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Cortina mit Umwegen | Juli 2015

Der Begriff Umweg hat erstaunlicherweise im Sprachgebrauch eine sehr negative Konnotation: Zur Arbeit – oder schlimmer in den Feierabend oder gar Urlaub – führt nicht der direkte, sondern ein längerer, unbequemerer Weg. Wenn das Ziel jedoch nicht so simpel und nah ist, wie die eigenen vier Wände im Bochumer Barock, können Umwege doch einen großen Reiz haben und das eigentliche Ziel vielleicht sogar in den Hintergrund rücken.

Auf meinem langen Weg nach Cortina gab es viele Gelegenheiten, die direkte Route zu verlassen und die Gegend zu erkunden. Vieles musste ich links oder rechts liegen lassen, ansonsten wäre die Tour in ein Jahresprojekt ausgeartet. Manche tolle Stopps ergaben sich vor und auch nach Cortina in insgesamt vier Ländern aber dennoch, die ich in den kommenden Wochen mit euch teilen werde.

Cortina mit Umwegen | Juli 2015

Überblick

Vom geliebten Ruhrgebiet ging es zunächst in die Tiefen des Bayerischen und Böhmerwaldes. Dort standen auf beiden Seiten der Grenze Zwischenstopps auf dem Programm.
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Nächste Station nach einigen anstrengenden Stunden im Auto: Die schöne Steiermark. Dort gab es mehr zu entdecken als erwartet.
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Sogar der Grazer Hausberg ist interessanter, als man anhand des Fotos glauben mag.
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Kurzer Besuch in der steirischen Landeshauptstadt.
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Der Höhepunkt der Reise: Das bei Lift-Freunden – zu Recht – vielbejubelte Cortina d'Ampezzo.
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Irgendwann hieß es auch dort Abschied nehmen. Wie gut, dass der Weg zum Brenner und Richtung Ruhrgebiet ein weiter ist.
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Hätte nicht gedacht, dass ich am Pässe-Kloppen Gefallen finden würde.
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Umwege können so schön sein: Mittenwald...
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...Ehrwald...
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...Biberwier....
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...Pertisau...
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...und zum Abschluss das tiefste Bayern.
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Lol. Cortina scheint ja richtig zu einem Mekka für Seilbahnfans zu verkommen. Wann warst denn da? Hotel übernachtet?
 
Habe ich mir auch gedacht. Ich war letztes Jahr im Juli dort; spätestens jetzt mit der angedrohten Schließung von Forcella Staunies hats wohl noch einige hingezogen. Auf der Tofana war ich damals nicht - im Nachhinein ein Fehler, wie ich anhand deines Berichts gemerkt habe.
 
Cortina mit Umwegen: Unterbreitenau | Juli 2015

Der erste geplante Stop der Tour war der Geißkopf in Unterbreitenau. Ein alter Bekannter, der mich in den ersten Tagen begleitete, kannte die Anlage noch nicht und da unsere Unterkunft nur wenige Fahrminuten von der Talstation entfernt lag, ging sich gleich nach dem Frühstück und pünktlich zu Betriebsbeginn eine Fahrt aus. Dem vorangegangen war am Vortag eine fürchterliche Autofahrt über die A3 mit kurzen nervigen (Köln) Staus und später noch einer Vollsperrung irgendwo bei Regensburg. Das sollte dann aber für die nächste Woche die letzte Verkehrsbehinderung gewesen sein :D

Am Geißkopf findet sich einer der nicht so zahlreich gebauten und mittlerweile der letzte Kombibilift von PHB (Bj. 1967). Inzwischen wird er sommers wie winters auch nur mehr mit Sesseln betrieben.

Homepage

Das Standartmotiv dort. Wir waren die ersten am Drehkreuz. Dicht hinter uns folgte dann bald eine Horde Mountainbiker, die hier in den grünen Monaten für ordentlich Umsatz sorgen.
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Der Bekannte hatte sich die Poleposition gesichert, einige Sessel vor ihm war der Liftler von der Bergstation auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz.
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So nüchtern die Bergfahrt ist, umso schöner sind die ersten Minuten der Talfahrt. Auch wenn es "nur" ein Mittelgebirge ist, hat man eine tolle Aussicht. Da sollte ich in den nächsten Tagen dann noch ganz andere Dimensionen kennenlernen.
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Ein Video der Wackelstütze gibt es nicht - nachher werden hier auch noch die Petzen aktiv. Dafür gibt's eine Aufnahme der Stütze an der Mittelstation, wo sich der Ausstieg für die Rodelbahn befindet. Für diese war es morgens noch zu feucht, so dass wir eine Fahrt ausließen.
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Der Blick auf das Herzstück der Anlage darf ebensowenig fehlen, wie das erste Standardmotiv. Von diesen Antriebsspannwagen gibt es sogar noch einige.
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oh, schön, endlich (bald) mal Fotos der verlassenen PB-Station(en) in Cortina. Kommt man da problemlos hin?

