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Datenspeicherung: Cloud oder lokaler Netzwerkspeicher (NAS)?

Also ich habe mir unterdessen einen OneDrive-Account mit 1TB Speicher zugelegt. Dort sollten die Daten ja vor Verlust recht gut geschützt sein und die Speichergrösse reicht vorerst für alle meine Bilder und Daten. Allerdings ist es mir unsympatisch, die Daten nur online zur Verfügung zu haben. Dies zum einen weil die Daten bei einem Ausfall der Internetverbindung nicht verfügbar sind (passiert ab und zu) und zum anderen, weil es gerade bei grösseren Dateien immer ein wenig dauert, bis sie heruntergeladen sind.

Deshalb möchte ich mir nun zusätzlich ein NAS zulegen, und zwar eines was möglichst einfach zu bedienen ist und zuverlässig funktionniert. Ich bin deshalb ebenfalls bei Synology gelandet. Dort gibt es ja sogar die Möglichkeit die Daten aus dem OneDrive-Account auf das NAS zu synchronisieren und so die Daten lokal verfügbar zu machen.

Mit dieser Lösung habe ich - hoffe ich zumindest - mal ein relativ hohes Sicherheits- und Verfügbarkeitsniveau - erreicht.

Das NAS soll aber mehr als 1TB Speicher haben, damit ich dort auch Daten ablegen kann, die sehr viel Speicher benötigen, auf die ich online aber nicht zugreifen können muss (z.B. alte digitalisierte Familienvideos). Um eine gewisse Ausfallsicherheit zu erreichen, würde ich dort nun eben gern ein RAID1 oder RAID5-System laufen lassen. Mit RAID5 kriegt man z.B. 10TB Speicher wesentlich günstiger als mit RAID1, deshalb meine Frage oben.
 
starli schrieb:
Empfehlenswertwer wäre m.E. in so einem Fall in der NAS einen Sync-Job auf der/dem NAS einzurichten, der dir täglich oder so die Daten von der einen Platte (oder dem einen Plattenverbund) auf die anderen kopiert. Hat den Vorteil, dass das Backup dann nicht am PC verbunden ist und nicht von Ransomware vernichtet werden kann, wie es z.B. bei einem RAID wäre. (Und zusätzlich hättest noch einen Schutz bei versehentlicher Datenlöschung, bevor die nächste Sync läuft; mit der Gefahr des Verlusts der geänderten Daten vor dem Sync bei einem plötzlichen Festplatten defekt, das muss man halt abwägen - oder um sicher zu gehen, Platte 1+2 spiegeln und dann auf Platte 3+4 syncen.

Und wie richtet man so einen Syncjob aus? Und ist das dann wirklich sicher? Ransomware kann ja auch das NAS befallen und damit dann evtl. das Backup?
 
Da die Daten auf dem NAS ja entweder das Backup sind oder selbst zu backuppen sind, muss bei einem Ausfall des Gerätes eben das Backup ran. Auf ein RAID-System kann man für gewöhnlich nur in einem baugleichen System zugreifen. Aber stimmt, wenn Original und Backup beide im gleichen NAS-Gerät wären, könnte das ein Problem sein.

Die Syncjobs kann man bei den NAS in den Web-Oberflächen einrichten, das Problem mit Ransomware hast dann natürlich auch, aber wenn du den Sync-Job nur 1x am Tag machen lässt (sofern man das einrichten kann), hättest du zumindest die Zeitspanne bis zum nächsten Sync-Job, bevor dir das Backup hinter dem Sync-Job zerstört wird.
 
Hallo,
ich Benutze seit einiger Zeit das Tool "borgbackup": Dies kann vorallem sehr gute Deduplikation - d.h. man spart viel Speicherplatz, wenn man Inhalte mehrfach (nacheinander) backupt, da borg nur die Änderungen speichert. Auch das Forum wird damit gesichert.

Ansonsten würde ich aber davon absehen, Raid als Backup zu betrachten, das ist es generell nicht. Ich habe mittlerweile bei meinen Eltern auch einen NAS, sodass ich 2-3 Kopien, die physikalisch weit voneinander getrennt sind, mache.

Viele Grüße
margau
 
starli schrieb:
Auf ein RAID-System kann man für gewöhnlich nur in einem baugleichen System zugreifen.

Das gilt für ein RAID5 und ein RAID10, aber nicht für ein RAID1, oder? Hier sind die Daten ja komplett auf allen in das RAID1-System integrierten Platten vorhanden, so dass man einfach eine dieser Platten auszulesen braucht?


starli schrieb:
Aber stimmt, wenn Original und Backup beide im gleichen NAS-Gerät wären, könnte das ein Problem sein.

Aber genau so eine Situation hast du oben ja beschrieben, oder? Also ein NAS mit mit zwei RAID1-Systemen ("System 1" und "System 2), bei dem die Daten auf "System 1" regelmässig über einen Sync-Job auf "System 2" übertragen werden?!

