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Devisenkurse und Tourismus

Oft können die Händler in der Schweiz nicht einmal was machen, denn sie werden von global operierenden Konzernen und deren Importeuren genauso abgezockt wie die Endverbraucher. Viele Produkte haben einen höheren Einkaufspreis als der Verkaufspreis in Deutschland! Für das gleiche Produkt notabene. Parallelimport wäre eine Lösung, aber hier nutzen die Produzenten geschickt die Vielsprachigkeit der Schweiz aus. Produkte hier müssen in mindestens drei der vier Landessprachen beschriftet sein, das ist Gesetz. Sowas findet man in den Nachbarländer nicht, ergo fällt der Parallelimport ins Wasser, es sei denn, man druckt mit viel Aufwand eine Klebeetikette, welche man dann auf sämtliche Stücke draufpappen muss. Das dürfte dann die Differenz gleich wieder ausgleichen. Kein Verständnis habe ich hingegen, wenn Schweizer Erzeugnisse im Ausland billiger sind als bei uns!

Ach ja, Stadler wurde ja erwähnt. Deren CEO namens Peter Spuhler sitzt auch im Nationalrat (die grosse Kammer des Parlaments), und zwar ausgerechnet für die Schweizerische Volkspartei (SVP). Das ist die Partei, welche am stärksten auf Protektionismus und für den Einzelgang der Schweiz plagiert und ausserdem immer wieder, leider erfolgreich, die Karte Fremdenfeindlichkeit ausspielt. Die Minarettiniative ist beispielsweise auf deren Mist gewachsen.
 
der hohe SFR Kurs schreckt schon ab

wenn ich bedenke das ich für mein gebuchtes Hotel in Davos vor drei Jahren 105 SFR = 65 Euro gezahlt habe und in diesem Jahr 115 SFR = 95 Euro zahle ist das schon enorm

läßt man mal die Preistseigerung des Hotel weg sind das einfach mal 20 !!! Euro pro Nacht mehr - eigentlich für nix. Macht bei 7 Nächten und zwei Personen einfach mal 280 Euro mehr.

Und das setzt sich fort der Latte für 10 SFR hat sich auch von 6,30 Euro auf 8,50 Euro verteuert

Ich habe mich in diesem Jahr schon sehr überwinden müssen bei der Buchung und den Preisesteigerungen bezüglich Wechselkurs.
Der Hotelier in Disentis (war ich im Feb dort) sagte mir, das inzwischen die Schweizer Mittel und Unterschicht lieber preiswert in Österreich oder Südtirol urlauben anstatt im eigenen Land.

Ich sehe da noch große Probleme auf die Schweizer zukommen.

Trotzdem mag ich die Schweiz und seine Bewohner sehr und so lange ich es mir leisten kann werde ich auch dorthin fahren.
Ich abe es ja selbst in der Hand für was und welches Land ich mich entscheide.

I
 
Der Hotelier in Disentis (war ich im Feb dort) sagte mir, das inzwischen die Schweizer Mittel und Unterschicht lieber preiswert in Österreich oder Südtirol urlauben anstatt im eigenen Land.

Die wirkliche Unterschicht macht vmtl. sowieso keine Winterferien, oder als was definierst du Unterschicht?
 
Die am Donnerstag veröffentlichte Schweizer Außenhandelsstatistik für das erste Halbjahr 2011 zeigt, dass die Exportpreise in dieser Zeit um sieben Prozent zurückgegangen sind.

So haben die Unternehmen damit begonnen, die Arbeitszeit bei gleichen Gehältern zu verlängern. Andere senken die Löhne oder bezahlen die Löhne für die Grenzgänger in Euro statt in Franken. Andere Betriebe wiederum verlegen ihre Produktionsstätten und damit Arbeitsplätze ins Ausland.
(Quelle: http://derstandard.at/1310511862679/Nachbarn-Schweiz-leidet-unter-hartem-Franken)

Das tragische an der Situation ist, daß einerseits viel Geld in die Schweiz fliesst, anderseits die Schweizer Bevölkerung nichts davon hat, da immer weniger Güter/Dienstleistungen (die ja produziert werden wollen) gekauft werden, sondern Finanzprodukte ...
 