Das Bild darunter ist die Nuvolau-DSB, oder? Hat die neuerdings teilweise neue Sessel? Ich wollte der heuer auch noch mal einen Besuch abstatten, da es wohl eine der ätesten Leitner-DSBs mit alten DSB-Sesseln sein dürfte..
 
starli schrieb:
oh, schön, endlich (bald) mal Fotos der verlassenen PB-Station(en) in Cortina. Kommt man da problemlos hin?
Problemlos ja und ich habe besonders darauf geachtet, dass nirgends irgendwelche Verbotsschilder stehen (keine Ironie). Allerdings war ich nur bei dieser einen ex-PB-Bergstation und habe die Talstation nur von der Straße aus geknipst. Gibt es noch mehr ex-PBs rund um Cortina?

starli schrieb:
Das Bild darunter ist die Nuvolau-DSB, oder? Hat die neuerdings teilweise neue Sessel? Ich wollte der heuer auch noch mal einen Besuch abstatten, da es wohl eine der ätesten Leitner-DSBs mit alten DSB-Sesseln sein dürfte..
Genau, ist die Fedare - Forcella Nuvolao von Leitner. Ich glaube, die Sessel hat man behalten und nur die Lederbezüge von rot auf blau gewechselt? Die meiner Auffassung nach klassischen Leitner-Sessel hat die aber nicht - oder ich kannte sie bislang noch nicht.
 
Kannst die Station ja sogar auf Streetview anschauen.

Zottel schrieb:
Gibt es noch mehr ex-PBs rund um Cortina?
Faloria-Tondi war noch eine Pendelbahn dessen Gebäude noch stehen.
 
Cortina mit Umwegen: Železná Ruda | Juli 2015

Von Unterbreitenau ist es nicht weit bis Železná Ruda und dem dortigen Gebiet Špičák. Neben einigen (K/S)SL und einer recht neuen 4-SB sind dort zwei ESL-Sektionen in Betrieb, beide aus dem Hause Transporta Chrudim, Baujahr 1970. Wie in Tschechien üblich, gibt es im Sommer keinen durchgehenden Betrieb, sondern getaktete Betriebszeiten - ich glaube im 30-Minuten-Rhythmus. Es gab also auf dem Weg dorthin mal wieder einen gewissen Zeitdruck, da es im Anschluß zu einem weiteren Ziel gehen sollte. Diverse Schleicher auf der Landstraße versuchten uns unseren Zeitplan durcheinander zu bringen, schafften es aber letztlich nicht. Wir erreichten die Kasse rechtzeitig zur nächsten Betriebsphase.

Homepage ESL (cz)

Homepage Bikepark / 4-SB (de)

Allgemeines zum Skigebiet

Großzügige Treppe an der Talstation der ersten Sektion, über die man nicht zum Einstieg kommt :wink: Links gehts herum; zuerst zur Kasse und dann von vorn zum Einstieg.
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Dieses Mal ergatterte ich mir den Platz an der Spitze. Rote Rollen und bunte Stützen - allein die Farbgebung der Anlage macht Spass.
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Die erste Sektion zuckelt gemütlich durch den Wald. Zwischendurch ist linkerhand die Abfahrt zu sehen, mehr auch nicht. Nett finde ich auch die Kabelführung auf Holzmasten.
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Die Bergstation und damit der Umstieg in Sektion zwei sind erreicht. Viele ESL-Ketten gibt es ja nicht mehr. Dieser nette, leicht heruntergekommene Altbau-Touri-Komplex passt zum Flair der Anlage :)
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Talstation der zweiten Sektion. Der Betrieb ist so getaktet, dass bei Ankunft der ersten Talgäste auch hier der Motor angeworfen wird.
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Gefühlt macht die Anlage schon auf den ersten Metern die meisten Höhenmetern. Das Bild der formschönen Stützenkombi folgt bei der Talfahrt. Nach diesem "Anstieg" folgt wieder eine gemütliche Fahrt, bei der man im Gegensatz zur ersten Sektion nach links und rechts etwas Aussicht hat.
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An der Bergstation darf das Türmchen-Gebäude natürlich nicht fehlen.
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Dann war wieder Pause angesagt. Die Wartezeit vertrieben wir uns um die Bergstation rum, bevor es zurück ins Tal ging.
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Klack-klack-klack-klack-klack - ich hab die Rollen nicht gezählt, aber die Stützenkombi ist schon der Hingucker der Anlage :)
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Einmal ums Gebäude rum gehts dann wieder zur ersten Sektion.
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Cortina mit Umwegen: Krasetín | Juli 2015

