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Coronavirus 2019-nCoV

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Ich finde die Aussage, man könne nicht alle über 60 isolieren, immer sehr seltsam.

Man fordert doch derzeit von ALLEN, dass sie sich isolieren, Freizeitaktivitäten unterlassen, möglichst viel zuhause bleiben. Und dann ist es schwierig oder zu viel verlangt, das von einem Bevölkerungsanteil von 30% zu erwarten, von dem der Großteil sowieso in Rente ist?

Wenn man 100% isolieren kann, geht es bei 30% erst recht. Noch dazu bei Leuten, von denen sowieso die meisten nicht mehr arbeiten gehen.
 
manitou schrieb:
Es gibt eine interessante Gegensichtweise auf das Corona-Problem von Dr. Wolfgang Wodarg
„interssant“, ja, so kann man das auch nennen
Der Mann ist kein Verschwörungstheorektiker oder Spinner,
Nein, natürlich nicht.
Nur, weil der völlig ignoriert, dass nicht auf irgendeine Form von Corona sonder spezifisch auf das jetzt aktive Covid-19 getestet wird und ignoriert, dass es für den Begriff Pandemie eine Definition gibt. Oder weil er lange Interviews mit rechten Verschörungstheoretikern macht. Äußerungen zur Gefährlichkeit von Chemtrails (die er später anders gemeint hat) unterstreichen nur seine Seriösität. Oder weil es ein aktuelles Interview mit KenFM gibt.
angesehen von wem?
Er war 14 Jahre Leiter des Gesundheitsamtes Flensburg,
und hat in dieser Zeit einen Hochstapler als Amtsarzt eingestellt

Du bist auch nicht der erste, der den hier verlinkt. (Bist du echt nicht drauf gekommen, mal nachzugucken, ob nicht vorher schon jemand das „interssant“ fand?

Das Video ist übrigens vom 10.3. Da hatte Deutschland etwa 1500 Infizierte und man ging von einer Verdopplung alle 7 Tage aus (warum auch immer). Damit hätten wir heute erst 3000 offiziell Infizierte, es sind aber 3 mal so viele.

Ach so, das mit dem Ansehen als Politiker teilen auch nicht alle
https://www.wz.de/politik/inland/der-spd-mann-wolfgang-wodarg-und-die-corona-luege_aid-49614149
 
j-d-s schrieb:
Ich finde die Aussage, man könne nicht alle über 60 isolieren, immer sehr seltsam.

Man fordert doch derzeit von ALLEN, dass sie sich isolieren, Freizeitaktivitäten unterlassen, möglichst viel zuhause bleiben. Und dann ist es schwierig oder zu viel verlangt, das von einem Bevölkerungsanteil von 30% zu erwarten, von dem der Großteil sowieso in Rente ist?

Wenn man 100% isolieren kann, geht es bei 30% erst recht. Noch dazu bei Leuten, von denen sowieso die meisten nicht mehr arbeiten gehen.

Wer kümmert sich denn dann um diese Gruppe. Klar, ein großer Teil davon kann sich um sich selbst kümmern. Ein andere großer Teil ist aber abhängig von anderen. So ist z.B. ein gorßer Teil in Seniorenheimen und co., wo es Pfleger gibt, welche aber zum Großteil auch unter 60 sind, also findet hier schon mal eine Durchmischung statt. Ein anderer Teil von älteren Leuten wird von Familienmitgliedern unterstützt. Diese Familienmitglieder können in mit der strikten Isolation sich auch nicht mehr um sie kümmern. Wer kümmert sich dann um sie?

Klar in der Theorie ist der Vorschlag von dir nachvollziehbar. Aber in der Praxis halte ich das aus oben ausgeführten Beispielen nicht für durchführbar.
 
Jan Tenner schrieb:
Dann schmieren die Werte eben am ersten Tag der Wiedereröffnung um 50 Prozent ab, weil die Perspektiven eben völlig andere sind als vor der Krise.
Warum? Die Nachfrage wird sich ja in den allermeisten Branchen nicht verringert, sondern enorm verstärkt haben.
Mit prall gefüllten Auftragsbüchern dürften die Bewertungen solcher Unternehmen nicht automatisch als dunkelschwarz bewertet werden.
Solange man mir nicht plausibel erklärt, warum das anders sein sollte, kann ich das ganze nur als (wirtschaftliches) Weltuntergangsgeheule betrachten...
Leerverkäufe verbieten könnte man mal...
 
