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Das Skigebiet als Marke - Diskussion !

Tannberg schrieb:
@VR1985:

"Auf keinen Fall! Alle müssen sie ordentlich Werbung machen, denn sonst bekommt der, der keine Werbung macht vom großen Mainstreamkuchen garnichts ab. Jeder der mit etwas werben kann, der wird einige Touristen anziehen können. Wer besonders gute Werbung macht und Interessantes zu bieten hat, der darf sich glücklich schätzen, besonders viele Touristen abzugreifen.

Mich persönlich berührt Werbung nicht, ja ich nehme sie eigentlich nichtmal wahr"

Can't you see how stupid it is what you are saying?

Du hast natürlich Recht. Ich habe nunmal eine Schwäche für Übertreibungen. Tut mir leid, dass du dafür gerüffelt worden bist.

Mt. Cervino schrieb:
Nur allein zu Wissen, dass es ein Produkt gibt, ist oft schon auf Marketing zurückzuführen. Die Aussage, dass man nicht durch Werbung/Marketing beeinflusst wird zählt also nicht (es sei denn man wohnt auf einer einsamen Alm und hat keinen Kontakt zur Außenwelt und keinen Zugang zu irgendwelchen Medien).
Oft ist aber auch Marketing/Werbung aber auch verantwortlich dafür, dass man sich bewusst gegen ein bestimmtes Produkt oder Dienstleistung entscheidet. Z. B. entscheidet sich jemand bewusst gegen Krombacher Bier weil ihm die penetrante Werbung beim Formel 1 Rennen oder Fußball nervt. Hätte er das Bier ansonsten evtl. zum Kauf in Betracht gezogen, hat auch hier die Werbung (wenn auch negativ) ihre Wirkung entfaltet.

Stimmt. Die besten Beispiele dafür sind eher Produkte des alltäglichen Lebens. Nehmen wir eine gewisse Nußcreme oder ein spezielles Papiertaschentuch. Hier hat sich ja mittlerweile der Markenname bereits als Synonym für das eigentliche Produkt etabliert.
Werbung mit negativem Effekt hat man sicherlich auch, wenn die Werbung auf fragwürdigen oder polarisierenden Werbeträgern platziert wird. Dazu fallen mir z.B. Teamsponsoren im Radsport ein. Wäre es vorher bekannt gewesen, dass dieser Sport derartig durch Doping zerstört ist, hätte sicherlich kaum eine renomierte Firma ihren Ruf durch ein Sponsoring und Werbung in diesem Bereich aufs Spiel gesetzt.

Zurück zur Vermarktung von Skigebieten.

Mich würde ja mal interessieren, aus welchen Gründen ihr euch entscheidet, gewissen Gebieten einen Besuch abzustatten. Bei mir sehen die Beweggründe wie folgt aus:

- Pistenkilometer (für Wochenurlaube)
- allgemeine Schneesicherheit (es sei denn Spontantripp)
- Image (die Aussage der Marke Skigebiet?!)
- Vorliegende, harte Informationen (früher hauptsächlich Skiatlanten, heute z.B. dieses Forum)
- Unbekannte Gebiete werden bei sonst ähnlichen Vorraussetzungen bevorzugt

Dabei vertraue ich also eher auf die Aussagen Dritter als auf direkte Werbung. Ich bin aber eben auch eher einer, der sich recht ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt, wie die Meisten hier. Bei meiner Aufstellung habe ich ja das jeweilige Image als Entscheidungsgrund angegeben. Image und Werbung muss man meiner Meinung nach stark unterscheiden. Man kann als Skigebiet versuchen, ein gewisses Image aufzubauen. Ob man das erreicht entscheiden aber andere. Werbung zu machen ist dabei erstmal einfach aber sicher der bessere Weg um Besucher abzugreifen, die sich eher weniger tiefgreifend informieren.
 
Die Skigebietsauswahl hängt immer davon ab mit wem ich in den Urlaub fahre (Fahre grundsätzlich nur ganze Wochen, denn die Anreise ist zu lang.)

Mit der Familie im Dezember/Januar ist es immer die gleiche Unterkunft in Skiamade. Da wir auch Nichtskifahrer dabei haben ist es ein mittleres Skigebiet das für jeden etwas bietet,
nämlich Kleinarl bzw. Filzmoos (wunderbar leer in den Ferien). Von dort aus werden öfters Tagesausflüge gemacht 4 Berge, Hochkönig, Großarl.