In knapp zwei Stunden über gut ausgebaute und landschaftlich reizvolle tschechische Landstraßen erreichten wir den nächsten ESL der Marke Transporta Chrudim in Krasetín. Mit kleinem Umweg wäre noch der ESL in Zadov erreichbar gewesen. Da dieser jedoch nur Winterbetrieb hat, wählten wir diesmal den direkten Weg. Auch hier passte es mit der Betriebsphase ganz gut - an der Talstation hatte sich bereits eine kleine Schlange gebildet, an der wir uns anstellten.

Der ESL (Baujahr 1961) führt mit knapp 1,8 km Länge auf den 1.083 Meter hohen Berg Kleť. Früher soll es hier auch mal Skibetrieb gegeben haben; auf den Luftbildern sind die Pisten noch zu erkennen. Auch einen SL soll es gegeben haben, darauf fanden wir vor Ort sowie im Netz dann aber keine Hinweise.

Homepage ESL (cz)

Allgemeines zum Lift

Erstmal war kurzes Warten im urigen Vorraum in der Talstation angesagt. Nach wenigen Minuten wurde um Punkt 14 Uhr der Lift angeworfen.
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Der Einstieg erfolgt unmittelbar unter dem Spannschlitten.
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Die typischen TC-Stützen sind hier überwiegend in rot gehalten.
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Die Auffahrt dauert etwa 20 Minuten. Die Kabelführung auf Holzmasten darf auch hier nicht fehlen :wink:
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Die Wartezeit vertrieben wir uns mit einer mini-lsap-Wanderung am Einstieg in die ehem. Piste. Viel zu sehen gab es allerdings nicht - ob der angebliche SL hier oder im Tal war, weiß ich nicht. Dann gönnten wir uns noch irgendeine fleischhaltige Speise mit unpassender deutscher Übersetzung.
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Warten auf die Talfahrt.
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Gemütlich und mit nettem Weitblick ging es dann zurück ins Tal. Bergpanorama ist mir ja lieber, aber diese Flachlandblicke haben auch irgendwie was.
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Im Tal suchten wir noch kurz am vermeintlichen Pistenende nach Liftresten, fanden aber weder das eine noch das andere. Viel Zeit verwendeten wir hierauf allerdings nicht; bis zur Unterkunft in Österreich waren es wieder drei Stunden Fahrt.
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Zottel schrieb:
Genau, ist die Fedare - Forcella Nuvolao von Leitner. Ich glaube, die Sessel hat man behalten und nur die Lederbezüge von rot auf blau gewechselt? Die meiner Auffassung nach klassischen Leitner-Sessel hat die aber nicht - oder ich kannte sie bislang noch nicht.

Also die "alten" Sessel hier (Hartplastik, ohne Seitenlehne bei offenem Bügel kannte ich bis zu dem Tag von keiner anderen Leitnerbahn) hatten gar keine Lederbezüge:
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.. wobei ich auch nicht weiß, ob das nun die ursprünglichen Sessel waren und ob Leitner die wirklich all zu häufig verbaut hatte. Ich glaub später hatte ich sie noch an irgendeiner alten Leitnerbahn mal in Grün gehabt.
.. ahja, gefunden, war die in Gaver, mit etwas anderen Rückenlehnen und anderem Gehängearm:
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Cortina mit Umwegen: Eisenerz | Juli 2015

Die Unterkunft hatten wir gleich in der Nähe des ersten Ziels des Folgetags gewählt: in Eisenerz. Der namensgebende Erzberg des Örtchens ist sogar der größte Eisenerz-Tagbau Mitteleuropas und von Norden kommend nicht zu übersehen. Bei unserer Ankunft stand auch noch die Abendsonne auf dem Abbaugebiet und tauchte diesen in helles Rot. Der Ort liegt irgendwo an der Bundesstraße 115 zwischen Altenmarkt bei St. Gallen und Leoben - seine goldenen Zeiten dürfte er lange hinter sich haben. Es wird zwar nach wie vor Erz gefördert, wir kamen jedoch an vielen leerstehenden Wohn- sowie Industrie-Gebäuden vorbei. In den letzten 60 Jahren ist die Bevölkerungszahl um etwa zwei Drittel auf nunmehr gut 4.200 zurückgegangen. Glaubt man wikipedia weiter, ist Eisenerz mit einem Bevölkerungsanteil von 40 Prozent an über 65-jährigen Menschen die älteste Stadt Österreichs.