Noch was zum angeblichen Experten, dem „Mario Barth der Virenforschung“ von der
Public Health School Graz

WARUM WODARG NICHT RECHT HAT!

Derzeit zirkuliert ein Youtube-Video von dem deutschen Arzt und SPD Politiker Wolfgang Wodarg - https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Wodarg + www.wodarg.com/ - in den sozialen Medien.

Wir wurden gebeten dazu eine Stellungnahme abzugeben.

Wodarg hat recht wenn er feststellt dass COVID-2019 vor allem ältere, multimorbide und immunschwache Menschen betrifft. SARS-CoV-2 ist, so wie viele andere Viren, nur eine von vielen Ursachen die im höheren Alter zum Tod führen kann. Täglich sterben in Österreich 230 Personen, davon 15 an nosokomialen im Krankenhaus erworbenen Infektionen.

Wo er NICHT recht hat ist, dass uns das alles völlig egal sein könnte und die ganzen Vorkehrungen und Maßnahmen sinnlos sind. Was er vollkommen übersieht ist, dass es durch die starke Verdichtung der schweren Verläufe auf wenige Wochen (v.a. KW13 bis KW17) zu einer Überlastung der Krankenversorgung kommen kann. Ohne diese Überlastung würde die Sterblichkeit über das Jahr gesehen relativ gleich bleiben und auf Überwachungsinstrumenten wie - www.euromomo.eu - kaum sichtbar. Mit Überlastung, wie in Italien, sterben aber auch plötzlich viele andere Personen vorzeitig. Unfallopfer oder jüngere Menschen mit lebensbedrohlichen Ereignissen bleiben un- oder unterversorgt. Genau das müssen wir verhindern!

Wir müssen es schaffen die „Durchseuchung“ der Hochrisikogruppe möglichst zu verhindern bzw. stark zu verlangsamen. Gleichzeitig die Geschwindigkeit der Immunisierung der Restbevölkerung gut zu timen. Also nicht zu stark zur fördern, aber auch nicht zu stark zu behindern. Also keine zu lange strikte Quarantäne für junge und gesunde Menschen :-)

Was keinesfalls passieren darf ist, dass die psychologischen, sozialen und ökonomischen Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 die Auswirkungen von COVID-19 übersteigen. Dieser Aspekt wurde bis dato kaum thematisiert. Es gibt noch keinen Versuch diese Auswirkungen empirisch, im Sinne einer Gesundheitsfolgenabschätzung (Health Impact Assessment), abzuschätzen. Warum ist das so?

Dafür gibt es mehrere Erklärungen. Die Welt ist im Alarmzustand und es gibt keine Alternative zu den von der WHO empfohlenen Maßnahmen. Die Auswirkungen von COVID-2019 sind noch immer so ungewiss, dass eine solche Abschätzung nur rückblickend erfolgen kann. Eine solche Abschätzung ist viel zu komplex, zu ungenau und unseriös. Alle diese Gründe sind plausibel. Trotzdem sollte bei keiner Therapie, keiner Intervention und auch bei keinem Public Health Notfallplan auf potentielle Nebenwirkungen und (Kollateral)Schäden vergessen werden. Die richtige Balance zu finden ist derzeit eine beinahe unbewältigbare Herausforderung für internationale Gesundheitsorganisationen, nationale Gesundheitspolitiker und Krisenstäbe.
 
j-d-s schrieb:
Ich finde die Aussage, man könne nicht alle über 60 isolieren, immer sehr seltsam.

Die über 60 jährigen. Und Immunsupprimierten, Und Diabetiker. Und Asthmatiker. Und Querschnittsgelähmte. Und Menschen mit Mucoviszidose. Und Menschen mit Glasknochenkrankheit. Und Menschen mit Muskelschwäche...

Wie isoliert eine Famile ihr immunsupprimertes Kind? Wie isoliere ich meinen Mann?