Bin ich nur mit Kollegen zum Skifahren unterwegs (meist im März), dann dürfen es auch mal die Industriesgroßskigebiete im Zillertal, Ischgl, Arlberg, Dolomiti Superski oder Frankreich sein.
Dann liegt das Augenmerk auf Skifahren und möglichst viel Abwechslung. Der Skitag dauert dann auch von 8h30 bis 16h, egal wie das Wetter ist.
Zur Ferienzeit könnte ich mir das nicht vorstellen, da wär mir einfach zu viel los. Da bevorzugen wir Kleinskigebiete wie Filzmoos oder Radstadt/Altenmarkt.

Da Kleinarl mit dem Shuttleberg hier ja auch heiß diskutiert wird auch mal meine Sichtweise dazu.

Mir ist es ehrlich gesagt schnuppe wie die Lifte bzw. Bahnen heißen. Ich kenne auch noch die alten Bezeichnungen (bzw. auch die alten Schlepper DSB's etc.).
Der Funpark und die Ausrichtung auf Freestyle stört mich nicht. Finde ich sogar gut, denn dann können die Freestyler im abgesperrten Bereich ihre Kunststücke machen und müssen es nicht auf der Piste tun.
Es gibt genug alternativen und man kann auch nach Zauchensee wechseln.

Es ist aber grundsätzlich schön, wenn man mit der Familie unterwegs ist, das die Ski nicht abgeschnallt werden müssen (alles KSB's) und das es viele Lifte mit Haube gibt. Das ist schon Komfort, den man nicht mehr missen möchte. Die gab's zu meiner Jugendzeit noch nicht und es war oft ein Kampf bis ich mit dem Schlepper oben war...
Andereseits lernte man so auch Skifahren. :mrgreen:

Wichtig sind auch die Hütten beim Familienurlaub und da gibt es in Kleinarl und auch Zauchensee noch genügend Auswahl und auch mit Bedienung, die ein hervorragendes Preisleistungsverhältnis bieten (absoluter Tipp Bergasthof Pröll).
 
Fab schrieb:
Na ja - man sollte den subtilen Einfluss von gut gemachtem Marketing/Werbing auch nicht unterschätzen. Das kann schon lange wirken bevor eine "Kaufentscheidung" überhaupt ansteht...
Ich unterschätze das nicht.

Allerdings sind dennoch manche Entscheidungen, wofür man sein Geld ausgibt, nicht davon beeinflusst.
Wenn sich beispielsweise meine hauptsächlichen Skitage weg vom Corvatsch hin zu Diavolezza/Lagalb verschoben haben, dann hat mich dabei einfach keinerlei Marketing beeinflusst, sondern es hat etwas mit der Entwicklung der Gebiete zu tun.

Manch einer interessiert sich vielleicht für Kunst und sucht lange ein ganz bestimmtes Bild. Die Kaufentscheidung wird quasi in einem Moment gefällt, zu dem das Gemälde gar nicht zum Verkauf steht. Dann kauft er es zwar irgendwann aufgrund von Informationen, die ihm aufzeigen, wo er es von wem erwerben kann. Das würde ich aber nicht als vom Marketing beeinflusste Kaufentscheidung bezeichnen.

Oder der Erwerb eines Baugrundstückes. Jemand sucht in guter Lage ein Grundstück und tritt dann aktiv an den Eigentümer heran, um es zu kaufen. Auch keine Marketingentscheidung.

Ferner unternehmen manche Leute Militärstraßentouren in den (Süd-)Alpen und übernachten ungeplant spontan in Gasthöfen, die ihnen gefallen. Meines Erachtens nicht von Marketing beeinflusst.

Marketing beherrscht mit seiner Manipulation des Kunden weitestgehend den Konsumgütermarkt. Aber nicht alle Entscheidungen.
Außerdem gibt es noch den Connaisseur http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=37&t=34101
 
Ich denke Werbung/Marketing für Skigebiete ist nutzlos und eine verbratene Ressource.

Wenn ich mal für mich und meine Bekannten sprechen darf, so hat man seine favorisierten Skigebiete und sollte es mal ein anderes Skigebiet sein, nutzen wir lieber den Weg der Mundpropaganda. Diese Mundpropaganda hat Ihren Ursprung aber nicht aus der Werbung sondern aus eigenen Erfahrungen anderer Leute (Freunde/Familie/Arbeitskollegen).
Wenn ich mal meine Heimatstadt Hamburg betrachte, so fahren m.M.n. 90% aller Hamburger immer in dasselbe Skigebiet (same procedure as every year).