Kurzer Stop nach langen Stunden im Auto: Bei den sommerlichen Temperaturen hätte eine Abkühlung sicher gut getan. Zum Wasser gab es jedoch keinen Zugang.
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Ortseinfahrt Eisenerz: Der Altersschnitt dürfte sich mit unserer Ankunft schlagartig gesenkt haben :wink:
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Paradox und zugleich sinnbildhaft für den Leerstand in Eisenerz: Ein aufgelassenes Altenheim - und das wohlgemerkt in Österreichs (Bevölkerungs-)ältester Stadt.
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Zunächst hieß es einchecken und Essen fassen in der Unterkunft. Der Kollege bekam ein wohl gutes Zimmer im Haupthaus, ich musste mich mit einer alten Stube im Nebengebäude begnügen - mit Fensterblick auf weiteren Leerstand :wink:
Auf einer alten Karte fiel dem geübten Auge dann ein eingezeichneter Skilift auf, der uns während der Fahrt wohl entgangen war. Wir tauschten das Dessert nochmals gegen die Wanderschuhe und begaben uns in die einbrechende Dämmerung.

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Verriegelt und verrammelt; eindeutiger Fall von: Hier geht schon lange nix mehr.
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Einerseits juckte die Neugier, was wohl am Berg noch zu finden sein würde - die Piste rechts ist noch gut zu erkennen, dieTrasse (irgendwo links der Bildmitte) hingegen weniger. Andererseits wurde es immer dunkler und begann auch irgendwo zu Donnern. Wir versuchten noch unser Glück über eine Forststraße, kehrten dann aber beim "Nur für Anrainer"-Schild um und verzichteten auf eine lsap-Wanderung. Kurz darauf zog ein Gewitter durch das Tal und störte den Empfang meines Röhren-TVs.
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Cortina mit Umwegen: Vordernberg | Juli 2015

Vom nächtlichen Gewitter war außer Pfützen am Morgen nicht mehr viel zu sehen. Der Blick gen Himmel versprach bestes Sommerwetter. Die Nähe der Unterkunft zum nächsten Ziel bescherte uns einen entspannten Morgen, auch wenn an Ausschlafen nicht zu denken war. Das Tagesprogramm war - im Nachhinein zu - umfangreich und so galt es, pünktlich zu Betriebsbeginn am Präbichler Polster Classic zu sein. Vorher gab es noch Frühstück, sogar mit Ei; einer der vielen kleinen Unterschiede zu Italien in den folgenden Tagen.

Seit Ablauf der Konzession in diesem Jahr ist am Präbichl im Sommer liftmäßig nichts mehr los. Das Hin und Her um die Einstellung ist in diversen Beiträgen im Netz ganz gut dokumentiert - seit einiger Zeit scheint jedoch bei Betreibern wie Politik und somit wohl auch endgültig an der Anlage Stillstand zu herrschen. Demontiert ist der Lift aber noch nicht, so weit ich das erfahren habe.

