Obwohl ich mir schon am Beginn dieser Diskussion heilig versprochen habe, nur mitzulesen ohne was zum Thema zu schreiben, kann ich einfach nicht anders

:
1) Sehr interessante Diskussion, ich habe von 'beiden Seiten' einige interessante Schen gelernt. Auch der Ton ist inzwischen doch recht nett geworden, nachdem ich buzis erste Beiträge zum Thema doch etwas ... hmm ... unangemessen im Ton fand.
2) Ich bin überzeugter Skeptiker und werde es auch bleiben, bis mir jemand wirklich überzeugende Argumente vorlegt. Und das hat bisher keiner geschafft.
Helft bitte dem nicht - Muttersprachler sein deutsch zu verbessern: Wie ist eigentlich der richtige Ausdruck? Klimaskeptiker finde ich nicht gut, weil ein Klimaskeptiker müsste eigentlich zweifeln, dass es überhaupt ein Klima gibt - und das tue ich nun wirklich nicht
. Klimaerwärmungsskeptiker sollte heissen, dass ich an der Tatsache zweifle, dass sich das Weltklima erwärmt - aber das wäre auch falsch, die Messdaten sind da deutlich genug. Aaaber: genau wie viele andere ich bin im Zweifel über die Ursachen !
3) Zum Thema selbst will ich jetzt keine Vorlesungen halten, so viel Zeit habe ich beim besten Willen nicht und im Gegensatz zu Fab will ich keinesfalls auf meinen Schlaf verzichten - wenn ich schon im steigenden Ozean untergehe, dann wenigstens gut ausgeschlafen

!
4) Jetzt kommt aber der Punkt, auf den ich ein wenig detailierter eingehen möchte. Und zwar:
piano hat folgendes geschrieben:
Ich selber bin kein Klimawissenschaftler. Wenn sich jetzt aber 95% der Klimawissenschaftler einig sind, dann ist das mehr als glaubwürdig. (Einmal davon abgesehen, dass ein Grossteil der restlichen 5% für ihre Aussagen von Ölmultis wie Exxon bezahlt werden - die Gründe dürften klar sein.)
Und Wombat:
Aber gerade zum Thema Klimawandel und Co2 werden alle als Scharlatane, Pharisäer und Inkompetent hingestellt die nicht auf der Co2 Welle schwimmen. Das ist in doppelter Hinsicht schädlich, wenn sich die Wissenschaft mit der Kritik nicht auseinander setzt. Ersten wird sie so unglaubwürdig und zweiten macht kein Wissenschaftler den Mund mehr auf, wenn er was anderes raus gefunden hat. Er muss angst um seine Karriere haben. Da er befürchten muss in eine "Hexenjagd" zu geraten.
Das oben geschriebene ist es, was mir wirklich Angst macht. Und zwar grosse Angst. Angst, dass uns der Umweltwahn unserer denk- und Redefreiheit berauben wird. Wobei Pianos Aussage eigentlich Wombats Worte nur bekräftigt: falls man in gewissen Kreisen den Mut hat, öffentlich Zweifel gegenüber Klimaapokalyptikern zu äussern, bekommt man sehr schnell den Vorwurf serviert, Bezahlter der Öllobby oder Anhnäger von G. W. Bush zu sein

. Und ja, das mit der Angst um die Karierre kann ich nur bestätigen.
Ich sage es mal so: durch meine Arbeit (seit 14 Jahren auf einer Uni) komme ich sehr viel in Kontakt mit Kollegen, die mehr oder weniger alle einen Dr. vor ihrem Namen tragen, und das nicht nur auf unserer eigenen Uni, sondern auch im weiteren Umfeld. Zwar sind es nicht gerade Klimaforscher, aber Chemiker, Physiker, Agronomen etc. verstehen sicher auch was von der Sache. Und über den Daumen gepfeilt würde ich sagen, dass
privat mindestens 50% zu Klimaskeptikern gehören (wenigstens in dem Sinne dass sie zugeben das wir noch zu wenig zum Thema wissen, und deshalb den menschlichen Beitrag zur Klimaerwärmung weder explizit ausschliessen noch bestätigen können). Bei ihren Vorlesungen indoktrinieren sie aber - wie es sich gehört - die Jugend natürlich fleissig mit der 'wir - sind - die - Verursacher' Theorie