So richtig sicher von Ransomeware dürften ja eigentlich nur "Offline-Backups" auf externen Festplatten sein, oder? Alles was irgendwie automatisch über das Internet oder das Heimnetzwerk synchronisiert ist, kann ja theoretisch durch Schadsoftware manipuliert werden. Sprich, selbst wenn der Sync-Job nur einmal pro Woche eine Synchronisation durchführt, könnte die Schadsoftware theoretisch den Sync-Job erkennen und diesen ändern und damit eine sofortige Zerstörung des Backups bewirken.


margau schrieb:
ich Benutze seit einiger Zeit das Tool "borgbackup": Dies kann vorallem sehr gute Deduplikation - d.h. man spart viel Speicherplatz, wenn man Inhalte mehrfach (nacheinander) backupt, da borg nur die Änderungen speichert. Auch das Forum wird damit gesichert.

Das ist dann aber einzig ein Schutz gegen Randsomeware, oder? Damit kann man die verschlüsselten Dateien wieder in ihren (unverschlüsselten) Ursprungszustand zurückbefördern, einen Komplettverlust der Daten kann man damit aber nicht rückgänig machen?! Oder verstehe ich das jetzt komplett falsch?


margau schrieb:
Ansonsten würde ich aber davon absehen, Raid als Backup zu betrachten, das ist es generell nicht.

Also wenn ich richtig verstanden habe:

RAID1:
- Schützt vor Festplattenausfall
- Daten bleiben bei Ausfall des RAID-Controllers verfügbar
- Schützt NICHT vor Ransomeware
- Schützt NICHT vor physikalischem Verlust des RAID-Systems durch Diebstahl oder Elementarschaden (Feuer, Wasser, etc.)

RAID5:
- Schützt vor Festplattenausfall
- Daten können bei Ausfall des RAID-Controllers nur noch dann ausgelesen werden, wenn man wieder einen identischen RAID-Controller auftreiben kann (kritisch!)
- Schützt NICHT vor Ransomeware
- Schützt NICHT vor physikalischem Verlust des RAID-Systems durch Diebstahl oder Elementarschaden (Feuer, Wasser, etc.)

RAID0/RAID10:
- Bei Ausfall des RAID-Controllers sind die Daten gefährdet (siehe RAID5).


margau schrieb:
Ich habe mittlerweile bei meinen Eltern auch einen NAS, sodass ich 2-3 Kopien, die physikalisch weit voneinander getrennt sind, mache.

Synchronisierst du die NAS automatisch via Internet? Oder transferierst du deine Daten "manuell" mit einer externen Festplatte.
 
Hallo,
Pilatus schrieb:
Das ist dann aber einzig ein Schutz gegen Randsomeware, oder? Damit kann man die verschlüsselten Dateien wieder in ihren (unverschlüsselten) Ursprungszustand zurückbefördern, einen Komplettverlust der Daten kann man damit aber nicht rückgänig machen?! Oder verstehe ich das jetzt komplett falsch?
In erster Linie ist es ein Tool für externe Backups, welches sehr Effizient mit Speicherplatz umgeht. Man kann damit recht unkompliziert auch verschiedene Versionen sichern -> es ist in gewisser Weise auch ein Schutz vor Ransomware. Ich behalte z.B. je ein Backup der letzten 7 Tage, dann eines pro Woche usw. - dank der Deduplikation ist der Speicheraufwand sehr gering. borg kann auch ein "Append only" - damit ist dem externen System nur erlaubt, Daten hinzuzufügen, aber nicht, welche zu löschen -> Ransomware kommt auf diesem Weg nicht weiter.


Pilatus schrieb:
Synchronisierst du die NAS automatisch via Internet? Oder transferierst du deine Daten "manuell" mit einer externen Festplatte.

Ja, mittels oben genanntem Borgbackup mehrmals täglich -> taugt nach längerer, initialer Syncronisation auch bei VDSL50 für große Datenmengen (ca. 4TB).

Viele Grüße
margau
 
Pilatus schrieb:
starli schrieb:
Auf ein RAID-System kann man für gewöhnlich nur in einem baugleichen System zugreifen.

Das gilt für ein RAID5 und ein RAID10, aber nicht für ein RAID1, oder? Hier sind die Daten ja komplett auf allen in das RAID1-System integrierten Platten vorhanden, so dass man einfach eine dieser Platten auszulesen braucht?
Da kenn ich mich zu wenig aus, würd aber nicht generell meine Hand dafür ins Feuer legen. Könnte ja sein, dass auch bei RAID 0/1/10/JBOD der Controller bzw. die/das NAS die Festplatten irgendwie speziell formatieren. Oder gar verschlüsseln, dann ist eh alles aus ;-)

So richtig sicher von Ransomeware dürften ja eigentlich nur "Offline-Backups" auf externen Festplatten sein, oder? Alles was irgendwie automatisch über das Internet oder das Heimnetzwerk synchronisiert ist, kann ja theoretisch durch Schadsoftware manipuliert werden. Sprich, selbst wenn der Sync-Job nur einmal pro Woche eine Synchronisation durchführt, könnte die Schadsoftware theoretisch den Sync-Job erkennen und diesen ändern und damit eine sofortige Zerstörung des Backups bewirken.
Also die Schadsoftware, die du auf deinem PC hast, wird vmtl. nicht so einfach den Sync-Job in deinem NAS ändern können - dazu bräuchte es ja erst mal einen Admin-Zugriff auf dem NAS bzw. eine Schwachstelle in der NAS-Firmware zum einklinken.