Homepage Präbichl

Vor einem Jahr war die ESL-Welt in Vordernberg jedenfalls noch heil und sogar auf die vorab per Mail erfragte kleine Führung in der Talstation war man vor Ort vorbereitet. Nach einem ersten Plausch mit dem BL zog es und jedoch zunächst bergwärts.
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560 HM auf gut 1.200 Meter Strecke: Besonders im oberen Stück zieht der Lift gut an :)
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Vor dem Girak-Lift stand hier bereits ESL (wohl Bj. 1946), vereinzelt sind in der Trasse die Fundamente erkennbar.
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Seitenblick zum ehem. Ausstieg des Doppelmayr-SLs Polster Basic. Die übrigen Anlagen im Gebiet sind (fast) alle "unge-Polstert" :wink: - und auch nicht der Rede wert.
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Rückblick auf den Erzberg im benachbarten Eisenerz. Schon beeindruckend, so was mal über Tage zu sehen; dazu in dieser Kulisse.
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Vor der Bergstation wurds dann gescheit steil und ordentlich zugig. Waghalsige Erschließung das ganze; die Route soll ja auch nicht ganz ohne (gewesen) sein. Der Lift endet irgendwie mitten am Berg :)
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Der Elektro-Fritze und Fenster/Türen/Wintergärten-Heini haben ihre Werbung schon richtig platziert bei den Scharen von Forums-Usern, die sich hier in den letzten Monaten an der Bergstation rumgetrieben und ordentlich Fotos fürs Netz gemacht haben.
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Sehr fotogene Anlage mit ihren Holzsitzsesseln. Wir verzichteten auf einen Kaba in der Hütte und fuhren wieder nach unten. Auf den ersten Metern wurds mir dann ob der Höhe und des steilen Hangs etwas mulmig. Viel ist so ein Seitschließbügel dann ja doch nicht.
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Der Polster Quattro wurde mal als Ersatzanlage für den Classic-ESL im Sommer gehandelt. Da es sich um eine Sportbahn handelt, wären jedoch Investitionen nötig und man käme nur bis auf etwa 2/3 der ESL-Strecke. Mal sehen was passiert.
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In der Talstation bekamen wir ehrlich und ausführlich Antwort auf unsere Fragen sowie viele technische Hinweise zur Anlage. Alles ist bei mir nicht hängen geblieben, jedenfalls jedoch der Eindruck, dass einige in Vordernberg an diesem Tag mit viel Herzblut bei ihrer Arbeit waren. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für die Zeit.
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Eine geniale Anlage weniger in Österreich.
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Cortina mit Umwegen: St. Radegund bei Graz | Juli 2015

Bei den ganzen noch fahrenden Einersesselliften, die bislang mit Umwegen zu erreichen waren, wurde es langsam Zeit für ein ESL-lsap. Wie gut, dass es dafür bei Graz ein paar Gelegenheiten gibt.
Den Anfang machten wir am Schöckl, dem Grazer Hausberg, der einmal mit zwei tollen Anlagen erschloßen war. Die ZUB als Hauptanlage hat man vor gut 20 Jahren ersetzt, den ESL Nordlift vor über 30 Jahren stillgelegt und später demontiert.

Schon von weitem sind die Trasse des Nordlifts sowie der Sendeturm auf dem Schöckl zu sehen. Zur Talstation gelangt man dann über kleine Straßen, vorbei anBauernhöfen.
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Die genial ab vom Schuss gelegene Talstation. Letzter Betrieb war hier 1985 und bis auf das Graffiti ist ein lsap der Marke 'urig' :) Oben ist die Trasse zu erkennen. Gebaut wurde die Anlage Anfang der 1950er vom Hersteller Wolf & Switzeny, der in dieser Zeit eine Handvoll Anlagen gebaut hat (Versuch einer Referenzliste: klick). Mittlerweile fährt davon keine mehr.
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Das Stationsgebäude steht mitten im Nirgendwo. Früher sind die glücklichen Liftbenützer sicher Busseweise hierhin gekarrt worden. Das Gebäude ist verschlossen: Im Innern sind noch Teile der Abspannung zu sehen, ein Plumpsklo wäre unten auch noch vorhanden :wink:
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Blick vom Einstieg auf die Trasse. Wie man sieht, sieht man nach 30 Jahren nicht mehr viel. Das Fundament der ersten Stütze wäre noch da, im weiteren Verlauf ist die Trasse dann aber wohl nicht mehr so stark zugewachsen.
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Weitere Infos zum ESL finden sich im Netz unter anderem in diesem alten Topic, mitsamt Fotos einer Trassenbegehung sowie (auf Seite 2) aus der Talstation.

Mit dem Auto ging es jetzt in einigen Serpentinen zur Talstation der Schöcklseilbahn in St. Radegund bei Graz. Seit 1951 ist der Berg per Seilbahn erschloßen: Zunächst ging es mit einer ZUB (Wiener Brückenbau, System Wallmannsberger) hinauf. Seit 1995 erledigt das eine EUB von Girak.

