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Coronavirus 2019-nCoV

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Das von dir zitierte Verfahren nutzt einen Server (dort immer als Backend bezeichnet). Es nutzt (wie PEPP-PT) kurzlebige, zufällige Gerätekennungen für die Kontaktprüfung und speichert im Infektionsfall die langlebige Gerätekennung zur Identifizierung der Kontakte im Backend (a.k.a. Server) - vgl. 3 "Handling Infected Patients" Punkt 4.
 
Dieser Bericht von zwei Mitarbeitern der Uni Göttingen ist in meinen Augen unseriös.
Man rechner die Todesrate am 31. März in Relation zu den Infektionszahlen am 17. März, weil man von einer durchschnittlichen Zeit von Infektion bis zum Tod von 18 Tagen ausgeht. Da gibts schon die ersten Unsicherheiten. Werden überhaupt alle Tode erfasst? Werden alle Infizierten zeitnah getestet? Beides kann man mit nein beantworten.
Die 18 Tage beziehen sich zudem wohl überwiegend auf Krankenhauspatienten, während Leute in Altenheimen teilweise deutlich schneller versterben, da kann es auch mal nur ein paar Tage dauern.
Und dann einfach mal die Zahlen hochzurechnen auf eine potentielle Dunkelziffer mit zwei Nachkommastellen ist unseriös, es suggeriert eine hohe Genauigkeit, die bei dieser Schätzung mit mind. 3 Unbekannten aber absolut nicht gegeben ist. Man kann doch nicht bei einer Multiplikation mit mehr als 3 Faktoren drei Unbekannte nur schwach eingrenzbar einbauen und dann behaupten das Ergebnis wäre exakt und belastbar. Für mich ist der Bericht eines Wissenschaftlers nicht würdig. Aber das sind ja auch Entwicklungsökonomen, die am Center for modern indian studies arbeiten. Was genau haben die mit Pandemien zu tun?
 
Oliver.O schrieb:
Das von dir zitierte Verfahren nutzt einen Server (dort immer als Backend bezeichnet). Es nutzt (wie PEPP-PT) kurzlebige, zufällige Gerätekennungen für die Kontaktprüfung und speichert im Infektionsfall die langlebige Gerätekennung zur Identifizierung der Kontakte im Backend (a.k.a. Server) - vgl. 3 "Handling Infected Patients" Punkt 4.

ja, aber der Server kennt im Unterschied zu Pepp-pt (hier wird die Liste der Kontakte an den Server gesendet) niemals die Kontakte. Idealerweise sollte man auf den Server generell verzichten. Und da sind wir wieder beim dezentral verteilten redundanten Speichern der Daten auf den Endgeräten der Nutzer.
 
albe-fr schrieb:
Oliver.O schrieb:
Och du, mach' mal deine Verschwörungstheorien mit dir selbst aus!

du hast das als open-source Projekt vorgestellt, dafür geben sich die Leute sehr bedeckt....

edit: und wenn man bedenkt, dass man diese App, die was Privacy angeht echt ans eingemachte in 10 Tagen scharf schalten möchte, wieviel Zeit will man denn externen Reviewern geben um sich ein Bild zu machen?

Die geplante EU App sendet lokal erzeugte Codes und sendet diese an Handys, welche sich über 15 Minuten im Sendebereich von Bluetooth befinden und ebenfalls die App installiert haben. Die gesendeten Codes werden ohne Personenbezug lokal auf dem anderen Handy gespeichert. Da gibt es keine Server bis hierhin.

Wenn dann jemand positiv getestet wird, kann er freiwillig die lokal gesammelten Codes freigeben. Gibt er sie frei, wird eine Nachricht an die Codes der letzten 14 Tage gesendet, man möge sich in Quarantäne begeben. Erst hier kommt ein Server ins Spiel. Der Betreiber des Servers, weiß aber nicht, wer hinter dem Code steckt, der sendet eine Nachricht an einen Zahlencode.