Schlimmer ist da m.E., dass du evtl. innerhalb einer Woche das gar nicht merkst, wenn z.B. nur ein Teil der Dateien von der Ransomware verschlüsselt werden, auf den du in der Zwischenzeit gar nicht zugreifst. Das Problem hast du dann auch bei Offline-Backups, sofern du nicht mehrere Backups machst, z.B. auf mehrere USB-Drives (oder RDX) ..

Auch eine Versionierung auf einem Dateisystem ist nicht immer ein optimaler Schutz gegen Ransomware. Zum einen könnte auch hier die Ransomware bei einer Schwachstelle im NAS/Backupsystem eingreifen, aber manchmal wird bei solchen Versionierungen nicht das Löschen der Datei berücksichtigt; d.h. wenn die Datei gelöscht ist, kann es sein, dass auch keine alten Versionen mehr herstellbar sind.

100%igen Schutz wird's nie und nirgends geben.

Aber es ist z.B. schon mal ein verbesserterter Ansatz, wenn deine Backup-Software, mit der du die Daten vom PC auf das NAS sicherst, exklusiven Zugriff auf den Shared Folder hast und dein PC-Benutzer keinen Zugriff darauf hat.
 
Man kann je NAS unterschiedliche Dateisysteme nutzen, deshalb muss nicht generell ein RAID 1 vom einen Hersteller in einem NAS eines anderen Herstellers gelesen werden können. Meines Wissens nutzt QNAP z.B. kein Btrfs.
 
Heieiei... wieso ist das alles so kompliziert :D

starli schrieb:
Da kenn ich mich zu wenig aus, würd aber nicht generell meine Hand dafür ins Feuer legen. Könnte ja sein, dass auch bei RAID 0/1/10/JBOD der Controller bzw. die/das NAS die Festplatten irgendwie speziell formatieren. Oder gar verschlüsseln, dann ist eh alles aus ;-)

ThomasZ schrieb:
Man kann je NAS unterschiedliche Dateisysteme nutzen, deshalb muss nicht generell ein RAID 1 vom einen Hersteller in einem NAS eines anderen Herstellers gelesen werden können. Meines Wissens nutzt QNAP z.B. kein Btrfs.

Phu ok... Bei dem RAID1-System, welches ich vor Jahren mal über das Mainboard meines Desktop-PC eingerichtet hatte, konnte ich nach dem das Mainboard kaputt gegangen ist, einfach eine der Festplatten ausbauen und mit Hilfe eines anderen Desktopcomputer bzw. einer SATA-HDD-Dockingstation auslesen. Da hatte ich in dem Fall ziemlich Glück?! Weiss jemand von euch wie es bei den Synology NAS ist?

margau schrieb:
Ja, mittels oben genanntem Borgbackup mehrmals täglich -> taugt nach längerer, initialer Syncronisation auch bei VDSL50 für große Datenmengen (ca. 4TB).

Und was verwendest du dafür für NAS? Ich wollte mir bisher immer eines mit vier Festplattenslots kaufen, aber unterdessen bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich nicht einfach eines mit zwei Slots und zwei 10TB Festplatten kaufen soll.
Solange ich mein Backup auf der OneDrive habe, sollte das ja eh reichen. Und sollte das später einmal nicht mehr der Fall sein, dann lege ich mir ja besser noch ein zweites NAS zu, welches ich räumlich getrennt betreibe (+ ein paar externe Festplatten für offline Backup)
 
Pilatus schrieb:
Phu ok... Bei dem RAID1-System, welches ich vor Jahren mal über das Mainboard meines Desktop-PC eingerichtet hatte, konnte ich nach dem das Mainboard kaputt gegangen ist, einfach eine der Festplatten ausbauen und mit Hilfe eines anderen Desktopcomputer bzw. einer SATA-HDD-Dockingstation auslesen. Da hatte ich in dem Fall ziemlich Glück?! Weiss jemand von euch wie es bei den Synology NAS ist?

Ich nutze meine Synology mit EXT4.

Vielleicht hilft dir das weiter, aber wirklich klare Aussagen sind das auch nicht.
https://www.synology.com/de-de/knowledgebase/DSM/tutorial/Storage/Which_file_system_should_I_use_to_create_a_volume

Gruß
Thomas
 
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