WackelPudding
Fichtelberg (1214,6m)
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Tyrolens schrieb:WackelPudding schrieb:Ich bin selbst noch an meiner ehemaligen Hochschule nebenher als Lehrbeauftragter tätig und ich finde die Durchführung von Online-Vorlesungen extrem schwierig. Ich habe den Eindruck, es bleibt einfach weniger hängen.
Lass mich raten: Weil ca. 90% der Hörer mit anderen Dingen beschäftigt sind oder schlafen und nur 10% aktiv mit arbeiten.![]()
Der Vorteil der Onlinevariante ist, dass man da wirklich schöne Vorlesungen bauen kann und die baust du einmal und kannst sie dann über Jahre mehr oder weniger unverändert verwenden. Die gewonnene Zeit könnte man für Einzelbetreuung verwenden.
Ja, das ist wohl so. Man sieht aber ja nicht, was die Studierenden daheim so treiben, denn 99% davon haben die Kamera aus (zumindest bei den mir bekannten Vorlesungen).
Aber ich kann menschlich sehr gut nachvollziehen, dass man daheim schneller mal neben der Spur ist, als wenn man präsent ist. Das geht mir, wenn ich daheim bin und viele WebEx oder dergleichen habe, ja auch nicht anders. Da ist auch schnell mal die Kamera aus gemacht und wenn es gerade nicht spannend ist, irgendwas anderes im Haushalt erledigt.
Dafür kann ich den Studierenden also auch keinen Vorwurf machen.
Ich versuche - unabhängig von Corona - meine Vorlesungen immer möglichst interaktiv zu gestalten. Ich hasse es, wenn ich stundenlang einen Monolog halte. Im gemeinsamen Austausch lernt man in meinen Augen einfach mehr. Dieser interaktive Austausch fällt mir in Präsenz leichter, auch wenn es diverse Online-Tools gibt, die hier gute Lösungen anbieten und ich auch gerne nutze.
Bei mir hat ja auch letzte Woche das neue Wintersemester angefangen und trotz 100% online (bei der einen Veranstaltung) konnte man durch Online-Tools m.E. eine gute Beteiligung erzielen, was mich sehr gefreut hat.
Nichts desto trotz ist studieren einfach was anderes, als einfach vor einem Bildschirm zu sitzen.
Titanium schrieb:WackelPudding hat geschrieben: ↑14.10.2020 - 19:18
Auch ein positiver Nebeneffekt der Corona-Geschichte ist doch die erhöhte Verfügbarkeit von Homeoffice und der damit einhergehenden Verringerung des Verkehrs. Wir haben durch Corona auch jetzt die Chance, beim Thema Verkehrswende weiter zu kommen, welche wir dringend nutzen sollten.
Also zumindest in Großstädten habe ich den Eindruck, dass der Individualverkehr zugenommen hat, zwar auch das Fahrrad, aber auch der PKW-Individualverkehr, weil viele sich nicht in die vollen ÖPNV drängen wollen.
Diesen subjektiven Eindruck habe ich auch. In den Öffentlichen ist man bei weitem nicht bei der ursprünglichen Nachfrage (Schulbusse, etc. mal ausgenommen). Sicherlich hängt das mit der "Angst" einiger vor menschlicher Nähe zusammen.
Es wäre aber fatal, wenn der IV durch die Corona-Krise so profitiert, dass wir dann später bei der wirklich schlimmen Klima-Krise kein Land mehr sehen.
Die jeweiligen Verkehrsunternehmen können hier die Situation aber auf die Schnelle am wenigsten ändern. Die Verkehrsunternehmen erfüllen ihre öffentlichen Dienstleistungsaufträge (Inhalt u.a. Fahrplan, Kapazität, Service Qualität), die sie mit der öffentlichen Hand abgeschlossen haben. Hier ist also die Politik gefragt, Maßnahmen zu ergreifen, den ÖV aus der "Virenschleuder-Ecke" zu holen (denn dafür gibt es keine Erkenntnisse) und das Angebot jetzt proaktiv so auszubauen, dass nach der Corona-Krise die Leute gerne zum ÖV wechseln, weil die Straßen so voll geworden sind.