Halte ich für vertretbar, insbesondere im Rahmen der Interessenabwägung der DSGVO, wobei diese wegen der Anonymität der Daten gar nicht einschlägig sein dürfte. Ich werde die App jedenfalls installieren.
 
flamesoldier schrieb:
Und dann einfach mal die Zahlen hochzurechnen auf eine potentielle Dunkelziffer mit zwei Nachkommastellen ist unseriös, es suggeriert eine hohe Genauigkeit, die bei dieser Schätzung mit mind. 3 Unbekannten aber absolut nicht gegeben ist.

das sehe ich ebenso, es fehlt jegliche Fehlerabschätzung. Generell halte ich den Ansatz aber fuer sinnvoll, oder hast Du einen besseren Vorschlag zur Abschätzung der Dunkelziffer (großräumige Tests mal aussen vor gelassen...)?
 
Kreon100 schrieb:
albe-fr schrieb:
Oliver.O schrieb:
Och du, mach' mal deine Verschwörungstheorien mit dir selbst aus!

du hast das als open-source Projekt vorgestellt, dafür geben sich die Leute sehr bedeckt....

edit: und wenn man bedenkt, dass man diese App, die was Privacy angeht echt ans eingemachte in 10 Tagen scharf schalten möchte, wieviel Zeit will man denn externen Reviewern geben um sich ein Bild zu machen?

Die geplante EU App sendet lokal erzeugte Codes und sendet diese an Handys, welche sich über 15 Minuten im Sendebereich von Bluetooth befinden und ebenfalls die App installiert haben. Die gesendeten Codes werden ohne Personenbezug lokal auf dem anderen Handy gespeichert. Da gibt es keine Server bis hierhin.

genau das ist bisher lediglich eine Behauptung. Und die bis vorgestern versprochene Veroeffentlichung der Source fand bis heute meines Wissens nicht statt.

Eine der Kernfragen wird sein, wie sichert man die BT Verbindung dagegen ab, dass nicht "fremde" oder modifizierte Apps die "erzeugten Codes" abfangen und mit Lokalisierungsinfos speichern?

Ich wuerde derzeit jedem von der Nutzung einer solchen App abraten!
 
albe-fr schrieb:
edit: mit BT kenne ich mich leider nicht wirklich aus; soweit ich es verstehe erlaubt BT von Haus aus keine verschlüsselte Übertragung und scheint ein "Scheunentor" fuer alle möglichen Angriffsszenarien zu sein, die insbesondere ältere (<=9) Android Versionen betreffen.

Bluetooth ist tatsächlich eine sichere Funktechnik und beinhaltet (optional) Verschlüsselung (schau' mal auf Wikipedia). Hier ein Heise-FAQ zu Sicherheitsrisiken für Funktastaturen:
Wenn Sie Bluetooth einsetzen [...] dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Das bekannte Sicherheitsproblem beim Android Bluetooth resultiert aus einer fehlerhaften Umsetzung, nicht aus Schwächen des Bluetooth-Standards. Also eine "normale" Sicherheitslücke wie auch in anderen Bereichen bekannt und mit einer verfügbaren Korrektur.
 
albe-fr schrieb:
Oliver.O schrieb:
Das von dir zitierte Verfahren nutzt einen Server (dort immer als Backend bezeichnet). Es nutzt (wie PEPP-PT) kurzlebige, zufällige Gerätekennungen für die Kontaktprüfung und speichert im Infektionsfall die langlebige Gerätekennung zur Identifizierung der Kontakte im Backend (a.k.a. Server) - vgl. 3 "Handling Infected Patients" Punkt 4.

ja, aber der Server kennt im Unterschied zu Pepp-pt (hier wird die Liste der Kontakte an den Server gesendet) niemals die Kontakte. Idealerweise sollte man auf den Server generell verzichten. Und da sind wir wieder beim dezentral verteilten redundanten Speichern der Daten auf den Endgeräten der Nutzer.

Tatsächlich ist die von dir zitierte Lösung diejenige von PEPP-PT: https://www.pepp-pt.org/
The DP-3T approach is the project currently under review for a decentralized implementation of the crypto part of an end-to-end implementation.
 
albe-fr schrieb:
Kreon100 schrieb:
albe-fr schrieb:
du hast das als open-source Projekt vorgestellt, dafür geben sich die Leute sehr bedeckt....

edit: und wenn man bedenkt, dass man diese App, die was Privacy angeht echt ans eingemachte in 10 Tagen scharf schalten möchte, wieviel Zeit will man denn externen Reviewern geben um sich ein Bild zu machen?