Homepage Schöcklseilbahn

In der Talstation ist eine Gondel samt Laufwerk der alten Anlage von 1951 erhalten.
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Die Trasse der Girak-Bahn ist nicht sonderlich spektakulär, ebensowenig die Stationen, die ich ausspare. Außer uns war vermutlich sonst niemand nur der Seilbahn wegen hier und der Parkplatz an diesem sonnigen Sonntag gut belegt.
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Der Grund für den vollen Parkplatz im Tal: Die Rodelbahn "Hexenexpress". Auch sonst tummelten sich oben viele Tagesausflügler.
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Kleine Überraschung am Berg: Es gibt hier oben einen kurzen SL (Jahnwiese), den Skibetrieb hat man laut Skiresort aber 2014 eingestellt.
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Vom zweiten, bereits abgebauten SL (Senderlift) erfuhr ich erst daheim. Keine Ahnung, ob es noch Fundamente zu sehen gibt. Die Fundamente des Nordlifts dürften hingegen noch vorhanden sein. Ebenso ist dessen Bergstation erhalten und wird wohl als Lager benutzt.
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Mit der EUB ging es zurück zum Parkplatz, wo ein sonnengeheiztes Auto ohne Klimaanlage wartete...
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Cortina mit Umwegen: Graz | Juli 2015

Von St. Radegund bei Graz ging es in gut 30 Autominuten nach Graz City, das liftmäßig - soweit mir bekannt ist - zweierlei zu bieten hat: Zum einen die Standseilbahn auf den Schloßberg, die wir jedoch ausließen. Uns interessierte vielmehr die zweite Liftattraktion der steirischen Landeshauptstadt, die außer uns aber wohl schon länger keinen mehr begeistert hat - schließlich wurde der ESL Plabutsch bereits 1971 stillgelegt und in den 1980ern demontiert. Während die Trasse samt Fundamenten seitdem zuwuchert und die Bergstation inzwischen plattgemacht wurde, ist das talseitige Stationsgebäude noch vorhanden - wenn auch in schlechtem Zustand.

Glaubt man den einschlägigen Quellen, die die schnelle Google-Suche ausspuckt, wurde der ESL von Girak auf den Plabutsch errichtet und Mitte des Jahres 1954 eröffnet. Erfreuten sich Lift und das an der Bergstation befindliche Lokal anfangs noch eines regen Besucherstroms, riss dieser in den Folgejahren zunehmend ab. Zuerst sperrte das Lokal zu und wenig später dann auch der Lift. Nach dem Bau einer ordentlichen Zufahrtstraße nahm man den gastronomischen Betrieb in den frühen 1980ern wieder auf, während der ESL nach und nach abgetragen wurde.

1956 gab es an der Anlage einen Unfall, in dessen Folge ein Fahrgast starb und mehrere teils schwer verletzt wurden. Mehr Informationen zu diesem traurigen Vorfall, Fotos aus Betriebszeiten sowie weitere Details rund um die Anlage finden sich hier.

Am Ende des Marktannerwegs befindet sich die ehemalige Talstation des ESL Plabutsch. Leider ist das Gebäude mit einem Bauzaun und dem freundlichen Hinweis des Betretens auf eigene Gefahr hin versehen - von einer Sicherung zu sprechen entspräche nicht den Tatsachen (Stand 2015). Jedenfalls war uns die Gefahr zu hoch - nicht die leibliche, sondern eine juristische; wer weiß, die wie steirische Jurisdiktion mitsamt der Exekutive tickt - und wir wagten uns nicht ins Innere vor.
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Seitenblick: Seilbahntechnik scheint nicht mehr vorhanden zu sein. Dafür gab es wohl im hinteren oberen Gebäudeteil eine kleine Bar für die Fahrgäste :)
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Im Trassenverlauf sind laut einer externen Fotostrecke noch 9 der ehemals 10 Stützenfundamente vorhanden. Wir sparten uns eine Begehung aufgrund der freundlichen Hinweisschilder. An wiederum anderer Stelle gibt es jedoch zahlreiche Aufnahmen aus dem Innern der Talstation - damals gab es wohl die Hinweisschilder noch nicht :wink: Die Auffahrt zur ehemaligen Bergstation wollten wir zeitmäßig nicht in Kauf nehmen und traten dann bald den Rückzug aus Graz an. Für den Kollegen ging es mit dem Flugzeug ab Graz / Feldkirchen bei Graz zurück nach Deutschland. Mich zog es nun endlich auf fast direktem Weg weiter nach Cortina.