Na, da bin ich mir nicht so sicher. Die Finanzbrache ist auch nicht mehr was sie mal war.
Zudem ist die Arbeitslosigkeit immernoch auf einem Rekordtief, man sollte also nicht zu schwarz malen. Zumindest im Moment profitiert noch jeder vom System Schweiz. Die Produktion dürfte schon weiter verschinden, das stimmt allerdings. Das heisst aber nicht, dass es dem Durchschnittsschweizer desshalb schlechter gehen wird, im Gegenteil. Wir werden halt zu Gross-Monaco, mit vielen Reichen und solchen, die mit den Reichen ihr Geld verdienen. Ob das toll ist, sei dahingestellt. Vielleicht gehts trotzdem allen besser.
Meine grosse Hoffnung beruhen eigentlich mehr in den Bereich Pharma, Medizintechnik, Nanowissenschaften, Chemie, aber auch IT etc. etc. Das sind wirklich geniale Industrien die mit viel Knowhow einhergehen und die in der Schweiz sehr stark geworden sind in den letzten Jahren und den Absturz der Wirtschaft nach dem Absturz der Finanzbranche verhindert haben.
Hier werden Produkte geschaffen, welche man auch teuer verkaufen kann. Das sind aber Industrien die intelligente Leute mit sehr hoher Ausbildung benötigen. Folglich muss man auch die Einwanderung entsprechend steuern. Denke die Personenfreizügigkeit ist da nicht das richtige Mittel für.
Allerdings darf man die Personenfreizügigkeit nicht zu fest kritisieren. Dank ihr sind die Löhne hier kaum mehr gestiegen, das bewahrt uns jetzt vielleicht vor dem Genickbruch...
 
Hatten wir die gleiche Situation punkto Wechselkurs nicht schon in den 70/80er Jahre die DM runterrutschte?
Wir Schweizer profitieren vom tieferen Kurs wenn wir im Ausland Ferien machen ... und wenns dann mal wieder anders aussieht profitieren die Touristen aus dem Ausland davon wenn sie in die Schweiz kommen.

Ich hab auf jeden Fall noch nie so günstige Ferien gemacht in Italien wie diesen Juli (ausser Benzin war teuer). :mrgreen:
 
missyd schrieb:
Hatten wir die gleiche Situation punkto Wechselkurs nicht schon in den 70/80er Jahre die DM runterrutschte?
Nein. Die DM verlor zwar ggü. dem Franken, aber Anfang der 80er lag der Kurs SFr-DM fast noch auf 1 : 1.
Das fand man damals teuer, weil der Franken auf einmal mehr wert wurde, als die DM.
Mittlerweile steht der Franken umgerechnet ja fast auf ca. 1,75 DM. Der Verfall des Euro ist erstens massiver und schreitet momentan auch rascher voran, als damals der der DM.

800px-DM-SFR.svg.png


Wechselkurs Euro-CHF - leider umgekehrt zu lesen. Habe keine passende, frei verbreitbare Datei gefunden.
1000px-Euro_exchange_rate_to_CHF.svg.png

Quelle : Wikipedia
Beschreibung DM-SFR.svg
Deutsch: Jahresdurchschnitte der D-Mark - Franken Wechselkurse
Datum 6. November 2009
(6. November 2009(2009-11-06) (original upload date))

Quelle Transferred from de.wikipedia; transferred to Commons using CommonsHelper.
(Original text : Datentabelle Wikipedia)

Urheber selbst erstellt mit gnuplot. Original uploader was Anubis85 KH at de.wikipedia

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Zweite Grafik ebenfalls Wikipedia:
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Warten wir mal die nächste Wintersaison ab.
Wenn die Kursproblematik erstmal im Bewusstsein der Leute bzw. Touristen angekommen ist, dann wird das gerade in der Wintersaison mit den hohen Urlaubskosten für Skipass etc. noch deutlichere Einbrüche geben.
Besonders extrem wird es für Hotelgäste, die am besten noch à la Carte essen. Da reden wir nicht mehr über hier und dort ein paar Euro, wie mein eingangs zitiertes Kaffeebeispiel, sondern da geht es um hunderte von Euro, die das dann besonders für Familien mehr kostet.
Wie gesagt, wird die Hotellerie Auswege suchen, Pakete etc. anbieten, aber dennoch ist die Konkurrenzfähigkeit arg eingeschränkt - wenn der Kurs so bleiben sollte. Besonders dort, wo man kein Allseinstellungsmerkmal zu bieten hat.
 
Von 1,60 auf 1,20 ist ja glatt ein Viertel - dass es so viel ist hätte ich gar nicht gedacht!
 
starli schrieb:
Von 1,60 auf 1,20 ist ja glatt ein Viertel - dass es so viel ist hätte ich gar nicht gedacht!

