Nach Moderatorenhinweis versuche ich die Disussion aus dem anderen Thread mal hier weiterzuführen:
steak schrieb:
freerider13 schrieb:
Den Zahn mit der durchseuchung muss ich euch leider ziehen.
Voraussetzung dazu wäre, dass eine dauerhafte immunität auf eine Erkrankung folgen würde.
Dem ist aber leider nicht so. Jetzt ein wenig insiderinfos:
1.: Es gibt bereits mehrere mutierte virenstämme, in den USA sind es aktuell 4. den einen gehabt zu haben schützt nicht vor dem nächsten.
2.: bislang wurde vermutet, dass die immunität auf den einen überstandenen Stamm mehrere Wochen oder Monate anhalten könnte. Nach aktuellen Studien hat sich dieser Zeitraum in diversen dokumentierten Fällen auf 3-4 Tage (!) verkürzt.
3.: ebenfalls dokumentiert wurden bereits diverse mehrfachansteckungen von Patienten - der Rekord liegt hier aktuell bei 4 mal.
Also streicht den Gedanken mit der durchseuchung. Was denkt ihr wohl, warum der streek zu dem Thema in den letzten 2 Wochen doch ziemlich leise geworden ist, obwohl er zu Anfang der größte Fan davon war?
Jan
Nachdem meine Freundin und ich uns im März infiziert hatten (zu finden in der anderen Corona Diskussion) haben wir eine "Ministudie" gemacht.
Ein Monat nach dem positiven PCR Test hatten wir einen Elisa Antikörper Test gemacht. Beide eindeutig positiv, fragt mich nicht welcher Wert, aber er war mit 4,1 sehr hoch (Grenzwert 0,

. Sieben Monate später, also vergangene Woche, hatten wir erneut einen Antikörper Test gemacht. Diesmal ein Schnelltest, aber von geschulten Personen durchgeführt.
Ergebnis: Ich hatte keine nachweisbaren Antikörper mehr. Viel interessanter war das Ergebnis meiner Freundin. Zuerst auch nicht nachweisbar, aber zum Schluss noch ein leichter Schimmer von Antikörpern.
Ich hatte gestern bereits einen Post in Bezug auf die Beiträge von Freerider13 verfasst, habe ihn aber direkt wieder gelöscht, da ich damit wahrscheinlich die ansonsten sehr angenehme Diskussionsatmosphäre hier vergiftet hätte.
Mit vermeintlichen "Insiderinformationen" zu prahlen, diese aber nicht weiter erklären zu können ist halt schlechter Stil und bringt niemanden weiter.
Was ein "Konzern, der normalerweise die medizinischen Studien für die Pharmaindustrie entwickt, durchführt und auswertet" mit der Weitergabe offizieller Zahlen an das RKI oder die John-Hopkins University zu tun hat, erschließt sich mir nicht.
Ebenso nicht, welche "aktuellen Studien" es es denn sind, die eine"Immunität in diversen dokumentierten Fällen verkürzt auf 3-4 Tage" belegen kann. Würde mich interessieren, gerne her damit.
Bin daher etwas überrascht, dass so viele unkritisch mit diesen Aussagen umgehen. Das lief beispielsweise mit Wetterstein im Klimathread anders ab.
Zu der zitierten "Ministudie":
Zwischen euren beiden ELISA-Tests lagen 7 Monate.
ELISA Tests sind sehr robust, haben jedoch oft ihre Schwächen bei der verlässlichen Detektion geringer Konzentrationen. Welchen Test habt ihr denn gemacht? Wisst ihr noch den Hersteller?
Auf dieser Abbildung siehst du die Serumhalbwertszeiten verschiedener Antikörperisotypen:
Bonilla, F. A. (200
. Pharmacokinetics of Immunoglobulin Administered via Intravenous or Subcutaneous Routes. Immunology and Allergy Clinics of North America, 28(4), 803–819. doi:10.1016/j.iac.2008.06.006
Der am häufigsten vorkommende Isotyp IgG, die häufigste Subklasse IgG1, gehen wir also von einer Halbwertszeit von etwas über 20 Tagen aus.
Zwischen deinen beiden Tests lagen 7 Monate, also rund 210 Tage.
Bei Abwesenheit intakter Coronaviren oder übriger Bestandteile der Virushülle stoppen deine Plasmazellen relativ schnell die weitere Sekretion von Antikörpern.
Es werden also alle knapp 20 Tage um die Hälfte weniger.
Dass du nach 210 Tagen kein positives Signal bekommst ist vollkommen normal und kein Zeichen fehlender Immunität.
Diese läuft im übrigen über B memory cells (und bei Corona offenbar mit relativ hohem Einfluss) T memory cells, welche nicht über übliche ELISA Tests nachgewiesen werden können.
Die mediale Diskussion über Antikörper in den vergangenen Monaten ist müßig. Wie oft hat man schon Geschichten gelesen von einer ausbleibenden Immunität, da keine Antikörper gegen das Virus mehr nachgewiesen werden können.
Frage an die Runde: Gibt es valide Studien über eine ausbleibende T/B memory cell response bei einer signifikanten Zahl an Patienten? Die würde mich zum Umdenken bewegen.