Dass sich jetzt alle isolieren sollen stimmt ja nicht. Wir sollen uns einschränken.
Das ist noch keine Isolation.
 
@Schusseligkite
Ich habe klar gesagt, dass ich nicht weiss, was ich davon halten soll - sondern dass ich es lediglich als Wert empfinde, seine Meinung mal zu reflektieren! Ich weiss generell nicht, was ich von dem ganzen Corona-Ding grad halten soll, und vertete auch keine Meinung dazu, weil ich kein Fachmann bin und keine Ahnung davon haben - im Gegensatz zu vielen anderen selbsternannten Experten hier.

Wodarg "angesehen"?!
Dem Hochstapler sind viele weitere auf den Leim gegangen - das war 1883 - und es schien Wodargs Karriere nicht geschadet zu haben, sonst hätte man ihn damals als Amtsleiter entfernt und er hätte nicht auch als MdB in der SPD aufsteigen können. Ich habe nur die in Wiki genannten Fakten genannt.

Ich gehe da ganz wertfrei ran - dem emotionalen Ton Deines Statements ist jedoch deutlich zu entnehmen, dass das bei Dir nicht der Fall ist.
 
Schusseligkite schrieb:
und hat in dieser Zeit einen Hochstapler als Amtsarzt eingestellt

Haha, da musste ich auch sofort dran denken, als ich Flensburg gelesen hab. Auch kürzlich einen entsprechenden Galileo-Beitrag bei Youtube vorgeschlagen bekommen? :D


j-d-s schrieb:
Ich finde die Aussage, man könne nicht alle über 60 isolieren, immer sehr seltsam.

Man fordert doch derzeit von ALLEN, dass sie sich isolieren, Freizeitaktivitäten unterlassen, möglichst viel zuhause bleiben. Und dann ist es schwierig oder zu viel verlangt, das von einem Bevölkerungsanteil von 30% zu erwarten, von dem der Großteil sowieso in Rente ist?

Weil genau diese Risikogruppe nämlich immer wieder Kontakt mit jüngeren haben wird und muss. Es ist nicht möglich, die komplett zu isolieren. Sei es im Gesundheitswegen (Ärzte, Krankenhäuser, ...) oder in anderen Einrichtungen wie Altersheimen. Oder meinetwegen nur im Supermarkt. Überall arbeiten viele junge Leute, die den Virus in diesem Fall am Ende doch an die Älteren abgeben würde.

Abgesehen davon scheint ja nun nicht jeder Jüngere problemlos die Corona-Infektion zu überstehen. Auch, wenn die Prozentzahlen deutlich geringer als in den älteren Kreisen sind, kann das nach hinten losgehen. Abgesehen davon zum Grippe-Vergleich: Das eigentliche Problem ist nicht der Vergleich von Corona mit der Grippe ("nach den Grippe-Toten kräht doch auch kein Hahn!"), sondern die Tatsache, dass Grippe inzwischen so hingenommen wurde und komplett "ignoriert" wird. Vielleicht sollte man sich die Tötlichkeit von Grippe mal wieder vor die Augen führen. Und einen weiteren wichtigen Unterschied gibt es auch noch: Bei der Grippe gibt es Impfungen, die zumindest meistens auch ganz gut funktionieren (leider gibt es natürlich auch Jahre, wo die Impfungen weniger wirkungsvoll sind).

Ich empfehle euch übrigens die neue Netflix-Serie "Pandemie".
Da geht es u.a. um Grippe, Ebola usw. - nach dem Motto: "Die nächste Grippe kommt bestimmt." Die Serie bietet neben kurzweiliger Unterhaltung übrigens auch viele für mich neue und interessante Informationen. Das Timing ist... sehr speziell. Die ist ja gerade rausgekommen, da waren die Auswirkungen von Corona noch nicht absehbar.


christopher91 schrieb:
Apres Ski und Corona verträgt sich wohl gar nicht.

