Petz schrieb:
j-d-s schrieb:
Och, solange die Medien weiter fleißig Panik schüren findet alles Akzeptanz. Alles schon mal passiert. Macht man den Leuten nur genug Angst und wiederholt oft genug die Alternativlosigkeit der Maßnahmen der Regierung, glauben es die allermeisten auch.
Ich gebe es auf gegen Deine Verschwörungstheorien mit Argumenten anzugehen denn für nutzlose Tätigkeiten ist mir meine Zeit zu schade. Offensichtlich könnte Dich leider nur eine Infektion mit sehr schwerem Verlauf noch bekehren...
Nichtmal das könnte mich "bekehren", denn ich schaue mir eben die Statistiken an. Ja, es kommt vor, dass junge, gesunde Menschen schwer an Corona erkranken. Der Anteil dafür ist aber sehr gering, unter 0,5%.
Wenn ich Pech habe, bin ich halt unter den 0,5%, das ist bei hunderttausenden Infizierten eben statistisch drin (ich müsste mich aber erstmal noch infizieren, was die Wahrscheinlichkeit natürlich weiter senkt, aber natürlich auch immer noch statistisch drin ist bei 80 Millionen Einwohnern, da ist selbst bei 0,001% insgesamt noch 800 Personen). Aber wenn ich Pech habe kann ich auch wenn ich zuhause bleibe im Bad ausrutschen und mir nen Schädelbasisbruch zuziehen.
Ich weiß ja nicht wie du dein Leben leben willst, aber ich bin weder für eine Vollkaskomentalität gegenüber dem Staat noch will ich mein Leben in Angst oder unter Entziehung meiner Grundrechte leben.
alpennon schrieb:
j-d-s schrieb:
Ein Beispiel für die Panikmache der Medien: Es wird über Einzelfälle vom Tod gesunder Menschen an Corona berichtet, aber wenn unter 140.000 dann eben 10 sind, die ohne Vorerkrankungen sind und sterben, sind das halt nur 0,00007%, aber diese Zahl nennt man in den Medien dann sicher nicht.
Die Zahl liest man deshalb nicht, weil jeder Journalist weiss, dass es mehr als 10 waren - in Italien waren etwa 0,7% der Todesfälle einer Studie unter 65 und ohne Vorerkrankungen. Das sind nicht viele, trotzdem wären 1000 der registrierten Todesfälle unter 65 und ohne Vorerkrankungen. Vorerkrankung heisst jedoch nicht zwingend, dass diese Person schwer krank war, was manch ein Laie hier impliziert! Alle wissen, dass Ältere mit Vorerkrankungen den Grossteil der Verstorbenen ausmachen, das wird überall auch so berichtet. Trotzdem ist klar, dass dieser Coronavirus im Vergleich zu saisonalen Influenzaviren ein deutlich höheres Risikoprofil und Ansteckungsrisiko in allen Altersklassen hat bei kaum vorhander Immunität aufweist, wenn auch die aller(aller)meisten unter 65 ohne Vorerkrankungen den Virus überleben werden. Langzeitfolgen sind jedoch bei einem solch jungen Virus noch unbekannt und möglich, ich wäre schon deshalb vorsichtiger als bei Influenza trotz jungem Alter.
Da hast du dich vertan: Unter 2000 Toten waren 3 ohne Vorerkrankungen (
https://www.welt.de/wissenschaft/article206649557/Coronavirus-Das-weiss-Italien-ueber-die-Toten.html).
[Das sind übrigens 0,15%, der Autor des Artikels kann offenbar 3/2000*100 nicht rechnen.]
Allerdings ist das der Anteil an den Opfern, nicht der Anteil an den Infizierten. Der dürfte noch niedriger sein, da es in Italien zu dem Zeitpunkt sicherlich mehr als 2000 Menschen ohne Vorerkrankungen gab, die mit Corona infiziert waren.