Die geplante EU App sendet lokal erzeugte Codes und sendet diese an Handys, welche sich über 15 Minuten im Sendebereich von Bluetooth befinden und ebenfalls die App installiert haben. Die gesendeten Codes werden ohne Personenbezug lokal auf dem anderen Handy gespeichert. Da gibt es keine Server bis hierhin.

genau das ist bisher lediglich eine Behauptung. Und die bis vorgestern versprochene Veroeffentlichung der Source fand bis heute meines Wissens nicht statt.

Eine der Kernfragen wird sein, wie sichert man die BT Verbindung dagegen ab, dass nicht "fremde" oder modifizierte Apps die "erzeugten Codes" abfangen und mit Lokalisierungsinfos speichern?

Ich wuerde derzeit jedem von der Nutzung einer solchen App abraten!

Was stört dich gerade daran? Dein Handy sendet andauernd irgendwelche Codes in die Umgebung mac-Adressen, Wlan-Anfragen, Mobilfunkzellen, NFC, Cookies, versteckte Gif-Spuren etc. etc.. Aber ausgerechnet hier großes Misstrauen? Halte ich für Technik-Phobie, wenn man sich gegen so eine Lösung sträubt.
 
Oliver.O schrieb:
Tatsächlich ist die von dir zitierte Lösung diejenige von PEPP-PT: https://www.pepp-pt.org/
The DP-3T approach is the project currently under review for a decentralized implementation of the crypto part of an end-to-end implementation.

...dann haben sie wohl den Vorteil der Lösung erkannt - heute Mittag habe ich das noch anders verstanden:

Corona-Tracking
Diese Handy-Technologie soll Covid-19 ausbremsen


Zentrale vs. dezentrale Corona-Tracing-Apps
Welche Technologie bietet den besseren Datenschutz?
 
Oliver.O schrieb:
Bluetooth ist tatsächlich eine sichere Funktechnik und beinhaltet (optional) Verschlüsselung (schau' mal auf Wikipedia). Hier ein Heise-FAQ zu Sicherheitsrisiken für Funktastaturen:
Wenn Sie Bluetooth einsetzen [...] dann sind Sie auf der sicheren Seite.
dies gilt aber erst dann, wenn du aktiv fuer die BT Verbindung einen Schlüssel vergibst (--> Pairing - meist gerade mal eine 4-stellige Ziffer - wie sicher das ist sei jetzt mal dahingestellt - BTcrack ). Hältst du das fuer eine solche App fuer praktikabel?

Kreon100 schrieb:
Dein Handy sendet andauernd irgendwelche Codes in die Umgebung mac-Adressen, Wlan-Anfragen, Mobilfunkzellen, NFC, Cookies, versteckte Gif-Spuren etc. etc..
mein Handy sendet im Normalfall nur die Informationen die zum Telefonieren erforderlich sind durch die Gegend - BT, WLAN, Daten sind per Default bei mir ausgeschaltet.

Kreon100 schrieb:
Aber ausgerechnet hier großes Misstrauen? Halte ich für Technik-Phobie, wenn man sich gegen so eine Lösung sträubt.
das Misstrauen entsteht bei mir dadurch, dass hier - wenn etwas schief geht - ein Datenreichtum von bisher vermutlich ungeahntem Ausmass entsteht.
 