Ist ja auch nur logisch, hatte ich schon viel früher hier im Thread geschrieben. Überrascht das wirklich wen? Alkohol + sportliche Betätigung = geschwächtes Immunsystem. Dazu Enge. Stickige Luft. Viele Menschen. Perfekt.


starli schrieb:
fettiz schrieb:
OK. Und? So what? Es gehört dazu mal krank zu sein. Es gehört auch mal dazu, demütig zu sein. Und es ist kein Gezocke. Sondern. Sich einfach Gedanken zu machen, wenn man wieder vernünftige Entscheidungen treffen kann. Und momentan das Beste draus machen. Sozial distanziert Kontakte pflegen, sich bei Laune halten. Vielleicht auch mal in sich gehen, den inneren Kompass neu bestimmen. Neu Einflüsse zulassen. Sonst nix. Aber es ist vollkommen wurst, ob Du nach Schweden, Russland oder sonstwohin fahren kannst. Was rennst Du nach? Was treibt Dich?
Das ist einfach zu beantworten: Der Lebenswille treibt mich. Denn ohne Skifahren und ohne das Reisen ist das Leben für mich sinnlos. Nur deshalb macht das Leben Spaß, nur deshalb lebe und arbeite ich. Ohne dem kann ich auch gleich an dem Virus krepieren. 2 Jahre halt ich das garantiert nicht aus.

Nochmal zu Symptomen:
.. wenn ich seltenerweise momentan mal husten muss - oder will, dann jedenfalls tonlos, keine Ahnung wie man das nennt?! Ist das jetzt + oder - für das Virus? Nach den Kaukasus/Zentralasienreisen (aufgrund der dortigen Luftverschmutzung) der letzten Jahre oder auch einer ordentlichen Erkältung musste ich manchmal wochenlang "mit Ton" husten ..
.. seit gestern abends hab ich hinten rechts oben im Schulterblattbereich oder was das ist irgendwelche "Gefühle", so richtung Muskelkater, Verspannung, keine Ahnung, kann auch mit dem vermehrten Sitzen daheim, einer falschen Bewegung o.ä. zu tun haben..
.. Sonnenbrandgefühle am Hals hatte ich keine mehr, an 1-2 Backen nach wie vor nachmittags, könnten auch von den wärmeren Temperaturen im Zimmer oder der "allgemeinen Hysterie" kommen
.. vorgestern hatte ich morgens mal für ca. 1-2 Stunde Schnupfen und Niesen, aber das passiert mir immer wieder mal morgens, ohne dass eine Erkältung im Anmarsch wäre. Seitdem auch wieder weg.

War dann heute auch mal beim Arzt (nach vorherigem Anruf). Immerhin ist der Husten bei mir keine Lungenentzündung, die Lunge ist frei. Offiziell hab ich also ne Erkältung. Langsam geht mir der Husten aber halt auf den Keks, geht schon seit >1,5 Wochen nicht wirklich weg. Ein Kollege von mir hat ähnliche Symptome. Nur hab ich ihm Gegensatz zu ihm auch noch leichtes Fieber. Und meine Lunge ist inzwischen super gereizt und tut weh vom Husten. Geil. Aber: Corona-Test wird nicht gemacht. Wir hatten zwar Kontakt mit Leuten aus Aachen (diesen Kontakt halte ich aufgrund der Dauer und meines ebenfalls betroffenen Kollegen am wahrscheinlichsten), aber Aachen ist schließlich immerhin ca. 20km weit vom Landkreis Heinsberg und damit dem einzigen deutschen Risikogebiet entfernt :roll: Die Richtlinien sagen also: Ich habe kein Corona :nein: klar, man kann nicht jeden testen, aber wie will man denn so überhaupt *neue* Risikogebiete bestimmen, wenn man nur Leute testet, die aus bekannten Risikogebieten kommen? Achso, allgemein die Aussage "im Ausland" hätte wohl inzwischen auch ausgereicht, habe aber nicht genauer nachgefragt, da ich da nunmal nicht war.


christopher91 schrieb:
starli schrieb:
.. seit gestern abends hab ich hinten rechts oben im Schulterblattbereich oder was das ist irgendwelche "Gefühle", so richtung Muskelkater, Verspannung, keine Ahnung, kann auch mit dem vermehrten Sitzen daheim, einer falschen Bewegung o.ä. zu tun haben..
.. Sonnenbrandgefühle am Hals hatte ich keine mehr, an 1-2 Backen nach wie vor nachmittags, könnten auch von den wärmeren Temperaturen im Zimmer oder der "allgemeinen Hysterie" kommen

Hm also wenn die beiden Sachen Symptome von Corona sind hab ich es wohl auch schon.
Gestern war mir hinten im Nacken auch ständig heiß.

