Es ist schlussendlich einfach die Frage, ob die Politik das Virus mit aller Macht ausrotten will oder sich damit zufrieden gibt, dass die Anzahl der Fälle massiv gedrückt wird und damit das Gesundheitssystem nicht so sehr am Anschlag arbeiten muss.
Das Ausrotten halte ich persönlich für medizinisch unnötig und unnötig zeitaufwendig, um wieder zum normalen (ja, wirklich normal) Leben zurück zu kehren.
Maßvoller erachte ich die 2. Variante. Ich glaube, wir müssen auch mit Corona in eine ähnliche Prozedur geraten, wie bei der Grippeschutzimpfung (und bevor damit wieder jemand kommt, ja Corona und Grippe ist nicht das Gleiche, aber in Teilen durchaus ähnlich). Wir haben haben die Grippe auch nicht ausgerottet (was es ja auch nie gebraucht hat), aber die freiwillige (und sinnvolle) Impfung ca. eines Fünftels der Bevölkerung jährlich reicht ja im Normalfall völlig aus, um zu verhindern, dass uns das Gesundheitssystem um die Ohren fliegt.
Bei dieser Vorgehensweise ist es ja das Schöne, dass jeder frei entscheiden kann, ob er geimpft werden will, das Gesundheitssystem wird ausreichend geschützt und die, die aus welchen Gründen auch immer, keine Impfung wollen, machen das quasi auf eigenes Risiko - wobei diese Menschen natürlich dennoch im Falle eines schweren Verlaufes behandelt werden müssen.
Corona gibt es dann halt weiterhin. Die Fallzahlen werden aber beträchtlich sinken. Reicht doch, oder?
Es wird daher in meinen Augen darauf ankommen, dass sich möglichst viele, insbesondere Angehörige der Risikogruppen, freiwillig impfen lassen, um eine Überlastung des Systems zu vermeiden. Je mehr "normale Bürger" sich zusätzlich impfen lassen, desto besser natürlich.
Wenn die Politik aber darauf besteht, dass ca. 60-70% geimpft werden, begeht sie in meinen Augen nach dem bisherigen schwachen Auftreten gleich den nächsten Fehler, indem sie eben völlig über das eigentliche Ziel (Überlastung der Krankenhäuser vermeiden) hinaus schießt und die Freiheiten, die wir alle haben sollten, weiterhin unverhältnismäßig lange und deutlich einschränkt, ohne das dafür ein ersichtlicher Grund vorliegt.
Persönlich habe ich kein Problem mit Impfungen - schließlich wollte ich mich schon immer in einen Kayman verwandeln

- traue aber dem Braten mit der Corona-Impfung noch nicht ganz. Mal schauen, wie sich das so entwickelt. Erste Berichte zu Nebenwirkungen bei Menschen mit Allergien (so wie ich) tönen ja nicht sehr toll, aber hier ist die Datengrundlage auch noch viel zu gering.
In der Übergangsphase kann es aber durchaus hilfreich sein, geimpften Personen gewisse Erleichterungen bei den Quarantäneregelungen, etc. einzuräumen.
Auf Dauer, wenn dann eine ausreichend hohe Impfquote erreicht ist, sind diese Erleichterungen dann aber auch nicht mehr nötig, insbesondere auch im zwischenstaatlichen Verkehr. Hier macht es Sinn, wenn sich ein Land besonders schützen will, Geimpfte leichter einreisen zu lassen, wenn der Großteil der eigenen Bevölkerung noch nicht geimpft ist. Wenn dann die eigene Bevölkerung ausreichend geimpft ist, ist ein Eintrag von außen ja weniger schlimm und auch Ungeimpfte sollten dann wieder ohne Auflagen einreisen dürfen.
Ich fürchte aber sehr, dass auch hier zumindest von der deutschen Politik keine maßvolle und angemessene Linie gefahren wird. Zumindest ist dies naheliegend, wenn man das bisherige "Krisenmanagement" unserer Regierung anschaut.