Vergleich der Zahlen der gesamten Infizierten zu gestern Abend:
1. US
424.945 / 386.817 / 362.759 / 331.234 / 305.820 / 273.880 / 238.820 / 209.071 / 184.183 / 160.020 / 139.675 / 121.117 / 101.657 / 83.836
2. Spain
148.220 / 140.617 / 135.032 / 130.854 / 124.870 / 119.199 / 112.065 / 102.179 / 94.417 / 85.195 / 80.031 / 72.469 / 64.285 / 57.786
3. Italy
139.422 / 135.586 / 132.547 / 128.948 / 124.632 / 119.827 / 115.242 / 110.574 / 105.792 / 101.739 / 97.689 / 92.472 / 86.498 / 80.589
4. France
113.959 / 110.049 / 98.959 / 93.755 / 90.842 / 65.202 / 59.929 / 57.749 / 52.827 / 45.169 / 40.704 / 38.105 / 33.402 / 29.551
5. Germany
112.113 / 107.458 / 102.024 / 100.024 / 95.614 / 91.159 / 84.788 / 77.779 / 70.985 / 66.711 / 62.095 / 57.695 / 50.871 / 43.938
6. China
82.809 / 82.718 / 82.665 / 82.602 / 82.543 / 82.511 / 82.432 / 82.361 / 82.278 / 82.198 / 82.122 / 81.999 / 81.897 / 81.782
7. Iran
64.586 / 62.589 / 60.500 / 58.226 / 55.743 / 53.183 / 50.468 / 47.593 / 44.605 / 41.495 / 38.309 / 35.408 / 32.332 / 29.406
8. United Kingdom
61.474 / 55.946 / 52.274 / 48.436 / 42.449 / 38.688 / 34.167 / 29.857 / 25.474 / 22.448 / 19.780 / 17.312 / 14.743 / 11.812
...
11. Switzerland
23.280 / 22.253 / 21.657 / 21.100 / 20.505 / 19.606 / 18.827 / 17.768 / 16.605 / 15.760 / 14.829 / 14.076 / 12.928 / 11.811

Stand:
08.04.2020 - 23.48 Uhr / 07.04.2020 - 22.49 Uhr / 06.04.2020 - 23.07 Uhr / 05.04.2020 - 22.52 Uhr / 04.04.2020 - 23.20 Uhr / 03.04.2020 - 23.43 Uhr / 02.04.2020 - 23.11 Uhr / 02.04.2020 - 00.05 Uhr / 31.03.2020 - 22.56 Uhr / 30.03.2020 - 23.30 Uhr / 30.03.2020 - 00.05 Uhr / 28.03.2020 - 23.02 Uhr / 27.03.2020 - 23.20 Uhr / 27.03.2020 - 00.53 Uhr
Quelle: John Hopkins University
 
albe-fr schrieb:
flamesoldier schrieb:
Und dann einfach mal die Zahlen hochzurechnen auf eine potentielle Dunkelziffer mit zwei Nachkommastellen ist unseriös, es suggeriert eine hohe Genauigkeit, die bei dieser Schätzung mit mind. 3 Unbekannten aber absolut nicht gegeben ist.

das sehe ich ebenso, es fehlt jegliche Fehlerabschätzung. Generell halte ich den Ansatz aber fuer sinnvoll, oder hast Du einen besseren Vorschlag zur Abschätzung der Dunkelziffer (großräumige Tests mal aussen vor gelassen...)?

Ohne Tests kann man kaum eine sinnvolle Abschätzung der Dunkelziffer vornehmen, weil die Annahme zur Mortalität ja auf den entdeckten Infektionen basiert. Einfach diese hochzurechnen für Länder wo die Mortalität scheinbar viel höher ist und es somit unentdeckte Fälle geben muss ist einfach, aber vernachlässigt den Faktor überlastetes Gesundheitssystem. Dann kann eine Ausbreitung in Altenheimen die Todeszahlen stark ansteigen lassen, waren in Wuhan auch so viele Altenheime betroffen? Davon hab ich bisher nix gehört. Und wenn es in Italien oder anderswo bereits Millionen Infizierte geben soll, wieso sind dann die Tests trotzdem so oft negativ? Dann müsste es im Labor doch bei fast jedem Test "Bingo!" machen, oder will jemand behaupten man teste praktisch absichtlich nur nicht Infizierte? Wie soll das funktionieren?
Dann gehen die beiden Herren auch noch von einer konstanten Trefferquote bei den Tests aus. Auch das ist eine nachweislich naive Annahme. Die Trefferquote schwankt allein bei uns in Deutschland um mehrere Prozentpunkte, je nachdem wie weitreichend das Umfeld mit getestet wird.
Im Moment kann einfach ohne großflächige Tests keine seriöse Abschätzung einer Dunkelziffer gemacht werden. Natürlich kann man sich denken, dass die USA die 1 Mio Infizierte längst geknackt haben. Aber ob es nun doch erst 500.000 oder schon 5 Mio. Infizierte dort sind kann ich nicht bewerten und dazu fehlt auch eine Datenbasis durch eben diese Massentests. In den USA schafft mans ja nicht einmal alle potentiell Infizierten zu testen, wie soll man da noch eine Dunkelziffer bewerten...
 
albe-fr schrieb:
Kreon100 schrieb:
Dein Handy sendet andauernd irgendwelche Codes in die Umgebung mac-Adressen, Wlan-Anfragen, Mobilfunkzellen, NFC, Cookies, versteckte Gif-Spuren etc. etc..

mein Handy sendet im Normalfall nur die Informationen die zum Telefonieren erforderlich sind durch die Gegend - BT, WLAN, Daten sind per Default bei mir ausgeschaltet.

