B6misches_Reich
Jetzt wollte jeder von denen einen tollen Titel haben, nur ein Reich mit 2 Kaisern ging nicht. So ist es dann Trennung. Ratefrage an unsere Österreicher im Forum: Wo werden die Reichsinsignien aufbewahrt? Mal sehen, wer es weiß.
Ganz kurz noch mal zusammen gefasst:
Während der Herr Schweizer, Frauen waren nicht dabei, sich regelmäßig getroffen hat um mit Handzeichen über seine Belange abzustimmen ist der deutsche Michel mal in den 30-jährigen Krieg gezogen bei dem keiner vom einfachen Volk wusste um was es geht. Mit Wahlen und Handzeichen und so braucht man da gar nicht zu kommen. So etwas prägt das Denken. Irgendwann hat der deutsche Michel von der Revolution in Frankreich gehört und wollte so etwas auch. Nur die oberen 10000 waren dagegen. Das führte dann zu den Revolutionen 1848/1849
https://de.wikipedia.org/wiki/Revolutionen_1848/1849 und 1871 zur Gründung des deutschen Reiches.
https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Reichsgr%C3%BCndung . Zu diesem Zeitpunkt pflegt der Herr Schweizer schon über viele Generationen sein Basisdemokratie. Die kannten schon nichts anderes mehr.
Das muss man wissen wenn man über Grenzen hinweg über Freiheitsrechte diskutiert. In diesem geschichtlichen Kontext sind die Ursprünge all unsere Gedanken zu diesem Thema zu finden. Genau das ist der Grund, warum neben anderen bamigoreng und ski-chrigel als Schweizer eine andere Argumentationslinie haben wie che, pancho, ich selber und weitere. Es ist und bleibt Tatsache, das wir durch die Selbstverständlichkeiten, egal ob positiv oder negativ besetzt, in unserem Umfeld in unserem Denken geprägt werden.
Genau die Idee der Freiheit und alles was dahinter kommt wird auch gerne bei denen vergessen, die immer Volksabstimmung schreien. Abgestimmt muss auch über unbequeme Fragen werden, nicht nur über die Stammtischthemen. In Bayern haben die sich mal ganz böse in die Nesseln gesetzt als das Rauchverbot doch zum Gesetz wurde. Seit dem schreit da auch keiner mehr Volksabstimmung. Solche Abstimmungen über unpopuläre Themen sind in der Schweiz aber Teil der politischen Grundlagendiskussion, da geht es auch schon mal um Steuererhöhungen.
Als krasses Gegenteil im deutschsprachigen Raum ist das absolutistische Fürstentum Lichtenstein zu sehen.
Hier noch ein Interview aus dem Spiegel über den Diskussionszustand in Deutschland:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/corona-diskussionskultur-empoerungswellen-treiben-die-gesellschaft-auseinander-a-faa5ac29-fa98-4417-9b84-d8be0606c716
So, das war jetzt der kurze Geschichtsunterricht und ich will hoffen, das Treffen von Forumsmitgliedern auch weiterhin ohne Waffengebrauch statt finden.
Und weil 18 Uhr vorbei ist und er Zivilschutz in Rom sich zu Wort gemeldet hat noch die Zahlen aus Italien:
In Italien wurden in den letzten 24 Stunden „nur“ 802 Personen positiv auf das Coronavirus getestet – das ist der niedrigste Wert seit Anfang März.
Die Zahl der Neuinfizierten sinkt erstmals seit Anfang März auf unter 1.000: In den vergangenen 24 Stunden wurden 802 Neuinfektionen gemeldet, 282 davon in der Lombardei – das entspricht rund 30 Prozent der Neuinfektionen.
Aktuell positiv auf das Coronavirus getestet sind 83.324 Personen, mehr als 30.000 aktuell Positive zählt allein die Lombardei.
Die Zahl der Intensivpatienten bewegt sich ebenfalls weiter in Richtung 1.000er-Marke: Aktuell werden noch 1.027 Patienten in ganz Italien intensivmedizinisch betreut, das sind sieben weniger als am Tag zuvor. Mehr als 80 Prozent der aktuell positiv Getesteten befinden sich mit leichten Symptomen in Isolation.
Der Zahl der mit Corona zusammenhängenden Todesfälle bleibt unter 200: Waren es am Samstag 194 Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus so sind in den letzten 24 Stunden weitere 165 dazugekommen.
2.155 Personen wurden in den letzten 24 Stunden für geheilt erklärt.
https://www.tageszeitung.it/2020/05/10/nur-802-neuinfektionen/
Das mit der Lombardei verstehe ich einfach nicht, was ist da los?
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Tante Edit meinte, das wär auch noch lesenswert:
Gambit im Ghetto
Der Intensivmediziner Werner Beikircher über das Schachspiel mit dem Coranavirus, mögliche Zukunftsszenarien und eine Sicherheit: Es wird eine lange Partie werden.
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Vielleicht bauen wir einen Technology Parc oder Skilift weniger (danke für Langtaufers!) und stecken die Mittel in die Valorisierung der sanitären Berufe; und damit meine ich auch die „letzte“ Reinigungskraft, die diesen Dreckskeim irgendwo abschrubben muss.
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https://www.salto.bz/de/article/20042020/gambit-im-ghetto