Diejenigen (vor allem junge Leute), die dann doch öfter das Skigebiet wechseln, fragen wie schon gesagt lieber den besten Kumpel oder die beste Freundin.
Welcher Anteil an Ski/Snowboardfahrern am großen Kuchen bleibt also noch übrig? 2%? 3%? Und diese 2-3% sollen also die Kosten einer Imagekampagne wieder einspielen? Naja, die Marketingabteilungen in Unternehmen müssen halt was zu tun haben….

Wenn ich für ein neues KFZ werbe, sehe ich das ein, auf Werbung an sich habe ich mich aber noch nie verlassen und baue schon lange keinen Urlaub darauf auf. Wäre ja noch schöner, wenn jeder seinen Sommerurlaub ebenfalls nach demselben Schema bucht:

Ibiza ist die Partyhochburg der Reichen und Schönen, Mallorca der Ballermann Europas. Gibt es auf den Inseln denn wirklich nur diese beiden Extreme? Nein, man kann auch für Kleingeld nach Ibiza und man kann auch auf Mallorca einen erholsamen Urlaub machen. Seit einigen Jahren versuchen die Mallorquiner, das Partyimage ad acta zu legen. OHNE ERFOLG.
 
@ 3303: Soweit ich weiß hat hier keiner eine absolute Beeinflussung der Entscheidung durch Marketingaktivitäten postuliert. Es wäre auch naiv, sowas zu glauben. Du wirst aber sicher zustimmen, dass ein Einfluss auf gewisse Entscheidungen gegeben ist.
Du vergleichst da auch Äpfel mit Birnen: Natürlich ist es schwer, einen Einfluss von Werbung beim Kauf eines Kunstwerkes festzustellen, da es in deinem Beispiel auch keine Werbung im engeren Sinne gibt. Allerdings dürfte auch in der Branche Werbung z. B. über bedeutende Ausstellungen oder Hypes in den entsprechenden Magazinen die Kaufentscheidung (und damit wiederum die Wertentwicklung) vieler Sammler beeinflussen.
 
thun schrieb:
@ 3303: Soweit ich weiß hat hier keiner eine absolute Beeinflussung der Entscheidung durch Marketingaktivitäten postuliert....
Mir ging es hauptsächlich darum, solche doch sehr pauschal klingenden Aussagen zu relativieren:
Mt. Cervino schrieb:
Alle Leute die behaupten Werbung oder Marketing haben keinen Einfluss auf ihre Entscheidungen irren sich gewaltig.
 
peteristda schrieb:
Wenn ich mal für mich und meine Bekannten sprechen darf, so hat man seine favorisierten Skigebiete und sollte es mal ein anderes Skigebiet sein, nutzen wir lieber den Weg der Mundpropaganda. Diese Mundpropaganda hat Ihren Ursprung aber nicht aus der Werbung sondern aus eigenen Erfahrungen anderer Leute (Freunde/Familie/Arbeitskollegen).
Wenn ich mal meine Heimatstadt Hamburg betrachte, so fahren m.M.n. 90% aller Hamburger immer in dasselbe Skigebiet (same procedure as every year).

Diejenigen (vor allem junge Leute), die dann doch öfter das Skigebiet wechseln, fragen wie schon gesagt lieber den besten Kumpel oder die beste Freundin.
Welcher Anteil an Ski/Snowboardfahrern am großen Kuchen bleibt also noch übrig? 2%? 3%? Und diese 2-3% sollen also die Kosten einer Imagekampagne wieder einspielen? Naja, die Marketingabteilungen in Unternehmen müssen halt was zu tun haben….
Das sagt man so leicht. Aber was glaubst Du, woher die Anderen das haben? Auch wenn Deine Bekannten auf Werbung immun wären (was ich stark bezweifle), haben zumindest deren Bekannte auf Marketing welcher Art auch immer angesprungen ;)
 
Südwand schrieb:
Das sagt man so leicht. Aber was glaubst Du, woher die Anderen das haben? Auch wenn Deine Bekannten auf Werbung immun wären (was ich stark bezweifle), haben zumindest deren Bekannte auf Marketing welcher Art auch immer angesprungen ;)

Irgendwann muss sich ja mal jemand entschieden haben, irgendwo Skifahren zu gehen, ohne, dass ihm jemand einen Tipp geben konnte, wo es besonders schön ist.