Kreon100 schrieb:
Aber ausgerechnet hier großes Misstrauen? Halte ich für Technik-Phobie, wenn man sich gegen so eine Lösung sträubt.

das Misstrauen entsteht bei mir dadurch, dass hier - wenn etwas schief geht - ein Datenreichtum von bisher vermutlich ungeahntem Ausmass entsteht.

Dann bist du die absolute Ausnahme und leitest davon aber eine Handlungsanweisung für die Allgemeinheit ab, die offenbar keine Probleme mit Alexa, Siri & Co hat.

Lies doch mal die Beschreibung der App, es entsteht kein Datenwust, erst recht nicht von ungeahnten Ausmaß. Das meiste wird lokal gespeichert und automatisch gelöscht. Da hat niemand außer dem Handy-Besitzer selbst Zugriff drauf. Sorry, die diffusen Bedenken halte ich für Paranoia. Bitte nicht persönlich nehmen (wir haben ja alle mittlerweile eine ziemlich kurze Lunte).
 
Kreon100 schrieb:
Das meiste wird lokal gespeichert und automatisch gelöscht. Da hat niemand außer dem Handy-Besitzer selbst Zugriff drauf.

zumindest solange niemand die Technik missbraucht... und man den Autoren glaubt - die "Datenspende-App" hat da ja nicht gerade dazu geführt Vertrauen zu schaffen:

SZ schrieb:
Direkt nach Freischalten der App ließ der Bundesbeauftragte für den Datenschutz das Institut auf seiner Webseite nachbessern. Zunächst stand dort "Von Datenschützern geprüft", nun steht dort nur noch: "berücksichtigt den Datenschutz".

--> Wenn der Puls hochgeht
 
albe-fr schrieb:
Oliver.O schrieb:
Bluetooth ist tatsächlich eine sichere Funktechnik und beinhaltet (optional) Verschlüsselung (schau' mal auf Wikipedia). Hier ein Heise-FAQ zu Sicherheitsrisiken für Funktastaturen:
Wenn Sie Bluetooth einsetzen [...] dann sind Sie auf der sicheren Seite.
dies gilt aber erst dann, wenn du aktiv fuer die BT Verbindung einen Schlüssel vergibst (--> Pairing - meist gerade mal eine 4-stellige Ziffer - wie sicher das ist sei jetzt mal dahingestellt - BTcrack ). Hältst du das fuer eine solche App fuer praktikabel?

Kreon100 schrieb:
Dein Handy sendet andauernd irgendwelche Codes in die Umgebung mac-Adressen, Wlan-Anfragen, Mobilfunkzellen, NFC, Cookies, versteckte Gif-Spuren etc. etc..
mein Handy sendet im Normalfall nur die Informationen die zum Telefonieren erforderlich sind durch die Gegend - BT, WLAN, Daten sind per Default bei mir ausgeschaltet.

