albe-fr schrieb:
carvster| schrieb:
Ein 12 jähriger ist wohl auch kaum so betroffen von den Maßnahmen wie die über 16. Oder ist es für einen 12 jährigen normal viele neue Kontakte auf Partys zu sammeln?
vor 'nem Jahr war er zumindest noch jede Woche auf einer - das hat sich jetzt halt alles ins Netz verlegt - ich glaube nicht, dass die Kids darunter leiden. Ob die 16 jährigen damit ein Problem haben kann ich jetzt noch beurteilen.
Ein 11-jähriger jede Woche auf ner Party? Sauber!
Ansonsten: ich finde es wirklich schön, dass es Dir und Deinem 12-jährigen (+ dem Rest Deiner Familie) weiterhin gut geht, ganz ernsthaft! Dennoch könnte ich bei so manchen Deiner Beiträge in diesem Faden "rückwärts frühstücken", denn
ich finde es fehlt Deinen Beiträgen oftmals an Empathie. Dass es manchen Jugendlichen und Familien (oder auch allen anderen) nicht gut geht in den Zeiten der Pandemie, scheint in Deinem Kosmos keinen Raum zu haben. Das finde ich einfach nur schade. Wenn ich aber an meine Jugend zwischen 14 und 21 zurückdenk, dann bin ich echt verdammt froh, dass es damals keine Pandemie gab, und dass ich ab einem gewissen Alter unbeschwert in Kneipen und Klubs gehen konnte, Freunde treffen durfte so viel ich wollte, und mich allgemein ausprobieren durfte. All das fehlt den heutigen Jugendlichen - und online ist das nicht dasselbe - oder hat schon mal jemand den ersten Kuss oder Geschlechtsverkehr online erlebt? Sich online verlieben geht natürlich, aber die anschließende Nähe in Pandemie-Zeiten erfahren und zu schaun, ob es wirklich funktioniert? Wirklich schwierig.
Ich hab in meinem Freundeskreis auch eine Familie, die von meinem Patenkind: sie wohnen zu fünft (Eltern + Kinder mit 2, 4 und 5 Jahren) in einer Dreizimmer-Wohnung. Mit offenen Kitas und offenen Spielplätzen zwar durchaus anspruchsvoll aber ziemlich gut möglich. Insbesondere im Frühjahr, wo alles geschlossen war, war das jedoch verdammt hart, momentan ist die Stimmung (noch) so mittelgut. Eine neue Wohnung wird natürlich gesucht, ist aber auch nicht einfach. Und ich muss sagen: das sind keine prekären Familienverhältnisse, aber halt nur ein ordentlicher Verdiener (promoviert in E-Technik, Gruppenleiter an ner Uni). Man könnte jetzt natürlich sagen: hätten die zwei halt nicht so viele Kinder bekommen, wenn die Wohnsituation nicht ausreichend ist. Aber gäbe es die Pandemie nicht, wäre ja alles in Ordnung, zumindest für die nächsten paar Jahre. Und für eine Pandemie-Situation plant man ja eigentlich auch nicht, denn wenn nicht mal der Staat sich ordentlich drauf vorbereitet, dann denk ich doch privat erst recht nicht dran...
Gerade in diesem Jahr ist es meiner Meinung nach wichtiger denn je über den eigenen Horizont hinaus zu blicken und die Sorgen und Nöte anderer anzuerkennen, und auch falls möglich zu helfen. Mir persönlich ging es in 2020 - objektiv betrachtet - nicht viel schlechter als normal. Es gab zwar Einbußen, aber die waren überschaubar. Dafür bin ich dankbar. Mir ist aber immer bewusst: es gibt andere, für die eine Ausnahmesituation nicht so einfach wegzustecken ist.