Auf dem Weg entlang des Zauns zurück zum Auto blitzte dann noch etwas auf, das ich mit langem Arm und ausgestreckter ESL-Selfie-Stange ablichten konnte. Schaut mir fast nach einem Gehängearm aus; passt aber nicht zu den verlinkten Fotos aus den 1950ern. Vllt. hat man die Sessel ja mal getauscht?
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Hallo Zottel,

noch eine kleine Anmerkung zum Schöckl ... von 1913 bis 1951 konnte man auf der Schöckl Strasse bis nach oben fahren. Deshalb schaut der "Forstweg" zum Stubenberghaus ja auch wie eine Autobahn aus. Ich habe mich selber lange darüber gewundert...

lg, Thomas
 
Kobenzl schrieb:
... von 1913 bis 1951 konnte man auf der Schöckl Strasse bis nach oben fahren. Deshalb schaut der "Forstweg" zum Stubenberghaus ja auch wie eine Autobahn aus. Ich habe mich selber lange darüber gewundert...
Danke für den Hinweis - ich war damals auch etwas erstaunt über den Ausbau. Bisher kannte ich das nur vom Belchen im Schwarzwald, dass eine Seilbahn eine Bergstraße ablöst.
 
Cortina mit Umwegen: Villach | Juli 2015

Als letzte Station vor Cortina hatte ich mir Villach rausgesucht. Die Anfahrt von Graz zog sich ganz schön, heiß war es mittlerweile auch. Die mir bis dahin völlig unbekannte Gegend am Wörthersee zog an mir vorbei - und mit ihr diverse lsaps, die anti-Verhinderer und Stützenwald-Freund miki derzeit ausgiebig dokumentiert. Zurück nach Villach: An diesem Tag fand an den Schanzen der Villacher Alpen Arena ein Sommersprung-Wettbewerb statt und der ESL, der den Sportlern als Aufstiegshilfe dient, würde in Betrieb sein. Das Wetter war bombig und der Wettbewerb bis in den frühen Abend terminiert. Eine Fahrt mit dem Lift werde sich schon ausgehen, hatte man mir vorab versichert.

Ich war zwar rechtzeitig vor dem geplanten Veranstaltungs-Ende an den Schanzen. Aber bereits der leere Parkplatz, wenig später auch das verschlossene Vereinsheim samt Gastronomie sowie der ausgeschaltete Lift verrieten mir, dass ich an dem Tag wohl keine weitere ESL-Fahrt unternehmen würde. Irgendwo fegte noch jemand was zusammen und gab mir kurz den Hinweis, dass man aufgrund von angekündigtem Schlechtwetter den Wettbewerb vorgezogen hatte. Halb so wild - von den bisher fünf ESL der Tour, wäre es dann doch der uninteressanteste gewesen :wink:

Die drei Schanzen mit dem ESL links lagen verlassen in der Sonne. Naja, es kann nicht immer klappen.
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Zusammen mit dem anderen de Pretis-Schanzenlift in Ramsau am Dachstein dürften das dann die letzten beiden ESL des Herstellers sein. Die Hochphase für diesen Lifttyp hat es bei de Pretis wohl in den 1950ern und 1960ern gegeben. Die beiden verbliebenen sind Baujahr 1995.
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Ein letztes Foto, nochmal günstig tanken und zur Sicherheit für das anstehende Pässe-Kloppen zusätzliches Motoröl gekauft - dann hieß es ab nach Cortina. Da war ich über Stock und Stein auch nochmal knapp drei Stunden unterwegs…
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Hallo Zottel,

Deine Tour ist echt cool. Kannst Du bitte für mich (als Alpenpässefahrer) im nächsten Beitrag aufzählen, welche Pässe Du von Villach nach Cortina bezwungen hast? Danke :-)

lg, Thomas
 
Cortina | Juli 2015

Eigentlich hatte ich den ganzen Tag nur im Auto gesessen. Durch die kurzen und netten Stops in Vordernberg, St. Radegund bei Graz, Graz und Villach war es dann aber doch ein guter Tag. Und die letzten Stunden bis zum vorläufigen, namensgebenden Höhepunkt der Tour vergingen auch unerwartet schnell. Cortina - was macht diesen Ort eigentlich so reizvoll? Sicher, der legendäre Gondellift, bei dem seit kurzem endgültig Feierabend ist, spielte in meiner Routenplanung eine wesentliche Rolle. Hinzu kommt der Umstand, dass die dortigen Skigebiete zu meiner Freude bislang weitestgehend von der Modernisierungswelle, die im benachbarten Südtirol wütet, verschont geblieben sind.