Kreon100 schrieb:
Aber ausgerechnet hier großes Misstrauen? Halte ich für Technik-Phobie, wenn man sich gegen so eine Lösung sträubt.
das Misstrauen entsteht bei mir dadurch, dass hier - wenn etwas schief geht - ein Datenreichtum von bisher vermutlich ungeahntem Ausmass entsteht.
Ich sehe du bist allgemein zimlich negativ eingestellt (zumindest lese ich das aus deinen Posts so heraus, von Wegen so mindestens ein Jahr lock down wäre gut, Datenmissbrauch und so weiter und so fort...Mit Verlaub, (ich meine das wirklich nicht böse, bitte nicht falsch verstehen), ich glaub du machst dich da etwas verrückt und solltest gewisse Dinge einfach etwas entspannter sehen auch wenn uns die Einschränkungen gerade aufs Gemüt schlagen. Deswegen erlaube mir mal ein paar Einwände gerade was Datenmissbrauch bei Handys angeht.
1. Thema Bluetooth: Du meinst die Verbindung sei nur sicher wenn ein Pin vergeben wird. Das ist falsch. BT ist ein Hopping System mit 78 Kanälen die in schneller zeitlicher Abfolge (wenige Millisekunden) durchgewechselt wird. Nur der aktuelle Sender und Empfänger handeln untereinander den Hoppingcode aus und wissen auf welcher Frequenz gerade übertragen wird. Nach wenigen ms ist die Frequenz schon wieder eine andere. Ein Außenstehender könnte die Daten nur abgreifen wenn er die Hoppingsequenz kennt. Aber da er die Nutzdaten nur per Handshake bekommt müsste er den Anforderungsbefehl senden. Damit outet er sich als 3. Sender der von den beiden anderen Teilnehmern erkannt wird und die Verbindung bricht ab. Das ist auch beim automatischen Pairen so, du krigst wes nichtmal hin ein Audiosignal zu rekonstruieren. Allenfalls ein paar zerhackte Datenpackete vielleicht. Viel sicherer alös BT gehts eigentlich kaum. Was Bluetooth so sicher macht: Zumindest bei der Verbindung an sich ist das immer eine Sache zwischen 2 isolierten Teilnehmern die alles untereinander aushandeln. Natürlich kann ein BT-gerät mit anderen Netzwerkanbindungen wie ein Handy von Außen per Drittnetzwerk angezapft werden, aber dazu komme ich gleich.
2. Thema Mobilfunk und WLAN: Wenn etwas missbrauchstechnisch gut geeignet ist dann das. Wenn du meinst dein Handy sendet nur Daten zum Telefonieren und wenn du aktiv Daten übertragen willst dann hast du dich aber sowas von geschnitten. Sobald sich ein Handy im Funknetz einbucht wird erstmal seine komplette Identidät abgefragt. Sodann wird die Position auch mit deaktivierten Positionsdaten per Netzwerktriangulation auf wenige Meter genau ermittelt. Auch diese Positionsdaten gehen an den Netzwerkbetreiber. Das ist aus Gründen des Funkzellenmanagements erforderlich (Handover, Kanalwechsel und so weiter und so fort). Auch diese Daten werden ständig aktualisiert und beim Netzbetreiber gespeichert. Beim Roaming tauschen unterschiedliche Netzbetreiber die Nutzerdaten aus. Geht ja nicht anders. Oder wie meinst du kann es gehen dass die Position eines Handys auch noch nach Monaten beim Netzbetreiber abgefragt werden kann, etwa im Rahmen von Polizeiermittlungen) das ging auch schon in den 90ern als Handys wirklich nur zum Telefonieren zu Gebrauchen waren. Auch was den Datentransfer angeht, jedes Bit und Byte das dein Handy überträgt geht durch dei Rechner des Netzbetreibers und kann da dementsprechend auch ausgewertet werden.
Kommen wir mal zum WLAN: Zumindest im Bereich der Funkreichweite (mit entsprechednen Repeatern auch darüber hinaus) können da die Daten komplett abgesnifft werden. Da nutzt auch die Verschlüsselung wenig wenn man weiß wie man den Router per Remote in den Werkstestmode setzen kann den jeder WLAN-Chip besitzen muss. Meistens schlampt der Hersteller nämlich genau da was die Absicherung angeht.
Du bist dir nun im Klaren: An dieser Stelle rede ich vom aktuellen technischen Stand ohne die so misstrauisch machende App die im Gespräch ist. Glaubst du wirklich dass die da noch was schlimmer macht? Va wenn als für dich akzeptable Alternative die jetzige Situation noch Monate bis ein Jahr andauern soll? Ich nicht...
 
Che schrieb:
..aber eben die Gesundheitssysteme nicht völlig überlastet, was der Fall wäre, wenn wir jetzt erstmal keine Maßnahmen hätten.
Aber selbstverständlich ist das auch nur meine laienhafte Einschätzung.
Leider wird diese Einschätzung von den Experten nicht geteilt, und von der Realität ebenfalls mit Blick auf das Ausland widerlegt.
Durch die Erfolge der Maßnahmen haben wir es in D geschafft, die Bremse reinzuhauen, was uns hoffentlich ein Chaos wie in Italien oder den USA ersparen wird. Vollkommen ohne Maßnahmen wären wir voll da reingeraten, das bezweifelt von den seriösen Experten niemand.
Der Peak in D kommt auch erst noch.