Hatte das Symptom auch (und hab's immer noch). Hab so ein Symptom bei Krankheit noch nie gehabt (oder halt nicht bemerkt, weil mir alles andere gleichzeitig wehgetan hat :mrgreen: ). Auch hatte ich bisher IMMER Halsschmerzen und Schnupfen sowieso. Beides dieses Mal nicht. Das macht mich halt stutzig.

Was auch interessant ist: Was die Briten schreiben: https://www.nhs.uk/conditions/coronavirus-covid-19/

Stay at home if you have either:

a high temperature – you feel hot to touch on your chest or back
a new, continuous cough – this means you've started coughing repeatedly

Do not go to a GP surgery, pharmacy or hospital.

Eigentlich ist mein Englisch ja recht gut, aber das "you feel hot to touch on your chest or back" kann ich dann doch nicht ganz sicher übersetzen. Könnte sich das auf dieses "Sonnenbrandgefühl" beziehen? Oder ist das nur die UK-Variante von "Hand an die Stirn halten, um Fieber festzustellen"?

BTW: Ich hab laut NHS-Definition die typischen Corona-Symptome, aber laut aktueller deutscher Richtlinien hab ich kein Corona. Kannst du machen nix. Ich sag's immer wieder: Selbst, wenn ich wirklich nicht positiv wäre, die Dunkelziffer wird aufgrund vieler solcher Fälle gigantisch sein.
 
Mit "isolieren" meine ich auch einfach "zuhause bleiben". Und natürlich ist das möglich, auch bei den anderweitig geschwächten Personen, zumal die jetzt ja auch zuhause bleiben sollten, die Lage für die ist also nicht anders.

Unbedingt notwendiges Personal und Kontaktpersonen müssen dann eben genauso wie jetzt zuhause bleiben - aber nicht alle.

Von daher ist es ganz einfach eigentlich, die jetzigen Maßnahmen werden auf gefährdete Personen und diejenigen die unbedingt mit denen Kontakt haben müssen angewendet und sonst auf niemanden, das ist völlig ausreichend.
 
j-d-s schrieb:
Mit "isolieren" meine ich auch einfach "zuhause bleiben". Und natürlich ist das möglich, auch bei den anderweitig geschwächten Personen, zumal die jetzt ja auch zuhause bleiben sollten, die Lage für die ist also nicht anders.

Unbedingt notwendiges Personal und Kontaktpersonen müssen dann eben genauso wie jetzt zuhause bleiben - aber nicht alle.

Und wie ist das dann mit z. B. WG-Mitbewohnern einer Krankenschwester? Viel Glück, DAS zu vermitteln. Nur aufgrund der Mitbewohnerin oder des Mitbewohners ne Ausgangssperre zu haben.

Und wie ist das im Supermarkt? Getrennte Schichten, "alte Leute Kassierer" und "junge Leute Kassierer", damit das Kassenpersonal nicht die Viren von jung auf alt überträgt? Was, wenn das "alte Leute Personal" mit dem ÖPNV zur Arbeit fährt? :roll: da gibt es so unglaublich viele Faktoren und Gründe, warum das in der Theorie vielleicht gut funktioniert, aber in der Praxis nicht. Du wirst diese Kontaktpunkte nicht wegbekommen oder weit genug reduziert bekommen, wenn du nicht einfach alle Leute einschränkst.

Tja und trotzdem hat der Boris Johnson ja genau das, was du hier beschreibst, versucht. Oder versucht es noch, teilweise. Alte Leute einsperren und so. Funktioniert nur leider nicht so gut, wie so viele Stammtischforderungen, wo der Johnson ja immer ganz weit vorne mit dabei ist... :rolleyes:
 
Was dem ganzen Isolieren entgegen wirkt ist das viel zu brillante Wetter momentan. Wenn der Winter sich mal wieder richtig schön zurück melden würde wären viel weniger Menschen unterwegs.