Aber sonst? Wie viele der Liftanlagen, so ist auch der ganze Ort - wie ich ihn wahrgenommen habe - noch aus einer anderen Zeit. Nicht, dass es dort heruntergekommen oder schäbig wäre; hier und da entstehen Neubauten und es gibt sicher auch den ein oder anderen Einzelhändler mit schicki-micki-Touri-Waren. Die goldenen Zeiten Cortinas als die Skidestination scheinen hingegen vorbei zu sein. Wikipedia mag mich Lügen strafen mit der Angabe, dass der Ort in der Hochsaison von 40.000 bis 50.000 Touristen und damit dem Sieben- bis Achtfachen der Einwohnerzahl besucht wird. In Gesprächen mit den Skifahrern unter meinen Bekannten, die jetzt nicht unbedingt für Fahrten mit schrottigen Seilbahnen zu begeistern sind, spielt Cortina keine Rolle. Die bleiben alle immer schon im hügeligen Österreich hängen, ab und zu fährt einer sogar mal nach Frankreich. So weit meine Eindrücke aus dem vergangenen Jahr. Gut möglich, dass dort in der Hauptsaison (August, Winter) doch deutlich mehr los ist und Cortina dann dank derer Alpinisten, für die es erreichbarer ist als das gute alte Zillertal, den übrigen Party-Orten nicht in vielem nachsteht.

Den Stolz auf die Austragung der Olympischen Winterspiele 1956 spürt und sieht man in Cortina noch vielerorts. Die ersten Seilbahnen sollen in den 1920ern realisiert worden sein. Nach anfänglich umfangreichen und für damalige Verhältnisse topmodernen Erschließungen war dann aber irgendwann Schluß, sodass bis heute kuppelbare Anlagen in Cortina gefühlt eine Rarität sind. Von den angestaubten Liften abgesehen war es dann aber insbesondere die Lage, die mich vor Ort fasziniert hat: Man ist einfach inmitten der Dolomiten - nicht wie im Grödnertal, wo der Brenner irgendwie doch immer nur einen Steinwurf entfernt ist.

Irgendwo in Österreich auf dem Weg nach Italien. In diese Ecke hatte es mich vorher noch nicht verschlagen, wodurch es noch viel Neues zu sehen gab und somit die Zeit schneller verging. Nennenswerte Pässe habe ich zwischen Villach und Cortina eigentlich nicht überquert (gefahren bin ich über Spittal a.d.D., Lienz und Innichen). Die gescheiten Pässe kamen dann nach Cortina 8)
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Gehört irgendwie fest zu meinen letzten Sommertouren dazu: Das Warten an Bahnübergängen, die man bei uns im hohen Westen häufig mit Unter-/Überführungen ersetzt hat.
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Entlang der Route - hier schon auf italienischer Seite - nahmen die charakteristischen Züge der Dolomiten immer mehr Gestalt an :)
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An und für sich ein wenig spektakuläres Motiv. Wenn man aber nach vielen schweißtreibenden Stunden im Auto (über 30°C ohne Klima) endlich die Ortseinfahrt erreicht, ist man nur froh da zu sein und freut sich sogar über den CCTV-Hinweis.
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Einquartiert hatte ich mich in einer tollen, von Ordensschwestern unterhaltenen Unterkunft gegenüber der Tofana - hier der Blick aus einem der Dachfenster. Cortina ist nicht weit von der deutschen Sprachgrenze entfernt; man könnte aber genauso gut irgendwo auf Sizilien sein :wink: Des Italienischen nicht mächtig - die Schwestern verstanden weder Englisch noch Deutsch - dauerte der Check-in einige Zeit, war dann aber auch irgendwann geschafft.
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Lang hielt es mich dann nicht im Zimmer, einen ersten Eindruck von dem Ort, für den ich - samt Umwegen - die lange Reise auf mich genommen hatte, wollte ich mir noch verschaffen. Inzwischen dämmerte es und im T-Shirt wurde es fast zu kalt.
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Nach einem kleinen Rundgang und einer hervorragenden Pizza am ehemaligen Bahnhof (Strecke 1963 aufgegeben) war dann für mich Nachtruhe angesagt.
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Erst jetzt bin ich drauf gestoßen, da ich mich meist nur bei Deutschland und Österreich im Forum "herumtreibe" - interessante Lektüre und wenigstens haben die schönen ESL in Tschechien immer noch überlebt. Graz war ich noch nicht. Cortina ist liftmäßig eine Reise wert und ich bin schon auf die weiteren Bilder und Anmerkungen gespannt. Irgendwie hab ich es nie geschafft, meine eigenen Bilder von der Gegend dort mal reinzustellen.
 
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