. Nur verienzelt haben ältere Akademiker, die kurz vor der Pensionierung stehen und nichs mehr zu verlieren haben, den Mut auch öffentlich ihre Skepsis auszusprechen. Generell neigt ist die mittlere akademische Generation eher dazu, der Erwärmungstheorie zu glauben, während die ältesten und überraschenderweise auch die jüngsten eher skeptisch sind. Wenig überraschend sind die Frauen eher bei den Gläubigen, Männer eher bei den Skeptikern (das ist aber bei jeder Religion so - guckt doch mal in ne Kirche

) und - wie schon Fab ganz richtig festgestellt hat - unter den Alemannen ist der Prozentsatz der Gläubigen überdurchschnittlich hoch. (Da könnte ich jetzt ein paar sehr provokative Paralellen zur Vergangenheit ziehen, lasse es aber lieber sein

).
5) Es klingt zwar nach Verschwörungstheorie, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass die Politik mit Hilfe von Medien die Klimahysterie bewusst hochspielt, damit Leute Angst haben.
Leute die Angst haben sind bekanntlich leichter regierbar. Die katholische Kirche beherrschte das Angstmachen über Jahrhunderte (wenn ihr nicht fleissig betet und der Kirche grosszügig Steuern, Spenden etc. zahlt, kommt der Teufel /die Pest / der Weltuntergang usw.). Im Laufe der Zeit übernahm der Staat dann diese Rolle, zu Zeiten des kalten Krieges machte man den Leuten im Westen Angst vor den bösen Kommunisten und in Osten vor den bösen Westmächten, Angst vor dem Atomkrieg, dann kam in den 70ern die Waldsterben - Hysterie. Egal was, Hauptsache Angst verbreiten, damit die Menschen gehörig sind und sogar freiwillig (!) auf einen Teil ihrer Menchenrechte verzichten. Jüngstes Beispiel natürlich die USA und ihre Terror - Panikmache. Aber die Klima - Hystherie in Europa, vor allem aber in Deutschland, sehe ich im selben Licht: Angst machen! Leute gehorsam machen. In den USA ist es der böse Onkel Osama, in Europa 'Rache der Mutter Erde'

. Nur mit dem Unterschied, dass es die Amies sehr primitiv und transparent machen, so dass ausserhalb der USA kaum noch einer an von Bush & co. verbreitete Märchen glaubt, während es in Europa quasi wissenschaftlich getarnt gemacht wird.
6) Ein wenig überraschend - oder auch nicht - schliesse mich mich aber durchaus der Meinung an, das mann unsere Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen schnell und grundlegend verringern muss. Ich sehe es aber in erster Linie politisch: Es kann ja nicht sein, dass die ganze zivilisierte Welt zittert, wenn die OPEC wieder einmal tagt und damit droht, die Förderquoten zu senken. Das ist schon pervers - ein paar Kamel**** (Selbstzensur) verarschen die ganze Welt. Dazu finanzieren sie mit unserem Geld noch die Diktaturen in ihrem Land, und dabei macht es null Unterschied, ob es pro - westliche Diktaturen á lá Saudiarabien oder 'bad guys' wie der Iran sind. Oder dass halb Europa angst hat, sich bei den Russen unbeliebt zu machen, die könnten ja sonst mitten im Winter die Gaszufuhr abstellen.
7) *Traum des kleinen Miki*: Langfristig sehe ich die Entwicklung von Kernfusionsreaktoren als einzige Lösung der steigenden Energibedürfnisse der Menschheit. Als Übergangslösung für die kommenden 30 - 50 Jahre hoffe ich aber auf eine neue Generation von AKWs und es hat den Anschein, dass sich Kernkraft auch in vielen Ländern der EU wieder duchsetzen wird (Österreich selbstverständlich ausgeschlossen)

. Zwar ist man auch im diesem Fall wieder abhängig, diesmal von den Uranlieferanten, aber gottseidank finden sich die grösten Vorkommen in politisch stabilen 'westlichen' Ländern (Australien, Kanada).
Übrigens bin ich bei diesem Thema kein NIMBY - falls man in Maribor ein AKW nach modernster deutscher Technologie bauen würde, hätte ich nichts dagegen!
8 ) Erst wenn genug Strom zur Verfügung steht, kann man ernsthaft über Wasserstoff - oder elektrogetriebene Autos nachdenken. Oder, als Übergangslösung, sieht der kleine Chemiker Miki auch Synthetisches Benzin duchaus eine Überlegung wert - CO2 Ausstoss wird dadurch zwar nicht verringert, die Energieabhängigkeit Europas schon. In Deutschland während des II. WK. hat es ja bereits funktioniert, und in Südafrika während des Apartheid und damit verbundenen Embargos ebenfalls ...