So viel ist sicher: Wir erleben historisches. Das was da gerade passiert gab es noch nie. Ob man es im Rückblick als völlig überzogene Überreaktion oder eine Rettung von hundert tausenden Menschenleben sehen wird weiß heute keiner. Mir ist zumindest eine Überreaktion lieber als eine viel zu langsame Reaktion auf ein potentielle tödliches Virus.
Hoffentlich behalten die Zweifler recht hier im Forum und das ist alles halb so wild...
 
Tiob schrieb:
So viel ist sicher: Wir erleben historisches. Das was da gerade passiert gab es noch nie. Ob man es im Rückblick als völlig überzogene Überreaktion oder eine Rettung von hundert tausenden Menschenleben sehen wird weiß heute keiner. Mir ist zumindest eine Überreaktion lieber als eine viel zu langsame Reaktion auf ein potentielle tödliches Virus.
Hoffentlich behalten die Zweifler recht hier im Forum und das ist alles halb so wild...

Sehe ich genauso. Nur sollte durch diese Maßnahmen der Verlauf tatsächlich noch gemildert können, wirst Du von den Zweiflern keinen Dank hören, sondern sie werden sichs Maul im Nachhinein zerreißen, das alles nur Panikmache war. Ich erinnere mich an die Diskussionen nach Sturmwarnungen hier im Forum.

Kleiner privater Bericht:

Wir haben dem Aufruf von Spahn folgend uns freiwillig in Quarantäne gestellt seit letztem Samstag. Hätten wir auch ohne Aufruf gemacht, nachdem wir auch leichte einschlägige Symptome haben / hatten.
Nach dem ja nun auch in Vorarlberg im Bereich um Lech herum abgeriegelt wurde und alle die dort waren, nun verpflichtend in Quarantäne sollen, was uns auch betreffen würde, war es richtig, so zu handeln.
Parallel haben wir zu unserer Ärztin und auch zum Gesundheitsamt Kontakt aufgenommen. Bis gestern waren wir beide zu unverdächtig für einen Test, nachdem bei meiner Partnerin gestern der Husten aggressiver wurde, habe ich nochmals beim Gesundheitsamt angerufen, und mit der neuen Lage hielt man nun meine Partnerin für Reif für einen Test, mich hingegen, da inzwischen quasi ohne Symptome, immer noch für nicht testwürdig. Wir wurden nun, nachdem wir seit Samstag freiwillig in Quarantäne sind, telefonisch angewiesen nun auf jeden Fall in Quarantäne mindestens bis zum Testergebnis zu bleiben, die Fahrt zur Infektionsambulanz der Klinik bei möglichster Meidung von Kontakten ausgenommen.

Meine Partnerin wurde nun gestern getestet, das Ergebnis soll binnen 48 Stunden vorliegen.

Das Gesundheitsamt war gestern über Stunden nicht erreichbar, der ärztliche Bereitschaftsdienst auch nicht. Vor Ort im Klinikum war man hingegen gut vorbereitet, es ging einigermaßen zügig und ohne (hier wohl denkbar gefährliches) Gedrängel.

Nach dieser Erfahrung denke ich auch, dass wir eine enorm hohe Dunkelziffer an nicht erfassten Infizierten haben. Selbst wenn man mit Symptomen aus einem Gebiet heimkehrt, und von Spahn per Twitter in Quarantäne komplementiert wird, bettelt man erfolglos um einen Test. Erst nach erneuter Zuspitzung und nach eigener hartnäckiger Initiative wird man getestet. Von der ganzen Timeline, Rückrechnen der Inkubationszeit etc., haben wir uns, was immer wir haben oder hatten, vermutlich am Arlberg im aktuellen Quarantänegebiet eingefangen. Würde also theoretisch passen - kann natürlich auch eine normale Erkältung sein, die sind ja wegen Corona nicht ausgestorben.

Spannende Zeiten...
 