Stäntn schrieb:
Was ich meinte ist dass der öffentliche Druck das zu ändern ca. Mitte April kippen wird. Wette steht noch ;)
Ich glaube, du hast verloren. Aktuelle Umfragewerte:
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-coronavirus-shutdown-100-100.html
 
Datenschutz ist eine totale Illusion.

Gehe davon aus, dass Weltweit weitaus mehr Daten in falsche Hände geraten, als man je davon erfährt. Einerseits werden zahlreiche Eindringungen gar nie bemerkt und von denen die aufgedeckt werden, erfährt man oft nie was. Insbes. Firmen haben kein Interesse daran, dass die Öfentlichkeit, Mitbewerber, Behörden, usw., was davon erfahren, da der Schaden ja onehin nicht rückgängig gemacht werden kann.

Habe mehrmals mit CH Datenschützer (auf kantonaler Ebene sowie auf Bundesebene) über ganz spezifische Einzelheiten gesprochen und kann demnach nur bestätigen, dass der Datenschutz derart komplex ist, dass die Aufsichtsbehörden niemals in der Lage sind, sich ein vollständiges Bild der Risiken machen.
Zahlreichee Bürger ärgern sich über "intelligente" Stromzähler und wissen dabei nicht einmal, dass ihr Wasserzähler u.U. ebenfalls diverse Daten aufzeichnet, die z.T. ich Echtzeit fernablesbar sind und dies ohne, dass die Wasserwerke je darüber informierten. Anderes Beispiel sind Tonaufnahmen im öffentlichen Verkehr im Zusammenhang mit Videoüberwachung, usw. Oft beseht zudem eine rechtliche Grauzone, die von den Firmen geschickt ausgenützt wird (typisch u.a. für Versicherungen, Krankenkassen,...).

Ein weiteres Problem ist das Löschen der Daten, oft wird z.B: die Problematik der Backups übersehen.
Sehr grosses Problem ist die Überwachung der Zugriffsberechtigungen, z.B. im Polizei- und Justizbereich, dort sind illegale Zugriffe durch legal zugriffsberechtigte Users üblich (z.T. auch gegen Entgelt). In gewissen Fällen habe Privatfirmen Zugriff auf Daten, auf die eigentlich nur Verwaltungen Zugang hättem (z.B. Securitrans deren Muttergesellschatt sowohl Häflingstransfer wie auch Infiltrations/Spionageauträge für private Auftraggeber ausführt (Beispiel für Nestlé hier: https://www.letemps.ch/suisse/nestle-securitas-condamnees-infiltration)).

Die Information an die Öffentlichkeit kann ebenfalls betrügerisch sein. Konkretes Beispiel: Verwendung von ADN Daten, kenne einen Fall wo ein Unispital die freiwillige Einwilligung der Patienten ersucht, um ADN Proben auszuwerten. Verschwiegen wird dabei, dass unter gewissen Voraussetzungen auch für nicht in den Formularen aufgeführten Fälle die Daten ausgewertet werden könnnen, u.a. im Justizbereich. Je nach nationaler Gesetzgebung können unter gewissen Voraussetzungen illegal erhobene bzw. illegal aufbewahrte Daten dennoch rechtlich berücksichtigt werden. In einem CH Kanton bekamen die religösen Dachorganisationen beider Hauptreligionen u.a. Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum sowie Filiationsdaten sämtlicher Einwohner des Kantons, die ihre Religion als eine der beiden deklarierten, die allermeisten Einwohner haben davon allerdings gar keine Ahnung.

Die Entwicklung der Datenerhebung und -verarbeitung ist derart rasant, dass der Datenschutz stets weit hinterher hinkt. Nette Jahresberichte kann jeder erstellen, nur sieht die Realität etwas anders aus.

Oft werden Daten aufgezeichnet, die eigentlich gar nicht aufgezeichnet werden dürften, nur ist dies oft kaum nachweisbar. Daten, die rechltich zwingend als gelöscht gelten sollten, können z.T. trotz allem noch vorhanden sein bzw. sogar noch in Echtzei zugänglich sein (mal die Antwort gekriegt: "darauf können jedoch nur unsere Informatiker zurückgreifen").