Stimmt ist eigentlich schon sehr viel. Andere Währungen wie USD oder GBP habe viel langsamer an Wert verloren.
 
Latemar schrieb:
Man darf schon gespannt sein, ob es eine erkennbare Verlagerung der Touristen gibt.
a) von Schweizern selbst ins benachbarte Ausland
Beim Euro Kurs von fast 1:1 ist eine Verlagerung doch sehr wahrscheinlich.


Diesen Winter gab es in Österreich ein plus von 10% an Schweizer Gästen. Damit rangieren nun an Platz vier.
Dies ist umso mehr erstaunlich, da die Schweiz alles was das östliche Nachbarland hat, in noch schönerem Maße eigentlich bei sich zu hause hat oder haben könnte...
 
Zum Vergleich seit Jahresanfang

1 CHF =

28.01.2011....................26.07.2011

€
0, 78015.......................0,85981

GBP
0,66914........................0,76002

$
1,0665.........................1,24805

Prozentual ist der Kursanstieg gegenüber GBP u. USD aktuell stärker als zum €
 
Krass sind ja auch die von vielen Häuslebauern im Ausland aufgenommenen "Frankenkredite mit Tilgungsträger". Die Idee dahinter ist, einerseits von den generell niedrigen Schweizer Zinsen profitieren zu können, und anderseits zur kontinuierlichen Tilgung ein zusätzlich kreditfinanziertes (!) Finanzprodukt heranzuziehen.
D.h. man hat eine Art Perpetum Mobile des Kreditwesens verkauft: Kunde bekommt 300.000 Euro fürs Häuslebauen als Kredit, zusätzlich dazu gebunden ein ebenso kreditfinanziertes (i.d.R. renditestarkes nicht schweizerisches) Investmentprodukt für sagen wir 100.000€. Das Investmentprodukt liefert Erträge ab, die gleichzeitig die zinsbedingt niedrigeren Rückzahlungsraten finanzieren.

Haken: Wird der Franken teurer, steigen auch die Rückzahlungsraten (da ja in € zu bezahlen). Fällt der wundersame Tilgungsträger aus, weil die Erträge zusammenbrechen (2008 ff.), ist dies für den dann über Hals und Ohr verschuldeten Häulebauer nicht selten das aus, und das Haus gehört wie vieles andere auch schon dann halt der Bank.

Die Rechnung ging viele Jahre auf, und wurde alleine in Österreich mehrere 10.000 mal verkauft...
Mir tun die naiven Verschuldner schon leid, was sollen sie schon wissen von NLP-Blendung und simplem Risikoabschätzunegn, wenn ihnen im täglichen Leben sonst eher Dinge im Stil von RTL2 oder Pauschalreisen das Glück vorzeichnen...

Hay, habe gestern bemerkt, dass meine etwa 15 Jahre alte Stichsäge und die Bohrmaschine von Bosch beide Made in Switzerland sind! Krass oder? Was es alles mal gab...
 
Kris schrieb:
Hay, habe gestern bemerkt, dass meine etwa 15 Jahre alte Stichsäge und die Bohrmaschine von Bosch beide Made in Switzerland sind! Krass oder? Was es alles mal gab...
Scintilla AG, nicht wahr? Diese Firma gehört wie es aussieht Bosch. Gibt man www.scintilla.ch ein, landet man auf der homepage von Bosch Schweiz.
 
:D Hab mal vor vielen Jahren einen SF-Roman gelesen, der spielte im Scintilla-Sonnensystem.
Als ich durch St. Niklaus fuhr, vorbei an der Firma "Scintilla", war alles klar. Der Autor war zum Urlaub in Z und hat den Namen "entwendet"
 
GMD schrieb:
Kris schrieb:
Hay, habe gestern bemerkt, dass meine etwa 15 Jahre alte Stichsäge und die Bohrmaschine von Bosch beide Made in Switzerland sind! Krass oder? Was es alles mal gab...
Scintilla AG, nicht wahr? Diese Firma gehört wie es aussieht Bosch. Gibt man http://www.scintilla.ch ein, landet man auf der homepage von Bosch Schweiz.

