Pancho schrieb:
Ein Problem habe ich damit, dass einige hier im Thread sich daraus anmaßen, zu bestimmen, wann ANDERE genügend Tage hatten und ob das Leben von ANDEREN keinen ausreichenden Wert mehr hat, um es schützenswert zu machen.
Jedes Leben ist schützenswert. Jedoch ist das ganze Leben ein Risko, welches immer mit dem Tod endet.
Es gibt aber schon immer Risiken, die ein Leben beenden können. Und es sieht so aus als ob jetzt eine neue dazugekommen ist. Und sollt kein Wunder geschehen, bleibt das Risiko auch.
Jetzt kann man sagen: Ok, wir alle müssen unser gesamtes Leben dauerhaft ändern und Jahrtausende alte Verhaltensweisen
dauerhaft ändern, oder wir gehen dazu über das Risiko irgendwie in Einklang mit unserer Lebensweise zu bringen.
Wenn über Zeithorizonte geredet wird, die länger als ein paar Wochen sind, ist es auch an der Zeit sich grundlegende Fragen zum Umgang auch mit älteren Menschen zu stellen. Besuchsverbote, Distanzierung ist sicherlich richtig, aber ich bin mir nicht sicher wie viele alleinstehende ältere Menschen das sehen wenn sie wirklich mehrere Monate niemanden mehr (Kinder, Geschwister, Enkel) sehen können. Man verbietet ihnen den sozialen Kontakt, und da kommt dann wieder das strapazierte Sprichwort zu tragen. Was bringen dir dann 1 Jahr länger zu leben wenn du in der Zeit alleine auf den Tod wartest?*
Mal grundsätzlich finde ich es unmöglich, wenn man einerseits (wenn es um die Arbeit geht) überall umherfahren kann (was mich heute früh in Bayern östereichische Autos überholt haben) und ich in der Arbeit (systemrelevant) weiterhin (distanzierten) Kontakt mit zig Mitarbeitern und Firmen habe, andererseits aber nicht nach AT fahren kann um von dort
alleine eine Skitour zu unternehmen.
Um es mal praktisch auf meinen Beruf zu bringen: Wir haben momentan mehrer Gastronomien geschlossen, in denen es ohne Probleme möglich wäre Abstände einzuhalten. Das ist nicht einsehbar.
Für dies alles brauchen wir Regeln welche aller Leben respekiert und in Einklang mit dem neuen Risiko bringt.
* Mal ein kurzer Ausflug: Auch hierzulande wird immer mehr über ein selbstbestimmtes Lebensende geredet und auch gefordert. Und in diesem Fall verbieten wir dem Menschen am Lebensabend, um "seiner willen" sogar die einfachsten sozialen Kontakte? Hier gilt wiederrum: ein paar Wochen ok, aber Monate / Jahre?