In der Schweiz werden "anonymisierte" Mobiltelefeon-Standortsdaten ohne Zustimmung der User von den Behörden ausgewertet, um Versammlungen "im öffentlichen Raum" zu überprüfen (https://www.netzwoche.ch/news/2020-03-23/handydaten-auswertung-steht-jetzt-auch-in-der-schweiz-zur-diskussion). Auch "anonymisierte" Daten über Wähler (inkl. Alter) werden übrigens statistisch ausgewertet, usw. (erscheint z.B. die 89-jährige Oma im 100-Seelen-Bergrdorf als anonymisierten Eintrag?).

Ob man Tracking akzeptiert oder nicht, muss jeder selbst entscheiden, nur soll man sich auch dessen bewusst sein, dass einerseits der Datenmissbrauch nicht ausgeschlossen werden kann und andererseits dass dies einen weiteren Schritt in Richtung Big Brother Is Watching You darstellt.
Mir selbst ist ein Tracking eigentlich egal, als massgebend betrachte ich, dass man sich der möglichen Datenmissbräuche bewusst ist und demenstrechend entscheidet, und sich nicht einfach blindlings aufgrund der Behauptungen der Behörden eine Meinung verschafft. Über Datenschutz Failures könnte ich ein ganzes Buch schreiben, obwohl ich mich gar nicht so vertieft damit befasst habe (eher Sicherheit im Prozessleitbereich seit ca. 1995, dies aus beruflichen Gründen).

(Übrigens ist auch in industriellen Bereich Cybersecurity ein grosses Thema, dort wird das wirkliche Risiko m.E. allerdings weithehend unterschäzt. Viele Infrastrukturen (z.B. Energie, Wasser, Abwasser, deren Prozessleitsystemarchitekturen ich etwas kenne, Telecom kenn ich wiederum zuwenig) sind viel anfälliger als angenommen, dort stellt auch der breite Einsatz von MS Windows ein erhebliches common-cause Risiko dar, das im Extremfall weltweit zum gleichzeitigen Verlust mindestens der Bedienbarkeit von zahlreichen kritischen Anlagen in den unterschiedlichsten Bereichen führen könnte.)
 
Schusseligkite schrieb:
Stäntn schrieb:
Keine Ahnung wie das andere berufstätige machen?

Die lassen sich eine Bescheinigung vom Arbeitgeber geben und bringen das Kind in die Notbetreuung.
Also ich hab mal alle Erkundigungen eingeholt - da geht nix. Sind nicht systemrelevant, wobei Basischemie aus meiner Sicht schon eine gewisse Grundrelevanz hätte... naja.

Dann steht jetzt zu Buche:
- Homeoffice geht ab Ostern nicht mehr, AG holt mich wieder rein, 40h/Woche
- Zusatz Urlaub wegen Corona oder ähnliches gibts nix vom AG - nada.
- Urlaub ist aufgebraucht (allein 15 Tage im Januar für Skifahren verbraten) - Rest für Sommerschließung (3 Wochen, die halten ernsthaft dran fest) geblockt
- Kindergärten und Schulen öffnen hoffentlich im April, stabil Mo-Fr

Sollten die Kindergärten und Schulen tatsächlich nicht "normal" offen haben bleibt doch gar nichts anderes mehr übrig als Oma/Opa einzubeziehen, und zwar über Wochen und wenn die Politik weiter so "hammert" evtl. sogar Monate!? Und dadurch auch Kontakt zur Uroma, Tanten, und was alles noch so dahinter steht.
Vom Risiko her wäre die Variante Kindergarten deutlich sicherer, aber welche Wahl hat man? Keine, ich seh keine. Nur die Hoffnung, dass man aufgibt den Virus klein zu halten und die Überlastung des Gesundheitssystem nicht als dominanten Entscheidungsfaktor zu betrachten, sondern sich Gedanken macht wie man bis zum Sommer da durch sein kann.

Was das Tracking und Datenüberwachung angeht: Man muss doch sein Handy nicht überall mit hinnehmen, das musste man früher schon nicht und in der "neuen Welt" gleich erst recht nicht... Einkaufen, Sport, Skifahren, all das geht ohne Handy. Vielleicht entschleunigen wir digital auch etwas durch Corona.
 
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