Die Geräte sind wieder im Keller, nach der Firmenseite zu deuten ist es sehr gut möglich dass diese von Scintilla gefertigt wurden. "Scintilla" bedeutet übrigens "Funken" im Italienischen, ein guter Name eigentlich, denn funken tut es an den Kohlebürsten der durch die Lüftungsschlitze sichtbaren Motoren ja stets begeisternd, insbes. für kleine neugierige Kinder... :-)
 
1€ = 1.09 CHF

Skifahren in der Schweiz, ein Privileg...

Schweiz
Matterhorn Ski Paradies 78€*
St-Moritz/Corviglia 66€*
4 Vallées 63€*

Im Vergleich
Silvretta Arena 45.50€ (Preise Osterreich)
Dolomiti Superski 44€/48€
Espace Killy 44.50€


....

* Umgerechnet mit dem heutigen Eurokurs
 
.....und die Prognose von 1 : 1 hab ich heut auch gelesen.
Bin jezt am Grübeln ob ich die 2 Wochen Z im März sausen lasse und statt dessen Alternativen ins Auge fasse. (Dolomiten, Malediven oder so)
 
Bei den grossen weltweit tätigen Konzernen reibt man sich schon jetzt die Hände vor Freude: Noch mehr Währungsgewinne welche man in der Hochpreisinsel Schweiz abschöpfen kann! So langsam können sich nicht einmal mehr die Schweizer die Schweiz leisten. Konkret bedeutet dies, die Kaufkraft in der Schweiz ist am sinken, auch dank des starken Franken. Denn die Währungsschwankungen werden nicht oder nur wenig auf die Preise weitergegeben. Wer beispielsweise in der Schweiz ein Auto kauft, ist ein Depp! Ein Mercedes SLK kostet in Deutschland etwa € 45'000.--, das sind etwa Fr 50'000.--. Mercedes-Benz Schweiz verlangt für exakt dasselbe Fahrzeug etwa Fr. 90'000.--! Da wundert es einem nicht, dass der Direktimport von Autos in die Schweiz rasant am steigen ist. Die beliebte Milchschnitte kostet einen Schweizer Händler im Einkauf beim Importeur mehr als was sie in Deutschland in den Läden kostet! Das ist nur ein Beispiel von vielen, und es stellt sich die Frage: Wer wird da abgezockt?

Die Schweiz ist gleich mit einem doppelten Währungsproblem konfrontiert: Nicht nur fliehen die Anleger vom Euro in den Franken, nein, die Schuldenkrise in den USA und der damit verbundene Sinkflug des US-Dollars führt ebenso zu einem Umschichten in den Franken. Die Banken freuts, die Zeche zahlt die Bevölkerung.
 
GMD schrieb:
Bei den grossen weltweit tätigen Konzernen reibt man sich schon jetzt die Hände vor Freude: Noch mehr Währungsgewinne welche man in der Hochpreisinsel Schweiz abschöpfen kann! So langsam können sich nicht einmal mehr die Schweizer die Schweiz leisten. Konkret bedeutet dies, die Kaufkraft in der Schweiz ist am sinken, auch dank des starken Franken. Denn die Währungsschwankungen werden nicht oder nur wenig auf die Preise weitergegeben. Wer beispielsweise in der Schweiz ein Auto kauft, ist ein Depp! Ein Mercedes SLK kostet in Deutschland etwa € 45'000.--, das sind etwa Fr 50'000.--. Mercedes-Benz Schweiz verlangt für exakt dasselbe Fahrzeug etwa Fr. 90'000.--! Da wundert es einem nicht, dass der Direktimport von Autos in die Schweiz rasant am steigen ist. Die beliebte Milchschnitte kostet einen Schweizer Händler im Einkauf beim Importeur mehr als was sie in Deutschland in den Läden kostet! Das ist nur ein Beispiel von vielen, und es stellt sich die Frage: Wer wird da abgezockt? .

Sehr wahrscheinlich immer noch der Fall...

-> http://www.videoportal.sf.tv/video?id=50e24e9e-474e-44bc-bc48-af8c35a727d0
 
Fab schrieb:
.....und die Prognose von 1 : 1 hab ich heut auch gelesen.
Bin jezt am Grübeln ob ich die 2 Wochen Z im März sausen lasse und statt dessen Alternativen ins Auge fasse. (Dolomiten, Malediven oder so)
Mein Z-Urlaub wackelt auch schon,ist irgendwie psychologische Abschreckung für mich.......
vielleicht doch lieber mal ein paar kleine Skigebiete in Südtirol/Italien abklappern......wollte ich schon immer mal.....
 
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