albe-fr schrieb:
für mich halten euer beiden Meinungen keinerlei ethischen Standards stand.
Aber tragt halt nicht mit... zum Glück ist es nicht eure Entscheidung.
Sorry, ich wollte das egtl. nicht kommentieren, aber möchte es dennoch nicht stehen lassen. Ich respektiere dein Anspruchsdenken und deine Einstellung. Ich lasse mich aber nicht in die "Wirtschaft wichtiger als Menschenleben" Ecke stellen, das ist Diskreditierung. Das ist politisch brandgefährlich, das hat man schon bei Flüchtlingen (jeder, der konsequente Abschiebung fordert, ist gleich ein rechter) oder Klima (wenn man Kritik äußert, wird man Klimawandel Leugner) beobachten können. Man muss einen Diskurs in der Mitte zulassen, und nicht sofort das Absolute verurteilen! Und in der Mitte finden Kompromisse statt, auch bei Faktoren "Menschenleben" gibt es die, und zwar schon immer.
Seit Jahren schert man sich entweder gar nicht um gesundheitliche Folgen um die Wirtschaft zu hofieren (zB China Luftverschmutzung und Lebenserwartung!, Schwellenländer Industrien für billige Mode, seltene Erden aus Afrikas Minen für unsere Akkus, oder auch mitten in Europa die Grenzwerte, die eher der Industrie als dem Menschen nutzen). Man nimmt also bewusst seit jeher gesundheitliche Schäden in Kauf (siehe Verhalten der Politik beim Klimaschutz), jetzt plötzlich hält man ganze Länder an weil eine kurzfristige Häufung eintritt? Für mich passt das nicht zusammen, lediglich dass bei kurzfristigen Akkumulierungen hässliche Bilder entstehen (Tote durch Überschwemmung beim Klima, tote Bootsflüchtlinge, oder jetzt in den Krankenhäusern), während man langfristige Effekte, die viel schlimmer sein können, einfach ignoriert.
Che schrieb:
Man muss sehen, wie man die Todeszahlen und die wirtschaftlichen Schäden begrenzen kann, ohne auf einer der beiden Seiten zu viel retten zu wollen, dadurch jedoch genau das Gegenteil zu erreichen.
Das geht in die ähnliche Richtung. Wir versuchen jetzt maximal viele Leben zu retten, das ist ehrenwert und angemessen. Nur kann es nicht auf Kosten eines monatelangen Shutdowns gehen. Wenn man feststellt, dass die "Extremlösungen" nicht funktionieren, muss man durch die Mitte, mit Verlusten auf beiden Seiten. Und so ehrlich sein, dass die Gesundheit der Menschheit global eh schon nie wirklich viel wert war.
Julian96 schrieb:
Entweder stelle ich mir das zu leicht vor, aber es ist doch möglich sich einen Rückhalt für ein halbes Jahr anzulegen. In der Landwirtschaft war es schon immer so, dass man jederzeit mit einem schlechten Jahr gerechnet hat und dieses entsprechend überbrücken sollte.
(...)
Drum legt keiner mehr was an und man ist verleitet, sich Dinge zu kaufen, die man sich eigentlich noch gar nicht leisten kann. Das rächt sich nun ganz bitter.
Wurde ja schonmal angesprochen mit der Jugend, die sich als erstes ein dickes Auto leistet...
Zum ersten Punkt: Ich bin kein BWL Fachmann, aber schau dir einfach mal ein "Du Pont" Schema an und betrachte die Faktoren, die das Ergebnis (üblicherweise der ROI) negativ beeinflussen. Da tauchen zB Lagerkosten auf (weg damit), EK ist "schlechter" wie FK (aber nicht immer), und vieles mehr.
Den zweiten Punkt im privaten Sektor hab ich schon letzte Woche kritisiert, als Privatperson sollte man umso mehr für mehrere Monate Rücklagen haben, und den Lebensstil so anpassen, was die Differenz aus "Einkommen - Sparrate für Rücklagen" erlaubt, und nicht die Sparrate auch noch negativ werden zu lassen durch Finanzierungen, also Schulden!!!
Grundsätzlich bitte ich alle, auch bei gegensätzlichen Ideologien oder Standpunkten, andere Meinungen zuzulassen und Diskreditierungen zu vermeiden. Auch wenn zB Widdis Wortwahl ungeschickt war, er steht damit sicher nicht alleine da in der Gesellschaft, und man sollte diese Leute nicht ausgrenzen, sondern ihnen zuhören.
Der Preis, den wir gerade (durch den Schock offenbar auch noch bereitwillig) zahlen, ist immens: Die Währung heißt Freiheit, nicht nur Bewegung, auch Demonstration etc... das ist brandgefährlich, jetzt können die Orbans (und die hierzulande eloquenteren Varianten davon) ungehindert zündeln.
Das wollte ich noch loswerden, ansonsten gehts mir hier zu rund, schon wieder.