Tyrolens schrieb:
Ich kann das Vorgehen der EU insofern nicht verstehen, als Geld hier doch keine Rolle spielen kann. Man sollte doch von jedem Impfstoffkandidaten die maximal mögliche Menge bestellen, wer als erstes liefern kann, wird für die gelieferten Dosen bezahlt, alle anderen werden kompensiert, bzw. gibt es sehr viele Länder, die auf gespendeten Impfstoff angewiesen sind.
Das wird ja eh schon zum Teil gemacht, warum man das dann aber trotzdem nur so halbherzig umgesetzt hat, verstehe ich auch nicht.
Der Chefberater Israels, Tal Zaks ist CMO bei Moderna und hat Israel trotzdem zur Bestellung des BioNTech Impfstoffs geraten. Im Land der Freunderln wäre das unmöglich passiert.
Interessant, das war mir gar nicht bekannt. Zeigt aber, dass teilweise eben doch noch objektiv geurteilt wird.
Tyrolens schrieb:
Zumindest an einer Impfung per Nasenspray wird gearbeitet. Das würde aber auch irgendwie zu Ischgl passen.
Würde es tatsächlich... wenn die Wirkung der Impfung nicht erst nach etlichen Tagen, sprich vermutlich erst kurz vor Urlaubsende anschlagen würde. Aber vielleicht bekommen Kartenvorbesteller ja schon im Voraus ne Nasenspraypackung zugesendet?
christopher91 schrieb:
Leider hat Österreich den falschen Impfstoff bestellt. Nicht dass die 2021/22er Saison auch noch ins Wasser fällt.
Das trifft eigentlich auf die gesamte EU zu, einfach zu wenig bei Biontech und Moderna gekauft.
AstraZeneca wirkt dann wenn es dumm läuft auch nur zu 70%, dass wird die Impfbereitschaft auch nicht steigern.
Ganz eindeutiges Jaein. Ich habe zwar ehrlichgesagt keine Ahnung, worauf sich diese 70% (bzw. die zwei zugrundeliegenden Zahlen aus denen dann der Mittelwert gebildet wurde) beziehen (werden da nur Leute mit Symptomen als "nicht wirksam" aufgenommen? Oder wird da auch anlasslos regelmäßig eine PCR gemacht? Wie kommt diese Zahl zustande?)... Aber:
https://www.derstandard.de/story/2000122789439/astra-zeneca-versichert-100-prozentige-zuverlaessigkeit-bei-corona-impfstoff
"Der Impfstoff könne einen 100-prozentigen Schutz gegen schwere Verlaufsformen bieten, sagt das britische Unternehmen" - und das wäre ja eigentlich das wichtigste. Ist vielleicht nicht die beste Variante, um die Pandemie zu stoppen und die Ansteckungsgefahr zu senken, aber eigentlich ja das, was sich die meisten Leute wünschen. Jeder, der sich aber mit dem Thema genauer beschäftigt hat, wird aber vermutlich genauso wie ich auch viele Fragezeichen vor der Stirn haben?

Wie wird diese Zahl ermittelt? Was gilt als "schwerer" Verlauf? (beatmet, Krankenhaus, starkes Fieber?) Daher auch meine Frage oben, wie diese 70% (bzw. 95% bei BioNTech usw.) ermittelt werden.
Zum Thema, ob man trotz Impfung noch ansteckend ist... Wie es ein Experte in einem der Podcasts vom NDR mal gesagt hat: "Absence of evidence is no evidence of absence." - finde ich sehr passend. Es gibt aktuell keine Daten dazu, es spricht viel dafür, dass die Infektiösität mindestens stark abnimmt, aber niemand weiß bisher nichts genaues, die Antwort kann immer noch ja oder nein heißen. Abwarten, Tee trinken.
Hoffentlich sind Sanofi und Curevac besser.
Sanofi?
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/sanofi-glaxosmithkline-corona-impfstoff-101.html
Nein, bei Sanofi würde ich nicht so schnell mit einem Impfstoff rechnen, wenn es jetzt schon heißt Ende 2021... Ich frage mich ja allerdings: Wenn der Impfstoff gerade bei älteren Patienten nicht die gewünschte Wirkung hatte... wie sah die dann bei jüngeren Testpersonen aus? Warum nicht einfach an die Verimpfen? Win-win: So kann man die Bevölkerung von jung nach alt und alt nach jung gleichzeitig durchimpfen. Aber ich vermute mal, dass auch die Zahlen nicht so positiv aussahen... dazu liest man aber leider wenig bis gar nichts.
CureVac? *Frühestens* Mitte nächsten Jahres. Ich bin optimistisch, dass bis dahin schon auch viele Nicht-Prioritätsgruppen schon das "Impfangebot" wahrnehmen konnten. Nein, CureVac kommt für den Großteil der Impfungen zu spät.
Also ja, die Bundesregierung und EU haben komplett auf die falschen Pferde gesetzt. Und es ist mir bis jetzt immer noch unverständlich, wieso. Vetternwirtschaft? Die ganzen tollen positiven Medienberichte über CureVac im Frühjahr? Zumindest zu dem Zeitpunkt, wo bekanntgegeben wurde, wo die EU welche Mengen bestellt, war eigentlich schon absehbar, dass BioNTech als deutlicher Sieger hervorgehen könnte und CureVac doch eher noch etwas länger brauchen würde. Ich hab das damals abgetan mit "ach, die werden schon wissen, was sie tun, die Entscheider sitzen ja näher an der Informationsquelle als wir"... Tjoa, falsch gedacht.
So viel zu dem "das war ja völlig unvorhersehbar, dass BioNTech das Rennen machen würde". Komisch, denn mir war das bereits Mitte des Jahres klar. Und Israel ja offenbar auch. Ich werde wirklich auch das Gefühl nicht los, dass man hier zu sehr auf den Preis geschielt hat (Sanofi, AstraZeneca sind beide deutlich günstiger), sich dachte, dass die zweite Welle schon nicht kommen wird (sah im Sommer ja so gut aus und Laschet hat allen voran nach Lockerungen geschrien, jetzt schreit er nach dem Gegenteil, das was gerade am populärsten ist?!

) und daher sowieso dachte "jetzt hat man ja Zeit"... Dazu noch sehr viel auf CureVac gesetzt (weil Presseliebling und ... naja Dietmar Hopp hat sicherlich auch sehr gute Connections in die Politik... sag ja nur - er ist auch SAP-Mitgründer gewesen und große Teile der Corona-Warn-App wurden entwickelt von *Trommelwirbel* SAP! Eigentlich ja nicht gerade als klassicher Smartphone-App-Entwickler bekannt, das Unternehmen... das sind mir ein paar zu viele Zufälle). Naja und Moderna und BioNTech hat man halt mitgenommen, weil man die ja nicht ganz links liegen lassen konnte. Auch so als "Backup", falls der Rest nicht so schnell fertig sein würde. Blöd halt, dass man jetzt mit diesem "Backup" leben muss, aber noch halbwegs herausreden kann, weil man ja eben dieses "Backup" noch hatte.
Wie viele Impfstoffdosen bekommt die EU bzw. Deutschland eigentlich dann von Moderna, wenn die zugelassen werden? Amerikanisches Unternehmen... America First... sag ja nur. Konnte da zuletzt keine Zahlen zu finden.