Gegen Werbung ist man nicht Immun. Auch ich kaufe stets Coca Cola, wenn ich ein koffein- und zuckerhaltiges Kaltgetränk möchte und ich kaufe auch Nutella, wenn ich ne Nußcreme benötige. Ich definiere darüber meinen Lifestyle ;) . Aber dann ist auch Schluss. Gegen absolute Marktdominanz und Gewohnheit ist man eben machtlos, aber es braucht mir niemand erzählen, dass ich besser in seinem Skigebiet skifahren gehe. Harte Fakten, die Meinung freier Dritter und schließlich das eigene Gefühl zählen da für mich doch mehr und das nicht nur in diesem Bereich.
Aber als Kind war ich da auch schon relativ abgeklärt und hing meinen Eltern nicht ständig mit Wünschen in den Ohren, die ich im Wochenend-Vormittagsprogramm privater Sender aufgeschnappen konnte. Ich bezweifle allerdings doch irgendwie, dass mein Verhalten repräsentativ für das Verhalten des Durchschnitssdeutschen ist.
 
Marketing funktioniert nahezu nach dem immer gleichen Grundschema. Das Produkt welches beworben wird ist in dieser Hinsicht erst einmal zweitrangig
Dieses Schema drückt sich in der sog. A.I.D.A - Formel aus:

Attention
Interest
Desire
Action

Übertragen auf die Vermarktung einer Wintersportdestination lässt sich das in stark abstrahierter Form in etwa wie folgt darstellen:

Attention (Aufmerksamkeit)
wird erzeugt durch: klassische Werbung (Print, Radio, TV), Bannerwerbung, Sponsoringaktivitäten, Durchdringung der benutzten Onlinemedien durch Platzierung
der entsprechenden Banner, etc., etc.,.....
Hier geht es in erster Linie um Penetration/Durchdringung des Werbeempfängers. Ziel ist es, den Produktnamen/Image (=Wintersportdestination) beim Empfänger zu verankern.
Dies geschieht zumeist unbewusst. (Funktioniert im Übrigen auch bei marktkritischen Zeitgenossen, die von sich behaupten gegen derartige Einflüsse "imun" zu sein :wink: )

Interest (Näheres Interesse am Produkt => Beschaffung weiterführender Informationen)
Der wohl wichtigste Baustein der Formel: Ist der Werbeempfänger erst einmal "weichgekocht" und kommt dann evtl. auch noch die vielbeschriebene Mundpropaganda
zufällig hinzu, beginnt der Empfänger sich näher mit der beworbenen Materie zu beschäftigen und tiefergehende Informationen einzuholen.
In diesem Fall: Reiseportale, Online-Interessengemeinschaften (Foren, AF), HP der jeweiligen Destination usw., usw....
Hier passiert dann der entscheidende Schritt:
Führt diese tiefergehende Informationssammlung (z.B. Pistenkm, Erreichbarkeit, Preisgefüge,Komfort, Familienfreundlichkeit, Landschaft, komplementäre Infrastruktur, etc,...) zu einer Schnittmenge mit den persönlichen Wünschen, Vorlieben, Zielvorstellungen des Konsumenten, führt das Diesen zwangsläufig zum nächsten Step

Desire ( = "Haben-wollen-Effekt")
Ist die o.g. Schnittmenge mit den Wunschvorstellungen des Konsumenten groß genug, wird das Produkt in die engere Konsumauswahl einbezogen.
Die Kaufentscheidung ist so gut wie fix.

Action
=> bedeutet nicht anderes als die abschließende Kaufhandlung bzw. das Tätigwerden des Werbeempfängers im Sinne des Werbungtreibenden (= Kauf/Buchung)

Dies ist eine sehr vereinfachte Darstellung und lässt sich in all seinen Feinheiten und Nuancen nahezu unendlich weiter runterbrechen.
Dieses Grundgerüst des Marketing funktioniert produktunabhängig - ganz gleich ob VW-Golf oder Wintersportdestination.
Sehr gut funktioniert hat es dann, wenn es der Konsument nicht einmal bemerkt hat! :wink:
 
In sich logisch und sicher richtig.

