Zunächst: Ich würde sehr gerne mehr Details über dieses Rechenmodell kennen, leider finde ich aber nichts. Wenn du was hast, gerne!
Bisher habe ich somit nur wahrgenommen, dass die Kipppunkte eine entscheidende Rolle spielen sollen. Werden die überschritten, funktioniert die Nachverfolgung nicht mehr und es kommt zu einem exponentiellen Wachstum. Werden sie unterschritten, funktioniert die Nachverfolgung wieder und es gibt eine exponentielle Abnahme.
Diesbezüglich habe ich schon einmal folgendes geschrieben:
Aber selbst dann [wenn die Zahlen niedriger sind] bin ich skeptisch, dass die Kontaktverfolgung wirklich konsequent und verlässlich funktionieren würde. Warum? Es wird immer so dargestellt, als würde der Aufwand bei der Kontaktverfolgung nur durch die Neuinfektionszahlen bestimmt. Was fast nie erwähnt wird, ist, dass die Zahl der Kontakte natürlich auch einen bedeutenden Einfluss hat. Beispiel: aktuell darf ich mich nur mit einer Person außerhalb des Haushalts treffen, also muss auch nur dieser eine Kontakt nachverfolgt werden. Darf ich mich [bei niedrigeren Inzidenzen] aber bspw. mit 10 Personen außerhalb des Haushalts treffen, müssen schon gleich viel mehr Kontakte nachverfolgt werden, plus die nächste Stufe der Kontaktpersonen, das wären dann schon 100. Arbeit, Familie, usw. jetzt mal ungeachtet.
Wenn diese Annahme falsch ist, kannst du mir gerne jetzt widersprechen. In meinen Augen ist sie nur logisch und von enormer Bedeutung, wird in dieser Studie und den Berechnungen aber offenbar weitgehend außen vor gelassen. Damit geht für mich eigentlich schon jede Validität verloren. Und ja, natürlich traue ich mir diese Kritik zu, das mag aus deiner Perspektive "unglaublich selbsbewusst" sein, aber wenn man etwas nachdenkt, kommt da eigentlich jeder drauf.