@ Eco: Du hast mich anscheinend nicht ganz verstanden. Ich bin nicht gegen "Skigebiet als Marke", sondern finde die Umsetzung in Kleinarl ("am Shuttleberg"

) für fragwürdig. Die Diskussion halte ich aber auch für interessant, und sie ist in einem eigenen Thema gut aufgehoben.
Natürlich müssen sich Skigebiete vermarkten, wie jedes andere Unternehmen auch. Dass das mit dem Bau von KSBs und dem Planieren von Pisten, sprich der tendentiellen Homogenisierung des Angebots schwieriger geworden ist, ist für mich auch irgendwie logisch.
Die Krux ist: Um erfolgreich vermarktet werden zu können muss das Gebiet einen glaubwürdigen und einzigartigen Markenkern besitzen, und da gibt es sehr wenige Beispiele, die das erfolgreich umsetzen (Ischgl, Serfaus, Laax; das Tannheimer Tal und La Grave, um auch Gebiete fernab des Massenbetriebes zu nennen). Diese Regionen setzen auch langfristig auf so eine Ausrichtung (klar, es kostet ja auch viel mehr, ein einmal etabliertes Image nachhaltig zu ändern, als das ganze Gebiet umzubauen), um sich so auch langfristig Umsätze zu sichern. Das machen noch zu wenige Regionen wirklich konsequent, stattdessen wird lieber mit der "längsten/schnellsten/kapazitätsstärksten Achtersesselbahn ohne Hauben aber dafür mit Heizung in Niederösterreich" oder ähnlichem geworben, und ich bin mir sicher, dass das keine Zukunft hat, denn es interessiert die Kunden nicht bzw. schafft keinen wirklichen nachhaltigen Mehrwert (das Werbeversprechen, nicht unbedingt die Bahn als solche). Andere Gebiete versuchen, für alle was zu bieten, und überzeugen damit auch nicht wirklich (die Planai ist ein Beispiel, in dem ich kürzlich war: Uns hat sich der Sinn von solchen "Innovationen" wie der Klangpiste nicht erschlossen, und eine Freundin war vom groß beworbenen Snowpark maßlos enttäuscht, dazu noch Nachtslalom undundund).
Kurz und gut: Es gibt erstaunlich wenige Beispiele, die dieses Marketing konsequent umsetzten, diese decken jedoch ein klar definiertes Marktsegment ab (Serfaus ist das Topziel für Familien, St. Moritz für Gspickte, Alagna für Freerider abseits des Mainstreams, Leute, die Winteridylle wollen sind im Tannheimer Tal gut aufgehoben, etc.) und schienen auch erfolgreicher als andere zu sein. Da ist noch viel ungenutztes Potenzial vorhanden.
Nur kann man es halt auch übertreiben, und dann stellt sich mir als potenziellem Kunden die Frage, ob ich mir das geben muss. Das ist aber bei anderen Produkten sehr ähnlich.
Im konkreten Beispiel Kleinarl ist das Konzept, sich für Freestyler zu positionieren ja nicht schlecht. Allerdings stellt sich mir die Frage, was ich davon halten soll, wenn dafür gleich ganze Berge umbenannt werden. Im Übrigen spricht so ein Vermarktungskonzept ja nicht nur potenzielle Gäste an, sondern alle Stakeholder. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur 5% der Kleinarler davon begeistert sind, dass ihr Hausberg nun unter so einem dämlichen denglischen Namen, den sich irgendwelche Sesselfurzer im Bergbahnbüro ausgedacht haben müssen, weil das "sicherlich locker ist und bei der Zielgruppe gut ankommt", bekannt gemacht wird. Und dann stellt sich die Frage, ob das nicht den Markenkern bzw. dessen Wahrnehmnung negativ stört. Zumindest bei mir ist das der Fall, denn ich empfinde das Marketingkonzept in diesem Fall als völlig übertrieben.