Wenn dies so funktioniert brauch sich ja auch keiner als geködert fühlen, denn im Anschluss an die erfolgreich plazierte Werbung erfolgt ja auch ein nicht geringer Teil an Auseinandersetzung mit der Sache durch den Konsumenten. Jeder bucht dann ja letztendlich dort, wo er auch hingehört.

Ob allerdings heutzutage dieser Prozess noch so vollständig erfolgen kann, wage ich zu bezweifeln. Das Leben ist schon recht hektisch geworden. Da bleibt dem weniger enthusiastischen Skifahrer vieleicht nicht mehr die Zeit, überhaupt die Schnittmengen zu bilden, die für ein objektives Abwägen erforderlich sind. Wir hier sind da ja ein bischen anders drauf und nehmen uns gerade für soetwas die Zeit heraus.
Daher kann ich mir vorstellen, dass das auch die Marketingstrategen erkennen und auf viel direktere Werbemethoden drängen. Heute gesehen, Morgen gebucht, Übermorgen gehts los.
 
^^
Ja, das funktioniert. Und zwar fast ausnahmslos bei jeder Werbung. Du darfst auch nicht davon ausgehen, dass jedes Element gleich wichtig sei, das hängt vom Produktinvolvement (wie bewusst sich der Konsument mit dem Produkt vor dem Kauf beschäftigt, beim Urlaub wohl vergleichsweise hoch) und der Strategie des Unternehmens ab. Es gibt viele Produkte, bei denen der Abgleich von Gebotenem und Bedarf unbewusst oder praktisch überhaupt nicht stattfindet (Stichwort Spontankauf im Supermarkt, nachdem man das Produkt schon im TV-Spot gesehen hat).
Eine Orientierung an ein von Dir postuliertes hektischeres Leben wäre für Tourismuswerbung allerdings fatal, da nichtsdestotrotz eine beträchtliche Zeitspanne zwischen Erstinformation (wie auch immer) und tatsächlichem Kauf (Buchung des Urlaubs, Tagesausflug, etc.) liegen kann (im Extremfall sogar ein oder mehrere Jahre). Außerdem kann imo von einem relativ hohen Produktinvolvement ausgegangen werden, womit die Zeitnähe zwischen Erstinformation und Kauf an Bedeutung verliert. Insofern unterscheidet sich Tourismuswerbung grundlegend von klassischen Kauffallen im Supermarkt (Süßigkeiten an der Kasse) und z. B. auch Kfz-Versicherungen, die einmal im Jahr Werbung schalten, nämlich kurz vor der jährlichen Wechselfrist, damit jeder potenzielle Konsument merkt, dass er aktiv werden sollte. Oder wie erklärst Du dir sonst, dass Sommer-Urlaubsziele auch im Winter ihre Kampagnen schalten?

3303 schrieb:
thun schrieb:
@ 3303: Soweit ich weiß hat hier keiner eine absolute Beeinflussung der Entscheidung durch Marketingaktivitäten postuliert....
Mir ging es hauptsächlich darum, solche doch sehr pauschal klingenden Aussagen zu relativieren:
Verstehe. Allerdings muss man wohl die Gültigkeit zumindest im Bezug zum Threadthema als allgemein gegeben annehmen (das gilt für jede Produktwerbung, schließt aber nicht aus, dass einige Individuen tatsächlich nicht beeinflusst werden (wenn auch wesentlich weniger, als das von sich behaupten), und dass verschiedene Werbemaßnahmen unterschiedlich effektiv sind. Insofern kann man schon von einer Allgemeingültigkeit ausgehen). Insofern ist imo nichts einzuwenden.
 
Südwand schrieb:
peteristda schrieb:
Wenn ich mal für mich und meine Bekannten sprechen darf, so hat man seine favorisierten Skigebiete und sollte es mal ein anderes Skigebiet sein, nutzen wir lieber den Weg der Mundpropaganda. Diese Mundpropaganda hat Ihren Ursprung aber nicht aus der Werbung sondern aus eigenen Erfahrungen anderer Leute (Freunde/Familie/Arbeitskollegen).
Wenn ich mal meine Heimatstadt Hamburg betrachte, so fahren m.M.n. 90% aller Hamburger immer in dasselbe Skigebiet (same procedure as every year).