Pancho schrieb:
Grad drauf gestoßen - erinnert an den Bericht des Taucharztes aus dem Standard vor kurzem hier im Thread:
Was mir als Erstes aufgefallen ist: Viele Patienten machen zunächst einen fitten Eindruck. Wenn man sich dann aber deren Sauerstoffwerte anguckt, erschrickt man, weil sie so niedrig sind. Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit. Andere Patienten hätten wir bei solchen Werten schon intubiert, also künstlich beatmet. Einige sind deshalb überrascht, wenn wir sie auf die Intensivstation verlegen, obwohl es ihnen noch gar nicht so schlecht geht. Aber das kann sich bei Covid-19 schnell ändern. Es gibt also eine große Abweichung zwischen dem klinischen Bild und den objektiv messbaren Parametern. Das macht ganz grob gesagt die Covid-19 Erkrankung im klinischen Alltag aus.
Quelle:
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-arzt-in-darmstadt-das-kenne-ich-so-von-keiner-anderen-krankheit-a-4cef90d1-0686-415d-be33-e6ffff29cd10
Und für j-d-s aus der gleichen Quelle:
Gerade am Anfang der Epidemie, als viele aus dem Skiurlaub zurückkamen, hatten wir erstaunlich viele junge Patienten - und mit jung meine ich 30 Jahre und aufwärts -, bei denen das Coronavirus eine Lungenentzündung verursacht hatte. In dem Alter sind Lungenentzündungen eher selten, so viele auf einmal habe ich noch nie gesehen, und ich arbeite auf einer Lungenstation. Wenn das Virus in die Lunge gelangt, verläuft die Krankheit schwer. Viele Patienten - auch junge - erzählen mir, dass sie sich noch nie so krank gefühlt hätten.
Das sagt gar nichts aus, weil das eben erneute pars-pro-toto-Berichterstattung ist: Es wird, ohne irgendwelche Zahlen zu nennen, anhand von Einzelfällen generalisiert.
Der Mann spricht wiederholt von "vielen", wobei das beim ersten Mal faktisch widerlegt ist, denn über 80% der Patienten müssen erstmal gar nicht ins Krankenhaus, die Mehrheit gar keine Symptome. "Viele" kann in diesem fall also höchstens 20% ausmachen, vermutlich aber sehr viel weniger. Selbst ein Anteil von 20% wäre aber nach üblicher Definition nicht "viele".
Beim zweiten "viele" behauptet er dann, dass es eine große Zahl an jungen Patienten (wobei ich "30 und älter" ne seltsame Definition von "jung" finde - das wäre eher "50 und jünger" oder so) eine Lungenentzündung von Corona davongetragen hätte. Auch das ist statistisch nicht belegt, im Gegenteil, die vorhandenen Statistiken sprechen hier stark dagegen.
Ob der Mann jetzt bewusst einen falschen Eindruck erwecken will, kann ich nicht beurteilen. Die Spiegel-Journalisten wollen das aber definitiv.
Denn ich habe ja nie bestritten, dass auch Menschen ohne Vorerkrankungen am Coronavirus schwer erkranken können. Es ist eben nur ein solch geringer Anteil, dass er gegenüber vielen anderen Krankheiten nicht ins Gewicht fällt.
Ich verweise daher hier auf das Dokument des RKI (
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/2020-04-16-de.pdf), wo berichtet wird, dass von den Patienten, die gegenwärtig stationär wegen schwerer Atemwegserkrankungen (sog. "SARI") behandelt werden, nur 31% an Corona erkrankt sind. Also handelt es sich auch insgesamt gesehen, entgegen des Eindrucks, den die mediale Berichterstattung erwecken will, keineswegs um ein Phänomen, das in einem besonders großen Ausmaß auftreten würde verglichen mit anderen Erkrankungen der Atemwege.
Ich bitte darum, als Quellen nur verlässliche Statistiken zu nennen und keine Einzelfallberichte oder Berichte über "viele", "einige" usw., welche keinerlei Zahlen nennen.