Schusseligkite schrieb:
j-d-s schrieb:
Ich finde die Aussage, man könne nicht alle über 60 isolieren, immer sehr seltsam.

Die über 60 jährigen. Und Immunsupprimierten, Und Diabetiker. Und Asthmatiker. Und Querschnittsgelähmte. Und Menschen mit Mucoviszidose. Und Menschen mit Glasknochenkrankheit. Und Menschen mit Muskelschwäche...

Wie isoliert eine Famile ihr immunsupprimertes Kind? Wie isoliere ich meinen Mann?

Dass sich jetzt alle isolieren sollen stimmt ja nicht. Wir sollen uns einschränken.
Das ist noch keine Isolation.

Ich grätsch da mal kurz dazwischen und übersetz das, was j-d-s wirklich meint, kurz:

"Ich hab kein Bock darauf, dass ich auch nur irgendwas wegen dieser lästigen Sache ändern muss, weder was Verhalten angeht noch möchte ich wirtschaftliche Opfer bringen müssen, auch das frühe Ende der Saison nervt einfach. Daher soll sich für alle Gruppen mit denen ich wenig bis gar nix zu tun habe alles maximal ändern, so dass ich so wenig wie möglich gestört werde."

(Leider ist die häufige Nutzung des Wortes "ich" bei der Übersetzung nicht zu umgehen)
 
Xtream schrieb:
Che schrieb:
Würden wir handeln wie du es gern hättest, dann würden wir in den Ruin getrieben werden! Wenn wir zu spät handeln würden, wären die Auswirkungen viel schlimmer, die Aufstände gegen das System im Anschluss viel größer, etc. Darf ich fragen was du beruflich machst?

bist du politiker? bin selbständig in der gastronomie und werde wenn das so weitergeht ende april 8 angestellte nach hause schicken.... echt toll oder!

aufstände im anschluss wird es keine geben sofern der status quo so aufrecht erhalten wird! die kommen von ganz alleine schon viel früher da mach dir mal keine sorgen....

der kopf des menschen radikalisiert sich naturbedingt mit der zeit von alleine in so einem gemachten ausnahmezustand :!:
Selbstständiger Handwerker, also knapp daneben ;-)
Dass es Euch Gastronomen mit am härtesten trifft, sollte klar sein. Hast du denn schon einen Lieferservice eingerichtet?

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bist da ja auch sehr stark links orientiert, mit Radikalisierung wirst dich also auskennen, dann muss ich dir da wohl vertrauen.. :biggrin:

MichiMedi schrieb:
Mt. Cervino schrieb:
MichiMedi schrieb:
Also mein Geld im Dirk Müller Fonds ist jetzt sogar in die Krise rein gestiegen. Wenn das Vorgehen von Herrn Müller in seinem Fonds, was stets auf einer scharfen Analyse besteht (siehe Buch) und nun sich als richtig erweist, eine Verschwörung ist, dann gerne.
Außerdem ist Corna ja nicht der alleinige Grund für die Krise, sondern nur ein Auslöser für ein schon in sich mit Spannung geladenes System (z.B. Immobilienblase, Spannungen China USA). Daher sollte mit einer Krise deutlich stärker als 2008 gerechnet werden.
Dirk Müller Fond?
Ist das der Hammerfond der in den 6 Jahren seit Auflegung eine mörder Rendite von unglaublichen 0,9% eingefahren hat?
Ich meine jetzt übrigens nicht pro Jahr sondern insgesamt in den 6 Jahren.
https://www.finanzen.net/fonds/dirk-mueller-premium-aktien-r-de000a111zf1

Ja genau. Und wie Herr Müller auch selbst sagt, will er gar keine Leute in seinem Fonds, die die langfristige Strategie nicht verstehen wollen. Der Fonds ist nicht dafür da um zackig Geld zu machen sondern sich entspannt zurück zu lehnen und das Geld krisenfest angelegt zu haben. Wenn die Krise dann durch und wir am Tiefpunkt sind, dann hole ich mir gerne andere Aktien dazu.
Wie geil ist das denn :lach: wenn du unter 100.000 investiert hast heißt die Alternative: Bankkonto
Wenn du mehr investiert hast: Staatsanleihe

Danke Mt. Cervino für die Verlinkung, hatte gar nicht auf den Schirm dass das Ding ein solcher Schmarrn ist. Ich halte ja generell nix von aktiv gemanagten Fonds, aber das Ding ist ja echt der Knaller :lach:
Aber freut mich, dass Dirk Müller Leite findet, die ihm das Geld hinterher werfen. „Es steht jeder Tag ein Dummer auf, man muss ihn nur finden.“
 
So jetzt ist auch St. Christoph und Sölden unter Quarantäne.