Diejenigen (vor allem junge Leute), die dann doch öfter das Skigebiet wechseln, fragen wie schon gesagt lieber den besten Kumpel oder die beste Freundin.
Welcher Anteil an Ski/Snowboardfahrern am großen Kuchen bleibt also noch übrig? 2%? 3%? Und diese 2-3% sollen also die Kosten einer Imagekampagne wieder einspielen? Naja, die Marketingabteilungen in Unternehmen müssen halt was zu tun haben….
Das sagt man so leicht. Aber was glaubst Du, woher die Anderen das haben? Auch wenn Deine Bekannten auf Werbung immun wären (was ich stark bezweifle), haben zumindest deren Bekannte auf Marketing welcher Art auch immer angesprungen ;)

Ich bezweifle stark, dass man sich vor 20 Jahren Gedanken über Produktmarketing für Skigebiete interessiert hat, wenn es zu disem Zeitpunkt überhaupt sowas wie Produktmarketing gegeben hat.
Mein erstes Skigebiet war das "Heimatgebiet" meiner Eltern, das 2. Skigebiet war das Skigebiet einer Jugendreise unseres Sportvereins, worauf ich damals ebenfalls keinen Einfluss hatte. Ab da ging es nur noch über "Mundpropaganda". Und diese Mundpropaganda rührte eher daher, dass man dieses Skigebiet dann mit seinen Eltern "erforscht" und für gut befunden hat, nicht von iwelchen Marketingstrategen vorgekaut bekommen hat.

Warum sollte ich mich da so von anderen unterscheiden?
 
thun schrieb:
..Allerdings muss man wohl die Gültigkeit zumindest im Bezug zum Threadthema als allgemein gegeben annehmen (das gilt für jede Produktwerbung, schließt aber nicht aus, dass einige Individuen tatsächlich nicht beeinflusst werden (wenn auch wesentlich weniger, als das von sich behaupten), und dass verschiedene Werbemaßnahmen unterschiedlich effektiv sind. Insofern kann man schon von einer Allgemeingültigkeit ausgehen). Insofern ist imo nichts einzuwenden.
Stimmt. Interessant wäre mal eine Zahl, wieviele Kaufentscheidungen Marketingbeeinflusst sind, und welcher Anteil nicht und welchen Anteil was am Wirtschaftskreislauf hat.
Erstens wäre zu differenzieren in Kaufentscheidungen hinsichtlich Produkten, die vermarktet werden und denen, die nicht vermarktet werden.
Zweitens dürfte der Beeinflussungsgrad je nach Gewohnheiten des Konsumenten unterschiedlich hoch sein. Jemand, der jeden Tag zB 2 Stunden oder gar mehr TV (im Extremfall Privatsender) schaut, dürfte hier stärker manipuliert sein, als jemand der kein TV schaut. Schaltet jemand im Internet die Webebanner weitestmöglich ab, ist er auch weniger beeinflusst. Bleiben die Werbungen, gegen die man sich nicht wehren kann.
Was mich persönlich an dem ganzen Marketing nervt ist im AIDA Schema eigentlich nur das erste A, mit dem der Konsument "weichgekocht" werden soll. das sorgt für eine Aversion ebenso wenn im Büro Aquiseanrufe/Besuche kommen.

Wenn ich mal so meine letzten wichtigen Kaufentscheidungen revue passieren lasse, dann hat das erste A nicht stattgefunden, sondern ich habe mir selbst den Überblick verschafft, bevor ich überhaupt auf einen Hersteller gekommen bin oder es war definitiv nicht beeinflusst von Marketing überhaupt. (auch enn es manchem unrealistisch erscheint)
 
Ich lass mich gern durch Werbung beeinflussen ! ich probier gerne neue Sachen aus, und Werbung ist schliesslich ein grosser Teil unserer Wirtschaft.
Habe 1993 mal einen Reisebericht über die Sella Ronda im ZDF gesehen. Da wusste ich - da muss ich hin. Und seitdem fahre ich fast jedes Jahr hin - weil mir das Produkt gefällt.
Gleiches gilt für Zermatt ,Livigno und St. Moritz.
Ich kann diese negative Einstellung zum Marketing nicht verstehen.
Und die Suche nach dem Lebenspartner ist ja auch Marketing :wink:
 
Im Endeffekt lässt sich jeder durch Werbung beeinflussen...
Auch wenn man selbst nur zB auf Empfehlung von Freunden in ein Gebiet fährt - auch diese wurden auf das Gebiet irgendwann mal (durch Werbung) aufmerksam gemacht. Ausnahmen bestätigen aber natürlich die Regel. ;)
 
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