Der gleiche Treppenwitz wie Lech, man lässt die Verbreiter abreisen und 3 Tage später fällt es dann ein...
 
Im Morgenmagazin wird unsere inzwischen auf den EU Vorsitzposten gehievte Ursula von der Leyen * mit den Worten zitiert: „Politiker sind keine Virologen, daher habe die EU wohl zu spät reagiert“.
Unter dem Aspekt das unter ihrer Führung die Ausgaben für Experten bei der Bundeswehr explodiert sind ist die Aussage, na sagen wir mal interessant!

Da wir eine solche Situation noch nicht hatten gestehe ich auch der Politik Fehler zu.
Die Rolle der EU in dieser Krise bisher ist jedoch nur noch zum Kopf schütteln.
Bis denen überhaupt erst aufgefallen ist das es eine solche Krise gibt, hatten die meisten normalen Menschen zumindest schonmal eine Initiative ergriffen. Und wenn sie nur Klopapier kaufen- wenns zur Beruhigung beiträgt.
Alleine die Frechheit das Menschen aus dem schwer betroffenen Iran bis gestern einfach so einreisen konnten....

* Bitte nicht solche provokanten, für einige durchaus beleidigenden, Ausdrücke hier posten. Bestimmte Dinge kann man sagen, aber nunmal nicht überall! Daher wurde der farbige Teil des Satzes oben editiert. / Mod. maba04
 
Nach dieser Erfahrung denke ich auch, dass wir eine enorm hohe Dunkelziffer an nicht erfassten Infizierten haben. Selbst wenn man mit Symptomen aus einem Gebiet heimkehrt, und von Spahn per Twitter in Quarantäne komplementiert wird, bettelt man erfolglos um einen Test. Erst nach erneuter Zuspitzung und nach eigener hartnäckiger Initiative wird man getestet. Von der ganzen Timeline, Rückrechnen der Inkubationszeit etc., haben wir uns, was immer wir haben oder hatten, vermutlich am Arlberg im aktuellen Quarantänegebiet eingefangen. Würde also theoretisch passen - kann natürlich auch eine normale Erkältung sein, die sind ja wegen Corona nicht ausgestorben.

Bei mir im Umfeld (privat und geschäftlich) gibt es mittlerweile eine recht hohe Anzahl an Personen, die leichte Symptome zeigen. Der eine hat Husten, der andere Halskratzen, eine Kollegin klagt über Beschwerden der oberen Atemwege, etc. Auffällig ist, dass gerade in unserem Büro seltenst Kollegen krank sind. Keiner war in den letzten Wochen im Risikogebiet, jedoch oftmals geschäftlich unterwegs (was jetzt nicht mehr gemacht wird).
Zwischenzeitlich habe ich das Gefühl, dass die Dunkelziffer der Infizierten vielleicht noch viel höher liegt, als vermutet. Für einen Test kommt bei uns keiner in Frage (keine schlimmen Symptome, kein Risikogebiet besucht).

Wenn ich hier lese, dass es dem ein oder anderen ähnlich geht, verstärkt das mein Gefühl, dass da war dran sein könnte. Unterm Strich wäre dies aber eher positiv, da zum einen die Mortalität vom Verhältnis geringer wäre und zum anderen wir evtl. schneller durch die Situation kommen, was wirtschaftlich positiv wäre. Nachteil: den Virus einzudämmen, wird deutlich schwieriger...
 
Wäre insgesamt aber trotzdem positiv zu sehen!

Positiv übrigens auch: Tirol bekommt 2 Testgeräte von Roche sodass sich die Anzahl der möglichen täglichen Test ca. verfünfachen wird.
 
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